Kornhausbrücke (Hamburg)
Die Kornhausbrücke ist eine denkmalgeschützte Straßenbrücke im Hamburger Stadtteil HafenCity und führt in Verlängerung der Brandstwiete über den Zollkanal. Die Kornhausbrücke wurde im Zuge des Ausbaus der Speicherstadt im Jahr 1888 errichtet und verbindet diese mit der Hamburger Altstadt.
Die Kornhausbrücke ist in Anlehnung an das städtische Kornhaus benannt, das im Jahr 1661 durch Stadtbaumeister Hans Hamelau errichtet wurde und bis 1871 auf dem Wandrahm stand.<ref name="Paralelle">Sven Bardua: Brückenmetropole Hamburg. Baukunst, Technik, Geschichte bis 1945, Dölling und Galitz Verlag, München 2009, ISBN 978-3-937904-88-7, Seite 114–116</ref> Hier wurden ursprünglich Getreidevorräte gelagert für den Fall einer Belagerung, aber auch zur Regulierung des Marktpreises. Das Kornhaus diente während der Franzosenzeit als Militärlazarett, später als Kaserne des Hanseatischen Infanterieregiments „Hamburg“, die sogenannten „76er“, und wurde nach dem Deutsch-Französischen Krieg abgerissen.<ref>Horst Beckershaus: Die Hamburger Brücken. Ihre Namen - woher sie kommen und was sie bedeuten, Convent Verlag, Hamburg 2007, ISBN 978-3-86633-007-8, S. 62.</ref>
Im Zuge der Errichtung der Speicherstadt ab 1885 unter Oberingenieur Franz Andreas Meyer veränderten sich bestehende Wasserstraßen und ebenso der Anspruch an den Brückenbau. Um Zeit zu sparen, wurden die Brücken in einem vereinheitlichen Bausystem errichtet. Hierbei wurde die Fahrbahn möglichst flach gehalten und auf Rundbögen sowie auf Stützpfeiler verzichtet, um den Schiffsverkehr nicht zu behindern. Die Brücken der Speicherstadt waren integraler Bestandteil des zugrunde liegenden Konzepts des neuen Stadtteils, dessen Speicher sowohl vom Lande als auch vom Wasser her erreichbar sein sollten. Hier wurde der Warenverkehr durch die typischen Hamburger Schuten gewährleistet, die entweder gestakt oder von Schleppern gezogen wurden, die eine entsprechende Durchfahrtshöhe benötigten. Bei den neuen Brücken der Speicherstadt handelte es sich also im Ergebnis um flache Eisenkonstruktionen, deren tragende Elemente sich oftmals oberhalb der Fahrbahn befanden, während die aus Mauerwerk und Naturstein bestehenden alten Brücken weichen mussten.<ref>Michael Zapf und Friedhelm Grundmann: Hamburg Stadt der Brücken, Medien Verlag Schubert, Hamburg 2003, ISBN 39 2922989-7, Seite 55–56</ref> Als die erst im Jahr 1872 errichtete vormalige Kornhausbrücke somit im Jahr 1884 abgerissen wurde, fanden einige Bauteile bei der Errichtung der Feenteichbrücke Verwendung.<ref>Horst Beckershaus: Die Hamburger Brücken. Ihre Namen - woher sie kommen und was sie bedeuten, Convent Verlag, Hamburg 2007, ISBN 978-3-86633-007-8, S. 35.</ref> Die granitene Brüstung der Feenteichbrücke sowie die vier Säulen, die sich links und rechts der Brückenpfeiler befinden und von denen jede eine Laterne trägt, stammen von der ehemaligen Kornhausbrücke.<ref>Sven Bardua: Brückenmetropole Hamburg. Baukunst, Technik, Geschichte bis 1945, Dölling und Galitz Verlag, München 2009, ISBN 978-3-937904-88-7, Seite 62</ref>
Die neue Kornhausbrücke hat eine Spannweite von 44,8 Metern und weist mit ihrer vergleichsweise dünnen Aufhängung eine bauliche Besonderheit auf. Das tragende eiserne Rahmengestell wurde auf Granitsockeln gelegt und hält die Fahrbahn über dünne Zugstangen. Hierdurch sollte eine Aussicht auf das Fleet gewährleistet und ein einfacher Wechsel zwischen Fahrbahn und Fußgängerweg ermöglicht werden.<ref name="Paralelle"/> Die Fahrbahnträger wurden im Laufe der Jahre als Reaktion auf den zunehmenden Fahrzeugverkehr nach und nach verstärkt. Als einzige der neuen Zollkanal-Brücken hatte die Kornhausbrücke keine historisierenden Torbauten, stattdessen standen auf jeder Brückenseite zwei überlebensgroße Statuen aus rotem Sandstein, die berühmte Seefahrer und Entdecker darstellen: Christoph Columbus (Entwurf: Carl Börner) und Vasco da Gama (Hermann Hosaeus) auf der Altstadt-Seite sowie die im Zweiten Weltkrieg zerstörten Standbilder von James Cook (August Herzig) und Ferdinand Magellan (Xaver Arnold) auf der Speicherstadt-Seite.<ref name="Paralelle"/><ref>Illustrirte Zeitung. Nr. 3153. J. J. Weber, Leipzig Dezember 1903, S. 846 f. (google.com [abgerufen am 29. Januar 2024]).</ref> Die beiden erhaltenen Statuen wurden 2007 aus Spendenmitteln des Denkmalvereins Hamburg restauriert.<ref>Restaurierung Figuren Kornhausbrücke. In: denkmalverein.de. Abgerufen am 29. Januar 2024.</ref>
Die Kornhausbrücke ist mit der ID-Nummer 11886 als Denkmal von der Hamburger Behörde für Kultur und Medien erfasst.<ref>Denkmalliste der Hamburger Behörde für Kultur und Medien, auf hamburg.de, aufgerufen am 23. Januar 2024</ref>
Weblinks
Einzelnachweise
<references/>
Koordinaten: 53° 32′ 45,98″ N, 9° 59′ 49,65″ O
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