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Johnny Hallyday

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Jean-Philippe Smet)

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Johnny Hallyday (2014)

Johnny Hallyday (französische Aussprache: [<templatestyles src="IPA/styles.css" />d͡ʒɔni aliˈdɛ]; * 15. Juni 1943 als Jean-Philippe Léo Smet in Paris; † 5. Dezember 2017 in Marnes-la-Coquette<ref>Lieblingssänger der Franzosen: Johnny Hallyday ist tot. srf.ch, 6. Dezember 2017, abgerufen am 6. Dezember 2017.
Er starb in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch, den 6. Dezember 2017, kurz vor drei Uhr, so: Johnny Hallyday est mort à l’âge de 74 ans. Le Parisien, 6. Dezember 2017, abgerufen am 6. Dezember 2017 (französisch).</ref>) war ein französischer Sänger, Songwriter und Schauspieler.

Herkunft und Anfänge

Jean-Philippe Smet war Sohn eines belgischen Schauspielers, Sängers und Tänzers. Der Vater verließ die Familie, als er acht Monate alt war. Er wuchs bei Desta Mar, der Schwester seiner Mutter, auf. Sie nahm ihn zusammen mit ihren Töchtern ab 1944 auf Tanztourneen mit.<ref>Thierry Ardisson: Interview “Première fois”: Johnny Hallyday. Institut national de l’audiovisuel (ina.fr) / Dailymotion, 23. September 2003, abgerufen am 6. Dezember 2017 (Video 9:48 Minuten; französisch).</ref><ref>Sabine Glaubitz (dpa): Idol der Generationen: Frankreichs Ikone Hallyday tritt ab. n-tv, 6. Dezember 2017, abgerufen am 6. Dezember 2017.</ref> Desta Mar heiratete den US-amerikanischen Tänzer Lee Hallyday, dessen Familiennamen Smet später als Künstlernamen annahm.<ref>Lee Hallyday. In: Discogs. Abgerufen am 28. Juli 2023.</ref><ref>Desta Halliday, une flamme s’éteint … | Johnny Hallyday. 24. Juli 2011, abgerufen am 28. Juli 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

In den 1960er Jahren wurde Johnny Hallyday mit in französischer Sprache gesungener Rockmusik bekannt. Er wurde vom Musikverleger Jacques Wolfsohn entdeckt und von der Plattenfirma Disques Vogue unter Vertrag genommen.<ref>Radio Swiss Classic. Abgerufen am 28. Juli 2023.</ref>

Musikalische Karriere

Hallyday veröffentlichte am 14. März 1960 bei Vogue seine erste Single, T’aimer follement.<ref>Johnny Hallyday - T'aimer Follement. Discogs, 14. März 1960, abgerufen am 28. Juli 2023.</ref> Es folgten im selben Jahr Itsy bitsy, petit bikini,<ref>Johnny Hallyday - Itsy Bitsy Petit Bikini. In: Discogs. 1960, abgerufen am 28. Juli 2023.</ref> die französische Coverversion von Itsy Bitsy Teenie Weenie Yellow Polka Dot Bikini, und im November Le P’tit clown de ton coeur.<ref>Johnny Hallyday - Le P'tit Clown De Ton Cœur / Oui J'Ai. In: Discogs. 1960, abgerufen am 28. Juli 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 1961 wechselte er zur Plattenfirma Philips, die ihm größere finanzielle Möglichkeiten bot, und blieb dort (über die Nachfolgefirma Universal) bis 2006 unter Vertrag. Danach veröffentlichte er bei Warner und verfügte von nun an über mehr Rechte an seinen Liedern. Er verstand es von Anfang an, das nordamerikanische Lebensgefühl musikalisch ins Romanische zu übertragen. Er spielte den Vorzeigejungen am Strand der Côte d’Azur, der ein Mädchen sucht (Je cherche une fille), ebenso wie den Straßenjungen, der seine Macho-Haltung ins Sanfte wandelt, und galt lange als „Chamäleon des Popmusikgeschäfts“.

