Kraftwerk Korneuburg
| Kraftwerk Korneuburg | ||||||
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| Lage
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| Koordinaten | 48° 19′ 54″ N, 16° 20′ 21″ O
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dim=1000 | globe= | name=Kraftwerk Korneuburg | region=AT-3 | type=building
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| Land | Österreich | |||||
| Daten
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| Typ | GuD-Kraftwerk (Block 1) | |||||
| Primärenergie | Fossile Energie | |||||
| Brennstoff | Erdgas, Schweröl | |||||
| Leistung | 455 Megawatt | |||||
| Eigentümer | EVN AG (Block 1) VERBUND-Austrian Thermal Power AG (ATP) (Block 2) | |||||
| Betreiber | EVN AG (Block 1) VERBUND-Austrian Thermal Power AG (ATP) (Block 2) | |||||
| Betriebsaufnahme | 1958 | |||||
| Schornsteinhöhe | 160 m | |||||
Das Kraftwerk Korneuburg ist ein Standort der Energieerzeugung in der niederösterreichischen Gemeinde Langenzersdorf, in unmittelbarer Nähe zur Gemeindegrenze von Korneuburg auf Pachtgrund des Stift Klosterneuburg. Er besteht aus einem 1958 errichteten kalorischen Kraftwerk mit zwei Blöcken (Verbund-Block1, EVN-Block 2) und einem 1995 errichteten Biomasse-Heizwerk der EVN AG.<ref>Geschichte Kraftwerk Korneuburg. EVN Wärmekraftwerke GmbH, abgerufen am 6. Februar 2026.</ref>
Kalorisches Kraftwerk
Der EVN-Vorgänger NEWAG und die Dampfkraftwerk Korneuburg Ges.m.b.H. (später VERBUND Thermal Power) erhielt für die Anlage die 1958 die energierechtliche Genehmigung. Damit wurde zum ersten Mal in Österreich ein Dampfturbinen- und ein Gasturbinenkraftwerk kombiniert.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Geschichte des Kraftwerkbaus ( des Vorlage:IconExternal vom 23. Januar 2013 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., Die Dampfturbine wird mittels Hoch- und Niederdruckdampf betrieben. evn.at</ref>
EVN-Block
Der EVN-Block im KWK 1 ging 1960 mit zwei Gasturbinen (M1, M2) mit je 25 MW Leistung, zwei Abhitzekesseln und einer Dampfturbine (M3) mit einer Leistung von 25 MW in Betrieb. 1980 wurden diese Anlagen (die Gasturbine M1 erst 1998) abgebaut und durch einen neuen Kombiblock bestehend aus Gasturbine, Abhitzekessel und Dampfturbine ersetzt. Die Leistung des neuen Kombiblockes KWK-B betrug 125 MW und bestand aus einer Gasturbine mit 79 MW, einem Abhitzedampferzeuger (Zweidrucksystem, Bauweise LaMont) sowie aus einer Dampfturbine mit 46 MW Leistung. Zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme war die Kombi-Anlage Korneuburg mit einem Wirkungsgrad von 47,9 % weltweit führend. Im Jahre 2003 wurde die Gasturbine von 1980 durch eine Gasturbine mit 103 MW Leistung ersetzt sowie Kessel und Dampfturbine adaptiert. Damit erhielt KWK-B eine Gesamtleistung von 158 MW und einen Wirkungsgrad von 50 %.
