Notice: Unexpected clearActionName after getActionName already called in /var/www/html/includes/context/RequestContext.php on line 338 Gorzów Wielkopolski – WikipediaZum Inhalt springen
Gorzów Wielkopolski (Vorlage:Audio; deutsch Landsberg an der Warthe, amtlich Landsberg (Warthe)) ist eine Großstadt in der polnischenWoiwodschaft Lebus. Die Stadt ist Sitz des Woiwoden; die Regierung und das Parlament der Woiwodschaft haben ihren Sitz hingegen in Zielona Góra (Grünberg in Schlesien).
Geographische Lage
Die Stadt liegt in der historischen Region Mark Brandenburg, am Fluss Warthe, auf einer Höhe von 19-82 m ü. M., rund 80 Kilometer nordöstlich von Frankfurt (Oder) und 130 Kilometer nordwestlich von Posen. Küstrin (Kostrzyn nad Odrą) ist etwa 45 Kilometer entfernt. Nördlich und südlich des Stadtgebiets erstrecken sich weitläufige Waldgebiete.
Vorlage:Lückenhaft
Nachweislich war das Gebiet Landsbergs bereits frühgeschichtlich besiedelt. Nach der Völkerwanderung lösten Slawen die vorher hier ansässigen Germanen ab. Für die Besiedlung der späteren Neumark wurden im ersten Drittel des 13. Jahrhunderts deutsche Siedler von Herzog Leszek I. angeworben. Mit seinem Tod 1227 verfiel die polnische Zentralmacht endgültig, was den Markgrafen von Brandenburg die Möglichkeit gab, auch jenseits der Oder zu expandieren. Angesichts des zunehmenden Fernhandels gründete Markgraf Johann I. 1257 Landsberg als neuen bequemeren Flussübergang an der Warthe kurz vor dem bisherigen Pass bei Zantoch<ref>Georg Wilhelm von Raumer (Hrsg.): Die Neumark Brandenburg im Jahre 1337 oder Markgraf Ludwig’s des Aelteren Neumärkisches Landbuch aus dieser Zeit. Nicolai’sche Buchhandlung, Berlin 1837, S. 28, Nr. 8 (books.google.de).</ref> (mit Steilufer), um wie dieser polnische Ort an den beträchtlichen Einnahmen aus dem Fernhandel (Zoll, Gebühren vom Marktbetrieb und Niederlagerecht) teilzuhaben (nach dem Parallelbeispiel von Berlin als Gegengründung zu Köpenick).
Die Siedler kamen aus dem Gebiet der heutigen deutschen Länder Brandenburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen und gehörten also zum niederdeutschen Sprachgebiet. Die Stadt erhielt den Namen Neu-Landsberg (in Gegensatz zu Altlandsberg), den sie bis in das 16. Jahrhundert trug. Im 13. Jahrhundert wurde die Marienkirche erbaut. 1321 wurde die Stadt mit Stadtmauern und Toren gesichert. Im 14. Jahrhundert hatte sich Landsberg zum wirtschaftlichen Zentrum seines Umlands entwickelt, für 1360 wird die Stadtschule erstmals erwähnt. Während des Dreißigjährigen Kriegs wurden alle Vorstädte zerstört. Nach 1648 entwickelte sich Landsberg zu einem bedeutenden Umschlagplatz im Handel mit dem benachbarten Polen. Im 18. Jahrhundert sorgte die Etablierung des Tuchmacherhandwerks und des Wollhandels für einen weiteren Aufschwung.
