Kapsdorf (Abenberg)
Kapsdorf Stadt Abenberg
| ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(148)&title=Kapsdorf 49° 16′ N, 10° 55′ O
{{#coordinates:49,263888888889|10,912777777778|primary
|
dim=10000 | globe= | name=Kapsdorf | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
}} |
| Höhe: | 417 m ü. NHN | |||||
| Einwohner: | 148 (31. Dez. 2021)<ref>Nahverkehrsplan Landkreis Roth. (PDF; 9,8 MB) Verkehrsverbund Großraum Nürnberg GmbH, S. 66, abgerufen am 25. September 2024.</ref> | |||||
| Postleitzahl: | 91183 | |||||
| Vorwahl: | 09178 | |||||
| Das Bild bitte nur als Dateipfad angeben! | ||||||
Kapsdorf (fränkisch: Kabschdoaf<ref>E. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 35. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „khábšdǫɘf“.</ref>) ist ein Gemeindeteil der Stadt Abenberg im Landkreis Roth (Mittelfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Kapsdorf liegt in der Gemarkung Ebersbach.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen – Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 10. Oktober 2024.</ref>
Geografie
In einer Entfernung von 0,5 km östlich des Dorfes liegt der Brunner Wald und die Lachweiher. Im Norden liegt das Flurgebiet Bärnlohe, 1 km nordwestlich der Kapsberg. Westlich angrenzend läuft die Bundesstraße 466 vorbei. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Ebersbach (1,5 km südöstlich). Eine weitere Gemeindeverbindungsstraße führt nach Barthelmesaurach zur Kreisstraße RH 5 (2,5 km nordöstlich) bzw. die B 466 kreuzend nach Leipersloh (1,7 km südwestlich).<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 18. Juli 2023 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>
Geschichte
Im Jahre 1142 gab der Regensburger Bischof Heinrich I. von Wolfratshausen dem Grafen Heinrich von Hohstet u. a. das bis dahin dem Bischof lehenbare „Kaphesdorf“. Dies ist zugleich die erste namentliche Erwähnung des Ortes.<ref name="E128">F. Eigler: Schwabach, S. 128.</ref> Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist das mittelhochdeutsche Wort „kapfen“ (= gaffen, ausschauen), womit wohl die weite Aussicht gemeint ist, die man von dieser Stelle hat.<ref>E. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 35 f.</ref><ref name="U264">Willi Ulsamer (Hrsg.): 100 Jahre Landkreis Schwabach (1862–1962). Ein Heimatbuch. Schwabach 1964, DNB 984880232, OCLC 632541189, S. 264.</ref> Der Ort bestand zu der Zeit aus fünf Höfen. 1233 kam ein Hof an die Deutschordenskommende Nürnberg.<ref name="E128"/> Die Töchter Konrads von Solzburg verkauften 1268 an das Kloster Heilsbronn das Kastrum Burgelin samt anderen Gütern an verschiedenen Orten, darunter auch in Kapsdorf.<ref name="M227">G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 227.</ref> Im eichstättischen Salbuch, das um 1300 entstanden ist, wurden für „Caphstorf“ 2 Huben verzeichnet, die dem eichstättischen Pflegamt Abenberg unterstanden.<ref name="E128"/> 1341 kaufte der damalige Heilsbronner Abt Gamsfelder Gefälle von zwei Gütern in Kapsdorf.<ref name="M227"/>
Im Jahre 1529 unterstanden der Hauptmannschaft Hergersbach der Reichsstadt Nürnberg eine Untertansfamilie im Ort.<ref>F. Eigler: Schwabach, S. 347.</ref> Durch einen Vertrag zwischen dem Markgrafen von Ansbach und dem Eichstätter Bischof fiel Kapsdorf 1537 an das Fürstentum Ansbach, wodurch die vier katholischen Untertansfamilien zum Protestantismus konvertieren mussten.<ref name="E128"/>
Im 16-Punkte-Bericht des Oberamts Windsbach aus dem Jahr 1608 wurden für Kapsdorf 8 Mannschaften verzeichnet. Grundherren waren das eichstättische Kastenamt Abenberg (2 Bauern und 1 Köbler), die Reichsstadt Nürnberg (3 Bauern) und das brandenburg-ansbachische Klosterverwalteramt Heilsbronn (2 Bauern). Außerdem gab es ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/1, 10. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 731.</ref> Im 16-Punkte-Bericht des Klosteramts Heilsbronn ebenfalls aus dem Jahr 1608 wurden die zwei Heilsbronner Anwesen als Köblergüter bezeichnet.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/2, 10. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 737.</ref>
Im Jahre 1632 wurde „Kabsdorf“ im Dreißigjährigen Krieg komplett abgebrannt.<ref name="U264"/> Im Eichstätter Salbuch von 1671 wurden für Kapsdorf wieder 7 Untertansfamilien verzeichnet, wovon 3 dem Kastenamt Abenberg unterstanden, 2 dem Klosterverwalteramt Heilsbronn, und 2 der Reichsstadt Nürnberg.<ref>F. Eigler: Schwabach, S. 142.</ref>
