Isländische Küche
Die isländische Küche ist die Landesküche Islands.
Grundlagen der isländischen Küche
Aufgrund des rauen Klimas und der langen Winter war die isländische Küche sehr karg. Sie kannte kaum Gewürze und verwertete traditionell alles Essbare. Die wichtigste Zubereitungsmethode war das Kochen. Da Brennholz auf Island stets Mangelware war, wurden auch heiße Quellen zum Kochen genutzt.
Die Basis der isländischen Küche war der Fischfang. Die Viehzucht auf Island beschränkte sich überwiegend auf Schafe, Rinder und Pferde, seltener wurden Ziegen, Schweine und Hühner gehalten. Gegessen wurden daher auch Seevögel wie Tordalken, Trottellummen, Gryllteisten, Papageientaucher und ihre Eier,<ref>Seabirds. In: Matarauður Íslands. Abgerufen am 24. September 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> aber auch Wal-<ref>Whales. In: Matarauður Íslands. Abgerufen am 20. September 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und Robbenfleisch.<ref>Seals. In: Matarauður Íslands. Abgerufen am 20. September 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der Anbau von Getreide (außer Gerste)<ref>Barley, wheat & rye. In: Matarauður Íslands. Abgerufen am 24. September 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und Gemüse war in Island aufgrund der geografischen Lage kaum möglich, infolgedessen wurde es in der isländischen Küche kaum verwendet. Daher spielte auch Brot jahrhundertelang keine wesentliche Rolle in der Ernährung. Mehl konnte teilweise durch gemahlenes Isländisch Moos oder Algen<ref>Dulse, Seaweed, & Carragheen. In: Matarauður Íslands. Abgerufen am 24. September 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> ersetzt werden. Rüben, Kohl, Rhabarber, verschiedene Ampfersorten, Angelica und Beeren wie Heidelbeeren, Rauschbeeren und Krähenbeeren lieferten Vitamine. Wacholderbeeren, Isländischer Thymian (blóðberg), Kerbel und Kümmel dienten als Würze.
Eine isländische Spezialität ist der Skyr, eine Art Frischkäse.<ref>Dairy products. In: Matarauður Íslands. Abgerufen am 24. September 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die bei der Käse-Produktion gewonnene Molke wurde für verschiedene Getränke und zum Konservieren von Fleischprodukten verwendet. Die Konservierung von Fleisch und anderen Lebensmitteln war sehr wichtig, um die langen Winter überleben zu können. Die hierfür verwendeten Methoden waren Räuchern, Trocknen, Einsalzen, Pökeln, milchsauer Einlegen und Fermentieren.<ref>Icelandic Cuisine and Culinary Traditions. In: Matarauður Íslands. Abgerufen am 20. September 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Traditionelle Gerichte
Der Großteil der traditionellen Gerichte wird heute nur noch zu bestimmten Festtagen und zum Winterfest Þorrablót serviert. Dazu werden Kartoffeln und Rübenmus gegessen, als Digestif wird Brennivín getrunken. Viele dieser Speisen, Þorramatur genannt, rufen bei Kulturfremden, aber auch modernen Isländern, auf Grund ihrer Konsistenz, ihres Geruchs oder auch des Geschmacks Befremden hervor. Einige Beispiele sind:
- hákarl, fermentierter Hai, der im frischen Zustand giftig wäre<ref>Vincent Klink: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Infernalische Delikatessen ( vom 28. Februar 2009 im Internet Archive)</ref>
- kæst skata, fermentierter Rochen, wird ebenso zubereitet wie hákarl und am 23. Dezember serviert<ref>Ralf Quibeldey: Wikingers Weihnacht. In: Spiegel. 24. Dezember 2004, abgerufen am 20. September 2023.</ref>
- lundabaggar, gekochte und sauer eingelegte Schafsinnereien
- saltkjöt (Pökelfleisch), wird oft als Suppeneinlage gegessen
- selshreyfar, sauer eingelegte Robbenflossen
- síld, marinierter Hering
- slátur, in einem Schafsmagen gekochte Innereien vom Schaf, ähnlich wie schottischer Haggis<ref>Sheep. In: Matarauður Íslands. Abgerufen am 20. September 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- súrsaðir hrútspungar, in Molke eingelegte Hammelhoden, teilweise auch als Pastete zubereitet
- svið, abgesengte, gekochte Schafsköpfe
Isländische Küche heute
Zutaten
Seit den 1950er Jahren hat man in Island genauso wie in Mitteleuropa im Supermarkt eine große Auswahl an Produkten, was zur Vielfalt der Küche beiträgt. Gemüse, vor allem Tomaten, wird heute auch in geothermal beheizten Gewächshäusern angebaut.<ref>Tomatoes, cucumbers & peppers. In: Matarauður Íslands. Abgerufen am 24. September 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Neben wildwachsenden Kräutern, Beeren und Isländisch Moos<ref>Iceland moss, Angelica, berries etc. In: Matarauður Íslands. Abgerufen am 24. September 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