Briefmarke, 1 Sgr, entwertet 5. Dez. 1866 LANDSBERG a. d. Warthe
Die Stadt hatte eine Garnison der preußischen Armee, 1783 waren in Landsberg vier Schwadronen stationiert. Einschließlich zugehöriger Zivilisten umfasste die Garnison 900 bis 1000 Personen.<ref name="KFB">Karl Friedrich von Benekendorff: Kleine Oekonomische Reisen. Band 1. Züllichau 1785, S. 433–451 (books.google.de).</ref> Die Garnison verfügte über eine Garnisonkirche. 1804 wurde für die Schulkinder der Garnisonangehörigen ein neues Schulhaus eingeweiht.<ref>Gottlieb Benjamin Gerlach: Einweihungs-Rede. Gehalten am dritten August, als das der Garnison zu Landberg an der Warthe geschenkte Schulhaus eingeweihet wurde. Berlin 1804 (books.google.de).</ref>
Der Magistrat der Stadt zeigte sich bereits früh tolerant gegenüber den Religionen. Schon vor 1713 ist urkundlich ein jüdischer Friedhof nachgewiesen; anstelle der 1752 erbauten, aber baufällig gewordenen Synagoge errichtete die Gemeinde von 1853 bis 1854 die neue Synagoge im byzantinischen Stil nach Plänen des Architekten Carl Tietz.<ref name="RS467">Riehl und Scheu (1861), S. 467.</ref>
Landsberg hatte ein humanistisches Gymnasium, an dem Unterricht u. a. in Latein, Griechisch und Hebräisch erteilt wurde und an das Realklassen und eine Vorschule angeschlossen waren.<ref>Kaempf: Programm des Gymnasiums mit Realklassen zu Landsberg a. W., mit Schulnachrichten von Ostern 1872 bis Ostern 1873. Landsberg a. d. W. 1873, S. 24 ff. (books.google.de).</ref><ref>Zeitung für das höhere Unterrichtswesen Deutschlands. Band 1. Leipzig 1872, S. 259–260 (books.google.de).</ref> Eine Stadtschule in Landsberg wird erstmals 1360 urkundlich erwähnt.
1892 wurde die Stadt aus dem Landkreis ausgegliedert und erhielt den Status eines Stadtkreises. Die Verwaltung des Landkreises blieb jedoch weiterhin in der Stadt. In den 1920er Jahren setzte sich die Bezeichnung „Landsberg (Warthe)“ durch. Am Anfang des 20. Jahrhunderts hatte Landsberg drei evangelische Kirchen, eine katholische Pfarrkirche und eine Synagoge und an Bildungseinrichtungen ein Gymnasium mit Realschule, ein Lyzeum, ein Oberlyzeum, eine private Handelsschule sowie eine gewerbliche und kaufmännische Fortbildungsschule.<ref name="mgaz" />
<ref name="MKL"/>
1935 gab es in Landsberg acht Hotels, über vierzig Gasthöfe und Restaurants, drei Cafes, sieben Bankhäuser und Sparkassen, eine Bierbrauerei, eine Bindfadenfabrik, vier Buchdruckereien, eine Drahtseilfabrik (Mechanische Draht- und Hanfseilerei G. Schröder), eine Eisengießerei, eine Essigspritfabrik, acht Fischereien, fünf Fleisch- und Wurstwarenfabriken, eine Geflügelzüchterei, eine Gurtenweberei, sieben Holzsägewerke, ein Impfstoffwerk, eine Jutespinnerei und -weberei, eine Kartoffelmehlfabrik, fünf Käsefabriken, eine Landmaschinenfabrik, fünf Likörfabriken, fünf Maschinenfabriken, drei Mineralwasserfabriken, fünf Möbelfabriken, fünf Modellfabriken, drei Molkereien, vier Mühlen, eine Netzfabrik, eine Nudel- und Makkaronifabrik, eine Ölmühle, eine Reederei, zwei Sattlerwarenfabriken, eine Schiffswerft, eine Schirmfabrik, vier Schuhfabriken, eine Seifenfabrik, zwei Seilereien, ein Seruminstitut, eine Tütenfabrik, eine Uniformfabrik, eine Verlagsanstalt, zwei Vulkanisieranstalten, eine Wachsblumenfabrik, zwei Vulkanisieranstalten, zwei Zeitungsverlage, drei Zementwarenfabriken, eine Ziegelei, vier Zuckerwarenfabriken und zahlreiche Gemischtwarenläden, Einzelhändler, Großhändler, Dienstleister sowie Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe.