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Kelchkommunion

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Datei:Ejdzej and Iric wedding communion-04.jpg
Katholische Trauungsmesse mit Spendung der Kelchkommunion

Die Darreichung des konsekrierten Weines innerhalb oder (selten) außerhalb der Feier der Eucharistie wird Kelchkommunion genannt. Die Bezeichnung Kelchkommunion, namentlich hinsichtlich des Empfangs durch Laien, ist in der modernen katholischen Liturgiewissenschaft üblich, in der Kirchengeschichte und in der Systematischen Theologie spricht man auch vom Laienkelch.

Westkirche

Römisch-katholische Liturgie

In der römisch-katholischen Kirche gilt der Grundsatz: „Da die Eucharistiefeier das österliche Mahl ist, ist es angebracht, dass die in rechter Weise disponierten Gläubigen nach der Weisung des Herrn seinen Leib und sein Blut als geistliche Speise empfangen.“<ref>Missale Romanum. Editio Typica Tertia 2002, Grundordnung des Römischen Messbuchs, Vorabpublikation zum Deutschen Messbuch (3. Auflage), hrsg. vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz (Arbeitshilfe Nr. 215), Bonn 2007, Nr. 80 (PDF); vgl. Katechismus der Katholischen Kirche Nr. 1355: „In der Kommunion, der das Gebet des Herrn und die Brotbrechung vorangehen, empfangen die Gläubigen das ‚Brot des Himmels‘ und den ‚Kelch des Heiles‘, den Leib und das Blut Christi“.</ref> Dazu heißt es erläuternd: „Die hinsichtlich der Zeichenhaftigkeit vollere Form hat die heilige Kommunion, wenn sie unter beiden Gestalten geschieht. In dieser Form tritt nämlich das Zeichen des eucharistischen Mahles deutlicher hervor und der Wille Gottes, wonach der neue und ewige Bund im Blut des Herrn geschlossen wird, wird klarer ausgedrückt, ebenso der Zusammenhang zwischen dem eucharistischen Mahl und dem eschatologischen Mahl im Reich des Vaters.“<ref>Grundordnung des Römischen Messbuchs, Vorabpublikation zum Deutschen Messbuch (3. Auflage), hrsg. vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, Bonn 2007, Nr. 281 (PDF).</ref> Gleichzeitig wird daran erinnert, dass „der katholische Glaube lehrt, dass auch unter nur einer der beiden Gestalten der ganze und unversehrte Christus und das wahre Sakrament empfangen werden und dass deshalb, was die Frucht der Kommunion betrifft, jenen, die nur eine einzige Gestalt empfangen, keine heilsnotwendige Gnade vorenthalten wird.“<ref>Grundordnung des Römischen Messbuchs, Vorabpublikation zum Deutschen Messbuch. (3. Auflage), hrsg. vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, Bonn 2007, Nr. 282. [1]</ref>

Infolgedessen ist die Kelchkommunion der Laien nach heutiger kirchlicher Ordnung „sehr wünschenswert“ und insofern besonders bei den vorgesehenen Anlässen empfohlen.<ref>2. Vatikanisches Konzil: Konstitution über die Liturgie Sacrosanctum Concilium, Nr. 55; Grundordnung des Römischen Messbuchs [wie oben] Nr. 85: „wie es auch der Priester selbst zu tun hat“.</ref> Sie ist vor allem erlaubt

  • bei den in den liturgischen Büchern beschriebenen Fällen (etwa am Gründonnerstag und in der Osternacht),
  • bei den in der Grundordnung des Römischen Messbuchs genannten weiteren Anlässen<ref name="GO-283">Grundordnung des Römischen Messbuchs, Vorabpublikation zum Deutschen Messbuch (3. Auflage), hrsg. vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, Bonn 2007, Nr. 283 (PDF).</ref> sowie
  • zusätzlich nach Maßgabe ergänzender Bestimmungen des lokalen Episkopats.

Die Kelchkommunion empfangen Brautpaare in ihrer Trauungsmesse, Ordensleute bei ihrer Profess, geweihte Jungfrauen bei ihrer Jungfrauenweihe und erwachsene Neugetaufte in der Messe, die auf ihre Taufe folgt. Zudem ist die Spendung der Kelchkommunion wünschenswert für alle Mitglieder von Gemeinschaften in deren Konventsmesse, die Alumnen in den Priesterseminaren, für alle, die an Exerzitien oder an einer geistlichen oder pastoralen Zusammenkunft teilnehmen, und bei sonstigen Gruppenmessen.

