Karl Bär (Politiker)
Karl Bär (* 13. März 1985 in Tegernsee) ist ein deutscher Politiker (Bündnis 90/Die Grünen) und Agrarökonom. Er ist seit 2021 Mitglied des Deutschen Bundestages. Von 2011 bis 2012 war er Bundessprecher der Grünen Jugend.
Leben
Nach dem Abitur am Gymnasium Tegernsee im Jahr 2004 studierte Bär in einem Doppelstudium Islamwissenschaft und Agrarwissenschaft mit den Nebenfächern Politikwissenschaft und Soziologie in Berlin.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie ( vom 27. Februar 2012 im Internet Archive)</ref> Von 2009 bis 2013 arbeitete er als studentischer und später wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der grünen Bundestagsabgeordneten Agnes Krumwiede<ref>Veronika Ahn-Tauchnitz: Tölzer Kandidatencheck auf Herz und Nieren: Karl Bär (Grüne). merkur.de, 23. September 2021, abgerufen am 16. September 2021.</ref> und kam anschließend als Referent für Agrarpolitik zum Umweltinstitut München.<ref>Über uns - Unser Team (alphabetisch). Umweltinstitut München, abgerufen am 16. September 2021.</ref> Bär hat ein Kind, das bei der mit einer Frau verheirateten Mutter lebt.<ref>Bayerischer Grünen-Politiker fordert klare Rechte für Regenbogen-Familien: Seine Tochter hat zwei Mütter. 1. Juni 2021, abgerufen am 10. Mai 2024.</ref>
Politik
Bär ist 2002 zur Grünen Jugend gekommen und war bis 2004 Sprecher der GJ Holzkirchen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.</ref> Als Beisitzer gehörte Bär dem Bundesvorstand der Grünen Jugend bereits von 2006 bis 2007 sowie von 2009 bis 2010 an. Am 8. Oktober 2011 wurde er auf dem 37. Bundeskongress in Gelsenkirchen zum Sprecher gewählt. Er kandidierte aus Altersgründen nicht für eine zweite Amtszeit und wurde am 28. Oktober 2012 durch Jens Parker im Sprecheramt abgelöst.
Er kandidierte bei der Bundestagswahl 2009 auf Listenplatz 12 für die bayrischen Grünen sowie im Bundestagswahlkreis Starnberg als Direktkandidat, zog aber nicht in das Parlament ein.<ref>Darstellung von Karl Bär auf wahl.de abgerufen am 23. Oktober 2010.</ref> Im Dezember 2012 wurde er von den bayerischen Grünen auf Listenplatz 14 für die Bundestagswahl 2013 aufgestellt und trat erneut als Direktkandidat im Bundestagswahlkreis Starnberg an. Bei den Kommunalwahlen in Bayern 2014 am 16. März 2014 trat Bär für Bündnis 90/Die Grünen für den Gemeinderat Holzkirchen und den Kreistag Miesbach an und wurde in den Gemeinderat und Kreistag gewählt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorläufige Wahlergebnisse Bürgermeister- und Gemeinderatswahl Markt Holzkirchen ( vom 17. März 2014 im Internet Archive)</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorläufiges Ergebnis zur Kreistagswahl 2014 am 16.03.2014 Landkreis Miesbach ( vom 17. März 2014 im Internet Archive)</ref> Im neu gebildeten Bundestagswahlkreis Bad Tölz-Wolfratshausen–Miesbach war Bär wieder Direktkandidat für die Bundestagswahl 2017 und trat auf Listenplatz 12 der bayerischen Grünen an, nachdem er nach Stimmengleichheit den Münzwurf um Platz 10 verlor. Am Ende zogen die elf Grünen vor ihm auf der Liste in den Bundestag ein, auch wenn es Karl Bär als einzigem bayerischen Grünen-Direktkandidaten gelang, Platz 2 im Wahlkreis zu gewinnen.<ref>Wahnsinnig erfolgreich - und doch ohne Mandat: Das Pech des Herrn Bär. 25. September 2017, abgerufen am 5. August 2021.</ref> Bei den Kommunalwahlen in Bayern 2020 wurde er wieder in den Gemeinderat Holzkirchen und den Kreistag Miesbach gewählt.<ref>Wahl des Marktgemeinderats - Kommunalwahlen 2020 in der Marktgemeinde Holzkirchen - Gesamtergebnis. Abgerufen am 5. August 2021.</ref><ref>Kreistagswahl - Kommunalwahlen 2020 im Landkreis Miesbach - Gesamtergebnis. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 5. August 2021; abgerufen am 5. August 2021. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> Im April 2021 wurde er von den bayerischen Grünen erneut auf Listenplatz 12 für die Bundestagswahl 2021 aufgestellt, ebenso von den Mitgliedern der grünen Kreisverbände Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach als Direktkandidat im Bundeswahlkreis 223.<ref>Für Bayern nach Berlin: unsere Kandidierenden. 17. April 2021, abgerufen am 5. August 2021.</ref> Über die Landesliste schaffte Bär 2021 den Einzug in den Deutschen Bundestag. Auch dem 21. Deutschen Bundestag gehört er an.<ref>Deutscher Bundestag - Karl Bär. Abgerufen am 31. März 2025.</ref> Er schaffte den Einzug bei der Bundestagswahl 2025 über Listenplatz 6 der Bayerischen Grünen.<ref>62 Grüne für Team Habeck – die bayerische Liste für die Bundestagswahl | GRÜNE BAYERN. Abgerufen am 31. März 2025.</ref> Bär ist im 21. Deutschen Bundestag ordentliches Mitglied im Ausschuss für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat sowie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Digitales und Staatsmodernisierung, im Ausschuss für Forschung, Technologie, Raumfahrt und Technikfolgenabschätzung und im Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit.<ref>Karl Bär. Deutscher Bundestag, abgerufen am 26. Mai 2025.</ref>
