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José Luís Guterres

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José Luís Guterres (2019)

José Luís Guterres (* 1. Januar 1954 in Uato-Lari, Portugiesisch-Timor)<ref>Nationalparlament Osttimors: José Luís Guterres, abgerufen am 5. Mai 2020.</ref><ref name="crises"> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />International Crises Group: Timor-Leste’s Elections: Leaving Behind a Violent Past?, Update Briefing, Asia Briefing N°134, Dili/Jakarta/Brussels, 21 February 2012 (Memento vom 3. März 2012 im Internet Archive) (PDF; 1,4 MB)</ref> kurz Lugu, ist ein Politiker aus Osttimor. Von 2006 bis 2007 und vom 8. August 2012 bis zum 16. Februar 2015 war er Außenminister des Landes. Von 2019 bis 2020 war er Präsident der Autoridade da Região Administrativa Especial de Oecusse (ARAEO). Guterres war Präsident der Partei Frenti-Mudança (FM).<ref>Timor Agora: Jose Luis Guterres Re-eleitu ba Prezidente PFM , 12. Dezember 2016, abgerufen am 25. Januar 2017.</ref>

Ausbildung

Guterres studierte an der englischen University of Cambridge, an der University of the Western Cape in Südafrika, dem Malaysiainstitut für Diplomatie und Außenpolitische Beziehungen und dem Institut für Strategische und Internationale Studien in Portugal.

Politischer Werdegang

Datei:Jose Luis Guterres, Deputy Prime Minister of Timor Leste, addressing participants, at the Horasis Global China Business Meeting 2009 - Flickr - Horasis.jpg
Guterres als stellvertretender Premierminister (2009)

Guterres war Mitglied des Zentralkomitees der FRETILIN (CCF), Osttimors größter Partei, die einen Großteil des Widerstands gegen die indonesische Besatzung organisierte. Während der Besatzungszeit lebte Guterres in Portugal, wo er mit anderen das Comité de Acção da FRETILIN (CAF) aufbaute.<ref name="UoNE">Antero Bendito da Silva, Robert Boughton, Rebecca Spence: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />FRETILIN Popular Education 1973-1978 and its Relevance to Timor-Leste Today (Memento des Vorlage:IconExternal vom 15. April 2023 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/rune.une.edu.au, University of New England, 2012, abgerufen am 5. Juni 2019.</ref> Später war er durch die FRETILIN auch Mitglied des Conselho Nacional de Resistência Timorense CNRT, des Dachverbandes der Parteien und Gruppen der osttimoresischen Unabhängigkeitsbewegung. Als Botschafter der nicht anerkannten Regierung des besetzten Landes diente Guterres in Angola, Mosambik und bei den Vereinten Nationen.

Nachdem 2002 die Unabhängigkeit Osttimors wieder hergestellt war, wurde Guterres zunächst bis 2003 stellvertretender Außenminister der Regierung. Außerdem war er Vertreter Osttimors auf dem Gipfel für Nachhaltige Entwicklung in Südafrika im August 2002 und Chef der osttimoresischen Delegation beim Ministerrat beim Treffen der CPLP in Brasilien und bei der ACP/EU-Konferenz in der Dominikanischen Republik im Juli 2002. Am 8. Mai 2003 wurde er der erste offizielle Botschafter Osttimors bei den Vereinten Nationen und den USA.

2006 brachen nach der Meuterei von fast der Hälfte der Soldaten des Landes Unruhen in Osttimor aus. Die FRETILIN-Regierung unter Marí Alkatiri war schließlich zum Rücktritt gezwungen. Für Alkatiri übernahm der parteilose José Ramos-Horta das Amt des Premierministers. Guterres hatte zuvor abgelehnt, Premier zu werden und wurde dafür Außenminister Osttimors anstelle von Ramos-Horta.<ref>Tagesschau, 8. Juli 2006, Ramos-Orta soll Osttimor befrieden (tagesschau.de-Archiv)</ref> Als Anführer der Gruppe FRETILIN Mudança (Reform-FRETILIN) scheiterte Guterres auf einem Parteitag 2006 bei dem Versuch, Alkatiri auch als Generalsekretär der FRETILIN zu stürzen.<ref name="Australian"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />The Australian, 9. August 2007, Fretilin sidelined in Timorese cabinet (Memento vom 31. August 2007 im Internet Archive)</ref>

