Ibn al-Kalbī
Ibn al-Kalbī, kurz für Hischām ibn Muhammad ibn as-Sā'ib al-Kalbī (arabisch{{#if:هشام بن محمد بن السائب الكلبي| {{#invoke:Vorlage:lang|fold}}{{#if:Hischām ibn Muhammad ibn as-Sā'ib al-Kalbī| {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}}}{{#if:Hišām bin Muḥammad bin as-Sāʾib al-Kalbī|, DMG {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}}}{{#if:| <templatestyles src="IPA/styles.css" />
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Seine Gelehrsamkeit
Er beschäftigte sich vor allem mit dem arabischen Altertum, der Geschichte und den Sitten der arabischen Stämme in der vorislamischen Zeit. Über sein Leben ist nur wenig bekannt. Sein Wissen erwarb er bei seinem Vater Muhammad ibn as-Sāʾib al-Kalbī († 763) in seiner Heimatstadt Kufa; später, während des Kalifats von al-Mahdi, zog er nach Bagdad, in das damalige Zentrum islamischer Gelehrsamkeit, wo er seine Lehrtätigkeit entfaltete. Die Sunniten standen ihm als Schiiten feindlich gegenüber; Ahmad ibn Hanbal († 855) urteile über ihn mit folgenden Worten: „Wer tradiert von Hischām? Er ist doch nur Verfasser von Nachtunterhaltungen und Genealogien. Ich denke nicht, daß jemand von ihm überliefern würde.“<ref>adh-Dhahabī: Siyar aʿlām an-nubalāʾ. Band 10, S. 101; Rosa Klinke-Rosenberger (1941), S. 18</ref> In der Umgebung des Kalifen al-Mahdi fand er wiederum allgemeine Anerkennung; einem Bericht von al-Waqidi († 823) zufolge, der bei at-Tabari († 923) erhalten ist, hatte er auf dem Gebiet der mathālib,<ref>The Encyclopaedia of Islam. New Edition. Brill, Leiden. Band 6, S. 828</ref> „der anzüglichen Geschichten, welche die arabischen Stämme voneinander erzählten“,<ref>Julius Wellhausen (1927), S. 12; Rosa Klinke-Rosenberger (1941), S. 19</ref> außerordentliche Kenntnisse, wodurch er beim Kalifen zu Ansehen und Vermögen gelangte.
Seine Zeitgenossen und Nachfolger im Gelehrtenleben bezichtigten ihn, wie seinen Vater, der Lüge. Er selbst soll sogar zugegeben haben, in Genealogien die Unwahrheit gesagt zu haben. „Das erste mal habe ich in der Genealogie gelogen als mich Chālid ibn ʿAbd Allāh al-Qasrī über (die Abstammung) seiner Großmutter Umm Kuraiz befragt hat. Ich sagte zu ihm: sie ist Zainab bint ʿArʿara ibn Ǧazīma.... Da freute er sich darüber und beschenkte mich reichlich.“ In Wirklichkeit war sie eine Prostituierte im nordarabischen Stamm der Asad,<ref>The Encyclopaedia of Islam. New Edition. Brill, Leiden. Band 1, S. 683</ref> eine Dienerin (ama) ohne Abstammung, mit dem Namen Zainab.<ref>Ahmed Zeki Pacha (Hrsg.): Le livre des Idoles. 2. Auflage. Kairo 1924. Einleitung, S. 17 nach dem Kitāb al-Aghānī von Abu l-Faradsch al-Isfahani († 967): Fuat Sezgin (1967), S. 378–382</ref>
Werke
Ibn an-Nadim stellt die Titel seiner Schriften – monographische Abhandlungen über die arabischen Stämme, ihre führenden Persönlichkeiten, Dichter und „Schlachttage“ – auf drei Druckseiten in seinem Fihrist zusammen.<ref>S. 108–111. Hrsg. Riḍā Taǧaddud. Teheran 1971</ref> Nur wenige dieser Werke sind heute entweder in Handschriftenfragmenten, oder im Druck erhalten.