Die Deutsche Bischofskonferenz erließ bereits 1971 Ausführungsbestimmungen, die die Kelchkommunion immer zulassen, wo sie angemessen durchführbar erscheint. Generell kann der zelebrierende Priester die Kommunion unter beiderlei Gestalt stets dann spenden, wenn dies „angebracht erscheint“.<ref name="GO-283" /> Voraussetzung hierfür ist, dass jede Gefahr der Verunehrung ausgeschlossen ist und die Austeilung sich nicht wegen der Menge der Teilnehmenden oder aus anderen Gründen schwieriger gestaltet. Im Bedarfsfall kann der Zelebrant den Dienst des Kommunionhelfers Gläubigen auch nur für die jeweilige Messfeier übertragen, in der die Kelchkommunion gereicht werden soll.<ref>Grundordnung des Römischen Messbuchs, Vorabpublikation zum Deutschen Messbuch (3. Auflage), hrsg. vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, Bonn 2007, Nr. 284 (PDF).</ref>

Die Sterbekommunion sollen der Sterbende und andere Anwesende möglichst unter beiden Gestalten empfangen; falls der Sterbende die Kommunion nicht unter der Gestalt des Brotes empfangen kann, ist für ihn auch der Empfang allein als Kelchkommunion möglich.

Für die Messe vom letzten Abendmahl am Gründonnerstag ist die Kelchkommunion in den liturgischen Bestimmungen ausdrücklich vorgesehen<ref>Zeremoniale der Bischöfe Nr. 298: „Sinnvollerweise wird an diesem Abend allen Gläubigen die Möglichkeit zur Kelchkommunion gegeben“. Die Aussage gilt nicht nur für Kathedral- oder Bischofsgottesdienste; denn solcherart Feiern sollen „Vorbild für die ganze Diözese sein“; Zeremoniale der Bischöfe Nr. 12.</ref>; für die Feier der Osternacht ist sie sehr empfohlen.<ref>Grundordnung des Römischen Messbuchs, Vorabpublikation zum Deutschen Messbuch (3. Auflage), hrsg. vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, Bonn 2007, Nr. 283 (PDF); Kongregation für den Gottesdienst, Rundschreiben „Über die Feier von Ostern und ihre Vorbereitung“ (Januar 1988) Nr. 92: „Es ist angebracht, der Kommunion in der Osternacht die Fülle des eucharistischen Zeichens zu geben, indem man sie unter den Gestalten von Brot und Wein reicht.“</ref>

Für die Austeilung der Kelchkommunion gelten eigene liturgische Vorschriften.<ref>Grundordnung des Römischen Messbuchs [wie oben] Nr. 284–287.</ref>

Altkatholische Liturgie

In der altkatholischen Kirche ist die Kelchkommunion innerhalb der Eucharistiefeier die Regel. Wird mehr Wein benötigt, als ein Kelch zu fassen vermag, so wird eine Karaffe mit Wein an den Rand des Korporale gestellt und mit dem Kelch konsekriert. Nachkonsekration in derselben Messfeier aufgrund erhöhten, aber vorher nicht richtig eingeschätzten Bedarfs, wie es in evangelischen und einigen anglikanischen Kirchen üblich ist, gehört nicht zur liturgischen Praxis. Bei der Spendung der Krankenkommunion, der Wegzehrung und in Kommunionfeiern kann die Austeilung der Kommunion sub utraque specie unterbleiben. Die Alt-Katholische Kirche in Deutschland hat darüber hinaus seit 1959 auch die Spendung in Form der Intinktion für alle Pfarrgemeinden allgemein zugelassen, seit der Corona-Pandemie ist es allgemein üblich.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Für die Altkatholische Kirche Österreichs gilt die Intinktion als Standard für die Darreichung der Kommunion.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>

Ostkirche

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Byzantinische Kommunion unter beiden Gestalten

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Byzantinischer Kommunionlöffel

Die Ostkirchen haben die Kommunion unter beiden Gestalten beständig beibehalten, so dass sich dort nie eine Kontroverse um das Thema Kelchkommunion entwickeln konnte. Je nach kirchlicher oder regionaler Tradition reicht man in der Göttlichen Liturgie den Gläubigen den Kelch direkt oder spendet ihnen den heiligen Wein mit Hilfe eines liturgischen Löffels (Kommunionlöffel), der bei den Byzantinern seit dem 9. Jahrhundert allmählich in Übung kam. Noch in spätbyzantinischer Zeit empfing der Kaiser bei seiner Krönung das geheiligte Brot in die Hand (Handkommunion) und trank den konsekrierten Wein ohne Verwendung eines Löffels direkt aus dem Kelch.<ref>Pseudo-Codinus, De officiis 7 (Jean Verpeaux: Pseudo-Kodinos Traite des Offices. Editions du Centre National de la Recherche Scientifique, Paris 1966, 268, 6-17).</ref> In der Regel wird im Byzantinischen Ritus das bei der Brotbrechung zerteilte Brot vor der Gläubigenkommunion in den Kelch gegeben und aus diesem beide eucharistischen Gestalten mit einem liturgischen Löffel gemeinsam an das Volk ausgeteilt. Andere östliche Riten sind bei der getrennten Ausspendung geblieben und lassen die Gläubigen den geheiligten Wein unmittelbar aus dem Kelch trinken. Säuglinge erhalten das heilige Blut sogleich nach ihrer Taufe mit Hilfe des in den Kelch getauchten Daumens des taufenden Priesters, kleine Kinder kommunizieren in der Weise der Erwachsenen.