Politische Positionen
Im November 2022 stimmte er als einer von drei Abgeordneten der Grünen-Bundestagsfraktion gegen das Transatlantische Wirtschafts- und Handelsabkommen der EU mit Kanada.<ref>Deutscher Bundestag - Namentliche Abstimmungen. Abgerufen am 2. Dezember 2022.</ref>
Strafprozess in Südtirol
Seit 2017 versuchte Bär zusammen mit dem Umweltinstitut München im Vinschgau in Südtirol auf den hohen Pestizideinsatz im Apfelanbau aufmerksam zu machen,<ref>Zusammenfassung Umweltinstitut. Abgerufen am 23. November 2020.</ref> von dem nach seiner Einschätzung eine große Gesundheitsgefahr ausgehe. Außerdem seien massive Auswirkungen auf die Artenvielfalt zu erwarten.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Mitteldeutscher Rundfunk: Pestizide in der Luft - ein Gesundheitsrisiko? ( vom 24. November 2020 im Internet Archive)</ref> Nach einer Plakat-Kampagne mit dem Titel „Pestizidtirol“ im Stil der Tourismuswerbung Südtirols erstattete der damalige stellvertretende Landeshauptmann Arnold Schuler Anzeige wegen übler Nachrede. 2020 erhob die Staatsanwaltschaft Bozen beim Landesgericht Anklage gegen Bär und das Umweltinstitut.<ref>Klage gegen Umweltinstitut München. 9. September 2020, abgerufen am 23. November 2020.</ref> Dieser Klage schlossen sich 1367 Landwirte der Region an. Das Rechtshilfegesuch bei der Oberstaatsanwaltschaft München I blieb mit dem Hinweis auf das Recht auf Meinungsfreiheit erfolglos.<ref name=":0" />
Der Prozess hatte große mediale Aufmerksamkeit und Petitionen zur Folge.<ref>Petition gegen Klage. Abgerufen am 23. November 2020.</ref> Europaweit entstand der Eindruck, Kritiker würden durch Einschüchterung und Klagen zum Schweigen gebracht werden.<ref>Anklage gegen Karl Bär. 8. September 2020, abgerufen am 23. November 2020.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bayerischer Rundfunk: Strategische Klagen und Meinungsfreiheit ( vom 1. März 2021 im Internet Archive)</ref> Beim ersten Prozesstag am 22. Oktober 2020 kündigte Arnold Schuler an, seine Klage zurückzuziehen;<ref name=":0">Erster Prozesstag. Münchner Merkur, 16. September 2020, abgerufen am 23. November 2020.</ref> am fünften Verhandlungstag am 28. Januar 2022 hatte auch der letzte Kläger seine Klage gegen Bär zurückgezogen. Er musste sich jedoch weiterhin wegen Markenfälschung verantworten, da er in der Kampagne das Logo der Markenfamilie Südtirol verwendet hatte.<ref>Pestizidprozess: Vorwurf der üblen Nachrede gegen Bär vom Tisch. Südtirol News, 28. Januar 2022, abgerufen am 1. Februar 2022.</ref><ref>Prozess gegen Karl Bär: Warum der Holzkirchner in Südtirol vor Gericht steht. Rundschau-Verlag, 27. Juli 2021, abgerufen am 1. Februar 2022.</ref> Am 6. Mai 2022 wurde Bär auch in diesem Punkt freigesprochen, da er nach Ansicht des Gerichts in Bozen das Logo nicht für kommerzielle Zwecke benutzt hatte.<ref>Processo pesticidi, Karl Bär nuovamente assolto. In: rainews.it. 6. Mai 2022, abgerufen am 14. September 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Mitgliedschaften
- Bund Naturschutz Bayern
- Deutscher Alpenverein
- Gesellschaft für Agrargeschichte
- Fördermitglied bei Sea Watch
- Europa-Union Deutschland
Weblinks
- Offizielle Website von Karl Bär
- Biografie beim Deutschen Bundestag
- Karl Bär auf abgeordnetenwatch.de
Einzelnachweise
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1994–2000: Grün-Alternatives Jugendbündnis
Birgit Spohn |
Jens Augner |
Astrid Henning |
Manuela Rottmann |
Marco Walker |
Heike Opitz |
Nadia vom Scheidt |
Lars Lübben |
Katja Husen |
Andreas Gebhard
Seit 2000: Grüne Jugend
Ramona Pop |
Werner Graf |
Tina Gerts |
Benjamin von der Ahe |
Ines Eichmüller |
Benedikt Lux |
Stephan Schilling |
Nike Wessel |
Paula Riester |
Jan Philipp Albrecht |
Kathrin Henneberger |
Max Löffler |
Gesine Agena |
Emily Büning |
Sina Doughan |
Karl Bär |
Jens Parker |
Theresa Kalmer |
Felix Banaszak |
Erik Marquardt |
Jamila Schäfer |
Moritz Heuberger |
Ricarda Lang |
Max Lucks |
Anna Peters |
Georg Kurz |
Sarah-Lee Heinrich |
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Svenja Appuhn |
Katharina Stolla |
Jette Nietzard |
Jakob Blasel |
Henriette Held |
Luis Bobga
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bär, Karl |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politiker (Grüne) |
| GEBURTSDATUM | 13. März 1985 |
| GEBURTSORT | Tegernsee, Bayern, Deutschland |
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