Jetzira
Jetzira (he. יצירה ‚Formung‘) ist die dritte der vier Welten in der jüdischen Kabbala. Die Verbindung des pythagoreischen Konzepts der vier Welten mit dem der zehn Sephiroth erschien erstmals im 12. Jahrhundert im provencalischen Sefer ha-Bahir und wurde in beinahe der gesamten späteren kabbalistischen Tradition ausgearbeitet.<ref>Leonora Leet: The Universal Kabbalah. Rochester: Inner Traditions 2004, S. 6.</ref> Diesem Konzept zufolge steigen die vier Welten zunehmend von reinstem Geist bis hin zu unreiner Materie ab.<ref name=leet18>Leonora Leet: The Universal Kabbalah. Rochester: Inner Traditions 2004, S. 18.</ref> Die Gartenwelt des dritten Schöpfungstages wird mit Jetzira identifiziert, diese Welt wird in der Kabbala mit dem Garten Eden und dem Sündenfall assoziiert.<ref name=leet18/> Sowohl die Engel (malachim) als auch die Dämonen (shedim) sind in dieser Welt verortet, und ihr Einfluss erstreckt sich auf die vierte Welt. Der nach jüdischer Vorstellung vorhandene gute und böse „Trieb“ im Menschen können auf Jetzira zurückgeführt werden.<ref>Leonora Leet: The Universal Kabbalah. Rochester: Inner Traditions 2004, S. 97.</ref> Die vier Welten und der kabbalistische Baum des Lebens werden auf zwei unterschiedliche Arten aufeinander bezogen; die eine setzt einen Baum des Lebens für jede dieser Welten voraus, die andere, häufigere, schreibt die Sephiroth unterschiedlichen Welten zu, wobei die Sephiroth Chesed/Gedulah, Din/Gewurah, Tiphereth, Nezach, Hod und Jesod der Welt Jetzira entsprechen.<ref>Four Worlds. In: John Michael Greer: The New Encyclopedia of the Occult. St. Paul: Llewellyn Publications 2004, S. 180.</ref> Auf der menschlichen Ebene wird Jetzira mit Gefühlen und der Macht der Sprache assoziiert.<ref>Estelle Frankel: Sacred Therapy: Jewish Spiritual Teachings on Emotional Healing and Inner Wholeness. Boston: Shambhala Publications 2005, S. 263.</ref>
Siehe auch
Einzelnachweise
<references/>