Guterres blieb Außenminister bis zum 19. Mai 2007. Ramos-Horta hatte die Präsidentschaftswahlen vom 9. Mai 2007 gewonnen und trat daher am Tag vor seiner Vereidigung als neuer Staatspräsident als Premierminister zurück. Sein Nachfolger, der FRETILIN-Mann Estanislau da Silva, ein Verbündeter Alkatiris, übernahm Guterres nicht in die neue Regierung. Die Konfrontation der FRETILIN Mudança mit der eigenen Partei eskalierte nach den Parlamentswahlen am 30. Juni 2007, die für die FRETILIN mit dem Verlust der absoluten Mehrheit im Parlament Osttimors endeten, auch wenn sie trotzdem die stärkste Partei blieb. Alkatiri erwirkte gegen die Angehörigen der FRETILIN Mudança ein Parteiausschlussverfahren, da sie Wähler aufgefordert hatten, den Hauptkonkurrenten Xanana Gusmão vom Congresso Nacional da Reconstrução Timorense CNRT zu wählen. Der Aufforderung, die FRETILIN freiwillig zu verlassen, kamen die Reformer nicht nach.<ref name="Australian"/> Guterres und die anderen wurden aus der FRETILIN ausgeschlossen.<ref name="AKI"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />AKI, 24. August 2007, East Timor: Fretilin says no to joining government as calm returns to capital (Memento vom 21. August 2014 im Internet Archive)</ref>

Gusmão wurde nach den Wahlen als Führer der Koalition „Aliança da Maioria Parlamentar AMP“ mit der Regierungsbildung beauftragt. Überraschend ernannte er José Luis Guterres zum stellvertretenden Premierminister, was als Zeichen gewertet wurde, dass den Reformkräften in der FRETILIN eine Teilnahme an der Regierung ermöglicht werden sollte.<ref name="Australian"/> Die FRETILIN selbst lehnte ein nachträgliches Angebot zur Beteiligung an der Regierung ab.<ref name="AKI"/>

Ende September 2009 wurde Guterres von Sebastião Ximenes, dem osttimoresischen Ombudsmann, Korruption vorgeworfen. Ximenes legte dem Generalstaatsanwalt einen Bericht zur Untersuchung vor. Bevor er 2006 von seinem Posten als UN-Botschafter nach Osttimor zurückkehrte, soll Guterres seine Ehefrau Ana Maria Valerio zur Beraterin des UN-Botschafters ernannt und ihr Gehalt von einer einfachen Mitarbeiterin auf jenes einer Diplomatin erhöht haben. Guterres habe befürchtet, dass bei dem sonst niedrigen Gehalt seine Familie in New York auf der Straße gestanden hätte, falls er ohne neue Beschäftigung geblieben wäre. Valerio erhielt knapp 20.000 US-Dollar für drei Monate Arbeit. Laut dem Bericht des Ombudsmanns habe ihr aber dieses Gehalt nicht zugestanden, da sie keine osttimoresische Staatsbürgerin ist und auch nicht mindestens acht Jahre im Land gelebt hatte. Guterres betonte, der damalige Premierminister Ramos-Horta habe die Entscheidung seinerzeit genehmigt, ebenso der Generalsekretär und der stellvertretende Außenminister. Er selbst habe nichts falsch gemacht.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />The Australian, 30. September 2009, Deputy East Timor PM Jose Luis Guterres corruption claim (Memento vom 2. Oktober 2009 im Internet Archive)</ref> Ximenes wurde noch von der Alkatiri-Regierung eingestellt und steht der nun oppositionellen FRETILIN nahe. Nach mehreren ähnlichen Vorwürfen gegen verschiedene Mitglieder der Regierung warf Premierminister Gusmão Ximenes Befangenheit vor.<ref>ABC Radio: E Timor Government attacks Ombudsman investigation, 7. August 2009, abgerufen am 6. Januar 2015.</ref>