<ref>Klockhaus' Kaufmännisches Handels- u. Gewerbe-Adressbuch des Deutschen Reichs, Band 1 A, Berlin 1935, Abschnitt Provinz Brandenburg, S. 749–754 (Google Books).</ref>
Im Zweiten Weltkrieg schrieb Gottfried Benn in der Walter-Flex-Kaserne<ref>Gottfried Benn: Briefe an F. W. Oelze: 1932–1945. S. 367 (books.google.de).</ref> unter anderem den Roman des Phänotyp (1943). Als sich Ende Januar 1945 die Rote Armee näherte, ordneten die Behörden am Morgen des 29. Januar die Räumung der mit mehr als 50.000 Menschen überfüllten Stadt an und erklärten sie zur „offenen Stadt“. Als am späten Abend des 29. Januars 1945 die Rote Armee Landsberg kampflos einnahm, traf sie auf etwa 30.000 Zivilisten. In der Folgezeit brachen die medizinische Versorgung und die mit Lebensmitteln, Wasser, Strom und Gas zusammen. Die Einwohner waren Raub, Plünderung, massenhafter Vergewaltigung und einzelnen Erschießungen ausgesetzt. Große Teile der Innenstadt brannten infolge von Brandstiftung und Fahrlässigkeit nieder. Ein Großteil der Einwohner kam zur Zwangsarbeit in auswärts gelegene Arbeitslager. An die Stelle einer von der sowjetischen Militärkommandantur eingesetzten Verwaltung aus deutschen Antifaschisten trat am 28. März die Verwaltung durch die Volksrepublik Polen. Es begann die Besiedlung der in Gorzów Wielkopolski umbenannten Stadt mit Polen. Im Juni 1945 wurden die meisten deutschen Einwohner durch die Polnische Volksarmee innerhalb weniger Tage über die Oder in die Sowjetische Besatzungszone (SBZ) vertrieben. Der Rest folgte von Dezember 1945 bis Mai 1947, die letzten 50 im September 1950.<ref>Holm Kirsten: Das sowjetische Speziallager Nr. 4 Landsberg, Warthe. Wallstein, Göttingen 2005, ISBN 3-89244-952-X, S. 18 ff.</ref> Die heutige Nachkriegs-Stadtbevölkerung stammt überwiegend aus Zentralpolen und dort vor allem aus der Region Großpolen.
In Landsberg an der Warthe befand sich nach Ende des Zweiten Weltkriegs das sowjetische Speziallager Nr. 4 in der ehemaligen General von Strantz-Kaserne,<ref>Holm Kirsten: Das sowjetische Speziallager Nr. 4 Landsberg/Warthe. S. 27 (books.google.de).</ref> in dem 1945 Tausende von Menschen unter sehr harten Bedingungen inhaftiert waren, viele starben an den Folgen der Haft.<ref>Holm Kirsten: Das sowjetische Speziallager Nr. 4 Landsberg, Warthe. Wallstein, Göttingen 2005, ISBN 3-89244-952-X.</ref>
Stadt mit zwei Mutterkirchen<ref name="AAM" >Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 3: Kr–O, Halle 1822, S. 59, Ziffer 293–299 (Google Books).</ref>
