Karl Borromäus Hanl von Kirchtreu
Karl Borromäus Hanl Freiherr von Kirchtreu (tschechisch: Karel Boromejský Hanl z Kirchtreu; * 4. September 1782 in Körbitz; † 7. Oktober 1874 in Königgrätz) war Bischof von Königgrätz.
Werdegang
Karl Hanl besuchte das Komotauer Gymnasium und studierte anschließend an der Prager Karlsuniversität Philosophie und Theologie. Am 8. September 1805 wurde er zum Priester geweiht und war danach als Kaplan in den Pfarreien von Kralupp, Warta, Priesen und als Pfarrer in Brunnersdorf tätig. 1822 wurde er Kanoniker des Prager Domkapitels. Zwei Jahre später ernannte ihn Erzbischof Wenzel Leopold Chlumčanský von Přestavlk zum Prager Konsistorialrat und Kaiser Franz II. zum Wirklichen Gubernialrat und Geistlichen Referenten für das Königreich Böhmen.
Bischof von Königgrätz
Nach der Ernennung des Königgrätzer Bischofs Alois Josef Krakovský von Kolowrat zum Prager Erzbischof wurde Karl Hanl zu dessen Nachfolger nominiert und am 10. Juni 1832 durch den Prager Erzbischof in der Allerheiligen-Kapelle geweiht.
Während seiner Amtszeit wurde das Borromäus-Knabenseminar in Königgrätz gegründet. Neben seinen seelsorglichen Aufgaben förderte er in seinem Sprengel auch den Straßenbau und die Obstbaumzucht.
1836 assistierte er bei der Krönung des Kaisers Ferdinand I. zum König von Böhmen. Kurz darauf ernannte ihn der Kaiser zum Wirklichen Geheimen Rat. Die Prager Universität verlieh ihm 1848 den theologischen Doktorgrad. 1861 empfing er von Kaiser Franz Joseph I. das Großkreuz des Franz-Joseph-Ordens. 1872 erhob ihn der Kaiser mit dem Prädikat ‚Freiherr von Kirchtreu‘ in den österreichischen Freiherrenstand.
Literatur
- Constantin von Wurzbach: Hanl, Karl. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. 7. Theil. Kaiserlich-königliche Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1861, S. 319 f. (Digitalisat).
Weblinks
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
|---|---|---|
| Alois Josef Krakovský von Kolowrat | Bischof von Königgrätz 1831–1874 | Josef Jan Hais |
Bischöfe seit 1664
Matthäus Ferdinand Sobek von Bilenberg |
Johann Friedrich von Waldstein |
Johann Franz Christoph von Thalenberg |
Gottfried Kapaun von Swoykow |
Tobias Johannes Becker |
Johann Adam Wratislaw von Mitrowitz |
Wenzel Franz Karl Košinský von Košín |
Moritz Adolf Karl von Sachsen-Zeitz-Neustadt |
Johann Joseph Wratislaw von Mitrowitz |
Anton Peter Graf Příchovský von Přichowitz |
Hermann Hannibal von Blümegen |
Johann Andreas Kayser von Kaysern |
Joseph Adam von Arco |
Johann Leopold von Hay |
Maria Thaddäus von Trautmannsdorff |
Alois Josef Krakovský von Kolowrat |
Karl Borromäus Hanl von Kirchtreu |
Josef Jan Hais |
Eduard Jan Nepomuk Brynych |
Josef Doubrava |
Karel Boromejský Kašpar |
Mořic Pícha |
Sedisvakanz 1956–1990,
staatlich eingesetzte Kapitularvikare: Václav Javůrek,
Karel Jonáš |
Karel Otčenášek |
Dominik Duka |
Jan Vokál
Weihbischöfe in Königgrätz, seit 1992
Josef Kajnek |
Prokop Brož
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hanl von Kirchtreu, Karl Borromäus |
| ALTERNATIVNAMEN | Hanl z Kirchtreu, Karel Boromejský |
| KURZBESCHREIBUNG | Bischof von Königgrätz |
| GEBURTSDATUM | 4. September 1782 |
| GEBURTSORT | Körbitz |
| STERBEDATUM | 7. Oktober 1874 |
| STERBEORT | Königgrätz |