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James Grieve (Apfel)

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Synonyme

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Herkunft Edinburgh, Schottland

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bekannt seit

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Züchtungsjahr

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Markteinführung 1893

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Abstammung

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Datei:James Grieve jm55270.jpg
Ansicht der Frucht

James Grieve, auch Grieve, Jems Griev und Dzems Griw,<ref name="sil78">Robert Silbereisen, Gerhard Götz, Walter Hartmann: Obstsorten-Atlas. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 1996, ISBN 3-8001-5537-0, S. 78</ref> ist eine Sorte des Kulturapfels (Malus domestica). James Grieve wird in Europa ab Juli als Küchenapfel genutzt und ab September als Tafelapfel geerntet. Aufgrund seines hohen Saftgehalts wurde James Grieve in Deutschland lange Zeit kommerziell für die Saftgewinnung angepflanzt. Der in Schottland durch den Gärtner James Grieve gezüchtete Apfel ist winterhart.

Beschreibung

Die Frucht ist mittelgroß und rund bis stielbauchig. Dabei ist sie nur schwach ungleichmäßig geformt und auch Rippen sind nur schwach erkennbar.<ref name="san39">Rosie Sanders: Das Apfel-Buch. Delius Klasing 2012, ISBN 978-3-7688-3467-4, S. 39.</ref> Da es mittlerweile etliche Farbtypen gibt, variiert der Anteil der Rotfärbung. Diese besteht aus einem Orange, das durch auffällige rote Sprenkel und Streifen bedeckt wird. Die Grundfarbe des Apfels ist im Sommer ein leuchtendes gelbgrün, das sich bis in den Herbst in ein Gelb ändert. Die Schale ist glatt, etwas wachsartig und zäh, die Äpfel sind druckempfindlich.<ref name="san39" />

Das cremefarbene Fruchtfleisch ist feinzellig und wird nach der Ernte rasch mürbe.<ref name="ora" /> James Grieve hat einen herzhaften Geschmack, der dem Gravensteiner ähnelt. Der Apfel hat eine ausgeprägte Säure, die aber Teil eines komplexen Aromas ist.<ref name="mor163">Joan Morgan: The Diversity of Flavours of the Apple. In: Tom Jaine (Hrsg.): Taste: Proceedings; Proceedings of the Oxford Symposium on Food and Cookery Series. Oxford Symposium, 1988, ISBN 0-907325-39-4, S. 163 (Onlinevorschau auf Google Books)</ref> In der Einteilung nach Geschmacks-Grundtypen befindet sich James Grieve zusammen mit Retina, Primerouge, Reglindis, Klarapfel und Summerred in der Geschmacksgruppe „Gravensteiner“, die als „saftig, fest, leicht säuerlich“ bestimmt wird.<ref name="wei564">Franco Weibel und Andreas Häseli: Organic Apple Production in: D.C. Ferree und I.J. Warrington (Hg.): Apples. Botany, Production and Uses. CABI Publishing 2003, ISBN 0-85199-592-6. S. 564</ref> Das intensive Aroma direkt nach der Ernte wird über die Wochen der Lagerung milder, ohne an Komplexität zu verlieren.

Der Stiel des Apfels ist dünn bis mitteldick und lang. Er ragt über die tiefe Stielgrube hinaus. Die Stielgrube ist tief und weit, und leicht berostet.<ref name="san39" />

Verbreitete Mutanten von James Grieve zeichnen sich vor allem durch eine stärkere Rotfärbung als die Stammform aus. Hier als Beispiel genannt: Erich Neumanns Roter James Grieve (entwickelt 1953, dunklere Streifen, wird später reif), Lired (Roosje) und Redoat Grieve (mit höherem Ertrag).<ref name="mor" />

Anbau

Datei:James Grieve Roscheiderhof H4.jpg
Ganzer Baum
Datei:James Grieve Roscheiderhof H14.jpg
Knospe von James Grieve
Datei:Apple blossom 02.jpg
Blüte von James Grieve
Datei:Oberkrämer James grieve 02.08.2015 14-50-49.JPG
James Grieve am Baum

Anforderungen an Klima und Boden

Der Baum gilt als gesund und frosthart.<ref name="pal222">John Palmer, Jean P. Privé und D. Stuart Trustin: Temperature in: D.C. Ferree und I.J. Warrington (Hg.): Apples. Botany, Production and Uses. CABI Publishing 2003, ISBN 0-85199-592-6. S. 222</ref> Dabei sind auch die Blüten gut gegen Spätfröste resistent.<ref name="ora">James Grieve, Orangepippin.com</ref> James Grieve toleriert ein vergleichsweise weites Spektrum an Klimaten und wird in Europa beispielsweise von Südschweden und Südnorwegen bis in die Steiermark angepflanzt.<ref name="sil79"/>