in 846 Wohngebäuden, Kreisstadt mit den Vorstädten: Zantocher-, Brücken-, Mühlenvorstadt, Kietz und Friedrichsstadt, außerdem fünf einzelnen unbenannten Etablissements, einer Loh- und einer Walkmühle, vier Wassermühlen, einer Schneide- und einer Windmühle<ref name="RS" >F. Wilhelm Riehl, J. Scheu: Berlin und die Mark Brandenburg mit dem Markgrafthum Nieder-Lausitz. 1861, S. 464–469 (Google Books).</ref><ref>Topographisch-statistische Uebersicht des Regierungsbezirks Frankfurt a. d. Oder. Aus amtlichen Quellen zusammengestellt. Frankfurt a. d. O. 1844, S. 108 (Google Books).</ref>
1852
13.284
Stadt mit einer Höheren Bürgerschule;<ref>Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats (Kraatz, Hrsg.). Berlin 1856, S. 332 ([ Google Books]).</ref> nach anderen Angaben inklusive der Vorstädte 12.365 Einwohner, 532 Militärpersonen<ref>Güthlein: Topographische Uebersicht des Appellationsgerichts-Departements Frankfurt a/Oder, bei Gustav Harnecker & Co., Frankfurt a/Oder 1856, S. 66 (Google Books).</ref>
1855
12.899
in 832 Häusern<ref name="RS" />
1858
14.280
am Jahresende, darunter 262 Katholiken, ein Mennonit, fünf Dissidenten und 558 Juden (ohne die 1073 Militärpersonen)<ref name="RS" />
1867
18.341
am 3. Dezember<ref name="KSB" />
1871
18.551
am 1. Dezember, davon 17.217 Evangelische, 569 Katholiken, 35 sonstige Christen und 730 Juden<ref name="KSB" >Königliches Statistisches Bureau: Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Brandenburg und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. Dezember 1871. Berlin 1873, S. 144–145, Ziffer 1 (Google Books).</ref>
davon 1272 Katholiken und 606 Juden<ref name="MR" />
1895
30.483
am 2. Dezember, davon 23.286 Evangelische, 1447 Katholiken, 200 andere Christen und 600 Juden<ref name=KSB95 >Königliches Statistisches Bureau: Gemeindelexikon für den Stadtkreis Berlin und die Provinz Brandenburg. Auf Grund der Volkszählung vom 2. Dezember 1895 und anderer amtlicher Quellen. Berlin 1898, S. 174–175, Ziffer 1 (Google Books).</ref>
1900
33.598
mit der Garnison (eine Abteilung Feldartillerie Nr. 54),<ref name="MKL" >Vorlage:Meyers-1905</ref> davon 30.934 Evangelische, 1785 Katholiken und 568 Juden<ref name="MR" /><ref name="MKL" />
1910
39.339
am 1. Dezember, davon 34.019 Evangelische, 4252 Katholiken und 449 Juden<ref name="mgaz">Landsberg (Warthe), in: Meyers Gazetteer (mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Landsberg)</ref><ref name="MR" />
1925
43.303
davon 37.550 Evangelische, 3681 Katholiken, 64 sonstige Christen und 496 Juden<ref name="MR" />
1933
45.928
davon 40.190 Evangelische, 3876 Katholiken, 19 sonstige Christen und 435 Juden<ref name="MR" />
1939
46.559
davon 40.466 Evangelische, 3942 Katholiken, 478 sonstige Christen und 97 Juden<ref name="MR" />
Eingemeindet wurden nach Gorzów Teile von Wieprzyce (Wepritz) (im Jahr 1962), Chróścik (Neuendorf), Teile von Karnin (Kernein), Siedlice (Seidlitz) und Zieleniec (Roßwiese) (jeweils 1977), Małyszyn (Merzdorf) (1979) sowie Teile von Chwalęcice (Heinersdorf).
Zu dieser Zeit wurde auch mit der Anlage großer Neubaugebiete in Plattenbauweise begonnen, in deren größtem, Górczyn im Norden von Gorzów, heute fast 40.000 Menschen wohnen.
Polnische Namensgebung
Der in der Neuzeit eingeführte polnische Name Gorzów Wielkopolski bedeutet wörtlich ins Deutsche übersetzt etwa Großpolnisch Bergen.