Datei:2019-12-17 José Luís Guterres und Francisco Guteerres.jpg
ARAEO-Präsident José Luís Guterres und Staatspräsident Francisco Guterres (2019)

Am 31. Juli 2010 wurde Guterres zum Präsidenten des Nationalen Olympischen Komitees (Comité Olímpico Nacional de Timor-Leste CONTL) gewählt.<ref>Comité Olímpico Nacional de Timor-Leste. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 23. Februar 2013; abgerufen am 24. Dezember 2012.</ref> Dieses Amt hatte er bis 2013 inne.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Comité Olímpico Nacional de Timor-Leste (Memento vom 31. Januar 2016 im Internet Archive), abgerufen am 17. Januar 2015.</ref>

Im September 2010 wurde Guterres wegen Amtsmissbrauch und Korruption von der Staatsanwaltschaft angeklagt und daraufhin von Premierminister Gusmão und dem Parlament von seinem Amt vorläufig suspendiert.<ref>Tempo Semanal, 23. September 2010, Breaking News: Vice Prime Minister "Lugu" and Foreign Minister Zac da Costa - Indicted</ref> Hintergrund waren die Vorwürfe bezüglich der Vergabe des hochdotierten Diplomatenpostens an die Ehefrau von Guterres.<ref>ABC, 1. Oktober 2010, E Timor ministers indicted over corruption claims</ref> Guterres verwies darauf, dass seine Frau das Amt von der damaligen stellvertretenden Außenministerin Adaljíza Magno (FRETILIN) erhalten habe.<ref>Radio Timor-Leste, 3. März 2011, I am innocent, says Deputy Prime Minister Guterres</ref> 2011 ernannte Premierminister Gusmão Emília Pires zu seiner Vertreterin, während er vom 1. bis zum 11. März auf Dienstreise im Ausland war. José Luís Guterres sollte sich zunächst seiner Gerichtsverhandlung stellen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.</ref> Das Verfahren verzögerte sich, da das Parlament die Immunität von Guterres noch nicht aufgehoben hatte. Dies geschah am 6. April.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Jornal Digital, 7. April 2011, Timor-Leste: Parlamento suspende vice-primeiro-ministro (Memento vom 29. Oktober 2013 im Internet Archive) (portugiesisch)</ref><ref>Timor Post, 3. März 2011, Courts postpones trial for Guterres</ref><ref>Timor Post, 3. März 2011, Parliament ready to remove Guterres’ immunity</ref><ref>Suara Timor Lorosa’e, 3. März 2011, Deputy Prime Minister Guterres: “I am innocent, not corrupt”</ref><ref>Suara Timor Lorosa’e, 3. März 2011, Parliament is waiting for the report of Committee I before deciding to suspend Guterres</ref> Am 9. Mai wurde Guterres durch das Gericht von den Anschuldigungen freigesprochen.<ref>Diario Nacional, 12. Mai 2011, Horta calls for everyone to be subjected to the courts’ decision</ref>

Am 28. April 2011 wurde die FRETILIN Mudança als eigenständige Partei registriert.<ref name="DN">Diario Nacional, 28. April 2011, Fretilin Mudansa registered as a political party</ref> Die Zulassung zu den Parlamentswahlen in Osttimor 2012 erfolgte schließlich im August nach der Umbenennung in Frenti-Mudança (FM).<ref>Suara Timor Leste, 12. August 2011, I congrulates Guterres, says Alkatiri</ref> Bei den Präsidentschaftswahlen in Osttimor 2012 am 17. März trat Guterres als Kandidat an und scheiterte mit 1,99 % der Stimmen. Bei den Parlamentswahlen in Osttimor 2012 schaffte die Frenti-Mudança mit zwei Sitzen den Einzug ins Nationalparlament. Guterres verzichtete auf den Parlamentssitz, um in der Regierungskoalition mit CNRT und PD ab dem 8. August 2012 wieder Außenminister zu sein.

Bei der Regierungsumbildung 2015 verlor Guterres sein Amt als Außenminister. Sein Nachfolger wurde Hernâni Coelho. Guterres kehrte als Fraktionsvorsitzender der FM ins Nationalparlament zurück.

