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Ilz (Donau)

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(Weitergeleitet von Ilz (Fluss))

Vorlage:Infobox Fluss Die Ilz (im Oberlauf auch Große Ohe oder Schönberger Ohe<ref name="BV">BayernViewer der Bayerischen Vermessungsverwaltung</ref>) ist ein auf dem Namensabschnitt etwa 40 km, auf dem Hauptstrang mit seinen Oberläufen fast 70 km langer linker Zufluss der Donau im südöstlichen Bayerischen Wald.

Name

Der Fluss wird im Jahr 1010 (fluminis Ilzisa) erstmals schriftlich erwähnt. Der Name ist keltischen Ursprungs und leitet sich von *elito- für 'grau' ab.<ref>Vorlage:Greule-DGNB</ref>

Geographie

Datei:Ilz catchment.png
Einzugsgebiet der Ilz (Donau)

Verlauf

Die Ilz entspringt auf deutscher Seite im bayerisch-böhmischen Grenzgebiet im Nationalpark Bayerischer Wald. Ihre Quellflüsse Kleine Ohe (Grafenauer Ohe), Große Ohe und Mitternacher Ohe entstammen der Region zwischen den Bergen Rachel (1.453 m) und Lusen (1.373 m). Sie vereinigen sich an der Ettlmühle unweit der Ortschaft Eberhardsreuth im Gemeindegebiet Schönberg. In der Nähe von Fürsteneck vermehrt die Wolfsteiner Ohe die Wasserführung der Ilz auf mehr als das Doppelte<ref Name="QWO" /> Die Quellflüsse der Wolfsteiner Ohe sind der Reschbach und der etwas größere Saußbach; ihr Hauptnebenfluss ist der Osterbach.

Die Ilz mündet in Passau in die Donau, nur wenig oberhalb der Inn-Mündung gegenüber. Sie ist fast auf ihrer gesamten Länge weitgehend naturnah erhalten. Die Ilz hat am Pegel Kalteneck, 18,9 km vor der Mündung in Passau, einen langjährigen mittleren Abfluss von 16,1 m³/s. An der Mündung sind es rund 17 m³/s.<ref name="Qges" />

Zuflüsse und Seen

Hierarchische Liste der Zuflüsse und Datei:RiverIcon-SmallLake.svg Seen vom Zusammenfluss der Oberläufe bis zur Mündung. Auswahl mit nur wenigen indirekten Zuflüssen. Teils mit Gewässerlänge<ref name="GV17-Länge" group="GV" />, Einzugsgebiet<ref name="GV17-EZG" group="GV" /> und Höhe<ref name="Abgefragt-Höhe" group="BA" />. Andere Quellen für die Angaben sind vermerkt.

Zusammenfluss von Großer und Kleiner Ohe zur anfangs wie die Große Ilz auch Schönberger Ohe genannten Ilz auf ca. Vorlage:Höhe kurz vor der Ettlmühle von Grafenau.

Mündung der Ilz von links und zuletzt Nordwesten auf ca. Vorlage:Höhe zwischen Veste Niederhaus und Ilzstadt in Passau in die Donau. Die Ilz ist hier ab dem Zusammenfluss von Großer und Kleiner Ohe 40,3 km, zusammen mit ihrem Hauptstrang ab der Quelle des Seebach am Großen Rachel über die Große Ohe sogar 69,4 km lang und hat ein Einzugsgebiet von 850,3 km², von dem 11,2 km² in Tschechien liegen, der Rest in Bayern.

Wasserqualität

Kennzeichen der Ilz ist ihr weiches, bräunlich bis schwärzlich gefärbtes Wasser. Sie wird deshalb auch als schwarze Ilz oder schwarze Perle des Bayerischen Waldes bezeichnet.

Das Wasser der Ilz reagiert im gesamten Verlauf mit Keimbildung auf Restbelastungen aus Kläranlagen und landwirtschaftlichen Abschwemmungen. 1991 wurde ein Badeverbot in der gesamten Ilz ausgesprochen, 1993 die Aktion Rettet die Ilz ins Leben gerufen.