Die Herkunft des polnischen Namens Gorzów ist nicht geklärt und kann mit gorzenie (Brand), eher aber mit góra (Berg) zusammenhängen, wie z. B. in Gorzów Śląski (deutsch: Landsberg in Oberschlesien) oder Górowo Iławeckie (Landsberg in Ostpreußen). Wielkopolski bedeutet „großpolnisch“ bzw. „in Großpolen“. Nachdem zunächst nach dem Zweiten Weltkrieg der Name Gorzów nad Wartą (Gorzów an der Warthe) gewählt wurde, heißt die Stadt seit dem 19. Mai 1946 offiziell Gorzów Wielkopolski. Formal stand die Namenserweiterung „Großpolnisch“ im Zusammenhang mit der Einteilung von Gorzów in die Woiwodschaft Posen am 25. September 1945. Ein Referendum, das im Jahr 2000 in der Stadt abgehalten wurde, bestätigte diesen Namen.<ref>Vorlage:Webarchiv gorzow.pl (polnisch).</ref>
Schrödersche Villa, erbaut 1903 für den Kabelfabrikanten Gustav Schröder, heute Landesmuseum der Wojewodschaft Lebus, Park mit dendrologischem Lehrpfad
Kirche der Erhöhung des Heiligen Kreuzes, erbaut von Konrad Nonn zwischen 1905 und 1907 im neoromanischen Stil aus roten Klinkern
Kirche der Unbefleckten Empfängnis der Heiligen Jungfrau Maria, 1895 im neugotischen Stil errichtet
Hinweis auf den ehemaligen evangelischen Friedhof. Foto Februar 2019Diese Tafel erinnert an den ehemaligen evangelischen Friedhof. Foto Februar 2019Erinnerung an die hier beerdigten Deutschen. Foto Februar 2019Dieser „kollektive“ Grabstein erinnert an die Deutschen, die bis 1945 auf diesem Friedhof ihre letzte Ruhe fanden. Foto Februar 2019Der evangelische Friedhof<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> gehörte zur evangelischen Marienkirche, wurde 1831 angelegt und mehrfach erweitert. Nach 1945 verfiel er. Teile des Friedhofs wurden im Rahmen von Subbotniks in einen Park umgestaltet, der nach Kopernikus benannt wurde. Die ehemalige Friedhofskapelle ist heute evangelisch-augsburgische Gemeindekirche. Eine Info-Tafel am Eingang erinnert an den ehem. ev. Friedhof. Auf dem Friedhof erinnert ein „kollektiver“ Grabstein an die Deutschen, die vor 1945 auf diesem Friedhof ihre letzte Ruhe fanden.
Evangelisch-Lutherische Dreifaltigkeitskirche, erbaut als Friedhofskapelle Ende des 19. Jahrhunderts im neuromanischen Stil
„Szymon Gięty“-Denkmal von 2004, gestiftet durch die Einwohner, in Erinnerung an den 1998 verstorbenen stadtbekannten Landstreicher Kazimierz Wnuk<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
Uferpromenade an der Warthe
Wohnhaus des Marschkomponisten Carl Teike mit Gedenktafel
Der öffentliche Nahverkehr wird durch Busse auf 41 Tages- und 3 Nachtlinien sowie die Straßenbahn Gorzów Wielkopolski auf 4 Linien bedient. Seit 2026 ist der ÖPNV der Stadt für Einwohner kostenfrei.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Damit wurde Gorzów Wielkopolski die größte Stadt Polens mit kostenlosem Nahverkehr für alle Einwohner.
