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Landkreis Deutsch Gabel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Sudetenland Reichsgau 1944 GER.png
Verwaltungskarte des Reichsgaus Sudetenland

Der Landkreis Deutsch Gabel bestand im vom Deutschen Reich annektierten Sudetenland bzw. Reichsgau Sudetenland in der Zeit zwischen 1938 und 1945. Er umfasste am 1. Januar 1945 fünf Städte:

und 59 weitere Gemeinden.

Der Landkreis Deutsch Gabel zählte am 17. Mai 1939 45.468 Einwohner auf 577,45 km²<ref>Die Bevölkerung des Deutschen Reichs nach den Ergebnissen der Volkszählung 1939, Heft 1 (Statistik des Deutschen Reichs 552/1, Stand, Entwicklung und Siedlungsweise der Bevölkerung des Deutschen Reichs, Statistisches Reichsamt, Berlin 1943, S. 138) Digitalansicht</ref>.

Verwaltungsgeschichte

Tschechoslowakei / Deutsche Besatzung

In der Folge des Versailler Vertrages 1918 wurde das Gebiet der neugegründeten Tschechischen Republik zugeschlagen. Zwischen 1919 und dem Münchner Abkommen vom 29. September 1938 gehörten die politischen Bezirke Něm. Jablonné und Mnichovo Hradiště zur Tschechoslowakei.

In der Zeit vom 1. bis 10. Oktober 1938 besetzten deutsche Truppen das Sudetenland. Der politische Bezirke Něm. Jablonné trug fortan die frühere deutsch-österreichische Bezeichnung Deutsch Gabel. Der politische Bezirk Deutsch Gabel umfasste die Gerichtsbezirke Deutsch Gabel und Zwickau. Der deutsch gewordene Teil des politischen Bezirkes Münchengrätz – ohne die gleichnamige Stadt – umfasste die zum Deutschen Reich gehörenden Gemeinden und Gemeindeteile der Gerichtsbezirke Münchengrätz und Weißwasser. Seit dem 20. November 1938 führte der politische Bezirk Deutsch Gabel die Bezeichnung „Landkreis“. Er unterstand bis zu diesem Tage dem Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Walther von Brauchitsch, als Militärverwaltungschef.

Deutsches Reich

Am 21. November 1938 wurde das Gebiet des Landkreises Deutsch Gabel förmlich in das Deutsche Reich eingegliedert und kam zum Verwaltungsbezirk der Sudetendeutschen Gebiete unter dem Reichskommissar Konrad Henlein.

Sitz der Kreisverwaltung wurde die Stadt Deutsch Gabel.

Ab dem 15. April 1939 galt das Gesetz über den Aufbau der Verwaltung im Reichsgau Sudetenland (Sudetengaugesetz). Danach kamen die Landkreise Deutsch Gabel und Münchengrätz (teilweise) zum Reichsgau Sudetenland und wurden dem neuen Regierungsbezirk Aussig zugeteilt.

Zum 1. Mai 1939 wurde eine Neugliederung der Kreise im Sudetenland verfügt. Danach blieb der Landkreis Deutsch Gabel in seinen bisherigen Grenzen erhalten. Er erhielt Teile der Landkreise Böhmisch Leipa (Gerichtsbezirk Niemes) und die deutschen Teile des Bezirkes Münchengrätz. Zusätzlich wurden die folgenden Gemeinden umgegliedert:

Bei diesem Zustand blieb es bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs.

Seit 1945 gehörte das Gebiet zunächst wieder zur Tschechoslowakei. Heute ist es ein Teil der Tschechischen Republik.

Landräte

1938–1939: Horst Bökelmann (kommissarisch)
1939–1945: Josef Hofmann

Kommunalverfassung

Bereits am Tag vor der förmlichen Eingliederung in das Deutsche Reich, nämlich am 20. November 1938, wurden alle Gemeinden der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 unterstellt, welche die Durchsetzung des Führerprinzips auf Gemeindeebene vorsah. Es galten fortan die im bisherigen Reichsgebiet üblichen Bezeichnungen, nämlich statt:

  • Ortsgemeinde: Gemeinde,
  • Marktgemeinde: Markt,
  • Stadtgemeinde: Stadt,
  • Politischer Bezirk: Landkreis.

Ortsnamen

Es galten die bisherigen Ortsnamen weiter, und zwar in der deutsch-österreichischen Fassung von 1918.

1942 wurden die Gemeinden Böhmischdorf, Groß Walten (Ortsteil Neu Falkenburg) und Markersdorf in die Stadt Deutsch Gabel eingegliedert.

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Navigationsleiste Reg.Bez. und Kreise im Reichsgau Sudetenland

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