Formen der Kommunionspendung

Bei der Kelchkommunion trinkt in der katholischen Kirche heute, gemäß alter römischer Tradition, der Kommunikant üblicherweise aus dem Kelch, der ihm vom Kommunionspender gereicht wird. Bei der Kelchkommunion von Diakonen und Laien ist neben dem direkten Trinken aus dem angereichten Kelch die Intinctio statthaft, bei der ein Priester die Hostie in den Kelch eintaucht und der Empfänger so die Kommunion unter beiderlei Gestalt in der Form der Mundkommunion empfängt.<ref>Grundordnung des Römischen Messbuchs [wie oben] Nr. 286 u. 287; Redemptionis sacramentum, Nr. 103, 104 (online)</ref> Obwohl von der Gottesdienstkongregation ausdrücklich nicht erlaubt,<ref>Gottesdienstkongregation, Instruktion Redemptionis sacramentum Nr. 104.</ref> ist es mancherorts üblich, dass die Empfänger selbst die in die Hand empfangene Hostie leicht in den Kelch eintauchen, um so unter beiden Gestalten zu kommunizieren.<ref>Ein Beispiel für viele: {{#switch:

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Seit der Spätantike tranken in der Westkirche die Gläubigen häufiger nicht unmittelbar aus dem Kelch, sondern benutzten ein Saugröhrchen, Pugillaris, Calamus oder Fistula genannt.<ref>Josef Andreas Jungmann: Missarum Sollemnia. Zweiter Band. 5. Auflage, Wien 1962, S. 475f.</ref> Die Fistula war bis ins 20. Jahrhundert in der Papstmesse für die Kommunion des Papstes und des assistierenden Kardinaldiakons in Gebrauch. Ihre Verwendung ist auch heute nicht grundsätzlich ausgeschlossen,<ref>Grundordnung des Römischen Messbuches [wie oben] Nr. 245.</ref> für die Kelchkommunion von Laien jedoch unüblich und im Missale Romanum (2002) nicht mehr vorgesehen.

In den orthodoxen Kirchen des byzantinischen Ritus erfolgt heute die Austeilung der Kommunion an die Laien mit einem Kommunionlöffel (griechisch: λάβις; lábis, kirchenslawisch: Лжица Lschiza).<ref>F. E. Brightman: Liturgies Eastern and Western, Bd. 1. Clarendon Press, Oxford 1896, S. 588; Rupert Berger: Die liturgischen Geräte. In: Rupert Berger u. a. (Hrsg.): Gestalt des Gottesdienstes. Sprachliche und nichtsprachliche Ausdrucksformen. Pustet, Regensburg 1987 (Gottesdienst der Kirche. Handbuch der Liturgiewissenschaft. Teil 3), S. 289–307, hier S. 305.</ref> Mit ihm werden beide eucharistischen Gestalten vereint aus dem Kelch entnommen und dem Kommunikanten in den Mund gelegt.

Literatur

  • Heinrich Spaemann (Hrsg.): „… und trinket alle daraus“. Zur Kelchkommunion in unseren Gemeinden. Herder, Freiburg i. Br. 1986, ISBN 3-451-20840-7.
  • G. Constant: Concession à l’Allemagne de la communion sous les deux espèces. Étude sur les débuts de la Réforme catholique en Allemagne (1548–1621). Paris 1923 (online).
  • Rudolf Pacik: Wer darf wann die Kommunion unter beiden Gestalten empfangen? Die römischen Regelungen vom Zweiten Vatikanischen Konzil bis heute. In: Recht – Bürge der Freiheit. Festschrift Johannes Mühlsteiger zum 80. Geburtstag. Berlin 2006, ISBN 978-3-428-12262-2, S. 827–844.
  • Jean Grancolas: Traité de l’intinction ou de la coutume de tremper le pain consacré dans le vin. Ch. Remy, Paris 1694.
  • Robert F. Taft: Communion via Intinction. In: Studia Liturgica 26 (1996), S. 225–236.

Weblinks

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  }} Die Institutio Generalis Missalis Romani in deutscher Übersetzung. Deutsches Liturgisches Institut 1975

Einzelnachweise

<references />