Von Dezember 2016 bis Dezember 2020 wurde täglich ein Zug der deutschen Regionalbahn-Linie RB 26 von Berlin über Küstrin-Kietz nach Gorzów Wielkopolski weitergeführt. Er fuhr morgens von Gorzów Wielkopolski nach Berlin und abends zurück.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
Sonstiges
In dem 1976 erschienenen Roman Kindheitsmuster von Christa Wolf ist Landsberg Handlungsort von Geburt, Kindheit und Heranwachsen des deutschen Mädchens Nelly Jordan in der Zeit des Nationalsozialismus, das während des Zweiten Weltkriegs mit den Eltern in ein mecklenburgisches Dorf flüchtet und in den 1970er Jahren als erwachsene Person den Ort der Jugend aufsucht.<ref>Vorlage:Literatur</ref> In der Romanfigur Nelly Jordan sind autobiographische Züge der Dichterin Christa Wolf erkennbar, die ihre Heimatstadt Landsberg in der ersten Hälfte der 1970er Jahre besuchte. 2015 wurde in Gorzów Wielkopolski Nellys Bank eingeweiht.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Siehe auch Christa Wolf#„Christa-Wolf-Denkmal“.
Im Edward-Jancarz-Stadion trägt der lokale Speedway-Verein Stal Gorzów Wielkopolski seine Ligarennen in der polnischen Speedway-Extraliga aus und wurde mehrfach polnischer Meister. Außerdem wurde in dieser 17.000 Zuschauer fassenden, reinen Speedway-Arena schon mehrmals der Speedway-WM Grand Prix von Polen ausgefahren.
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
Adam Dyczkowski (1932–2021), römisch-katholischer Bischof von Zielona Góra-Gorzów, Ehrenbürger seit 2008
Söhne und Töchter der Stadt
Geboren vor 1900
Egomet Arnold Brahtz (1838–1918), Stadtältester, Maurermeister, Landschaftsgestalter
Gottfried Ludolf Graßmann (1738–1798), deutscher evangelisch-lutherischer Geistlicher und Agrarschriftsteller
Walther Kuhla (1907–1989), Landrat des Landkreises Aachen
Johannes Liese (* 28. Mai 1908), Komponist, Schüler unter anderem von Alexander von Fielitz, Wilhelm Klatte und Paul Höffer, lebte in Berlin<ref>Liese, Johannes. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 764.</ref>
Theodor Enslin (1787–1851), Buchhändler, Bibliograph und Verleger; hatte vom 18. Oktober 1824 bis zum Verkauf am 1. April 1827 eine Buch- und Musikalienhandlung in der Richtstraße 164 als Filiale seines Berliner Geschäfts.<ref>Personen Landsberg. Genealogie-Seite von Christian Heilmann.</ref>
Wilhelm Klemperer (1839–1912), Dr. phil., Rabbiner der Synagogengemeinde von 1864 bis 1885.
Wilhelm Meydam (1821–1907), Oberbürgermeister und Ehrenbürger von Landsberg an der Warthe, Abgeordneter des Provinziallandtages
Carl Teike (1864–1922), Marschkomponist (Alte Kameraden)
Richard Ewert (1867–1945), Botaniker, Imker und Bienenwissenschaftler, Professor an der Preußischen Landwirtschaftlichen Versuchs- und Forschungsanstalt ab 1925
Otto Gerloff (1876–1956), von 1917 bis 1941 Oberbürgermeister von Landsberg an der Warthe
Kurt Benz (1889–1983), Zahnarzt, ab 1928 Ortsgruppen- und Kreisleiter der NSDAP in Landsberg an der Warthe
Gottfried Benn (1886–1956), Dichter, während seiner Tätigkeit 1943–45 in einer Wehrmachtsdienststelle in Landsberg/Warthe arbeitet er dort am Roman Phänotyp und den Statischen Gedichten und lässt dort illegal Zweiundzwanzig Gedichte 1936–1943 drucken<ref>Vorlage:DHM-HdG</ref>
Carl Heinrich Dencker (1900–1967), Direktor des Instituts für Landmaschinenwesen der Preußischen Landwirtschaftlichen Versuchs- und Forschungsanstalt von 1928 bis 1932
Georg Segler (1906–1978), Agrarwissenschaftler, Landmaschinenkonstrukteur
Alfreda „Noncia“ Markowska (1926–2021) war eine polnische Romni, die für die Rettung von etwa 50 Kindern und Jugendlichen mit jüdischem oder Sinti- und Roma-Hintergrund vor der Vernichtung durch die Nationalsozialisten ausgezeichnet wurde. Sie ist Ehrenbürgerin der Stadt.
