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Brjansk

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Vorlage:Hinweisbaustein Vorlage:Infobox Ort in Russland Brjansk (Vorlage:RuS) ist eine Stadt und Verwaltungszentrum der gleichnamigen Oblast in Russland, rund 380 km südwestlich von Moskau. Die Stadt hat Vorlage:EWZ Einwohner (Stand Vorlage:EWD)<ref name="einwohner_aktuell" /> und liegt am Fluss Desna.

Geschichte

Brjansk wurde vermutlich 985 unter Fürst Wladimir I. von Kiew als Missions- und Verteidigungsvorposten am rechten Ufer der Desna gegründet und 1146 erstmals in einer Chronik erwähnt. Der ursprüngliche Stadtname „Dĭbrjanĭskŭ“ leitete sich vom altostslawischen Dĭbrĭ ab, das für Tal oder Schlucht steht. Im 13. Jahrhundert wurde es selbständig und war Fürsten- und Bischofssitz des Fürstentum Brjansk. Die Invasion der Goldenen Horde führte zum Niedergang. Ab 1356 stand Brjansk unter litauischer Herrschaft. 1503 kam die Stadt zum Moskauer Reich.

Im 17. Jahrhundert entwickelte sich Brjansk zu einer wichtigen Festungs- und Handelsstadt mit jährlich stattfindenden großen Jahrmärkten. Seit 1709 gehörte Brjansk zum Gouvernement Kiew, ab 1778 zu Orjol. Mit einem Dekret des Zaren Peters des Großen wurde die erste Schiffswerft für den Bau der Schwarzmeerflotte gegründet. Die Kriege gegen das Osmanische Reich mit den Asowfeldzügen und gegen Schweden im Großen Nordischen Krieg brachten einen erneuten Aufschwung für Brjansk. 1788 wurde eine Waffenfabrik für Artillerie eröffnet. Napoleon Bonaparte versuchte 1812 mehrmals, die strategisch wichtige Stadt zu erobern, scheiterte aber. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Brjansk zu einem Industriezentrum mit Schienenwalz- und Eisenhüttenwerken, Maschinenbau sowie Textilfabriken und Seilereien.

Nach der Oktoberrevolution kamen neue Industriebetriebe hinzu, es wurden Kraftwerke und Eisenbahnfabriken errichtet.

Vom 6. Oktober 1941 bis zum 17. September 1943 war Brjansk von der Wehrmacht nach der Doppelschlacht von Wjasma und Brjansk besetzt. Die Wälder der Region waren während der Besatzung eines der Hauptaktionsgebiete der Partisanen in Russland. Etwa 60.000 Partisanen waren zeitweise in diesem Gebiet tätig. Seit Anfang 1942 kontrollierten die Partisanen einen Großteil des von den Deutschen besetzten Gebietes. Wie in anderen besetzten sowjetischen Gebieten fanden auch hier regelmäßig Hinrichtungen im Rahmen der „Partisanenbekämpfung“ statt.

Jene Bevölkerung, die nicht von der Roten Armee rechtzeitig evakuiert werden konnte und bleiben musste, hatte unter der deutschen Besetzung zu leiden. Vieh und Lebensmittel wurden nach Deutschland transportiert, so dass die Bewohner der Stadt nur noch ein Minimum der zur Verfügung stehenden Nahrung erhielten. Arbeit gab es kaum noch, da viele Betriebe und Fabriken von den Deutschen geschlossen und/oder zerstört wurden. Seit 1942 wurden zudem viele Bewohner im arbeitsfähigen Alter nach Deutschland verschleppt, um dort Zwangsarbeit zu leisten. Bei der Befreiung im September 1943 hatte Brjansk nur noch etwa 5000 Einwohner.

In der Stadt bestand das Kriegsgefangenenlager 326 für deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs.<ref>Erich Maschke (Hrsg.): Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des zweiten Weltkrieges. Verlag Ernst und Werner Gieseking, Bielefeld 1962–1977.</ref> In der benachbarten Stadt Beschiza, die von 1936 bis 1943 Ordschonikidsegrad hieß und seit der Eingemeindung nach Brjansk 1956 deren Stadtrajon Beschizki bildet, bestand das Kriegsgefangenenlager 252.<ref>zur Geschichte Brjansks während der Besetzung siehe folgende Dissertation: Sebastian Stopper: Das Brjansker Gebiet unter der Besatzungsherrschaft der Wehrmacht 1941 bis 1943. Diss, HU Berlin 2012 (online)</ref>

Brjansk ist ein wichtiger Industriestandort. Es werden elektronische Bauteile, Turbinen, Lokomotiven sowie Komponenten für das Militär, insbesondere Raketentechnik, produziert. Im März 2026 kam es im Zuge des Ukraine-Krieges zu einem ukrainischen Angriff mit Storm-Shadow-Marschflugkörpern auf eine der Rüstungsfabriken mit mehreren Todesopfern und erheblichem Sachschaden.<ref>Ukraine-Krieg: Selenskyj vermeldet Angriff auf russische Rüstungsfabrik in Brjansk – mehrere Tote In: Deutschlandfunk. Abgerufen am 11. März 2026.</ref> Die Stadt ist Sitz des Nutzfahrzeugherstellers BAZ, der schwere LKW und Militärfahrzeuge herstellt. BAZ ist ein Tochterunternehmen von ZIL.<ref>https://www.baz32.ru/</ref> Brjansk ist Verwaltungszentrum und kulturelles Zentrum der gleichnamigen Oblast und hat einen Eisenbahnknoten mit großem Rangierbahnhof.

