Käsewähe
Eine Käsewähe, auch Käsekuchen oder Käseküchlein, ist ein Gebäck aus der Schweiz<ref>Ursula Affolter, Rosmarie Felder, Monika Jaun Urech, Marianne Keller, Ursula Schmid: Tiptopf. Interkantonales Lehrmittel für den Hauswirtschaftsunterricht. Stichworte Kuchenteig, Wähenteig, Mürbeteig, Käsekuchen, Käsewähe, Käseküchlein. Schulverlag plus, 25. unveränderte Ausgabe 2014, ISBN 978-3-292-00481-9, S. 274–276.</ref><ref>Dünne. In: Schweizer Idiotikon. Sp. 278 ff., hier Sp. 281 oben (digital.idiotikon.ch) „Chäsdünne entspricht Käsefladen.“</ref> und Vorarlberg.<ref name="Kochmeister">Käsfladen nach Lustenauer Art. Auf: Kochmeister, 3. Oktober 2003.</ref>
Beschreibung
Wähe in der Schweiz<ref name="Kuli">Früchtewähen in der Datenbank von Kulinarisches Erbe der Schweiz</ref> beziehungsweise Fladen in Vorarlberg<ref name="Kochmeister" /> bezeichnen ein flaches, oft rundes Gebäck mit niederem Rand, das mit geriebenem Käse oder häufiger mit Früchten und einem Guss belegt ist. Diese Speisen sind in einzelnen Gegenden der Schweiz unter verschiedenen Namen bekannt, wobei der Begriff „Wähe“ in der ganzen Deutschschweiz verstanden wird.<ref name="Kuli" /> In der französischsprachigen Schweiz werden Käsewähen als gâteau au fromage<ref name="BT">Wo Stadt und Land verschmelzen: Bildgalerie. In: Bieler Tagblatt (bielertagblatt.ch), 1. September 2008.</ref> und Früchtewähen als gâteaux aux fruits bezeichnet.<ref name="Kuli" />
Eine Käsewähe oder ein Käsefladen besteht aus einem Kuchenteig (aus Mehl, Salz, Butter, manchmal mit Milch oder Rahm, selten mit Ei), einem Belag aus geriebenem Hartkäse und einem Guss aus Rahm, Milch, Mehl oder Maizena und Eiern. Als Käse werden meist Emmentaler, Appenzeller, Greyerzer, Sbrinz oder Käse-Mischungen verwendet. Gewürzt wird mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss. Manchmal werden auch Zwiebeln oder Speck beigegeben. Käsekuchen<ref>Käsekuchen (Käsewähe). Auf der Webseite der Organisation Schweizer Milchproduzenten, abgerufen am 29. August 2021.</ref> werden heiß gegessen.
Verbreitung
Schweiz
Käsekuchen gehört in der Schweiz zu den beliebtesten Wähen.<ref name="Kuli" /> Er wird ganzjährig in praktisch jeder Bäckerei angeboten und in der Regel stückweise verkauft.
Traditionellerweise werden Käsekuchen und Zwiebelkuchen an der Basler Fasnacht und am Berner Zwiebelmarkt sowie anderen Herbstmärkten gegessen.<ref name="BT" /> Im Berner Oberland ist auch ein Brauch bekannt, Käsekuchen nach der Fastenzeit am Ostermontag zu essen.<ref>Gratis «Chäschueche» für Gäste. In: Jungfrau Zeitung. 25. April 2011, abgerufen am 6. Oktober 2011.</ref> In katholisch geprägten Regionen der Schweiz wird der Käsekuchen wie auch die süßen Wähen traditionellerweise von den Bäckereien jeweils am Freitag angeboten.<ref name="Kuli" />
Eine nationale Untersuchung über das Schweizer Alltagsleben in den 1930er-Jahren zeigte, dass damals noch in den Regionen mit Viehwirtschaft vor allem Käse- oder Rahmfladen vorherrschten, in den Obstbaugebieten hingegen Früchtefläden.<ref name="Kuli" />
Vorarlberg
Käsdönnala (Einzahl: Käsdönnölö, auch Lustenauer Käsfladen) ist eine Art des Käsefladens aus Lustenau. Er gilt dort als besondere Spezialität, obwohl das Rezept aus der Schweiz stammt.<ref>Das Rezept bleibt immer ein Geheimnis. In: Vorarlberg Online, 13. Oktober 2007</ref> Bei der Lustenauer Kilbi werden die Käsdönnala in großen Mengen von den lokalen Bäckern hergestellt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kilbi: Am 2. Sonntag im Oktober lädt Lustenau zum größten Volksfest im Land. ( vom 10. Dezember 2010 im Internet Archive) Auf: Lustenau online</ref>
Der Teig wird aus Mehl, Hefe und Öl zubereitet. Die Auflage wird aus geriebenem Rheintaler Käse (einer sehr würzigen Vorarlberger Käsespezialität), Margarine oder weicher Butter, fein gehackten Zwiebeln, Eiern und etwas Milch verrührt. Diese Masse wird mit Salz, Pfeffer und Muskat gewürzt. Der Teig wird, nachdem er aufgegangen ist, ausgerollt und dann mit der Masse bestrichen, danach in einem vorgeheizten Backrohr goldbraun gebacken.
Ähnliche Gerichte
Kleine runde Käseküchlein mit etwa 10 Zentimeter Durchmesser werden im Dialekt in der ganzen deutschsprachigen Schweiz als Chäs-/Käschüechli bezeichnet.<ref>Chäschüechli. Auf: gutekueche.ch, abgerufen am 22. August 2021.</ref>
Die Quiche ist ein ähnliches Gericht. Unterschiedlich ist der Teig, bei der Quiche ein Mürbeteig, und auch der Belag beinhaltet unterschiedliche Zutaten.
Der in Deutschland als Käsekuchen bekannte süße Kuchen aus Frischkäse wird in der Schweiz Quarkkuchen oder Quarktorte genannt.
Weblinks
Einzelnachweise
<references />