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Internationale Filmfestspiele von Cannes/Beste Darstellerin

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Nadia Melliti, Gewinnerin 2025 für Die jüngste Tochter, kurz nach der Preisverleihung
Datei:Karla Sofia Gascón at 2024 Cannes Film Festival with award.jpg
Co-Preisträgerin Karla Sofía Gascón mit der gewonnenen Auszeichnung für Emilia Pérez (2024)

Der Preis für die beste Darstellerin (Prix d’interprétation féminine) honoriert bei den jährlich veranstalteten Filmfestspielen von Cannes die beste schauspielerische Leistung einer Haupt- oder Nebendarstellerin in einem Wettbewerbsfilm (Spielfilm). Die Auszeichnung wurde erstmals bei der Premiere des Filmfestivals im Jahr 1946 verliehen. Über die Vergabe des Preises, der der Gewinnerin in Form einer Miniatur der Goldenen Palme und einer Urkunde überreicht wird, stimmt die Wettbewerbsjury ab, die sich meist aus internationalen Filmschaffenden zusammensetzt.

Preisträgerinnen

Am häufigsten mit dem Darstellerpreis ausgezeichnet wurden US-amerikanische Filmschauspielerinnen (21 Siege), gefolgt von ihren Kolleginnen aus Frankreich (17), Großbritannien (10) und Italien (5). Je zweimal triumphieren konnten die beiden Britinnen Vanessa Redgrave (1966 und 1969) und Helen Mirren (1984 und 1995), die Französin Isabelle Huppert (1978 und 2001) und die US-Amerikanerin Barbara Hershey (1987 und 1988). Als eine der jüngsten Siegerinnen in der Geschichte der Filmfestspiele von Cannes gilt die Britin Jodhi May, die 1988 als Zwölfjährige für ihre Leistung in Chris Menges’ Drama Zwei Welten gemeinsam mit Barbara Hershey und der Südafrikanerin Linda Mvusi geehrt wurde. Im Jahr 2024 wurde mit Karla Sofía Gascón (Emilia Pérez) erstmals eine transgeschlechtliche Schauspielerin als Teil eines Ensembles geehrt.<ref>Cannes: Erstmals trans Frau als beste Darstellerin ausgezeichnet. In: queer.de, 26. Mai 2024 (abgerufen am 26. Mai 2024).</ref>

Mehrfach in der Vergangenheit konnte sich die Jury nicht auf eine Siegerin einigen, während 1955 und 2006 das gesamte weibliche Schauspielensemble eines Films honoriert wurde. Schauspielerinnen aus dem deutschsprachigen Kino waren 1983, 1986 und 2017 erfolgreich, als sich Hanna Schygulla (Die Geschichte der Piera), Barbara Sukowa (Rosa Luxemburg) und Diane Kruger (Aus dem Nichts) gegen die Konkurrenz durchsetzen konnten.