Am 1. Juli 2012 wurde die russisch-orthodoxe Dreifaltigkeits-Kathedrale wiedereröffnet. Die frühere Dreifaltigkeits-Kathedrale wurde Ende des 19. Jahrhunderts erbaut. Sie wurde nach der Oktoberrevolution 1917 zwangsgeschlossen, in den 1960er Jahren abgerissen und ab 2010 originalgetreu wiederaufgebaut. Sie bietet Platz für etwa 3000 Gläubige.<ref>http://www.vesti.ru/doc.html?id=837356&cid=7</ref>

Bevölkerungsentwicklung

Jahr Einwohner Anmerkung
1897 24.781
1939 179.946 davon Brjansk 87.490, Ordschonikidsegrad 82.334, Urizki 10.122
1959 207.319
1970 317.504
1979 394.210
1989 452.160
2002 431.526
2010 415.721

Anmerkung: Volkszählungsdaten

Stadtgliederung

Stadtrajon
(Gorodskoi Rajon)
Russischer Name Einwohner
(Vorlage:EWD)<ref name="einwohner_aktuell" />
Bemerkung
Beschizki Бежицкий Vorlage:EWZT bis zur Eingemeindung 1956 selbständige Stadt Beschiza (Бежица); dem Rajon ist außerdem die Siedlung städtischen Typs Radiza-Krylowka (Радица-Крыловка; Vorlage:EWZT Einwohner) unterstellt
Fokinski Фокинский Vorlage:EWZT dem Rajon ist außerdem die Siedlung städtischen Typs Belyje Berega (Белые Берега; Vorlage:EWZT Einwohner) unterstellt
Sowetski Советский Vorlage:EWZT
Wolodarski Володарский Vorlage:EWZT dem Rajon ist außerdem die Siedlung städtischen Typs Bolschoje Polpino (Большое Полпино; Vorlage:EWZT Einwohner) unterstellt

Die Gesamteinwohnerzahl des Stadtkreises Brjansk mit den drei administrativ unterstellten Siedlungen städtischen Typs beträgt Vorlage:EWZT.

Wirtschaft

In Brjansk gibt es metallverarbeitende Industrie, Fahrzeug- und Maschinenbau, weiterhin chemische Industrie, Elektronik- und Textilindustrie. Besonders bekannt ist die Brjansker Lokomotivfabrik, der Halbleiterhersteller Kremnij El und das Brjansker Automobilwerk.

Verkehr

Brjansk ist mit der russischen Hauptstadt Moskau über die Fernstraße M3 Ukraina verbunden. Hier wird sie von der R120 gekreuzt, die in nordwestlicher Richtung über Smolensk zur belarussischen Grenze verläuft. Gleichzeitig ist die Stadt Ausgangspunkt der Abzweigung A240, die in westlicher Richtung ebenfalls nach Belarus führt.

Weiterführende Bildungseinrichtungen

  • Filiale des Juristischen Instituts des Innenministeriums Russlands in Brjansk
  • Filiale des Neuen Juristischen Instituts Moskau
  • Filiale des Allrussischen Ferninstituts für Finanzwesen und Ökonomie
  • Staatliche Akademie I.-G.-Petrowski-Universität Brjansk
  • Staatliche Ingenieurtechnologische Akademie Brjansk
  • Staatliche Landwirtschaftliche Akademie Brjansk
  • Staatliche Technische Universität Brjansk
Datei:Bryansk - Spaso-Grobovskaya church.JPG
Heilig-Grab-Kirche (1904)

Sport

Der 1931 gegründete Fußballverein FK Dynamo Brjansk vertritt die Stadt in der dritthöchsten russischen Spielklasse 2. Division.

Sonstiges

Als Mahnung an die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl, welche im Jahr 1986 rund 300 km entfernt stattfand, kann man im Zentrum von Brjansk die Belastung der Radioaktivität auf einer Digitalanzeige ablesen. Über der Stadt selbst regneten nach der Explosion allerdings keine kontaminierten Wolken ab.

Städtepartnerschaften

Brjansk listet fünfzehn Partnerstädte auf:<ref>Vorlage:Cite web</ref>

Stadt Land
Auce Vorlage:LVA
Dupniza Vorlage:BGR
Győr Vorlage:HUN
Homel Vorlage:BLR
Ischewsk Vorlage:RUS
Karlowo Vorlage:BGR
Konin Vorlage:POL
Mahiljou Vorlage:BLR
Minsk Vorlage:BLR
Naujoji Akmenė Vorlage:LTU
Omsk Vorlage:RUS
Orjol Vorlage:RUS
Sewerodwinsk Vorlage:RUS

Söhne und Töchter der Stadt

Klimatabelle

Vorlage:Klimatabelle

Einzelnachweise

<references />

Weblinks

Vorlage:Commonscat Vorlage:Wiktionary

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