Der Apfel bevorzugt nicht zu trockene Lagen, wächst in Gegenden mit mäßigen Sommerniederschlägen aber beispielsweise besser als der sonst ähnliche Gravensteiner.<ref name="sil79"/> Der Baum hat einen schwachen Wuchs, wächst ausladend und entwickelt eine runde Krone.<ref name="san39" /> James Grieve ist leicht erziehbar und hat günstiges Fruchtholz.<ref name="sil81"/>

Resistenzen und Anfälligkeiten

Die Sorte ist wenig empfindlich für Schorf und Mehltau,<ref name="sil81">Robert Silbereisen, Gerhard Götz, Walter Hartmann: Obstsorten-Atlas. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 1996, ISBN 3-8001-5537-0, S. 81</ref> aber anfällig für Zweigmonilia und Feuerbrand. In manchen Gegenden ist sie auch anfällig für Obstbaumkrebs.<ref name="san39" /> Manchmal ist das Fruchtfleisch stippig, besonders wenn die Äpfel früh geerntet werden.<ref name="sil81"/>

Früchte und Ernte

Die schwachrosa Blüten sind vergleichsweise auffallend und ansehnlich.<ref name="rhs" /> Der Baum zeigt in seinem Ertrag fast keine Alternanz, sondern trägt jedes Jahr gleichmäßig.<ref name="jac187">David Jackson, John Palmer: Pome Fruits. In: David Jackson, Norman Earl Looney, Michael Morley-Bunker (Hrsg.): Temperate and Subtropical Fruit Production. CABI, 2011, ISBN 978-1-84593-501-6, S. 187.</ref> Auch nach dem Junifruchtfall hat James Grieve noch hohe Behangdichten. Eine Ausdünnung nach dem Junifruchtfall sorgt für größere Früchte, die meist auch schmackhafter und vitaminreicher sind als ohne Ausdünnung. Bei chemischer Ausdünnung allerdings besteht die Gefahr, einen neuen Fruchtfall auszulösen.<ref name="sil81"/>

Ab Juli können die Äpfel zum Kochen verwendet werden.<ref name="san39" /> Dabei behält der Apfel recht gut seine Gestalt.<ref name="rhs">Royal Horticultural Society: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />{{#if:20131104223341

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Die Ernte der Tafeläpfel beginnt, je nach Klima, zwischen Mitte August bis Anfang Oktober, in Norddeutschland etwa Anfang September. Zur Erntezeit werden die Äpfel windanfällig und fallen leicht.<ref name="sil79"/> Auch werden die Äpfel ungleichzeitig reif, sodass meistens mehrere Erntedurchgänge durchgeführt werden.<ref name="sil81"/>

Die Genussreife dauert von September bis in den Oktober. James Grieve ist nicht gut lagerfähig.<ref name="san39"/> Auch eignet er sich nicht gut zur maschinellen Verarbeitung, da der Apfel dafür zu druckempfindlich ist.<ref name="sil81"/> Der Ertrag ist reich und regelmäßig. In warmen Gegenden können die Äpfel vor der Reife abfallen.<ref name="san39" />

In der Zucht

Der diploide<ref name="rhs" /> James Grieve ist ein guter Pollenspender. Er gehört zu den wenigen Apfelsorten, die sich selbst befruchten können.<ref name="san39" /> James Grieve wird seit dem 20. Jahrhundert intensiv in der Zucht benutzt, und gehört zur Handvoll Apfelsorten, die die Vorfahren heutiger Marktsorten sind. Dabei wurde besonders seine Robustheit gegenüber schlechtem Klima und sein säuerlicher Geschmack geschätzt.

Zu den Sorten, die aus James Grieve gezüchtet wurden, gehören:

