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Inkaliliengewächse

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

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Inkaliliengewächse
Datei:Alstroemeria aurea.jpg

Alstroemeria aurea in Chile

Systematik
Abteilung: Gefäßpflanzen (Tracheophyta)
Unterabteilung: Samenpflanzen (Spermatophytina)
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Ordnung: Lilienartige (Liliales)
Familie: Inkaliliengewächse
Wissenschaftlicher Name
Alstroemeriaceae
Dumort.

Die Inkaliliengewächse (Alstroemeriaceae) sind eine Pflanzenfamilie innerhalb der Ordnung der Lilienartigen (Liliales). Die Familie Alstroemeriaceae wird in zwei Tribus gegliedert und enthält vier Gattungen mit etwa 170 Arten, die hauptsächlich in der Neotropis verbreitet sind und einige Arten kommen in Neuseeland sowie Australien vor.<ref name="APWeb" />

Beschreibung

Datei:Curtis's botanical magazine (8293286925).jpg
Illustration aus Curtis's Botanical Magazine, Tafel 3033 von Alstroemeria pelegrina

Erscheinungsbild und Blätter

Es sind bei den Alstroemerieae ausdauernde krautige Pflanzen mit Rhizomen oder Knollen als Überdauerungsorgane oder bei den Luzuriageae mehr oder weniger verholzende Pflanzen. Es gibt einige Arten, die Kletterpflanzen sind.

Die wechselständig und bei den Alstroemerieae spiralig oder bei den Luzuriageae zweizeilig, aber nie rosettenförmig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die relativ großen Laubblätter sind als Besonderheit für diese Familie resupinat<ref name="APWeb" />, also die Blattspreite ist um etwa um 180 Grad verdreht. Die einfache, flache Blattspreite ist parallelnervig und linealisch bis lanzettliche. Die Blattunterseite ist nach oben gedreht und der Blattrand ist glatt. Das erste Makrofossil der Familie, ein Blatt aus dem Miozän von Neuseeland, zeigt ebenfalls die Resupination (Conran et al. 2014).

Datei:Alstroemeria pod opening.jpg
Blick in eine Frucht einer Inkalilie (Alstroemeria spec.)

Blütenstände und Blüten

Die Blüten sitzen einzeln oder in achsel- oder endständigen, traubigen oder doldigen Blütenständen (Infloreszenzen) mit blattartigen Tragblättern.

Die zwittrigen, dreizähligen Blüten sind bei den Luzuriageae radiärsymmetrisch und bei den Alstroemerieae meist zygomorph. Die Blütenhüllblätter sind gleichgestaltet, deshalb gibt es (2 × 3) sechs weitgehend freie oder verwachsene Perigonblätter, die bei Alstroemerieae grün, orange, rot oder rosafarben sein können und bei Luzuriageae sind sie weiß. Am unteren Ende der Perigonblätter wird Nektar sezerniert. Es gibt zwei Kreise mit je drei freien Staubblättern. Drei Fruchtblätter sind zu einem bei Alstroemerieae unterständigen oder bei Luzuriageae oberständigen Fruchtknoten verwachsen mit vielen Samenanlagen in meist parietaler Plazentation.

Die Blütenformel lautet: <math>\downarrow</math> oder <math>\star \; P_{3+3}</math> oder <math>P_{(3+3)} \; A_{3+3} \; G_{\overline{(3)}} </math> oder <math> G_{\underline{(3)}}</math>

Früchte und Samen

Sie bilden Kapselfrüchte oder manchmal auch Beeren. Die Samenschale (Testa) ist dünn.

Systematik und Verbreitung

Datei:Mariposa del Campo (3435629865).jpg
Blütenstand von oben mit Blüten im Detail von Alstroemeria angustifolia
Datei:Bomarea patinii, flowerhead and seeds (9725805119).jpg
Blüten- und Fruchtstand von Bomarea patinii
Datei:Leontochir florescence.jpg
Blütenstand der Löwentatze (Bomarea ovallei)
Datei:Drymophila cyanocarpa.jpg
Drymophila cyanocarpa
Datei:Luzuriaga radicans.jpg
Blüte von Luzuriaga radicans

Barthélemy Charles Joseph Dumortier stellte 1829 die Familie der Alstroemeriaceae als Teil der „Iridarieae“ auf. Mit Alstroemeria salsilla wurde 1762 die Gattung Alstroemeria von Carl von Linné in Planta Alströmeria aufgestellt und er benannte sie zu Ehren seines Studenten Claes Alströmer (1736–1794); sie ist die Typusgattung der Familie.