In der Amtsbeschreibung des Pflegamtes Lichtenau aus dem Jahr 1748 wurden für den Ort 8 Untertansfamilien angegeben, wovon zwei dem Pflegamt unterstanden und sechs anderen Grundherren.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 748.</ref>
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Kapsdorf 9 Anwesen und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus, die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Klosterverwalteramt Heilsbronn. Grundherren waren das Klosterverwalteramt Heilsbronn (1 Ganzhof, 1 Halbhof), das Kastenamt Abenberg (2 Ganzhöfe, 1 Gütlein), die Reichsstadt Nürnberg (Landesalmosenamt: 1 Ganzhof; Mendelsche Zwölfbrüderstiftung: 2 Halbhöfe) und die Deutschordenskommende Nürnberg (1 Halbhof).<ref name="J873">M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 873 = F. Eigler: Schwabach, S. 399.</ref> Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Windsbach.<ref name="E470"/> Zu dieser Zeit gab es 8 Untertansfamilien, von denen 2 ansbachisch waren.<ref>Johann Bernhard Fischer: Capsdorf. In: Statistische und topographische Beschreibung des Burggraftums Nürnberg, unterhalb des Gebürgs, oder des Fürstentums Brandenburg-Anspach. Zweyter Theil. Enthaltend den ökonomischen, statistischen und sittlichen Zustand dieser Lande nach den funfzehen Oberämtern. Benedict Friedrich Haueisen, Ansbach 1790, OCLC 159872968, S. 405 (Digitalisat).</ref><ref>J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 3, Sp. 60: „Kapsdorf, ein im ehemaligen Ansbachischen Oberamte Windsbach zwischen Ebersbach und Kettersbach gelegener Weiler von acht Unterthanen, wovon 3 Eichstättische zum Pfleg- und Kastenamte Abenberge gehörig, und nach Veitsaurach gepfarrt sind. 2⁄3tel des dortigen Groß- und Kleinzehnts hat das Eichstättische Kollegiatstift Spalt, das übrige Drittel dieses Zehnts haben die Herren von Lentersheim von der Eichstättischen Kirche zu Lehen getragen. Der Eichstättische Bischoff Johann II. ein Herr von Heydeck, aber ließ den Herren Konrad und Heinrich von Lentersheim den Lehenverband an bemeldeten und anderen Zehnten dieser Gegend nach, weil sie mehrere ihrer eigenthümlichen Güter zu Stadel dem Bisthume Eichstätt dafür lehenbar machten.“</ref>
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Kapsdorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Barthelmesaurach und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Barthelmesaurach zugeordnet.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 963.</ref> Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde Kapsdorf in die neu gebildete Ruralgemeinde Ebersbach umgemeindet. Am 1. Januar 1972 wurde diese im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Abenberg eingemeindet.<ref name="E470">F. Eigler: Schwabach, S. 470.</ref><ref>Abenberg > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 23. April 2025.</ref>
Einwohnerentwicklung
Religion
Der Ort ist seit 1537 evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Bartholomäus (Barthelmesaurach) gepfarrt.<ref name="E128"/><ref name="J873"/> Die Katholiken sind nach St. Vitus (Veitsaurach) gepfarrt.<ref name="OV 1961"/><ref>Pfarrverband Wolframs-Eschenbach. In: bistum-eichstaett.de. Abgerufen am 14. März 2023.</ref>
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Capsdorf. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 1: A–Ei. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1799, DNB 790364298, OCLC 833753073, Sp. 527 (Digitalisat).
- Johann Kaspar Bundschuh: Kapsdorf. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 3: I–Ne. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301, OCLC 833753092, Sp. 60 (Digitalisat).
- Friedrich Eigler: Schwabach (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 28). Michael Laßleben, Kallmünz 1990, ISBN 3-7696-9941-6.
- Vorlage:Hönn Lexicon Topographicum
- Manfred Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 35). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 2009, ISBN 978-3-7696-6856-8.
- Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit. Band 2. Verl. für Kunstreprod. Schmidt, Neustadt an der Aisch 1993, ISBN 3-923006-90-X, S. 227 (Volltext [Wikisource] – Erstausgabe: Beck, Nördlingen 1879).
- Vorlage:Wagner Land- und Stadtkreis Schwabach
Weblinks
- Kapsdorf. In: abenberg.de. Abgerufen am 18. Juli 2023.
- Vorlage:Bavarikon Ort
- Kapsdorf in der Topographia Franconiae der Uni WürzburgVorlage:Abrufdatum
- Kapsdorf im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum
Fußnoten
<references responsive />
Abenberg | Bechhofen | Beerbach | Dürrenmungenau | Ebersbach | Fischhaus | Kapsdorf | Kleinabenberg | Louisenau | Obersteinbach ob Gmünd | Pflugsmühle | Pippenhof | Wassermungenau | Weihermühle