Der dazugehörige Kamin ist 50 Meter hoch. Seit dem 2011 beschlossenen Atomausstieg Deutschlands fungierte er als Kaltreserve für das deutsche Stromnetz, wodurch hochpreisiger, börsengehandelter Spitzenstrom produziert werden konnte. Bei der Kältewelle 2012 wurde der Block wieder ans Netz genommen.<ref name="Kälte 2012">Veränderte Energieflüsse: Kälte setzt Europas Stromversorger unter Spannung. Verena Kainrath in: derStandard.at, 9. Februar 2012;
<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ausnahmesituation: Deutschland zapft die Kaltreserve an ( vom 10. Februar 2012 im Internet Archive). In: Financial Times Deutschland, 8. Februar 2012;
Energie: Österreich verhindert Blackout in Deutschland. Karl Gaulhofer in: diepresse.com, 9. Februar 2012</ref>
Verbund-Block
Der Verbund-Block (im KWK 1) von 1960 hatte ähnlich wie der dortige EVN-Block etwa 75 MWel Leistung und wurde Anfang der 1990er Jahre abgerissen. Bereits 1972 wurde von VERBUND Thermal Power GmbH & Co KG ein zweiter schwerölgefeuerter Dampfturbinenblock (KWK2) mit 285 MW Leistung sowie ein bis in 160 m Höhe ragender Kamin auf dem Kesselhaus errichtet. Das Heizöl (bis in die 1980er Jahre Schweröl) wurde per Donauschiff oder per Bahn angeliefert. Später diente der Block als Reservekraftwerk. Im Oktober 2000 wurde dieser Block KWK2 von VTP außer Betrieb genommen und in eine Stillstandskonservierung überführt. Die energierechtliche Deaktivierung von KWK2 wurde im Juli 2016 beantragt und 2021 behördlich bestätigt. Der Abbruch soll 2026 beginnen.<ref>Langenzersdorf Kraftwerk: Vorarbeiten für Turmsprengung starten. noe.ORF.at, 3. Januar 2026, abgerufen am 6. Februar 2026.</ref>
Infrastruktur
Gemeinsam genutzte Einrichtungen beider Kraftwerksblöcke sind:
- Siebhaus
- Pumpenhaus
- Löschwasserteich
- Werkstätten
- Sozialräume
- Betriebsfeuerwehr (mit Ende des VTP-Betriebes: Übernahme der Betreuung durch die Freiwillige Feuerwehr Langenzersdorf)
Biomasseheizwerk
Im Jahre 2015 wurde am Areal ein Biomasseheizwerk der EVN errichtet. Es verwandelt Waldhackgut aus der Region in nachhaltig erzeugte und umweltfreundliche Wärme für Haushalte, Betriebe und öffentliche Einrichtungen in Korneuburg und Bisamberg. Pro Jahr werden in der Anlage rund 30.000 Schüttraummeter Hackgut (10 LKW pro Woche) aus der Region verheizt.
Der mit Biomasse arbeitende Heizkessel hat eine Leistung von 4.800 kW und wurde gemeinsam mit einem Pufferspeicher zur Abdeckung der Stundenspitzen installiert. Daneben steht ein mit Erdgas betriebener Heizkessel mit 10.000 kW Leistung als Ausfallreserve während Wartungsarbeiten und zur Spitzenlastabdeckung an sehr kalten Wintertagen zur Verfügung. Der Betrieb läuft fernüberwacht und voll automatisch.
Die Rauchgasreinigungsanlage filtert 99,9 % des Staubes aus der Abluft und vermeidet dadurch die Belastung durch sonst verwendete Einzelheizanlagen.
Netzanbindung
Die Einspeisung der erzeugten Elektrizität erfolgt über Freileitungen zum nahe gelegene Umspannwerk Bisamberg der Austrian Power Grid (APG) und zum Bahnstrom-Umformerwerk Auhof der ÖBB Infrastruktur AG.
Das seit dem Jahr 1977 bestehende und vom Kraftwerk Korneuburg gespeiste Fernwärmenetz wurde in den letzten Jahren durch die EVN Wärme auf rund 9 km Länge erweitert und wird inzwischen durch das Biomasseheizwerk versorgt.<ref>Homepage der Stadt Korneuburg, Erweiterung des Fernwärmenetzes Korneuburg vom 30. April 2009 (Stand: 5. September 2010)</ref><ref name="Kraftwerksstandort im Wandel" />
Weblinks
Einzelnachweise
<references > <ref name="Kraftwerksstandort im Wandel">Korneuburg – ein Kraftwerksstandort im Wandel. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 14. August 2017; abgerufen am 22. Mai 2017. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> </references>
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