Zum Inhalt springen

La Tour-de-Trême

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
La Tour-de-Trême
Datei:La-Tour-de-Treme.png
Wappen von La Tour-de-Trême
Staat: Vorlage:CHE2
Kanton: Kanton FreiburgDatei:Wappen Freiburg matt.svg Freiburg (FR)
Bezirk: Gruyèrew
Gemeinde: Bullei2
Postleitzahl: 1635
frühere BFS-Nr.: 2154
Koordinaten: 571503 / 161965Koordinaten: 46° 36′ 30″ N, 7° 4′ 0″ O; CH1903: 571503 / 161965
 {{#coordinates:46,608333|7,06667|primary
dim=5000 globe= name= region=CH-FR type=city
  }}
Höhe: 754 m ü. M.
Fläche: 11,46 km²
Einwohner: 3880 (31. Dezember 2022)
Einwohnerdichte: 339 Einw. pro km²
Karte
w{ww
Datei:Karte Gemeinde La Tour-de-Trême 2005.png
Gemeindestand vor der Fusion am 1. Dezember 2006

La Tour-de-Trême (Freiburger Patois <phonos file="Frp-greverin-La Toua.ogg">La Toua</phonos>/?) ist ein Ort in der Gemeinde Bulle im Greyerzbezirk des Kantons Freiburg in der Schweiz. Der frühere deutsche Name Zum Turm wird heute nicht mehr verwendet.

Geographie

La Tour-de-Trême liegt auf 743 m ü. M., einen Kilometer südöstlich des Bezirkshauptortes Bulle (Luftlinie). Das Dorf erstreckt sich auf der südlichen Seite des Schwemmkegels der Trême, am Nordfuss des Massivs des Moléson, im Becken von Bulle westlich der Saane (französisch: Sarine).

Die Fläche des 11,4 km² grossen, ehemaligen Gemeindegebiets umfasste einen Abschnitt des Beckens von Bulle im freiburgischen Alpenvorland. Die östliche Grenze verlief entlang der leicht in die Schotterebene eingetieften Saane, kurz vor ihrer Mündung in den Stausee Lac de la Gruyère. Von der Saane erstreckte sich der Gemeindeboden westwärts und umfasste das ausgedehnte Waldgebiet Bois de Bouleyres, den Waldhügel Sautaux (764 m ü. M.) sowie die Fläche von La Tour-de-Trême. Hier bildete stets der Wildbach Trême die Nordgrenze gegen Bulle. In einem schmalen Zipfel reichte das Gebiet nach Südwesten auf die bewaldeten, teils mit Weiden bestandenen nördlichen Vorberge des Moléson. Auf der Höhe oberhalb der Alp Les Maulatreys wurde mit 1384 m ü. M. der höchste Punkt von La Tour-de-Trême erreicht. Von der ehemaligen Gemeindefläche entfielen 1997 9 % auf Siedlungen, 38 % auf Wald und Gehölze, 52 % auf Landwirtschaft, und etwas mehr als 1 % war unproduktives Land.

Zu La Tour-de-Trême gehören der ehemalige Weiler Les Granges (783 m ü. M.) am Rand der Ebene, heute zu einer Wohnsiedlung ausgebaut, sowie zahlreiche Einzelhöfe. Nachbargemeinden von La Tour-de-Trême waren Bulle, Morlon, Broc, Gruyères und Le Pâquier.

Bevölkerung

Mit 3630 Einwohnern (Ende 2005) gehörte La Tour-de-Trême zu den grösseren Gemeinden des Kantons Freiburg. Von den Bewohnern sind 86,8 % französischsprachig, 5,0 % portugiesischsprachig und 2,5 % deutschsprachig (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von La Tour-de-Trême belief sich 1900 auf 1063 Einwohner. Danach nahm die Bevölkerung bis 1960 langsam aber kontinuierlich auf 1787 Einwohner zu. Anschliessend wurden besonders während der 1960er-Jahre und seit 1980 deutliche Bevölkerungszunahmen verzeichnet. Heute ist das Siedlungsgebiet von La Tour-de-Trême lückenlos mit demjenigen von Bulle zusammengewachsen. <timeline> Colors=

 id:lightgrey value:gray(0.9)
 id:darkgrey  value:gray(0.8)
 id:sfondo value:rgb(1,1,1)
 id:barra value:rgb(0.6,0.7,0.8)

ImageSize = width:1000 height:300 PlotArea = left:50 bottom:50 top:30 right:30 DateFormat = x.y Period = from:0 till:4000 TimeAxis = orientation:vertical AlignBars = late ScaleMajor = gridcolor:darkgrey increment:400 start:0 ScaleMinor = gridcolor:lightgrey increment:200 start:0 BackgroundColors = canvas:sfondo