An der Spitze der Stadtverwaltung steht ein Stadtpräsident, der von der Bevölkerung direkt gewählt wird. Seit 2014 ist dies Jacek Wójcicki.
Bei der Wahl 2024 trat Wójcicki erneut mit seinem eigenen Wahlkomitee als Stadtpräsident an. Die Abstimmung brachte folgendes Ergebnis:<ref>Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission; abgerufen am 30. Mai 2024.</ref>
Jacek Wójcicki (Wahlkomitee Jacek Wójcicki) 49,2 % der Stimmen
Katharina Miczał (Wahlkomitee „Ihre Stadt Gorzów“) 4,4 % der Stimmen
Im daraufhin notwendigen zweiten Wahlgang wurde Amtsinhaber Wójcicki mit 61,2 % der Stimmen gegen Wilczewski wiedergewählt.
Bei der Wahl 2018 trat Wójcicki erneut mit seinem eigenen Wahlkomitee als Stadtpräsident an. Die Abstimmung brachte folgendes Ergebnis:<ref>Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission; abgerufen am 4. August 2020.</ref>
Jacek Wójcicki (Wahlkomitee Jacek Wójcicki) 65,2 % der Stimmen
Der Stadtrat besteht aus 25 Mitgliedern und wird direkt gewählt. Die Stadtratswahl 2018 führte zu folgendem Ergebnis:<ref>Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission; abgerufen am 4. August 2020.</ref>
Landsberg a. d. Warthe, Stadtkreis, an der Mündung der Kladow in die Warthe, Regierungsbezirk Frankfurt, Provinz Brandenburg, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Landsberg (meyersgaz.org).
W. Riehl, J. Scheu (Hrsg.): Berlin und die Mark Brandenburg mit dem Markgrafenthum Nieder-Lausitz in ihrer Geschichte und in ihrem gegenwärtigen Bestande. Berlin 1861, S. 464–469 (books.google.de).
Heinrich Berghaus: Landbuch der Mark Brandenburg und des Markgrafthums Nieder-Lausitz. Band 3. Brandenburg 1856, S. 451–460; Vorlage:Archive.org.
A. Engelien, Fr. Henning: Geschichte der Stadt Landsberg an der Warthe von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart mit einer lithographirten Ansicht der Stadt vom Jahre 1650. Landsberg a. d. W. 1857; Vorlage:Archive.org.
Dariusz Aleksander Rymar: Staatsarchiv Landsberg an der Warthe – Wegweiser durch die Bestände bis 1945. = Archiwum Państwowe w Gorzowie Wielkopolskim – przewodnik po zasobie do roku 1945. Oldenbourg, München 2007, ISBN 978-3-486-57725-9 (Schriften des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, 25).
Hans Beske, Ernst Handke (Hrsg.): Landsberg an der Warthe 1257. 1945. 1978 (= Schriftenreihe der Bundesarbeitsgemeinschaft Landsberg, Warthe, Stadt und Land, Bände I–III). Gieseking, Bielefeld 1976–1980, Band I: Stadt und Land im Umbruch der Zeiten, ISBN 3-7694-0702-4, 1976, Band II: Aus Kultur und Gesellschaft im Spiegel der Jahrhunderte ISBN 3-7694-0706-7, 1978, Band III: Landwirtschaft und Industrie. Handwerk. Verkehr. Verwaltung. ISBN 3-7694-0702-4, 1980.