Datei:Performance of Johnny Hallyday, 1963 - 08.jpg
Johnny Hallyday, 1963

Hallyday unternahm einige Versuche, auch auf dem deutschen Plattenmarkt Fuß zu fassen (u. a. mit Ja, der Elefant im Jahr 1962, Mein Leben fängt erst richtig an 1964, Lass' die Leute doch reden 1966 und Das alte Haus in New Orleans 1967 zusammen mit Achim Reichel und den Rattles).<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />The Rattles: * Zum 50jährigen Bühnenjubiläum kommt die Band mit neuem Album *. (Memento vom 6. Dezember 2017 im Internet Archive) hier-luebeck.de, 5. Januar 2011, abgerufen am 6. Dezember 2017.</ref> Seinem ersten öffentlichen Auftritt in Deutschland in der Hamburger Musikhalle sah die Bild-Zeitung mit einer „gewissen Katastrophengeilheit“ (Der Spiegel) entgegen: „Was kommt da auf uns zu?“, fragte das Boulevardblatt. Nach einem Auftritt Hallydays auf der Place de la Nation 1963 in Paris randalierten 150.000 Personen, zerstörten Schaufenster, U-Bahnhöfe und Pkws und lieferten sich Straßenkämpfe mit der Polizei. Dieses Phänomen setzte sich bei Hallidays Konzerten im übrigen Land fort. Überwiegend jugendliche Fans aus der Arbeiterschaft versammelten sich um seine Konzerte und brachten ihre Unzufriedenheit über ihre gesellschaftliche Lage zum Ausdruck.

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Johnny Hallyday (2003)

Mitte der 1960er Jahre nutzte Hallyday einen Streit mit dem französischen Folkloresänger Antoine<ref>marinevazzoler: Antoine: „Elucubrations“. 19. August 2017, abgerufen am 28. Juli 2023 (deutsch).</ref> zu einem seiner größten Hits: Cheveux longs et idées courtes („Lange Haare und kurzer Verstand“). Hallyday äußerte sich zu allgemeinen politischen Erscheinungen immer nur indirekt: „Ich bin einsam ([Je suis seul]) ist eine Aufforderung, in sich hineinzuhören und dem Gefühl dann Ausdruck zu geben. Ok, das ist eben Rock! ([that’s rock’n roll!])“ In Deutschland, wo er im badischen Offenburg seinen Militärdienst abgeleistet hatte, blieb er hinter den Erfolgen vergleichbarer Rocksänger zurück, auch wenn er aufgrund seiner Skandale und eingängigen Hits eine gewisse Popularität erlangte.<ref>Telestar.fr: Johnny Hallyday : sa guerre sans merci avec le chanteur Antoin... - Télé Star. 13. Dezember 2017, abgerufen am 28. Juli 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

In seiner langen Karriere absolvierte er bis 2011 180 Tourneen<ref>Johnny Hallyday dévoile sa prochaine tournée. Le Monde Online, 4. Dezember 2011, abgerufen am 6. Dezember 2017 (französisch).</ref> mit 15 Millionen Zuschauern und verkaufte bis 2008 schätzungsweise 85 Millionen Schallplatten. „In Frankreich ist Hallyday unerreichbar“, äußerte sich Mick Jagger angesichts der fünf ausverkauften Konzerte im Stade de France 1998 mit insgesamt 450.000 verkauften Eintrittskarten.<ref>Sänger und Schauspieler: Frankreichs Musikikone Johnny Hallyday ist tot. In: Der Tagesspiegel Online. ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 28. Juli 2023]).</ref> Hallydays größter Auftritt war das Gratiskonzert am 10. Juni 2000 unter dem Eiffelturm in Paris; circa 600.000 Zuschauer versammelten sich dort.<ref>Alain Morel: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />C’était méga Johnny! (Memento vom 13. April 2019 im Internet Archive) Le Parisien, 11. Juni 2000, abgerufen am 6. Dezember 2017 (französisch).</ref> Dieses Konzert wurde kurze Zeit später auch als CD und DVD unter dem Titel 100% Johnny — Live à la Tour Eiffel veröffentlicht. Noch 2014 und 2017 trat er zusammen mit zwei weiteren französischen Rock-Pop-Legenden, Eddy Mitchell und Jacques Dutronc, unter dem selbstironischen Titel Les Vieilles Canailles (Die alten Schurken) im Palais Omnisports und im Fernsehen auf; darüber veröffentlichten sie auch ein Album mit ihren jeweils größten Erfolgen.

