Julius von Königswarter
Julius Baron von Königswarter (* 25. August 1854; † 29. Mai 1918<ref>Drewes, K.: Jüdischer Adel: Nobilitierungen von Juden im Europa des 19. Jahrhunderts. Campus Verlag, 2013, ISBN 978-3-593-39775-7 (Seite 353).</ref>) war ein deutscher Unternehmer in Hannover und Generalkonsul von Portugal.<ref>Kai Drewes: Jüdischer Adel. Nobilitierungen von Juden im Europa des 19. Jahrhunderts. (Vorschau auf Google Bücher)</ref>
Leben
Von Königswarter war Mitglied der ursprünglich aus dem zu Österreich-Ungarn gehörenden Königswart in Westböhmen stammenden, später geadelten jüdischen Familie Königswarter.<ref name="NDB">Hans Jaeger: Königswarter. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 12. Duncker & Humblot, Berlin 1980, ISBN 3-428-00193-1, S. Vorlage:VonBis (deutsche-biographie.de).</ref> Der Baron hatte mit Sophia Runne, die in jungen Jahren verstarb, einen 1890 unehelich geborenen Sohn, den späteren SPD-Politiker Wilhelm Königswarter.<ref name="Mann für Mann">Bernd-Ulrich Hergemöller (Hrsg.), Nicolai Clarus (Mitarb.): Mann für Mann. Biographisches Lexikon zur Geschichte von Freundesliebe und mannmännlicher Sexualität im deutschen Sprachraum. Band 1, Lit Verlag, Berlin / Münster 2010, ISBN 978-3-643-10693-3, S. 673 f., 1483, 1552. (eingeschränkte Vorschau auf Google Bücher)</ref><ref>In Mann für Mann wird einmal von dem unehelichen Sohn geschrieben, dann aber, dass von Königswarter mit Sophia Runne verheiratet war.</ref> Verheiratet war er seit 1885 mit der Schauspielerin Henriette (geborene Jonas), die unter dem Künstlernamen Helene Jolanda unter anderem im Theater in Breslau auftrat.<ref>Kai Drewes: Jüdischer Adel. Nobilitierungen von Juden im Europa des 19. Jahrhunderts. Campus, Frankfurt 2012, ISBN 978-3-593-39775-7, S. 342, Anm. 218 (books.google.de – Ergänzung und Stammbaum).</ref><ref>Ludwig Sittenfeld: Geschichte des Breslauer Theaters von 1841 bis 1900. S. 193 (online)</ref>
Julius Baron von Königswarter studierte Rechtswissenschaft und wurde zum Dr. jur. promoviert.<ref name="Adressbuch 1915">Hans Arends, Curt Mossner, Julius Mossner: Adressbuch der Direktoren und Aufsichtsräte. Finanz-Verlag, 1915, S. 571. (Vorschau auf Google Bücher)</ref> 1884 begründete von Königswarter gemeinsam mit dem Chemiker Paul Ebell<ref name="Bornemann" /> die Chemische Fabrik Königswarter & Ebell in Linden bei Hannover.<ref name="Adressbuch 1915" /> Spätestens 1907 hatte das Unternehmen ein Patent angemeldet für ein Waschmittel namens „Ding an sich“.<ref>J. Springer: Königswarter & Ebell. In: Färber-Zeitung, Zeitschrift für Färberei, Zeugdruck und den gesamten Farbenverbrauch, 18. Jahrgang 1907.</ref> Das Unternehmen trat mit einer „eingetragenen Schutzmarke“ auch kurz als K & E auf.<ref name="Bornemann">Andreas-Andrew Bornemann: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />1884–1935 Chemische Fabrik Königswarter & Ebell Linden vor Hannover ( des Vorlage:IconExternal vom 28. August 2013 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. auf postkarten-archiv.de, zuletzt abgerufen am 24. Juni 2017</ref>
Königswarter war darüber hinaus z. B. auch als Aktionär an dem Unternehmen Hannoversche Centralheizungs- und Apparate-Bau-Anstalt AG, seit 1903 Centralheizungswerke AG, beteiligt, das offenbar auch für die Chemische Industrie relevante Anlagen herstellte.
Als Julius von Königswarter 1918 starb, übernahm sein Sohn „dessen Industrieanteile“, verlor jedoch einen großen Anteil in der Hyperinflation.<ref name="Mann für Mann" /> 1935 wurde das Unternehmen Königswarter & Ebell von der hannoverschen VARTA übernommen, die Produktion nach Hagen verlegt, 1938 die Nickel-Produktion aufgenommen<ref name="K&E">K&E Germany Webseite der Pure Batterytech, abgerufen am 11. Dezember 2021.</ref> und um 1940 von der Familie Quandt beherrscht.<ref>Joachim Scholtyseck: Der Aufstieg der Quandts. Eine deutsche Unternehmerdynastie. C. H. Beck, München 2011, ISBN 978-3-406-62251-9. (Vorschau auf Google Bücher)</ref> 2010 bis 2020 gehörte Königswarter & Ebell zur TIB Chemicals AG, seither zur australischen PBT.<ref name="K&E" />
Weblinks
- Vorlage:Deutsche Biographie/core
- Andreas-Andrew Bornemann: 1884–1935 Chemische Fabrik Königswarter & Ebell Linden vor Hannover auf postkarten-archiv.de, zuletzt abgerufen am 24. Juni 2017
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Königswarter, Julius von |
| ALTERNATIVNAMEN | Königswarter, Julius Baron von (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Unternehmer und portugiesischer Generalkonsul |
| GEBURTSDATUM | 25. August 1854 |
| STERBEDATUM | 29. Mai 1918 |
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- Familienmitglied des Adelsgeschlechts Königswarter
- Unternehmer (Hannover)
- Unternehmer (19. Jahrhundert)
- Unternehmer (20. Jahrhundert)
- Konsul
- Deutscher
- Geboren 1854
- Gestorben 1918
- Mann