Im Jahr 2001 wurde die LEADER-Initiative Saubere Ilz abgeschlossen. Die Ilz wurde zur Flusslandschaft des Jahres 2002/2003 erklärt. Der damalige bayerische Umweltminister Werner Schnappauf gab dies am 22. März 2002 anlässlich des Weltwassertages bekannt.

Stauseen

Datei:070422 Ilz Passau 2.jpg
Zwischen Oberilzmühle und Hals

Der Stausee Oberilzmühle nördlich von Passau staut die Ilz über 5 km zum See auf. Die Stadtwerke Passau haben hier von 1951 bis 1955 das Wasserkraftwerk Oberilzmühle gebaut. Bei der Burgruine Hals wird die Ilz für das Kraftwerk Hals noch einmal auf 1 bis 1,5 km zum See aufgestaut. In den 1970er Jahren gab es Pläne für einen weiteren Stausee bei der Burgruine Dießenstein in der Gemeinde Saldenburg. Nachdem 1978 etwa 40.000 Bürger bei einer Unterschriftenaktion teilnahmen, wurden die Pläne nicht weiter verfolgt.

Holztrift

Datei:Triftsperre hals.JPG
Die Triftsperre bei Hals

Ab etwa 1729 begann der Ausbau des Oberlaufs für die Flößerei. 1788 erließen Fürstbischöfe eine umfangreiche Triftordnung.<ref>Paul Praxl: Die Ilz online (pdf S. 3)</ref> Etwa sechs Wochen dauerte die Trift vom inneren Bayerischen Wald bis nach Passau, wo an der Bschütt ein großer Holzhafen entstand. Von 1827 bis 1829 wurde die Triftsperre bei Hals errichtet. Ein 115,5 m langer, 3,2 m breiter und 2,3 m hoher Felstunnel verkürzte von da an den langen Weg durch die Halser Flussschlinge. Jährlich wurden dort bis zu 100.000 Ster Holz verfrachtet.

Auch die großen Sägewerke bei Schneidermühl, Schrottenbaummühle und Fischhaus erinnern noch an diese Art der Holztransporte, die erst nach 1945 durch den Ausbau der Forststraßen zum Erliegen kam.

Tiere und Pflanzen

Datei:070422 Ilz Passau 1.jpg
Ilz-Schleife bei Hals

Das Tal der Ilz bevölkern schätzungsweise mehr als 20.000 verschiedene Tierarten. In der Ilz kommt die Flussperlmuschel vor, ebenso der Flusskrebs, der aber an den aufgestauten Stellen fehlt. Auch der anspruchslosere Amerikanische Flusskrebs lebt in der Ilz. Als „König der Ilzfische“ gilt der Huchen, von dem Restbestände erhalten blieben. An den Ufern brüten noch der Eisvogel und die Wasseramsel, die im Winter durch Zuzügler aus dem Norden abgelöst werden. Auch der Flussuferläufer hat noch ein Brutvorkommen im Ilztal. Im Unterlauf wird gelegentlich die Gebänderte Prachtlibelle beobachtet.

Abgesehen von einer Vielzahl niederer Pflanzen wachsen an der Ilz mehr als 400 verschiedene Gefäßpflanzen. Als größte Pflanzenrarität des Ilztales gilt die Zottige Wolfsmilch, weitere Besonderheiten sind Sibirische Schwertlilie, Holunder-Schwertlilie (bei der Burgruine Hals), Borstige Glockenblume, Knäuel-Glockenblume, Preußisches Laserkraut, Drachenwurz, Lungen-Enzian, Froschbiss, Verkannter Wasserschlauch, Straußenfarn, Langblättriger Ehrenpreis, Gemeine Akelei, Leberblümchen, Sumpf-Herzblatt, Bunter Eisenhut und Brand-Knabenkraut. Die ursprüngliche Ufervegetation ist teilweise durch die Adventivpflanzen Schlitzblättriger Sonnenhut und Drüsiges Springkraut verdrängt worden.