BarData=

 bar:1669 text: 1669
 bar:1785 text: 1785
 bar:1799 text: 1799
 bar:1811 text: 1811
 bar:1818 text: 1818
 bar:1831 text: 1831
 bar:1836 text: 1836
 bar:1845 text: 1845
 bar:1850 text: 1850
 bar:1860 text: 1860
 bar:1870 text: 1870
 bar:1880 text: 1880
 bar:1888 text: 1888
 bar:1900 text: 1900
 bar:1910 text: 1910
 bar:1930 text: 1930
 bar:1941 text: 1941
 bar:1950 text: 1950
 bar:1960 text: 1960
 bar:1970 text: 1970
 bar:1980 text: 1980
 bar:1990 text: 1990
 bar:2000 text: 2000
 bar:2005 text: 2005
 bar:2022 text: 2022

PlotData=

 color:barra width:23 align:left
 bar:1669 from:0 till: 420
 bar:1785 from:0 till: 421
 bar:1799 from:0 till: 450
 bar:1811 from:0 till: 550
 bar:1818 from:0 till: 541
 bar:1831 from:0 till: 549
 bar:1836 from:0 till: 520
 bar:1845 from:0 till: 604
 bar:1850 from:0 till: 593
 bar:1860 from:0 till: 655
 bar:1870 from:0 till: 687
 bar:1880 from:0 till: 762
 bar:1888 from:0 till: 909
 bar:1900 from:0 till: 1063
 bar:1910 from:0 till: 1225
 bar:1930 from:0 till: 1520
 bar:1941 from:0 till: 1497
 bar:1950 from:0 till: 1646
 bar:1960 from:0 till: 1787
 bar:1970 from:0 till: 2475
 bar:1980 from:0 till: 2406
 bar:1990 from:0 till: 2924
 bar:2000 from:0 till: 3303
 bar:2005 from:0 till: 3630
 bar:2022 from:0 till: 3880

PlotData=

 bar:1669 at: 420 fontsize:S text: 420 shift:(-8,5)
 bar:1785 at: 421 fontsize:S text: 421 shift:(-8,5)
 bar:1799 at: 450 fontsize:S text: 450 shift:(-8,5)
 bar:1811 at: 550 fontsize:S text: 550 shift:(-8,5)
 bar:1818 at: 541 fontsize:S text: 541 shift:(-8,5)
 bar:1831 at: 549 fontsize:S text: 549 shift:(-8,5)
 bar:1836 at: 520 fontsize:S text: 520 shift:(-8,5)
 bar:1845 at: 604 fontsize:S text: 604 shift:(-8,5)
 bar:1850 at: 593 fontsize:S text: 593 shift:(-8,5)
 bar:1860 at: 655 fontsize:S text: 655 shift:(-8,5)
 bar:1870 at: 687 fontsize:S text: 687 shift:(-8,5)
 bar:1880 at: 762 fontsize:S text: 762 shift:(-8,5)
 bar:1888 at: 909 fontsize:S text: 909 shift:(-8,5)
 bar:1900 at: 1063 fontsize:S text: 1063 shift:(-11,5)
 bar:1910 at: 1225 fontsize:S text: 1225 shift:(-11,5)
 bar:1930 at: 1520 fontsize:S text: 1520 shift:(-11,5)
 bar:1941 at: 1497 fontsize:S text: 1497 shift:(-11,5)
 bar:1950 at: 1646 fontsize:S text: 1646 shift:(-11,5)
 bar:1960 at: 1787 fontsize:S text: 1787 shift:(-11,5)
 bar:1970 at: 2475 fontsize:S text: 2475 shift:(-11,5)
 bar:1980 at: 2406 fontsize:S text: 2406 shift:(-11,5)
 bar:1990 at: 2924 fontsize:S text: 2924 shift:(-11,5)
 bar:2000 at: 3303 fontsize:S text: 3303 shift:(-11,5)
 bar:2005 at: 3630 fontsize:S text: 3630 shift:(-11,5)
 bar:2022 at: 3880 fontsize:S text: 3880 shift:(-11,5)

TextData=

 fontsize:S pos:(20,20)
 text:"Quelle: Bundesamt für Statistik: Volkszählungsdaten"

</timeline>Einwohnerzahlen: Volkszählungsdaten<ref name=":1">Martin Schuler: Kanton Freiburg - Die Bevölkerungszahlen auf lokaler Ebene vor 1850. (CSV; 15 kB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 16. Juni 2023, abgerufen am 22. September 2025.</ref><ref name=":2">Daten der Eidgenössischen Volkszählungen ab 1850 nach Gemeinden. (XLSX; 10 MB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 12. Juli 2024, abgerufen am 22. September 2025 (Öffnung in Excel nur über "Anhang/Excel-Datensatz" möglich).</ref>

Wirtschaft

La Tour-de-Trême war bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein vorwiegend durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf. Heute bietet das Dorf rund 750 Arbeitsplätze an. Mit 8 % der Erwerbstätigen, die noch im primären Sektor beschäftigt sind, hat die Landwirtschaft nur noch einen geringen Stellenwert in der Erwerbsstruktur der Bevölkerung. Etwa 50 % der Erwerbstätigen sind im industriellen Sektor tätig, während der Dienstleistungssektor 42 % der Arbeitskräfte auf sich vereinigt (Stand 2001).