Bild Name Herkunft Züchter Züchtungsjahr Markteinführung Gekreuzt aus Quelle
Anton Fischer Mülheim-Kärlich, Deutschland Anton Fischer 1938 Weißer Klarapfel x James Grieve <ref name="sil79"/>
Elan Niederlande Versuchsanstalt Wagningen 1967 1984 James Grieve x Golden Delicious <ref name="sil79"/>
Elton Beauty Ince Orchards, Chester, England N.W. Barritt 1952 James Grieve x Worcester Pearmain <ref name="mor"/>
Falstaff Kent, Vereinigtes Königreich East Malling Research 1965 1971 James Grieve x Golden Delicious <ref name="sil79"/>
Greensleeves East Malling Research, Vereinigtes Königreich Dr. Alston 1966 1971 James Grieve x Golden Delicious <ref name="sil79"/>
Datei:Malus Jamba 4413.jpg Jamba Altes Land, Deutschland Obstbauversuchsanstalt Jork 1954 James Grieve x Melba <ref name="sil79"> Robert Silbereisen, Gerhard Götz, Walter Hartmann: Obstsorten-Atlas. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 1996, ISBN 3-8001-5537-0, S. 79</ref>
Datei:Katja (äpple).jpg Katja Schweden Institut für Pflanzenzucht 1947 1966 Worcester Pearmain x James Grieve <ref name="fru">Fruit and Nut: Apple cultivars</ref>
Datei:Malus-Lord-Lambourne.JPG Lord Lambourne Bedfordshire, England Laxton Brothers 1907 1923 Worcester Pearmain x James Grieve <ref name="sil79"/>
Datei:Malus Remo 4221.jpg Remo Pillnitz, Deutschland Institut für Obstforschung 1990 James Grieve x schorfresistente Zuchtsorte <ref name="lan">Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft: Apfel-Sorten für den Hausgarten (PDF; 1,5 MB)</ref>
Rheingold Deutschland Anton Fischer (= Weißer Klarapfel x James Grieve) x James Grieve <ref name="sil79"/>
Sommerregent Mülheim-Kärlich, Deutschland Baumschule J. Fischer 1950 Anton Fischer x James Grieve <ref name="sil79"/>
Datei:Malus Topaz 4179.jpg Topaz Rubin (= Lord Lambourne x Golden Delicious) x Vanda (= Jolana x Lord Lambourne) <ref name="ora"/>

Geschichte

Datei:Malus-James-Grieve.jpg
Früchte

Der Zufallssämling wurde von Obergärtner James Grieve in Edinburgh herangezogen und von seinem Arbeitgeber, der Baumschule Dickson, nach ihm benannt und ab den 1890ern verbreitet. Der Apfel stammt von einem wild abgeblühten Cox Orange ab.<ref> K. Evans et al.: Genotyping of pedigreed apple breeding material with a genome-covering set of SSRs: trueness-to-type of cultivars and their parentages. In: Molecular Breeding. 8, (4), 2011, 535 – 547, Supplement 1</ref> Der Apfel wurde von Dickson’s Nurseryman erstmals im Jahr 1893 beschrieben und erhielt 1897 den Award of Garden Merit der Royal Horticultural Society (RHS). 1906 verlieh ihm die RHS ein First Class Certificate.<ref name="san39" />

Lange Zeit wurde James Grieve in den nördlichen Anbaugebieten in Europa (Belgien, Niederlande, Schweden, Dänemark, Deutschland) kommerziell angebaut, insbesondere in Kombination mit Cox Orange. Dabei diente James Grieve als Pollenspender für Cox, in Deutschland beispielsweise im Alten Land, wo James Grieve aufgrund seines saftigen Fruchtfleisches auch stark für die Saftgewinnung genutzt wurde.<ref name="mor"/>

Anfang der 1990er war James Grieve im kommerziellen Anbau vor allem in den Niederlanden (20.000 Tonnen jährlich), in Deutschland (8000 Tonnen jährlich), in Belgien (3500 t/J), Dänemark (1500 t/J) und Österreich (750 t/J) verbreitet.<ref name="sil79"/>

Da der Apfel druckempfindlich und nicht sehr lagerfähig ist, spielt er mittlerweile im kommerziellen Anbau kaum mehr eine Rolle, und wurde beispielsweise durch seinen direkten Abkömmling Jamba ersetzt. Kommerzielle Bedeutung hat er einzig noch in Norwegen und Schweden. Eine wichtige Rolle spielt er als unkomplizierter, vielfach nutzbarer und vergleichsweise wohlschmeckender Apfel im privaten und regionalen Anbau.<ref name="mor">Joan Morgan: The New Book Of Apples. Ebury Publishing, 2013, ISBN 978-1-4481-7736-3.</ref>

Auf dem Gelände von Dickson’s Nursery – auf dem auch die Apfelsorte John Downie entdeckt wurde – befindet sich seit 1913 der Edinburgh Zoo, der bis heute eines der wichtigsten Arboreten in Schottland ist.<ref name="zoo">Zoo Gardens, Edinburghzoo.co.uk</ref>

Anmerkungen

<references />

Literatur

  • Manfred Fischer (Hrsg.): Farbatlas Obstsorten. 2. Auflage. Ulmer, Stuttgart 2003, ISBN 3-8001-5547-8, S. 63.
  • Walter Hartmann (Hrsg.): Farbatlas Alte Obstsorten. 2. Auflage. Ulmer, Stuttgart 2003, ISBN 3-8001-4394-1, S. 101.

Weblinks

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