Schutzgebiete

Im Bereich des gescheiterten Stauseeprojektes am Dießenstein wurde 1981 nach langwierigem Interessenkonflikt das Naturschutzgebiet Ilz am Dießenstein geschaffen, das 1991 in Obere Ilz umbenannt wurde. Es hat eine Größe von 380 Hektar. Ein weiteres Naturschutzgebiet, das 91,5 Hektar große Naturschutzgebiet Halser Ilzschleifen, entstand am 3. Dezember 1993 bei Hals. Bereits am 20. Februar 1960 wurde das von Fürsteneck bis Passau reichende Landschaftsschutzgebiet Schutz des Landschaftsteils Ilztal im Bereich des Stadt- und des Landkreises Passau mit einer Größe von 1219,0 Hektar errichtet. Vorlage:Navigationsleiste Naturschutzgebiete im Landkreis Passau

Wassersport

Kanusport

Unter Einhaltung der Befahrungsregeln der Flüsse in Bayern (Stand Oktober/2007) ist das Befahren der Ilz mit Kajaks und Kanus in genau geregelten Abschnitten eingeschränkt gestattet oder ganzjährig untersagt.

Derzeit gibt es für den Flussabschnitt Stauwehr Hals – Straßenbrücke Hals (= Flusskilometer 4,5–2,2) ein ganzjähriges Befahrungsverbot. Vom 1. Mai bis 30. Juni ist die Befahrung des Abschnitts Ettelmühle – Mündung Wolfsteiner Ohe (= Flusskilometer 42,5 - 24,6) ausnahmslos untersagt. Für den Abschnitt Furth bis Schrottenbaummühle (= Flusskilometer 38,3–27,1) wird im Zeitraum vom 1. Juli bis zum 30. April auf die freiwillige Selbstbeschränkung für Wassersportler hingewiesen: Diese fordert einen Mindestpegel an der Schrottenbaummühle von > 85 cm ein und erlaubt das Anlanden nur an Wehren und Brücken.

Aktuelle Informationen dazu werden vom Bayerischen Kanu-Verband e. V. veröffentlicht.<ref>Befahrungsregeln auf bayerischen Flüssen beim Bayerischen Kanu-Verband abgerufen am 22. September 2011</ref>

Angelsport

Zusätzlich bietet die Ilz Angelmöglichkeiten. Angelkarten können für Gewässerabschnitte bei Passau, Fischhaus sowie beim Grenzbächlein bei der Dießensteiner Mühle erworben werden. Zusätzlich kann an Zuläufen der Ilz und an Seen und Stauseen im Einzugsgebiet der Ilz gefischt werden.

Eine der Zielfischarten ist der Huchen, der jedoch aufgrund von seiner Seltenheit Schutzbeschränkungen hat. So darf maximal ein Huchen pro Angler pro Saison gefangen werden, dieser muss zusätzlich über 90 cm lang sein.

Im Einzugsbereich der Ilz kann zudem auf Brachse, Schleie, Döbel, Nase, Bach- und Regenbogenforelle, Europäische Äsche sowie Weißfische gefischt werden.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Touristik

Fremdenverkehr

Im Ilztal als Naherholungsraum im bayerischen Wald gibt es zahlreiche touristische Angebote.

Radwege

Von Niederalteich (an der Donau) über Hengersberg, Iggensbach, Schöllnach, Eging am See bis nach Kalteneck, insgesamt 53 km, führt der Donau-Ilz-Radweg, teilweise auf einer ehemaligen Eisenbahntrasse. Von Kalteneck aus führen touristische Radwege nach Röhrnbach (10 km) und nach Passau (17 km).<ref>www.donau-ilz-radweg.de: Landkarte (PDF; 4,6 MB)</ref> VCD, ADFC und Ilztalbahn haben gemeinsam eine Fahrradkarte mit Routenvorschlägen herausgebracht.<ref>ilztalbahn.eu</ref>

Bahnverkehr

Das Ilztal wird von Passau bis Fürsteneck von Zügen der Ilztalbahn befahren. Diese bieten vergünstigte Fahrradmitnahme.