Jahr Preisträgerin Originaltitel Deutscher Titel
1946 La symphonie pastorale Und es ward Licht
1947 Preis nicht vergeben
1948 Filmfestspiele nicht veranstaltet
1949 Le mura di Malapaga Die Mauern von Malapaga
1950 Filmfestspiele nicht veranstaltet
1951 All About Eve Alles über Eva
1952 Detective Story Polizeirevier 21
1953
1954
Preis nicht vergeben ¹
1955 ² Большая семья (Bolschaja semja) Eine große Familie
1956 I’ll Cry Tomorrow Und morgen werd’ ich weinen
1957 Le notti di Cabiria Die Nächte der Cabiria
1958 Nära livet Nahe dem Leben
Barbro Hiort af Ornäs
1959 Room at the Top Der Weg nach oben
1960 Ποτέ την Κυριακή (Pote tin Kyriaki) Sonntags… nie!
Moderato cantabile Moderato cantabile – Stunden voller Zärtlichkeit
1961 La ciociara Und dennoch leben sie
1962 Long Day’s Journey Into Night k. A.
A Taste of Honey Bitterer Honig
1963 Una storia moderna – l’ape regina Die Bienenkönigin
1964 The Pumpkin Eater Schlafzimmerstreit
One Potato, Two Potato Ruf nicht zu laut
1965 The Collector Der Fänger
1966 Morgan: A Suitable Case for Treatment Protest
1967 Elvira Madigan Das Ende einer großen Liebe
1968 Filmfestspiele aufgrund der Mai-Unruhen abgebrochen.
1969 Isadora Isadora
1970 Metello Metello
1971 The Panic in Needle Park Panik im Needle Park
1972 Images Spiegelbilder
1973 The Effect of Gamma Rays on Man-in-the-Moon Marigolds Die Wirkung von Gammastrahlen auf Ringelblumen
1974 Les violons du bal Die Geigen des Balls
1975 Lenny Lenny
1976 L’eredità Ferramonti Das Erbe der Ferramonti
Déryné, Hol Van? Frau Dery, wohin gehen Sie?
1977 3 Women Drei Frauen
J.A. Martin photographe J.A. Martin Fotograf
1978 An Unmarried Woman Eine entheiratete Frau
Violette Nozière Violette Nozière
1979 Norma Rae Norma Rae – Eine Frau steht ihren Mann
1980 Salto nel vuoto Der Sprung ins Leere
1981 Quartet Quartett
Possession Possession
1982 Egymásra nézve Der andere Blick
1983 Storia di Piera Die Geschichte der Piera
1984 Cal Cal
1985 La historia oficial Die offizielle Geschichte
Cher Mask Die Maske
1986 Rosa Luxemburg Rosa Luxemburg
Eu Sei Que Vou Te Amar k. A.
1987 Shy People Shy People – Bedrohliches Schweigen
1988 A World Apart Zwei Welten
1989 A Cry in the Dark Ein Schrei in der Dunkelheit
1990 Przesluchanie Verhör einer Frau
1991 La double vie de Véronique Die zwei Leben der Veronika
1992 Den goda viljan Die besten Absichten
1993 The Piano Das Piano
1994 La reine Margot Die Bartholomäusnacht
1995 The Madness of King George King George – Ein Königreich für mehr Verstand
1996 Secrets & Lies Lügen und Geheimnisse
1997 Nil by Mouth k. A.
1998 La vie rêvée des anges Liebe das Leben
1999 L’humanité L’Humanité
Rosetta Rosetta
2000 Björk Dancer in the Dark Dancer in the Dark
2001 La pianiste Die Klavierspielerin
2002 Mies vailla menneisyyttä Der Mann ohne Vergangenheit
2003 Les invasions barbares Die Invasion der Barbaren
2004 Clean Clean
2005 Free Zone Free Zone
2006 ³ Volver Volver – Zurückkehren
2007 Jeon Do-yeon 밀양 (Miryang) Secret Sunshine
2008 Linha de passe Linha de passe
2009 Antichrist Antichrist
2010 Copie conforme Die Liebesfälscher
2011 Melancholia Melancholia
2012 După dealuri Jenseits der Hügel
2013 Le passé Le passé – Das Vergangene
2014 Maps to the Stars Maps to the Stars
2015 Mon roi Mein ein, mein alles
Carol Carol
2016 Ma’Rosa k. A.
2017 Aus dem Nichts Aus dem Nichts
2018 Айка (Ayka) Ayka
2019 Little Joe Little Joe – Glück ist ein Geschäft
2020 Filmfestspiele aufgrund der COVID-19-Pandemie nicht veranstaltet.
2021 Verdens verste menneske Der schlimmste Mensch der Welt
2022 Holy Spider Holy Spider
2023 Kuru Otlar Üstüne Auf trockenen Gräsern
2024 Emilia Pérez Emilia Pérez
2025 <ref>Nancy Tartaglione Cannes Film Festival Winners: Palme D’Or Goes To Jafar Panahi’s ‘It Was Just An Accident’; Grand Prize Is Joachim Trier’s ‘Sentimental Value’; ‘The Secret Agent’ Scores For Wagner Moura & Kleber Mendonça Filho – Full List. In: deadline.com, 24. Mai 2025 (abgerufen am 24. Mai 2025).</ref> La petite dernière Die jüngste Tochter

¹ = 1953 erhielt die US-amerikanische Schauspielerin Shirley Booth eine „Lobende Erwähnung“ für Kehr zurück, kleine Sheba.
² = 1955 wurde das gesamte Schauspielensemble des Films Eine große Familie mit einem Darstellerpreis geehrt.
³ = 2006 wurde das weibliche Schauspielensemble des Films Volver – Zurückkehren mit dem Darstellerpreis ausgezeichnet.

Preis für die beste Nebendarstellerin (1979–1981)

Von 1979 bis 1981 wurde separat ein Preis für die beste Nebendarstellerin (1979: Meilleur rôle de composition feminin au Festival International du Film, ab 1980: Prix du meilleur second rôle feminin au Festival International du Film) in einem Wettbewerbsfilm vergeben:

Jahr Preisträgerin Originaltitel Deutscher Titel
1979 Eva Mattes Woyzeck Woyzeck
1980 Milena Dravic Poseban tretman Sonderbehandlung
Carla Gravina La terrazza Die Terrasse
1981 Jelena Solowej Faktas Der Fakt

Einzelnachweise

<references />