- Dschamharat an-nasab {{#if:
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- Im Kitāb al-Aṣnām {{#if:
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Der deutsche Orientalist Julius Wellhausen hat in seinem heute noch maßgeblichen Werk Reste arabischen Heidentums die von Yaqut nach Ibn al-Kalbī zitierten Angaben zum vorislamischen Götzenkult ausgewertet und damit erstmals eine wertvolle Monographie über die altarabischen Gottheiten der vorislamischen Zeit vorgelegt.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gelang es dem ägyptischen Forscher Ahmed Zeki Pacha {{#if: |{{#invoke:Vorlage:lang|flat}} / }}{{#invoke:Vorlage:lang|fold}}{{#if:Aḥmad Zakī Bāšā | / {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}}}{{#if: | / ‚‘}}{{#invoke:TemplatePar|check |template=Vorlage:arF |cat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:arF |format=@@@ |all=1= |opt=2= w= DMG= d= de= b=}}, die damals als Unikat eingestufte Handschrift von Ibn al-Kalbīs „Götzenbuch“ in der Privatsammlung eines algerischen Gelehrten zu identifizieren und sie durch Kauf zu erwerben. Die bis dahin unbekannte Handschrift<ref>Über ein weiteres Handschriftenfragment des Werkes siehe: Otto Spies: Die Bibliothek des Hidschas. In: Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft (ZDMG), 90 (1936), S. 119–120</ref> stellte er auf dem Weltkongress der Orientalisten in Athen im Jahre 1912 erstmals der Öffentlichkeit vor.<ref>Siehe das Vorwort der 1. Auflage, S. 35–36</ref> 1914 erschien in einer sorgfältigen Edition die erste Auflage: Ibn el Kalbi: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}).<ref>In der 2. Auflage (Kairo 1924) sind Vorwort und Einleitung der nicht mehr vorhandenen 1. Auflage vom 4. Januar 1914 abgedruckt</ref> Der Herausgeber zählt im Anhang zur Edition (S. 107–111) 49 weitere Idole auf, die bei Ibn al-Kalbī nicht erwähnt sind.<ref>Siehe: Friedrich Stummer: Bemerkungen zum Götzenbuch des Ibn al-Kalbī. In: Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft (ZDMG), 98 (1944), S. 377–394</ref>
Das Götzenbuch stellt eine religionsgeschichtlich wertvolle Quelle dar. In der historisch bedeutsamen Epoche des Übergangs von der Dschahiliya zum Islam im 7. Jahrhundert hat es {{
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}}.<ref>H. S. Nyberg: Bemerkungen zum Buch der Götzenbilder. In: Le Monde Oriental. Jahrgang 1939. S. 366; Rosa Klinke-Rosenberger (1941), S. 26–27 (Einleitung)</ref> Die Darstellungen werden von zahlreichen Gedichten über die Gottheiten begleitet, deren Ursprünge nach dem heutigen Forschungsstand weit in die vorislamische Zeit zurückreichen. Die vom Verfasser überlieferten Gedichte bieten einen sehr guten Einblick in die primitiven {{
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}}.<ref>Rosa Klinke-Rosenberger, S. 26 (Einleitung)</ref>
Eine originalgetreue Neuausgabe als Nachdruck der Edition von Ahmed Zeki Pacha besorgte die Orientalistin Rosa Klinke-Rosenberger mit einer deutschen Übersetzung und einem reichhaltigen Kommentar.<ref>Das Götzenbuch. Kitāb al-aṣnām des Ibn al-Kalbī. Über das Buch des Ibn al-Kalbī, einschließlich Rezensionen zur Edition, siehe: Fuat Sezgin: Geschichte des arabischen Schrifttums. Brill, Leiden 1967, Band 1, S. 270.</ref>
Die englische Übersetzung des Werkes hat N. A. Faris (Princeton 1952) mit wissenschaftlichen Anmerkungen besorgt.<ref>Hisham Ibn Al-Kalbi: The Book of Idols (Kitab Al-Asnam).</ref> W. Atallah hat das Buch ins Französische übersetzt und kommentiert: Les Idoles de Hicham Ibn al-Kalbi, Paris 1969.
Literatur
- Werner Caskel: Aus der Frühzeit des Islam. In: Wilhelm Hoenerbach (Hrsg.): Der Orient in der Forschung. Festschrift für Otto Spies zum 5. April 1966. Wiesbaden 1967, S. 9–17. Zwei Berichte aus dem genealogischen Werk von Ibn al-Kalbī.
- Fuat Sezgin: Geschichte des arabischen Schrifttums. Brill, Leiden 1967, Band 1, S. 268–271.
- Rose Klinke-Rosenberger: Das Götzenbuch. Kitāb al-Aṣnām des Ibn al-Kalbī. Leipzig 1941
- M. J. Kister, M. Plessner: Notes on Caskel’s Ǧamharat an-nasab. In: Oriens, Band 25–26, S. 48–68
- Julius Wellhausen: Reste arabischen Heidentums. 2. Auflage. Berlin / Leipzig 1927
- The Encyclopaedia of Islam. New Edition. Brill, Leiden, Band 4, S. 494, Nr. II.
Weblinks
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Einzelnachweise und Anmerkungen
<references />
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