Auch die Präsidentschaftswahlen in Osttimor 2017 verliefen für Guterres nicht erfolgreich. Bei der Abstimmung am 20. März erhielt Guterres nur 2,62 % der Stimmen<ref name="STAEproviz">STAE: Vorläufige Ergebnisse, abgerufen am 22. März 2017.</ref>, bei den Parlamentswahlen am 22. Juli 2017 scheiterte die FM an der Vier-Prozent-Hürde und Guterres verlor sein Abgeordnetenamt.

Am 6. November 2019 nominierte der osttimoresische Ministerrat Guterres zum neuen Präsidenten der Autoridade da Região Administrativa Especial de Oecusse (ARAEO).<ref>Regierung Osttimors: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Konsellu Ministru Aprova Nomeasaun Eis Vise Primeiru-Ministru, José Luís Guterres ba Prezidente Autoridade Foun RAEOA, 6. November 2019 (Memento des Vorlage:IconExternal vom 7. November 2019 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.gpm.gov.tl, abgerufen am 7. November 2019.</ref> Nach Kritik an seiner Amtsführung und der Verschiebung der Machtverhältnisse in der VIII. Regierung wurde Guterres am 10. Juni 2020 als Präsident entlassen.<ref>Lusa: Ex-presidente da autoridade timorense de Oecusse lamenta, mas aceita exoneração, 10. Juni 2020, abgerufen am 10. Juni 2020.</ref>

Seit 2025 ist Guterres wieder osttimoresischer Botschafter in den Vereinigten Staaten, mit Zweitakkreditierung für Kanada (3. Dezember 2025) und<ref>Ministry of Foreign Affairs and Cooperation of Timor-Leste: H.E.Jose Luis Guterres, Ambassador of Timor-Leste to the United States, also to Mexico has formally presented his credentials as Timor-Leste’s Ambassador Non-Resident to Canada, to the Governor General and Commander-in-Chief of Canada Her Excellency the Right Honorable Mary May Simon. , 10. Januar 2026, abgerufen am 10. Januar 2026.</ref> Mexiko (11. Dezember 2025).<ref>Ministry of Foreign Affairs and Cooperation of Timor-Leste: H.E.Jose Luis Guterres, Ambassador of Timor-Leste to the United States, is also accredited to Canada has presented copies of Credentials as Non-Resident Timor-Leste Ambassador to Mexico, 10. Januar 2026, abgerufen am 10. Januar 2026.</ref>

Familie

Guterres ist mit Ana Maria Valerio verheiratet und hat zwei Kinder. Seine Schwester Isabel Guterres ist seit 2012 Ministerin für Soziale Solidarität.<ref>Tempo Semanal: EAST TIMORESE FIFTH GOVERNMENT: AN OLIGARCHY, 6. August 2012, abgerufen am 6. August 2012</ref> Guterres ist zudem der Neffe von Leão Pedro dos Reis Amaral und Clementino dos Reis Amaral.

Weblinks

Commons: José Luís Guterres – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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Minister: José Ramos-Horta (1975–1977) | Marí Alkatiri (1977–2000) | José Ramos-Horta (2000–2006) | José Luís Guterres (2006–2007) | Adaljíza Magno (2007 amtsführend) | Zacarias da Costa (2007–2012) | José Luís Guterres (2012–2015) | Hernâni Coelho (2015–2017) | Aurélio Sérgio Cristóvão Guterres (2017–2018) | Dionísio Babo (2018–2020) | Adaljíza Magno (2020–2023) | Bendito Freitas (seit 2023)

Vizeminister: Guilhermina Araújo (1975–?) | Jorge da Conceição Teme (2001–2003) | Fernando de Araújo (2001–2002) | José Luís Guterres (2002) | Olímpio Branco (2002–2005) | Adaljíza Magno (2005–2007) | Alberto Carlos (2010–2012) | Constâncio Pinto (2012–2015) | Roberto Soares (2015–2017) | Adaljíza Magno (2017–2018) | Julião da Silva (2020–2023) Milena da Costa Rangel* (seit 2023)

*Vizeministerin für ASEAN-Angelegenheiten

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