Die molekulargenetischen Untersuchungen haben dazu geführt, dass die Familiengrenzen innerhalb der Ordnung der Lilienartigen (Liliales) sich stark verschoben haben.<ref name="APGIII" /> Die Arten der ehemaligen Familie Luzuriagaceae <templatestyles src="Person/styles.css" />Lotsy wurden in die Familie der Alstroemeriaceae eingegliedert.

Folgendes Kladogramm zeigt die Verwandtschaftsverhältnisse innerhalb der Familie der Alstroemeriaceae und zu den anderen Familien innerhalb der Ordnung der Liliales.<ref name="APGIII" /><ref name="APWeb" /><ref name="Fay2006" /><ref name="Chacón2012" />

 Liliales 


Corsiaceae


   

Campynemataceae


   

Melanthiaceae


   

Petermanniaceae


   

Colchicaceae


 Alstroemeriaceae 

Luzuriageae


   

Alstroemerieae


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Rhipogonaceae


   

Philesiaceae


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Smilacaceae


   

Liliaceae


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Die Familie Alstroemeriaceae wird in zwei Tribus gegliedert und enthält vier Gattungen mit etwa 170 Arten<ref name="GRIN" />:

  • Tribus Alstroemerieae <templatestyles src="Person/styles.css" />Bernhardi: Sie enthält nur zwei Gattungen mit etwa 165 Arten in der Neotropis von den gemäßigten bis in die tropischen Gebiete:
    • Inkalilien (Alstroemeria <templatestyles src="Person/styles.css" />L., Syn.: Schickendantzia <templatestyles src="Person/styles.css" />Pax, Taltalia <templatestyles src="Person/styles.css" />Ehr.Bayer):<ref name="Sanso1999" /> Die etwa 126 Arten sind in der Neotropis verbreitet.<ref name="Neotropikey" />
    • Bomarien (Bomarea <templatestyles src="Person/styles.css" />Mirb., Syn.: Vandesia <templatestyles src="Person/styles.css" />Salisb., Collania <templatestyles src="Person/styles.css" />Herb. nom. illeg., Sphaerine <templatestyles src="Person/styles.css" />Herb., Dodecasperma <templatestyles src="Person/styles.css" />Raf., Wichuraea <templatestyles src="Person/styles.css" />M.Roem., Danbya <templatestyles src="Person/styles.css" />Salisb., Leontochir <templatestyles src="Person/styles.css" />Phil.): Die 100 bis 110 Arten sind in der Neotropis vom zentralen Mexiko und den Karibischen Inseln bis Südamerika verbreitet.<ref name="Hofreiter2005" /><ref name="Neotropikey" /><ref name="Chacón2012" />
Drei monotypische Gattungen wurden ab 1999 aufgelöst, da die Löwentatze Leontochir ovallei <templatestyles src="Person/styles.css" />Phil. als Bomarea ovallei <templatestyles src="Person/styles.css" />(Phil.) Ravenna zur Gattung Bomarea<ref name="Hofreiter2006" />, Schickendantzia hieronymi <templatestyles src="Person/styles.css" />Pax als Alstroemeria pygmaea <templatestyles src="Person/styles.css" />Herb.<ref name="Sanso1999" /> und Taltalia graminea <templatestyles src="Person/styles.css" />(Phil.) Ehr.Bayer als Alstroemeria graminea <templatestyles src="Person/styles.css" />Phil. zur Gattung Alstroemeria gestellt wurde.<ref name="Aagesen2003" /><ref name="Chacón2012" />
  • Tribus Luzuriageae <templatestyles src="Person/styles.css" />Benth. & Hook. (Syn.: Luzuriagaceae <templatestyles src="Person/styles.css" />Lotsy): Sie enthält nur zwei Gattungen mit sechs Arten, die mit einem disjunkten Areal nur auf der Südhalbkugel vorkommen: von Peru bis Feuerland und den Falklandinseln, in Neuseeland und Australien (von New South Wales bis Tasmanien):
    • Drymophila <templatestyles src="Person/styles.css" />R.Br.: Die nur zwei Arten sind in Australien verbreitet:
      • Drymophila cyanocarpa <templatestyles src="Person/styles.css" />R.Br.: Sie kommt vom südöstlichen New South Wales bis Tasmanien vor.<ref name="WCSP" />
      • Drymophila moorei <templatestyles src="Person/styles.css" />Baker: Sie kommt nur vom südöstlichen Queensland bis zum nordöstlichen New South Wales vor.<ref name="WCSP" />
    • Luzuriaga <templatestyles src="Person/styles.css" />Ruiz & Pav. (Syn.: Enargea <templatestyles src="Person/styles.css" />Banks ex Gaertn.): Sie enthält etwa vier Arten:
      • Luzuriaga marginata <templatestyles src="Person/styles.css" />(Gaertn.) Benth. & Hook. f.: Sie kommt im südlichen Chile, im südlichen Argentinien und auf den Falkland-Inseln vor.<ref name="WCSP" />
      • Luzuriaga parviflora <templatestyles src="Person/styles.css" />(Hook. f.) Kunth: Sie ist in Neuseeland verbreitet.<ref name="WCSP" />
      • Luzuriaga polyphylla <templatestyles src="Person/styles.css" />(Hook. f.) J.F.Macbr. (Syn.: Luzuriaga erecta <templatestyles src="Person/styles.css" />Kunth): Sie kommt nur im südlichen Chile vor.<ref name="WCSP" />
      • Luzuriaga radicans <templatestyles src="Person/styles.css" />Ruiz & Pav.: Sie ist im südlichen und zentralen Chile und im südlichen Argentinien verbreitet.<ref name="WCSP" />