Literatur

  • Hans Bibelriether und Hannes Burger: Lebensraum Fluß. Die gefährdete Ilz im Bayerischen Wald. München/Grafenau 1985
  • Helmut Fürsch, Anita Götthans; unter Mitarbeit von Helmut Grosu: Die Ilz. Ein Natur- und Wanderführer, Verlag Morsak, Grafenau, 3. Auflage 1991, ISBN 3-87553-365-8.
  • Karl-Heinz Paulus (Hrsg.): Die Ilz – schwarze Perle des Bayerischen Waldes. Vilsbiburg 2012
  • Paul Praxl: Die Ilz – Eine Flusslandschaft in Vergangenheit und Gegenwart. In: Der Bayerwald. Zeitschrift des Bayerischen Wald-Verein e. V., Ausgabe 1/2005, S. 3–19.
  • Paul Praxl: Die Ilz. In: Der Bayerische Wald. Nr. 18/1, 2005, S. 5–11, Vorlage:ZOBODAT.
  • Jochen Wöhrl: Die Ilz. Luftporträt der südöstlichen Flusslandschaft des Bayerischen Waldes. Luftaufnahmen: Donatus Mossauer. Grafenau 2002

Weblinks

Vorlage:Commons

Einzelnachweise

BayernAtlas („BA“)

Amtliche Online-Gewässerkarte mit passendem Ausschnitt und den hier benutzten Layern: Lauf und Einzugsgebiet der Ilz
Allgemeiner Einstieg ohne Voreinstellungen und Layer: Vorlage:GeoQuelle <references group="BA"> Höhe:

   <ref name="Abgefragt-Höhe" group="BA">Höhe abgefragt auf dem Hintergrundlayer Amtliche Karte (Rechtsklick).</ref>
   <ref name="Blau-Höhe" group="BA">Höhe nach blauer Beschriftung auf dem Hintergrundlayer Amtliche Karte.</ref>

Länge:

   <ref name="Abgemessen-Länge" group="BA">Länge abgemessen auf dem Hintergrundlayer Amtliche Karte.</ref>

EZG:

   <ref name="Abgemessen-EZG" group="BA">Einzugsgebiet abgemessen auf dem Hintergrundlayer Amtliche Karte.</ref>

</references>

Gewässerverzeichnis Bayern („GV“)

<references group="GV"> Länge:

   <ref name="GV17-Länge" group="GV" >Länge nach: Vorlage:GeoQuelle</ref>

EZG:

   <ref name="GV17-EZG" group="GV">Einzugsgebiet nach: Vorlage:GeoQuelle</ref>

</references>

Sonstige

<references>

   <ref name="Qges">Pegelwert Kalteneck vermehrt um den Gebietsabfluss (ca. 9 l/s.km²) des Resteinzugsgebietes (88,71 km²), ermittelt für das Zwischeneinzugsgebiet der Pegel Kalteneck (Ilz), Hörmannsberg (Gaißa), Hofkirchen (Donau), Grafenmühle (Vils), Neustift (Wolfach), Passau-Ingling (Inn) und Achleiten (Donau)</ref>
   <ref Name="QWO">Die Ilz hat am Zusammenfluss eine mittlere Wasserführung von rund 7,3 m³/s, die Wolfsteiner Ohe eine von rund 8,3 m³/s, Werte ermittelt aus den Werten der Pegel Schrottenbaummühle (Ilz oberhalb), Fürsteneck (Wolfsteiner Ohe) und Kalteneck (Ilz unterhalb).</ref>

</references>

Vorlage:Navigationsleiste Flusslandschaft des Jahres in Deutschland

Vorlage:Normdaten