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Joachim Brendel

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Joachim Brendel (* 27. April 1921 in Ulrichshalben bei Weimar; † 7. Juli 1974 in Köln<ref name="Scherzer_S610">Veit Scherzer: Die Inhaber des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes 1939 von Heer, Luftwaffe, Kriegsmarine, Waffen-SS, Volkssturm sowie mit Deutschland verbündeter Streitkräfte nach den Unterlagen des Bundesarchives. Scherzers Militaer-Verlag, Ranis/Jena 2007, S. 610.</ref>) war ein deutscher Offizier. Zuletzt im Range eines Hauptmanns der Luftwaffe errang er im Zweiten Weltkrieg 189 bestätigte Luftsiege.

Militärbiografie

Brendel kam mit Beginn des Unternehmens Barbarossa im Juni 1941 als Leutnant und Rottenflieger an die Ostfront, wo er dem Jagdgeschwader 51 zugeteilt wurde.<ref name="Obermaier 77">Ernst Obermaier (1966): Die Ritterkreuzträger der Luftwaffe Jagdflieger 1939–1945. Verlag Dieter Hoffmann 1966. S. 77.</ref><ref name="Brütting">Georg Brütting: Das Buch der deutschen Fluggeschichte, Band 3, Brunnen-Verlag Stuttgart 1979, ISBN 3-87174-001-2, S. 440.</ref> Am 29. Juni 1941, seinen vierten Feindflug, erzielte Brendel seinen ersten Luftsieg.<ref name="Musciano 108">Walter A. Musciano: Die berühmten ME 109 und ihre Piloten 1939–1945, Motorbuch-Verlag Stuttgart 1989, ISBN 3-613-01236-7, S. 108.</ref> Weitere 116 blieben ohne Abschüsse.<ref name="Musciano 108" /> Das Geschwader nahm in der zweiten Jahreshälfte 1941 am Vormarsch des Heeres über Bobruisk-Brjansk-Smolensk bis vor Moskau teil.<ref name="Dierich_S51" /> Anschließend flog die 1. Staffel im Raum Ilmensee sowie später um die Schlachten bei Cholm und Demjansk.<ref name="Dierich_S51">Wolfgang Dierich: Die Verbände der Luftwaffe 1935–1945 – Gliederungen und Kurzchroniken, Motorbuch-Verlag Stuttgart 1976, ISBN 3-87943-437-9, S. 51.</ref> Am 31. März 1942 erzielte Brendel seinen zweiten Luftsieg.<ref name="Musciano 108" /> Anschließend flog Brendel bis Ende 1942 Jagdbombereinsätze (Jabo) in der I. Gruppe des Jagdgeschwader 51,<ref name="Obermaier 77" /><ref name="Musciano 108" /> wobei er zehn weitere Luftsiege errang.<ref name="Musciano 108" /> Im Frühjahr 1943 stiegen Brendels Abschusszahlen an. Am 24. Februar 1943 erfolgte sein 20. Abschuss, am 5. Mai 1943 stieg die Zahl auf 30 und am 10. Juni 1943 auf 40. Am 9. Juli 1943, seinen 412. Feindflug, erreichte er 50 Abschüsse.<ref name="Musciano 108" /> Unter anderem war er hier und seine Gruppe beim Unternehmen Zitadelle eingesetzt.<ref name="Dierich 52">Wolfgang Dierich: Die Verbände der Luftwaffe 1935–1945 – Gliederungen und Kurzchroniken, Motorbuch-Verlag Stuttgart 1976, ISBN 3-87943-437-9, S. 52.</ref> Bereits am 17. Mai 1943 hatte Brendel das Deutsche Kreuz in Gold erhalten.<ref name="Scherzer_S2420">Veit Scherzer: Die Inhaber des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes 1939 von Heer, Luftwaffe, Kriegsmarine, Waffen-SS, Volkssturm sowie mit Deutschland verbündeter Streitkräfte nach den Unterlagen des Bundesarchives. Scherzers Militaer-Verlag, Ranis/Jena 2007, S. 2420.</ref>