Ausführlicher: Fjallagrös, hvönn, ber ofl. In: Matarauður Íslands. Abgerufen am 24. September 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> sind außerhalb von Gewächshäusern auch Kulturpflanzen wie Rhabarber,<ref>Rhubarb. In: Matarauður Íslands. Abgerufen am 24. September 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Wurzel- und Kohlgemüse<ref>Beets, carrots, cauliflower, etc. In: Matarauður Íslands. Abgerufen am 20. September 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> sowie Kartoffeln<ref>Potatoes. In: Matarauður Íslands. Abgerufen am 24. September 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> zu finden. Garnelen und viele Arten Seefisch kommen auf den Tisch, wobei der Schellfisch dem Kabeljau vorgezogen wird. Auf der Insel wachsende Speisepilze wie Bovist, Birkenpilz oder Wiesenchampignon werden mittlerweile auch gegessen.<ref>Mushrooms. In: Matarauður Íslands. Abgerufen am 24. September 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Island produziert eigenes Rapsöl.<ref>Rapeseed oil. In: Matarauður Íslands. Abgerufen am 24. September 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Die isländischen Lämmer, die einen Großteil ihres Lebens freilaufend verbringen, werden im Alter von etwa einem halben Jahr geschlachtet.<ref>The Lamb. In: Icelandic Lamb. Abgerufen am 20. September 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Das Fleisch von älteren Tieren gilt als minderwertig und wird fast nur verarbeitet angeboten (zum Beispiel als gepökelte Siedewurst, isländisch kindabjúga). Pferdefleisch wird, nachdem es lange Zeit mit einem Tabu belegt war, auch wieder gegessen und ähnlich wie Rindfleisch zubereitet.<ref>Horses. In: Matarauður Íslands. Abgerufen am 20. September 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Trotz internationaler Ächtung betreibt Island weiterhin Walfang. Das Fleisch von Zwergwalen ist in Island erhältlich. Für die Küche des Landes spielt es jedoch kaum noch eine Rolle. Die Hauptkonsumenten von Walfleisch in Island sind mittlerweile Touristen.<ref>Reinhard Wolff: Tierschutz in Island: Wale sterben für Touristen. In: Die Tageszeitung: taz. 17. August 2014, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 1. Januar 2018]).</ref>
Zu den Spezialitäten der modernen isländischen Küche gehören Wildlachs, Forelle und Saibling, Wildgeflügel wie Gänse, Enten und Seevögel sowie Seefisch und Lammfleisch. In Restaurants wird zu speziellen Anlässen auch Rentier serviert, das zu den teuersten Fleischsorten auf Island gehört.<ref>Reindeer. In: Matarauður Íslands. Abgerufen am 20. September 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Speisen
Einige der traditionellen Nahrungsmittel kommen auch heute noch oft auf den Tisch. Dazu gehören Hangikjöt,<ref>Hangikjöt, the Christmas Tradition in Iceland. In: Icelandic Lamb. 14. Dezember 2021, abgerufen am 20. September 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Skyr und Stockfisch (isländisch harðfiskur, mit etwas Butter bestrichen ein beliebter Snack in Island). Andere, wie bjúga (eine Art Wurst), Rüben oder Pökelfleisch (saltkjöt) gelten als Arme-Leute-Essen und verlieren an Bedeutung. Ein beliebtes Gericht ist kjötsúpa (Lammfleischsuppe).<ref>Tastes like home. In: Icelandic Lamb. 10. Oktober 2022, abgerufen am 20. September 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Als typisch isländische Süßspeisen können kleinur, ein Schmalzgebäck, Crêpe-artige pönnukökur, Plinsen-ähnliche lummur, laufabrauð, ein traditionelles Weihnachtsgebäck, und Kakaosuppe mit Zwieback gelten.
Typische Brotsorten sind rúgbrauð (eher süßes Roggenbrot) und flatbrauð (eine Art Fladenbrot).
Getränke
Das beliebteste Getränk der Isländer ist Kaffee. Er wird mehrmals am Tag zu bestimmten Zeiten (genannt kaffitími)<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />The History of Coffee in Iceland ( vom 26. April 2018 im Internet Archive) (englisch).</ref> bis zum Abend (kvöldkaffi) getrunken. Eine Besonderheit ist molakaffi: Zum schwarzen Kaffee wird Würfelzucker (sykurmolar) gereicht. Man nimmt den Zucker in den Mund und trinkt den Kaffee durch dieses Stück.
Getränke aus Molke sind weiterhin beliebt. Es gibt eine Vielzahl kleiner Brauereien auf Island, aber auch Brennereien, die Wodka, Gin, Whiskey und Brennivín herstellen.<ref>Whey, ale & more. In: Matarauður Íslands. Abgerufen am 20. September 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Siehe auch
Literatur
- Maike Hanneck: Island-Kochbuch. 1. Auflage. túrí, Hvammstangi 2004, ISBN 9979-9641-0-3.
- Ursula und Markus Jäger: Leckeres Island – Das große Koch- und Backbuch. 3. Auflage, Books on Demand, 2016, ISBN 978-3-8423-7704-2.
Weblinks
- <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kurze Übersicht Isländisch essen (mit isländisch–deutschem Glossar) ( vom 9. Mai 2009 im Internet Archive)
- Iceland’s Culinary Treasures (englisch)
Einzelnachweise
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