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Löffelkräuter

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Löffelkräuter
Datei:Cochlearia officinalis - Köhler–s Medizinal-Pflanzen-186.jpg

Echtes Löffelkraut (Cochlearia officinalis), Illustration

Systematik
Rosiden
Eurosiden II
Ordnung: Kreuzblütlerartige (Brassicales)
Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae)
Tribus: Cochlearieae
Gattung: Löffelkräuter
Wissenschaftlicher Name der Tribus
Cochlearieae
Buchenau
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Cochlearia
L.

Die Löffelkräuter (Cochlearia) sind die einzige Gattung der Tribus Cochlearieae aus der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae). Sie kommen auch in Mitteleuropa vor.

Merkmale

Die Löffelkräuter sind einjährige, zweijährige oder ausdauernde krautige Pflanzen. Sie wachsen aufrecht oder annähernd aufrecht und sind wenig verzweigt. Die Pflanzen sind kahl oder nur zerstreut mit einfachen Haaren besetzt. Die Blätter sind häufig fleischig, einfach und ganzrandig oder gezähnt.

Der Blütenstand ist eine Ähre, meist schirmförmig. Sie besteht aus wenigen bis vielen Blüten und hat keine Brakteen. Die Blüten sind klein, meist weiß, seltener gelb oder lila. Der Blütenstiel ist aufsteigend oder abstehend, fädig, zur Fruchtreife oft verlängert. Die Kelchblätter sind abstehend und an der Basis nicht sackförmig. Die Kronblätter sind verkehrt-eiförmig-länglich und kurz genagelt. Es gibt sechs Staubblätter. Die seitlichen Nektardrüsen stehen paarig, sind kurz und leicht dreieckig. Eine mittlere Drüse fehlt. Der Fruchtknoten ist eiförmig bis kugelig und beinhaltet wenige bis viele Samenanlagen. Der Griffel ist kurz und trägt eine kopfige Narbe. Die Schötchen sind eiförmig, kugelig oder ellipsoidisch, etwas aufgeblasen und öffnen sich zur Reife. Die Klappen tragen eine deutliche Mittelrippe und eine netzförmige Aderung, sie sind nicht geflügelt. Die Samen stehen in zwei Reihen. Sie sind klein, länglich, leicht zusammengedrückt und braun.

Datei:Cochlearia danica01.jpg
Dänisches Löffelkraut (Cochlearia danica)
Datei:Cochlearia pyrenaica 080406b.jpg
Pyrenäen-Löffelkraut (Cochlearia pyrenaica)

Verbreitung und Systematik

Die Löffelkräuter kommen im Großteil der nördlichen Hemisphäre vor. Es gibt rund 25 Arten, je nachdem, ob die Gattung Ionopsidium von Cochlearia getrennt wird oder nicht.

Die in Mitteleuropa vorkommenden Arten sind:<ref>Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen interaktiv (CD-Rom), Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2001/2002, ISBN 3-494-01327-6</ref>

  • Englisches Löffelkraut (Cochlearia anglica <templatestyles src="Person/styles.css" />L.)
  • Bayerisches Löffelkraut (Cochlearia bavarica <templatestyles src="Person/styles.css" />Vogt), Endemit Bayerns
  • Dänisches Löffelkraut (Cochlearia danica <templatestyles src="Person/styles.css" />L.)
  • Alpen-Löffelkraut (Cochlearia excelsa <templatestyles src="Person/styles.css" />Zahlbr. ex Fritsch), Endemit Österreichs<ref name="Fischer">Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3., verbesserte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9.</ref>. Wird aber auch als Unterart subsp. excelsa <templatestyles src="Person/styles.css" />(Zahlbr. ex Fritsch) O.Schwarz zu Cochlearia pyrenaica <templatestyles src="Person/styles.css" />DC. gestellt.
  • Dickwurzel-Löffelkraut (Cochlearia macrorrhiza <templatestyles src="Person/styles.css" />(Schur) Pobedimova), Endemit Österreichs<ref name="Fischer"/>
  • Echtes Löffelkraut (Cochlearia officinalis <templatestyles src="Person/styles.css" />L.): Mit mehreren Unterarten.
  • Cochlearia polonica <templatestyles src="Person/styles.css" />A. Fröhl., Endemit in Südpolen<ref name="Koch2003"/>
  • Pyrenäen-Löffelkraut (Cochlearia pyrenaica <templatestyles src="Person/styles.css" />DC.)
  • Cochlearia tatrae <templatestyles src="Person/styles.css" />Borbás, Endemit der Hohen Tatra<ref name="Koch2003">M. Koch, C. Dobeš, K. G. Bernhardt, J. Kochjarová: Cochlearia macrorrhiza (Brassicaceae): A bridging species between Cochlearia taxa from the Eastern Alps and the Carpathians? Plant Systematics and Evolution, 2003, Band 242, S. 137–147. doi:10.1007/s00606-003-0048-4</ref>