Am 22. November 1943 flog Brendel seinen 551. Feindflug und errang seinen 95. Luftsieg.<ref name="Musciano 108" /> Hierfür wurde Brendel als Oberleutnant und Staffelkapitän der 1. Staffel des Jagdgeschwaders 51 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet.<ref name="Scherzer_S610" /><ref name="Obermaier 77" /> Nach weiteren Feindflügen in der Reichsverteidigung über das Jahr 1944 hinweg, erreichte Brendel am 16. Oktober 1944 seinen 150. Luftsieg.<ref name="Musciano 108" /> Am 14. Januar 1945 erhielt Brendel als Hauptmann und Kommandeur der III. Gruppe des Jagdgeschwaders 51, nach nunmehr 156 Luftsiegen, das Eichenlaub zum Ritterkreuz (697. Verleihung) ausgehändigt.<ref>Peter Schmitz: Die deutschen Divisionen 1939–1945, Band I, Biblio-Verlag 1993, ISBN 978-3-7648-2421-1, S. 88. Aufriss unter google.books einsehbar</ref> Am 23. Februar 1945 erzielte Brendel seinen 175. Luftsieg. Am 25. April 1945 folgte sein 189. und letzter Luftsieg.<ref name="Musciano 108" />

Bei Kriegsende fungierte er als Kommandeur der III. Gruppe des Jagdgeschwaders 51.<ref name="Obermaier 77" /><ref>Werner Girbig: Start im Morgengrauen – Eine Chronik vom Untergang der deutschen Jagdwaffe im Westen 1944/1945. Motorbuch Verlag Stuttgart 1992, S. 278.</ref> Insgesamt flog Brendel 950 Feindflüge, davon 162 Jabo-Einsätze.<ref name="Brütting" /><ref name="Obermaier 77" /> Die I. Gruppe des Jagdgeschwaders 51 lag im April 1945 in der eingeschlossenen Weichselniederung und wurde mit der III. Gruppe des Geschwaders vereint, um sich sodann Richtung Westen abzusetzen.<ref name="Dierich 52" /> Insgesamt errang Brendel 189 Luftsiege.<ref>Don McCombs, Fred L. Worth: World War II – 4,139 strange and fascinating facts, Gramercy 1994, ISBN 978-0-517-42286-1, S. 344. Aufriss unter google.books einsehbar</ref><ref>John Weal, Mike Chappell: Focke-Wulf Fw 190 Aces of the Russian Front, Osprey Publishing 1995, ISBN 978-1-85532-518-0, S. 95. Aufriss unter google.books einsehbar</ref><ref name="Obermaier 77" /><ref>Toliver/Constable: Das waren die deutschen Jagdflieger-Asse 1939–1945, Motorbuch-Verlag Stuttgart 1994, ISBN 3-87943-193-0, S. 387.</ref><ref>Walter A. Musciano: Messerschmitt Aces, Arco N.Y. 1982, ISBN 978-0-668-04887-3, S. 91. Aufriss unter google.books einsehbar</ref><ref>Gebhard Aders, Werner Held: Chronik Jagdgeschwader 51 „Möders“, Motorbuch-Verlag 2011, ISBN 978-3-613-03065-7, S. 256.</ref> 90 davon gegen stark gepanzerte Flugzeuge vom Typ Iljuschin Il-2.<ref name="Obermaier 77" /><ref>John Weal, Iain Wyllie: Bf 109 Aces of the Russian Front, Osprey Publishing 2001, ISBN 978-1-84176-084-1, S. 45. Aufriss unter google.books einsehbar</ref> Andere Quellen benennen 88 Abschüsse der Il-2.<ref>Trevor J Constable, Raymond F Toliver: Horrido! Fighter aces of the Luftwaffe, New York Macmillan 1968, S. 208. Aufriss unter google.books einsehbar</ref>

Siehe auch

Einzelnachweise

<references />

{{#if: Brendel, Joachim | {{#if: | {{#if: deutscher Jagdpilot und Hauptmann der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg | {{#if: 27. April 1921 | {{#if: Ulrichshalben | {{#if: 7. Juli 1974 | {{#if: Köln |

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