Die Landwirtschaft konzentriert sich heute auf die Viehzucht und die Milchwirtschaft sowie in geringerem Mass auf den Ackerbau. Auch die Forstwirtschaft spielt eine gewisse Rolle. In La Tour-de-Trême sind zahlreiche kleinere und mittlere Unternehmen ansässig. Die Industrie- und Gewerbezonen befinden sich am südöstlichen Dorfausgang an der Strasse nach Gruyères. Hier haben sich Betriebe des Metallbaus, des Bau- und Transportgewerbes, eine Weinhandlung sowie Maurer-, Schreiner- und Malerwerkstätten niedergelassen.

In den letzten Jahrzehnten hat sich das Dorf dank der attraktiven Lage am Eingang in das obere Saanetal auch zu einer Wohngemeinde entwickelt. Zahlreiche Erwerbstätige sind deshalb Wegpendler, die in Bulle oder teilweise in den Regionen Freiburg und Vevey-Montreux arbeiten.

Verkehr

La Tour-de-Trême ist verkehrstechnisch gut erschlossen. Es liegt an der ehemaligen Hauptstrasse von Bulle nach Château-d’Oex, von der südlich des Dorfes die Strasse nach Broc und zum Jaunpass abzweigt. La Tour-de-Trême war deswegen starkem Durchgangsverkehr ausgesetzt. Seit dem 11. Dezember 2009 können La Tour-de-Trême und Bulle über eine Ortsumfahrung (H 189) umgangen werden, die das Dorf wirksam vom Transitverkehr entlastet. Der nächste Anschluss an die Autobahn A12, die seit 1981 von Bern bis Vevey durchgehend geöffnet ist, befindet sich rund 4 km vom Ortskern entfernt.

Am 23. Juli 1903 wurde die Eisenbahnlinie von La Tour-de-Trême nach Montbovon in Betrieb genommen. Die nördliche Fortsetzung von La Tour-de-Trême nach Bulle wurde erst gut ein Jahr später, am 21. September 1904 eingeweiht. Die Eröffnung der Eisenbahnlinie von Bulle nach Broc, an der auch der Bahnhof liegt, erfolgte am 24. Juni 1912. Für die Feinverteilung im öffentlichen Verkehr sorgen Buslinien der Transports publics Fribourgeois.

Geschichte

Datei:ETH-BIB-La Tour-de-Trême-LBS H1-024876.tif
Historisches Luftbild von Werner Friedli von 1964

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1271. La Tour-de-Trême gehörte seit dem Mittelalter zur Grafschaft Greyerz und wurde unter den Grafen zu einem befestigten Marktflecken mit Ringmauer und Toren ausgebaut. Der Ort besass auch ein Schloss, das im Jahr 1349 während des Grüningerkriegs von den Bernern zerstört wurde. Heute ist nur noch der Turm erhalten, der dem Ort seinen Namen gab. Auch der Bischof von Lausanne hatte Grundbesitz auf dem Gemeindegebiet. Unter der Grafschaft Greyerz bildete das Dorf eine Kastlanei, zu der auch Le Pâquier gehörte.

Nachdem die Grafen von Greyerz 1554 Konkurs gingen, kam La Tour-de-Trême 1555 an Freiburg und wurde der Vogtei Greyerz zugeteilt. Nach dem Zusammenbruch des Ancien Régime (1798) gehörte das Dorf zunächst zur Präfektur und ab 1848 zum Bezirk Greyerz. La Tour-de-Trême besass lange Zeit gemeinsame Fluren mit dem Nachbardorf Le Pâquier. Erst 1827 fand die endgültige Güteraufteilung statt, was zum komplizierten Grenzverlauf zwischen den beiden Gemeinden führte. Aufgrund der zahlreichen Brände und Überschwemmungen durch den Wildbach Trême wurde der Marktflecken mehrfach schwer in Mitleidenschaft gezogen, weshalb heute von der alten Anlage kaum mehr etwas sichtbar ist.

Am 26. September 2004 votierten die Stimmberechtigten von La Tour-de-Trême mit einem Ja-Anteil von 56 % für die Fusion mit der Nachbarstadt Bulle. Die Eingemeindung nach Bulle wurde am 1. Januar 2006 rechtskräftig.

Sehenswürdigkeiten

Datei:Cases i una torre a La Tour-de-Trême.jpg
Turm von La Tour-de-Trême (aufgenommen zwischen 1880 und 1926)

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden. Auf einem kleinen Felshügel steht der massive viereckige Turm von La Tour-de-Trême, der im 13. Jahrhundert von den Grafen von Greyerz zur Verteidigung des Marktfleckens erbaut wurde. Der Turm ist 13 m hoch und weist bis zu 2 m mächtige Steinmauern auf. Er ist das Überbleibsel des einstigen, 1349 zerstörten Schlosses von La Tour-de-Trême. Im Ortskern sind noch einige Häuser aus dem 16. bis 19. Jahrhundert erhalten.

Persönlichkeiten

Weblinks

Commons: La Tour-de-Trême – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende

Vorlage:Hinweisbaustein