Weitere Arten sind:<ref name="Koch2003"/>

  • Cochlearia aestuaria <templatestyles src="Person/styles.css" />(Lloyd) Heywood, Endemit der Atlantik-Küste von Spanien und Frankreich.<ref name="Jalas">Jaakko Jalas, Juha Suominen: Atlas florae europaeae. Band 11 Cruciferae (Ricotia to Raphanus). Seite 113–122, Helsinki 1996, ISBN 951-9108-11-4</ref>
  • Cochlearia aragonensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Coste & Soulié: Ist in zwei Unterarten Endemit der Berge in Nordost-Spanien<ref name="Jalas" />.
  • Cochlearia borzaeana <templatestyles src="Person/styles.css" />(Coman & Nyaudy) Pobed., Endemit der Ostkarpaten
  • Cochlearia fenestrata <templatestyles src="Person/styles.css" />R. Br., kommt in der Arktis vor
  • Cochlearia glastifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />L.; Heimat war ursprünglich Spanien, kommt darüber hinaus aber in Portugal, Frankreich und Italien eingeschleppt vor<ref name="Jalas" />.
  • Cochlearia groenlandica <templatestyles src="Person/styles.css" />L. (Syn.: Cochlearia oblongifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />DC.; inkl. Cochlearia arctica <templatestyles src="Person/styles.css" />Schlecht.): Sie kommt zirkumpolar in der Arktis vor; in Europa besonders in Island und auf Spitzbergen<ref name="Jalas" />.
  • Cochlearia megalosperma <templatestyles src="Person/styles.css" />(Maire) Vogt, kommt in den Bergen des südlichen Spanien vor<ref name="Jalas" />.
  • Cochlearia micacea <templatestyles src="Person/styles.css" />E.S.Marshall: Sie ist ein Endemit des nördlichen Großbritannien<ref name="Jalas" />.
  • Cochlearia scotica <templatestyles src="Person/styles.css" />Druce: Sie ist ein Endemit des nordwestlichen und westlichen Großbritannien.<ref name="Jalas" /> Sie wird aber auch als Unterart subsp. scotica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Druce) Wyse Jackson zu Cochlearia officinalis <templatestyles src="Person/styles.css" />L. gestellt.
  • Cochlearia tridactylites <templatestyles src="Person/styles.css" />Banks ex DC.: Sie kommt im arktischen Nordamerika vor.

Nicht mehr zu dieser Gattung wird von manchen Autoren gerechnet:

  • Cochlearia acaulis <templatestyles src="Person/styles.css" />Desf. => Ionopsidium acaule (<templatestyles src="Person/styles.css" />(Desf.) Rchb.); ein Endemit von Portugal

Der Name Cochlearia leitet sich vom lateinischen Wort für Löffel, cochlear, ab und bezieht sich auf die Grundblätter des Echten Löffelkrauts. Auch der deutsche Name bezieht sich auf darauf.

Belege

  • Cochlearia in der Flora of Pakistan, abgerufen am 10. Juli 2009.
  • Germplasm Resources Information Network (GRIN); abgerufen am 22. November 2013

Einzelnachweise

<references />

Weblinks

Commons: Löffelkräuter (Cochlearia) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien