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Klickmühle

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:1898 circa Ansichtskarte Lithograf George Müller, Schneider & Dietrich, Blick auf den Turm der Flusswasserkunst und die 1620 erbaute Klickmühle, Bildseite.jpg
Die Flusswasserkunst und die 1620 erbaute Klickmühle;
Vielfarb-lithografierte Ansichtskarte von A. Harbers & Brager, Künstlersignatur von George Müller, um 1898

Die Klickmühle in Hannover war eine seit dem 13. Jahrhundert und mehr als ein halbes Jahrtausend betriebene Mühle am Zufluss des Hauptarms Leine in die Stadtbefestigung Hannovers.<ref name="Nöldeke">Arnold Nöldeke: Klickmühle ..., S. 740f.</ref> Ihr zur Seite wurde – ebenfalls über Jahrhunderte – eine städtische Wasserkunst betrieben. Beide Gebäude wurden 1895 zugunsten der Flusswasserkunst abgebrochen.<ref name="Flusswasserkunst">Helmut Knocke: Flusswasserkunst. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 184f.</ref>

Geschichte

Schon im Jahr 1226 wurde erstmals urkundlich ein „molandinum Honovere“ erwähnt, schlicht „die Mühle von Hannover“. Die alte Mühle hatte bei ihrem Abbruch 1895 drei Kornmühlen. Ursprünglich hatten die Grafen von Roden die Mühle als Lehen von den Edelherren von Meinersen erhalten. Sie stand an einem Werder, der durch die Flussspaltung beim Eintritt der Leine in das Weichbild der Stadt entstanden war. Der Name Klickmühle tauchte 1347 in Urkunden auf, als der Ottenwerder und die „Klikmoelen, de ghelegen is bi der muren to Honovere“,<ref>Übersetzung etwa: Die „Klickmühle, die bei der Stadtmauer Hannovers steht“</ref> an den Rat der Stadt Hannover und die Bürgerschaft verkauft werden sollte.<ref name="Nöldeke"/>

Datei:Der Wasserthurm by Rudolf Wiegmann 1835.jpg
Um 1835: Der Wasserturm der Bornkunst
Lithographie von Wiegmann oder Kretschmer

1535 wurde neben der Klickmühle eine städtische Wasserkunst errichtet.<ref name="Flusswasserkunst"/>

Datei:Klickmühle Hannover Stein mit Inschrift und Stadtwappen von 1615 an der Unterführung Friederikenplatz Friederikenbrücke.jpg
Der Inschriften-Stein von 1615 vor der Unterführung des Friederikenplatzes
Datei:Karl F. Wunder PC 0004 Gruss aus Hannover. Alte Mühle. Bildseite.tif
Sogenannte „Mondscheinkarte“ mit einem Foto der 1895 abgebrochenen Klickmühle;
Ansichtskarte Nr. 4 von Karl F. Wunder, um 1898

Bald drei Jahrhunderte nach der ersten bekannten urkundlichen Erwähnung der Klickmühle berichtete ein Inschriften-Stein von 1615 mit Stadtwappen, den der Denkmalpfleger Anton Nöldeke als vom Bildhauer Hans Nottelmann stammend erläuterte, von einem grundsätzlichen Umbau des Mauerwerks und der Fundamente der Mühle.<ref name="Nöldeke"/><ref name="DIO">Neuere Überprüfungen der Archivalien nach dem Zweiten Weltkrieg konnten den Befund Nöldekes bisher jedoch nicht bestätigen, siehe DI 36, Nr. 258 / Leineufer / 1614 auf Deutsche Inschriften Online</ref> Die Inschrift lautete:<ref name="Foto">siehe dieses Foto des Steines</ref>

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Nach dem Inschriften-Stein wurde auch der "Schnelle Graben" um 1615 neu befestigt,<ref name="Foto"/> der jedoch eine eigene Wasserzufuhr zur Klickmühle bezeichnete und nicht mit dem Schnellen Graben am (heutigen) Maschsee zu verwechseln ist.<ref name="DIO"/>

Als 1636, mitten im Dreißigjährigen Krieg, Herzog Georg von Calenberg die Stadt Hannover zu seiner Residenz erklärte und sich hierfür dann das Leineschloss errichten ließ<ref>Klaus Mlynek: Residenzrezess(vertrag). In: Stadtlexikon Hannover, S. 521</ref>, wurde der Mühlenplatz ab 1637 zum Schlossvorplatz mit freier Aussicht, wofür zunächst 42 auf dem Werder gelegene Wohnhäuser abgebrochen werden mussten.<ref name="Friederikenplatz">Eva Benz-Rababah: Friederikenplatz Mühlenplatz. In: Stadtlexikon Hannover, S. 192f.</ref>

