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Klinische Seelsorgeausbildung

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Klinische Seelsorgeausbildung (KSA) (engl. Clinical Pastoral Education, CPE / Clinical Pastoral Training (CPT)) ist eine Form der Seelsorgeausbildung. Als wissenschaftliche Methode gehört die KSA zur Pastoralpsychologie.

Geschichte und Programm

Die Methode wurde in den 1930ern von dem evangelischen Theologen Anton T. Boisen in den USA begründet. Ursprünglich als Pfarrer tätig, führte Boisen psychologische Ausbildungen als Teil der Praktischen Theologie in das protestantische Theologiestudium ein. Er selbst unterrichtete als einer der ersten Professoren in den USA den Bereich Pastoralpsychologie und entwickelte das Modell CPE. KSA gelangte in den 1960er-Jahren in die Niederlande und von dort in den folgenden Jahren nach Deutschland, wo sie erstmals von Hans Christoph Piper an der Medizinischen Hochschule in Hannover etabliert wurde.

In der KSA machen Pfarrer und in der Seelsorge Arbeitende Erfahrungen in einem bestimmten Praxisfeld wie Krankenhausseelsorge oder Gefängnisseelsorge. Sie führen Gespräche, über die im Nachhinein Verlaufsprotokolle verfasst werden. Die konkreten Erfahrungen werden in einem Gruppenprozess reflektiert und unter psychologischen und seelsorgerlichen Aspekten analysiert. KSA-Kurse sind, neben dem Studium der Psychologie, darauf ausgerichtet, den psychodynamischen Prozess innerhalb der Kandidatengruppe zum Gegenstand des Lernens zu machen. Deshalb wird in der Regel eine gemeinsame Zeit innerhalb der Gruppe an den Beginn der Ausbildung gestellt.

KSA-Supervisions-Ausbildungen verlaufen über mehrere Stufen und Jahre. Die Kandidaten arbeiten in Lern- und Lehrsupervision. Sie schließen die Ausbildung mit verschiedenen Graduierungen ab. Der wesentliche Abschluss ist der des Supervisors. Unterrichtende können sich weiter qualifizieren zum Status des Lehrsupervisors.

KSA-Ausbildungen werden in vielen Ländern angeboten. Ihre Angebote sind oft den regionalen Gegebenheiten angepasst. Annäherungen der Standards und gleichwertige Abschlüsse werden angestrebt. Seelsorge und Praktische Theologie erfuhren in der Vergangenheit in Deutschland und Europa durch die KSA starke Impulse. In den USA ist die Methode für die Qualifizierung von Theologen in der Krankenhausseelsorge und Gefängnisseelsorge, in der Militärseelsorge und Polizeiseelsorge relevant.<ref>ACPE. Abgerufen am 24. Juli 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> In Australien und Neuseeland gibt es KSA-Ausbildungszentren.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie (Memento des Vorlage:IconExternal vom 30. November 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/anzacpe.com</ref> KSA-Institute existieren auch in den Philippinen, in Malaysia, in Indien, in Hongkong und Singapur.

Bekannte deutsche Ausbilder

Bekannte deutsche ausbildende Institutionen

Literatur

  • Michael Klessmann (Hrsg.) Handbuch der Krankenhausseelsorge, ISBN 3-525-62347-X, Göttingen 1996.
  • Michael Klessmann: Pastoralpsychologie. Ein Lehrbuch, ISBN 3-7887-2050-6, Neukirchen, 2004.
  • Michael Klessmann: Seelsorge. Begleitung, Begegnung, Lebensdeutung im Horizont des christlichen Glaubens, ISBN 978-3-7887-2293-7, Neukirchen, 2008.
  • Dietrich Stollberg/Richard Riess (Hg.): Das Wort, das weiterwirkt. Aufsätze zur Praktischen Theologie in memoriam Kurt Frör, ISBN 3-459-01340-0, München 1981.
  • Werner Becher, Alastair V. Campbell, G.Keith Parker: The Risks of Freedom. Dokumente vom Gründungskongress des Internationalen Verbandes für Pastoralpsychologie, International Council on Pastoral Care and Counselling, ICPCC, ISBN 971-8874-03-8, Metro Manila, Philippines, 1993.

Belege

<references/>