Kumquats
Die Einteilung der Lebewesen in Systematiken ist kontinuierlicher Gegenstand der Forschung. So existieren neben- und nacheinander verschiedene systematische Klassifikationen. Das hier behandelte Taxon ist durch neue Forschungen obsolet geworden oder ist aus anderen Gründen nicht Teil der in der deutschsprachigen Wikipedia dargestellten Systematik.
Kumquats (Fortunella), im Singular Kumquat, auch Zwergorangen oder Zwergpomeranzen genannt, sind eine ehemalige Pflanzengattung innerhalb der Familie der Rautengewächse (Rutaceae). Sie werden heute zu den Zitruspflanzen gezählt. Kumquat ist die englische Schreibung der kantonesisch-chinesischen Bezeichnung kam kwat (goldene Orange).
Etymologie
Der Name „Kumquat“ leitet sich vom Kantonesischen kamkwat (金橘) ab, von dem kam „golden“ und kwat „orange“ bedeutet.<ref>kumquat | Origin and meaning of kumquat by Online Etymology Dictionary. Abgerufen am 13. Januar 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der Gattungsname Fortunella ehrt den Forschungsreisenden Robert Fortune.<ref>Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen. Erweiterte Edition. Teil 1. Botanischer Garten und botanisches Museum Berlin, Freie Universität Berlin, 2018, ISBN 978-3-946292-26-5, S. 406, doi:10.3372/epolist2018.</ref>
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Die Kumquat-Arten wachsen als immergrüne Sträucher oder kleine Bäume; sie wachsen langsam und erreichen Wuchshöhen von 2,5 bis 4,5 Metern. Die dichtverzweigten Äste haben wenige kleine Dornen.<ref name=":0">Amedeo Palma, Salvatore D’Aquino: Kumquat—Fortunella japonica. In: Exotic Fruits. Academic Press, 2018, ISBN 978-0-12-803138-4, S. 271–278, doi:10.1016/b978-0-12-803138-4.00035-6 (elsevier.com [abgerufen am 2. Mai 2025]).</ref>
Die wechselständig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert und ähneln kleinen Manderinenblättern.<ref name=":0" /> Die Blattstiele können geflügelt sein. Die ganzrandigen bis gekerbten und ledrigen Blattspreiten (unifoliolate) sind dunkelgrün glänzend. Die Blüten sind weiß.
Generative Merkmale
Die Blüten erscheinen achselständig, einzeln oder zu wenigen. Die Petalen sind dicklich und fleischig. Die süß duftenden und zwittrigen, kleinen weißen, ähnlich anderen Citrus-Blüten,<ref name="Morton" /> Blüten sind fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Es sind 15 bis 25 an der Basis verwachsene Staubblätter vorhanden. Der mehrkammerige Fruchtknoten ist oberständig. Die kopfige Narbe ist groß und scheibenförmig. Es ist ein Diskus vorhanden.
Die dickschaligen, mehrsamigen und glatten Früchte, Hesperidien (Beeren), der Kumquats sind birnen- bis eiförmig, rundlich oder ellipsoid mit bis zu 5 Zentimetern Länge, sie variieren in ihrer Farbe von dunkelorange bis goldgelb. Das säuerlich und zugleich süßlich schmeckende Fruchtfleisch ist in fünf bis sechs Segmente aufgeteilt, die relativ große, essbare, aber leicht bittere Kerne enthalten. Die Schalen sind essbar.
Ursprung und Verbreitung
Kumquats stammen aus Asien und waren vermutlich in China heimisch, wo sie spätestens 1178 in der Literatur erwähnt werden.<ref name="Morton" /> Die weltweite Verbreitung geschah durch den Anbau als Nutzpflanze. 1712 werden sie in Japan erwähnt und seit Mitte des 19. Jahrhunderts auch in Europa und Nordamerika angebaut. Heute werden Kumquats weltweit in passendem Klima kultiviert, neben Südostasien unter anderem in den USA (Kalifornien, Florida und Texas), Brasilien, Südeuropa oder auch Südafrika und Australien.<ref>Amedeo Palma, Salvatore D’Aquino: Kumquat—Fortunella japonica. In: Exotic Fruits. Academic Press, 2018, ISBN 978-0-12-803138-4, S. 271–278, doi:10.1016/b978-0-12-803138-4.00035-6 (elsevier.com [abgerufen am 2. Mai 2025]).</ref><ref name="Morton" /> Bekannt ist z. B. der Kumquat-Anbau in Korfu.
Systematik
Vorlage:Hinweisbaustein Die Kumquats (Fortunella) sind systematisch nicht von der Gattung der Zitruspflanzen (Citrus) zu trennen.<ref name="FoC" />
Manche Autoren unterschieden folgende Arten in der Gattung der Fortunella:<ref name="GRIN" />
- Fortunella crassifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />Swingle
- Hongkong-Kumquat (Fortunella hindsii <templatestyles src="Person/styles.css" />(Champ. ex Benth.) Swingle)
- Marumi-Kumquat (Fortunella japonica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Thunb.) Swingle, Syn.: Citrus japonica <templatestyles src="Person/styles.css" />Thunb.)
- Ovale Kumquat (Fortunella margarita <templatestyles src="Person/styles.css" />(Lour.) Swingle)
- Fortunella obovata hort. ex <templatestyles src="Person/styles.css" />Tanaka
- Fortunella polyandra <templatestyles src="Person/styles.css" />(Ridl.) Tanaka
Hybriden zwischen Zitruspflanzen (Citrus) und Kumquats (Fortunella) wurden in die Nothogattung ×Citrofortunella gestellt. Es folgt eine Auswahl:
Kumquat-Festival
Im US-Bundesstaat Florida findet jeden Januar in der Stadt Dade City ein Festival zu Ehren der Kumquats statt. Am Kumquat-Festival werden Torten, Marmelade und andere Desserts der Frucht verkauft. Das Festival lockt jährlich 10.000 Besucher nach Dade City.<ref>Kumquat Growers at the Kumquat Festival. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 6. April 2019; abgerufen am 13. Januar 2021. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
Einzelnachweise
<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. </ref> <ref name="Morton"> Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung </ref> <ref name="FoC"> Dianxiang Zhang, David J. Mabberley: In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Herausgeber): Flora of China, Volume 11: Oxalidaceae through Aceraceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 18. April 2008. ISBN 978-1-930723-73-3. Citrus., S. 92 - textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> </references>