Halliday veranstaltete auch kleinere Konzerte mit renommierten Studiomusikern aus aller Welt, etwa im Jahr 2003 im La Cigale in Paris<ref>Johnny Hallyday – La Cigale. In: roughtrade.com. Rough Trade, abgerufen am 25. Februar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>. Über die Jahrzehnte realisierte und produzierte er immer wieder auch bei Kritikern vielbeachtete Konzeptalben (z. B. Hamlet 1976), die sich mit dem Lebensgefühl der älter werdenden Fangemeinde befassten. Er schrieb zahlreiche Chansons und wirkte an der Musik mehrerer Filme mit. Für den Videoclip seines Songs Casualty of Love engagierte er den Regisseur Bob Swaim, einen César-Preisträger.

Sonstige Aktivitäten

Ab März 2005 gab Hallyday die dreimonatlich erscheinende Zeitschrift Limited Access heraus.<ref>Fanclub Johnny Hallyday: Limited Access, abgerufen am 25. Dezember 2011 (Flash; französisch).</ref> Mit seinem Freund, dem Designer Christian Audigier, führte er bis 2011 das Modelabel Smet.<ref>„Ed Hardy“-Designer Christian Audigier ist tot. 10. Juli 2015, abgerufen am 28. Juli 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 2011 stand er erstmals auf der Theaterbühne und spielte die Hauptrolle in der französischen Uraufführung von Tennessee Williams’ Stück Le paradis sur terre (Kingdom on Earth).<ref>Lena Lutaud: J’ai assisté à la première de Johnny Hallyday au théâtre. LeFigaro.fr, 5. September 2011, abgerufen am 6. Dezember 2017 (französisch).</ref>

Privatleben

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Handabdruck von Johnny Hallyday vor dem Palais des Festivals in Cannes

Am 12. April 1965 heiratete Hallyday die Sängerin Sylvie Vartan, mit der er einen Sohn hat, der unter dem Künstlernamen David Hallyday ebenfalls Sänger wurde.<ref>Julia Edenhofer: Das Große Oldie Lexikon. Bastei-Lübbe 1991, S. 270.</ref> Am 4. November 1980 wurde die Ehe geschieden.<ref>Le 5 novembre 1980, Johnny Hallyday et Sylvie Vartan divorcent. 5. November 2015, abgerufen am 28. Juli 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Am 1. Dezember 1981 heiratete Halliday das Model Babeth Etienne.<ref>Johnny Hallyday : Biographie. gala.fr / Prisma Media, abgerufen am 6. Dezember 2017 (französisch).</ref> Nach zwei Monaten und zwei Tagen wurde die Ehe geschieden.

Ab 1982 lebte Hallyday mit Nathalie Baye zusammen; 1983 kam ihre gemeinsame Tochter, Laura Smet, zur Welt, die wie ihre Mutter Schauspielerin wurde. Das Paar trennte sich 1986.

Von 1990 bis 1992 war Hallyday mit der Schauspielerin Adeline Blondieau verheiratet. 1994 heirateten sie nochmals, diesmal hielt ihre Ehe weniger als ein Jahr.<ref>Révélations Adeline Blondieau à propos de Johnny Hallyday : “Je ne reconnais pas l’homme que j’ai épousé”. aufeminin.com, 27. April 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 30. April 2011; abgerufen am 6. Dezember 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Seit 1996 war Hallyday mit der 1975 geborenen Laëticia Boudou verheiratet; 2004 und 2008 adoptierten sie zwei vietnamesische Mädchen.