Das Corpus bonorum (Güterverzeichnis der Stadt) von 1720 zeichnete nachträglich für das Jahr 1712 einen abermaligen Neubau des Mühlengebäudes mit.<ref name="Nöldeke"/> Nachdem sich die Festungsanlagen rund um die Stadt im Siebenjährigen Krieg militärisch als nutzlos erwiesen hatten,<ref>Klaus Mlynek: Siebenjähriger Krieg (1756–1763). In: Stadtlexikon Hannover, S. 564</ref> begann die Schleifung der Befestigung der Stadt und eine Öffnung zum Umland wurde geschaffen: 1767 wurde die Esplanade (der spätere Waterlooplatz) für Paraden der Soldaten und zum Exerzieren angelegt.<ref>Eva Benz-Rababah: Waterlooplatz. In: Stadtlexikon Hannover, S. 657f.</ref> In seiner Nähe entstand auf der Leineinsel vor dem Schloss 1768 der Vergnügungsgarten Vauxhall, der 1780 durch ein mehrgeschossiges Caféhaus ergänzt wurde.<ref name="Friederikenschlöschen">Helmut Knocke: Friederikenschlöschen. In: Stadtlexikon Hannover, S. 193</ref>

Inmitten der sogenannten Franzosenzeit wurde 1811 der spätere Unternehmer Carl Georg Fiedeler in der Klickmühle geboren,<ref>Dirk Böttcher: FIEDELER, (1) Carl Georg. In: Hannoversches Biographisches Lexikon, S. 116; online über Google-Bücher</ref> 1844 auch sein Sohn Hermann Fiedeler, der später in Döhren Geschichte schrieb.<ref>Dirk Böttcher, Waldemar R. Röhrbein: Fiedeler, (3) Hermann. In: Stadtlexikon Hannover, S. 178</ref>

Nach dem Aufstieg zum Königreich Hannover baute Georg Ludwig Friedrich Laves 1817, in Sichtweite des Leineschlosses und der alten Mühle, im Garten von Vauxhall für den Helden der Schlacht bei Waterloo, Graf Carl von Alten, dessen Palais im klassizistischen Stil um. Nach dem Tod des Grafen erwarb König Ernst August das Palais für seine Gemahlin Friederike; in der Folge erhielt das Palais den Namen Friederikenschlösschen.<ref name="Friederikenschlöschen"/> 1843 schließlich wurde der bisherige Mühlenplatz in Friederikenplatz umbenannt zu Ehren der zwei Jahre zuvor verstorbenen Königin.<ref>Helmut Zimmermann: Friederikenplatz. In: Die Strassennamen der Landeshauptstadt Hannover, Verlag Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1992, ISBN 3-7752-6120-6, S. 83</ref>

Nur wenig später gestaltete der Architekt August Heinrich Andreae in den Jahren 1847 bis 1850 die alte Wasserkunst neu. Knapp ein halbes Jahrhundert darauf kaufte die Stadt 1895 die Flächen des Friederikenplatzes, um hier unter anderem einen repräsentativen südlichen Eingang in die Stadt zu errichten: Sowohl Andreaes Wasserkunst als auch die Klickmühle mussten noch im selben Jahr Platz machen für den Bau der Flusswasserkunst nach Plänen von Hubert Stier.<ref name="Flusswasserkunst"/> Kurz zuvor - gegen Ende des 19. Jahrhunderts - schuf der Maler Gustav Koken ein Aquarell der Klickmühle, das sich im Besitz des Historischen Museums Hannover erhalten hat.<ref>Helmut Plath: Vom Biedermeier zum Jugendstil. Kultur, Technik, Hausrat, Mode ( = Führer des Niedersächsischen Heimatmuseums der Hauptstadt Hannover, Bd. 4), Ausstellungsführer mit 31 Abbildungen, Hannover: Niedersächsisches Heimatmuseum, 1956, S. 3; Google-Books</ref>

Datei:Die Klickmühle Gaststätte Kneipe Leinstraße 25 Hannover Ecke Karmarschstraße.jpg
Schräg gegenüber der Markthalle findet sich die „Speise-Gaststätte Die Klickmühle“ an der Karmarschstraße/Ecke Leinstraße

An die Klickmühle erinnert heute schräg gegenüber der Markthalle die „Speise-Gaststätte Die Klickmühle“ an der Karmarschstraße/Ecke Leinstraße.<ref>siehe dieses Foto der Gaststätte</ref>

Literatur

  • Arnold Nöldeke: Klickmühle. In: Die Kunstdenkmale der Stadt Hannover, Teil 1, Denkmäler des "alten" Stadtgebietes Hannover, in der Reihe Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover, Bd. 1, H. 2, Teil 1, Hannover, Selbstverlag der Provinzialverwaltung, Schulzes Buchhandlung, 1932, S. 740
    • Neudruck Verlag Wenner, Osnabrück 1979, ISBN 3-87898-151-1

Weblinks

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Einzelnachweise und Anmerkungen

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