Zum Inhalt springen

Lathyrismus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
{{#ifeq:|ja|Klassifikation nach ICD-10-GM|Klassifikation nach ICD-10}}
{{#if: T62 | T62 | Eintrag fehlt }} Toxische Wirkung sonstiger schädlicher Substanzen, die mit der Nahrung aufgenommen wurden | Eintrag fehlt }}
T62.2 Sonstige verzehrte Pflanze(n) oder Teil(e) davon
{{{03-BEZEICHNUNG}}}
{{{04-BEZEICHNUNG}}}
{{{05-BEZEICHNUNG}}}
{{{06-BEZEICHNUNG}}}
{{{07-BEZEICHNUNG}}}
{{{08-BEZEICHNUNG}}}
{{{09-BEZEICHNUNG}}}
{{{10-BEZEICHNUNG}}}
{{{11-BEZEICHNUNG}}}
{{{12-BEZEICHNUNG}}}
{{{13-BEZEICHNUNG}}}
{{{14-BEZEICHNUNG}}}
{{{15-BEZEICHNUNG}}}
{{{16-BEZEICHNUNG}}}
{{{17-BEZEICHNUNG}}}
{{{18-BEZEICHNUNG}}}
{{{19-BEZEICHNUNG}}}
{{{20-BEZEICHNUNG}}}
{{{21-BEZEICHNUNG}}}
{{#ifeq:|ja|ICD-10 online (GM-Version 2026)|ICD-10 online (WHO-Version 2019)}}
{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 30}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 29}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 28}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 27}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 26}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 25}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 24}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 23}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 22}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 21}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 20}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 19}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 18}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 17}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 16}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 15}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 14}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 13}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 12}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 11}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 10}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 05}}

Der Lathyrismus ist eine chronische neurologische Erkrankung toxischer Genese. Er wird durch dauerhaften Genuss von Mehl der trockenheitsresistenten Saat-Platterbse (Lathyrus sativus) verursacht und ist ein Beispiel für die Wirkung eines natürlichen Exzitotoxins, das selektiv auf das erste Motoneuron wirkt.

Ursachen

Das wirksame Toxin ist β-Oxalylamino-L-alanin (BOAA), das selektiv auf den AMPA-Glutamat-Rezeptor wirkt. Die chronische Einnahme des Toxins erhöht die intrazelluläre Konzentration freier Radikale und verringert die Funktion der mitochondrialen oxidativen Phosphorylierung. Pathologisch sind vorwiegend die Betzschen Riesenzellen des primär motorischen Cortex betroffen, die die Beinmuskeln innervieren.

Symptome

Datei:Goya-Guerra (51).jpg
Lathyrismuskranke in Spanien während der Zeit der Napoleonischen Kriege: Gracias a la Almorta („Dank der Platterbse“), Radierung von Francisco de Goya

Klinisch manifestiert sich Lathyrismus-Neurotoxizität in Muskelspasmen, Krämpfen der Extremitätenmuskulatur und progressive spastische Lähmung (Parese) der Beinmuskulatur. Typisch ist der Gang, bei dem die Betroffenen faktisch von einem Bein aufs andere fallen. Gefühle und Blasendysfunktionen können ebenfalls gestört werden. Gelegentlich wird ein grobschlägiges Zittern der Arme beobachtet.

Vorkommen

Lathyrismus tritt epidemisch in Trockenheitsgebieten auf, wenn das Mehl der Platterbse zum Hauptnahrungsmittel wird. Epidemien wurden in Bangladesh, China, Äthiopien und Indien beschrieben. Historische Ausbrüche gab es beispielsweise in Spanien zur Zeit der Napoleonischen Kriege, als die hungernde Bevölkerung sich vor allem von Platterbsen ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=es|SCRIPTING=Latn|SERVICE=spanisch}}) ernährte.

Tierexperimentell lassen sich auch Störungen der enchondralen Ossifikation mit daraus resultierenden Knochenveränderungen auslösen (Osteo-Angio-Lathyrismus).

Literatur

  • Murray, Mitsumoto: Disorders of upper and lower motoneurons. In: Bradley et al. (Hrsg.): Neurology in clinical practice. Vol 2. Elsevier, 2004.

Vorlage:Hinweisbaustein