Im Dezember 2006 zog Hallyday aus steuerlichen Gründen nach Gstaad in der Schweiz. Im selben Jahr wurde bekannt, dass er sich um die belgische Staatsbürgerschaft beworben hatte. Im Oktober 2007 zog er seinen Antrag zurück. 2009 begann er seine Abschiedstournee, die im November nach einer Bandscheibenoperation ein jähes Ende fand, als er sich nach Komplikationen mehrere Tage im künstlichen Koma befand.<ref>Johnny Hallyday de nouveau en coma artificiel. lemonde.fr, 11. Dezember 2009, abgerufen am 6. Dezember 2017 (französisch).</ref> Danach musste Halliday das Sprechen und Singen von neuem lernen und stand erst wieder am 15. Juni 2010 zu seinem Geburtstag auf einer Bühne.<ref>Johnny Hallyday: Chaque nuit, j’ai peur. Le Journal du Dimanche, 5. September 2010, abgerufen am 6. Dezember 2017 (französisch).</ref> 2010 wurde er wegen einer Darmkrebserkrankung operiert. Ab 2013 lebte Hallyday in Los Angeles.<ref>Johnny Hallyday kehrt der Schweiz den Rücken. In: Neue Zürcher Zeitung, 17. Januar 2014, abgerufen am 6. Dezember 2017.</ref>

Tod und Trauerzug

Datei:St Barths Lorient Eglise Cimétière.JPG
Friedhof der Église de Lorient auf Saint-Barthélemy, wo sich sein Grab befindet
Datei:Tombe Johnny.jpg
Grab von Johnny Hallyday auf dem Friedhof der Kirche von Lorient, Saint-Barthélemy

Im März 2017 teilte Hallyday mit, dass er an Lungenkrebs erkrankt sei. Im Dezember des Jahres erlag er im Alter von 74 Jahren den Folgen dieser Krankheit.<ref>Französischer Sänger Johnny Hallyday ist tot. Deutschlandfunk-Kultur-Sendung „Kulturnachrichten“, 6. Dezember 2017, abgerufen am 6. Dezember 2017.</ref>

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ordnete einen Trauerzug vom Triumphbogen über die Champs-Elysées zur Kirche La Madeleine an. Die Polizei schätzt, dass bis zu einer Million Menschen den Weg säumten.<ref>Massentrauer um Frankreichs Rockhelden: Bis zu eine Million Teilnehmer orf.at, 9. Dezember 2017, abgerufen am 9. Dezember 2017.</ref>

„Steuerflucht, mehrere Scheidungen, Alkohol, Drogen, Vorwurf von Vergewaltigung: Seine Beliebtheit hatte nie Schaden genommen. Denn Hallyday verkörperte den Traum von Freiheit - und den Erfolg des kleinen Mannes“.<ref>Sabine Glaubitz (dpa): Idol der Generationen: Frankreichs Ikone Hallyday tritt ab. n-tv, 6. Dezember 2017, abgerufen am 21. November 2025.</ref>

Hallyday wurde auf der französischen Karibikinsel Saint-Barthélemy auf dem Friedhof der katholischen Église de Lorient beigesetzt.<ref>Klaus Nerger: Das Grab von Johnny Hallyday. In: knerger.de. Abgerufen am 19. Dezember 2019.</ref> Auf der Insel, die zu den Kleinen Antillen gehört, besaß er eine Villa.<ref>Hunderttausende Fans sagten ihm Adieu: Johnny Hallyday auf Karibikinsel beigesetzt - Blick. 13. Dezember 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 13. Dezember 2017; abgerufen am 11. Juli 2023.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.blick.ch</ref>

Ehrungen

Diskografie

Vorlage:Eingebundene Diskografie

Filmografie (Auswahl)

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Weblinks

Einzelnachweise

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