Nutzung

Sorten aus der Gattung Alstroemeria werden als Zierpflanzen, besonders als Schnittblumen, genutzt.

Bei einigen Bomarea-Arten werden die stärkehaltigen, unterirdischen Pflanzenteile gegart gegessen.<ref name="PFAF" />

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="WCSP"> Vorlage:WCSP </ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. </ref> <ref name="PFAF"> Einträge zu Alstroemeriaceae bei Plants For A Future </ref> <ref name="APWeb"> Die Familie der Alstroemeriaceae bei der APWebsite.</ref> <ref name="APGIII">Angiosperm Phylogeny Group: An update of the Angiosperm Phylogeny Group classification for the orders and families of flowering plants: APG III. In: Botanical Journal of the Linnean Society, Volume 161, Issue 2, 2009, S. 105–121. </ref> <ref name="Neotropikey"> M. C. Assis, 2009: Neotropical Alstroemeriaceae. bei Neotropikey – Interactive key and information resources for flowering plants of the Neotropics. </ref> <ref name="Hofreiter2006"> Anton Hofreiter: Leontochir: A Synonym of Bomarea (Alstroemeriaceae)? In: Harvard Papers in Botany, Volume 11, Issue 1, 2006, S. 53–60. </ref> <ref name="Hofreiter2005"> Anton Hofreiter: The genus Bomarea (Alstroemeriaceae) in Bolivia and southern South America. In: Harvard Papers in Botany, Volume 9, Issue 2, 2005, S. 343–374. </ref> <ref name="Aagesen2003"> Lone Aagesen, A. Mariel Sanso: The Phylogeny of the Alstroemeriaceae, Based on Morphology, rps16 Intron, and rbcL Sequence Data. In: Systematic Botany, Volume 28, Issue 1, 2003, S. 47–69.</ref> <ref name="Sanso1999"> Andrea M. Sanso, Cecili: The Synonymy of Schickendantzia with Alstroemeria (Alstroemeriaceae). In: Systematics and Geography of Plants, Volume 68, 1999, S. 315–323. </ref> <ref name="Fay2006"> M. F. Fay, M. W. Chase, N. Ronsted, D. S. Devey, Y. Pillon, J. C. Pires, G. Petersen, O. Seberg, J. I. Davis: Phylogenetics of Liliales: summarized evidence from combined analyses of five plastid and one mitochondrial loci. In: Aliso. Band 22, 2006, S. 559–565. </ref> <ref name="Chacón2012"> J. Chacón, M. Camargo de Assis, A. W. Meerow, Susanne S. Renner: From east Gondwana to Central America: Historical biogeography of the Alstroemeriaceae. In: Journal of Biogeography, Volume 39, Issue 10, 2012, S. 1806–1818. doi:10.1111/j.1365-2699.2012.02749.x. </ref> </references>

Weblinks

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