Hümme
Hümme Stadt Hofgeismar
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|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1294)&title=H%C3%BCmme 51° 33′ N, 9° 24′ O
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| Höhe: | 130 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 10,38 km²<ref name="DF" /> | |||||
| Einwohner: | 1294 (30. Juni 2024)<ref name="DF" /> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 125 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 31. Dezember 1970 | |||||
| Postleitzahl: | 34369 | |||||
| Vorwahl: | 05675 | |||||
Hümme war eine selbständige Gemeinde im nordhessischen Landkreis Kassel. Seit der hessischen Gebietsreform Anfang der 1970er Jahre ist Hümme ein Stadtteil der Stadt Hofgeismar.
Geographie
Hümme liegt an der B 83 zwischen Hofgeismar und Trendelburg, etwa 20 km (Luftlinie) nördlich von Kassel. Die Bahnstrecke Kassel – Dortmund führt an Hümme vorbei, und Hümme hat einen eigenen Bahnhof.
Geschichte
Ortsgeschichte
Hümme wird zu den ältesten Siedlungen im Kreis Hofgeismar gezählt. Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung des Orts erfolgte unter dem Namen Hummi in einem Dokument des Klosters Corvey und wird in die Zeit 826–876 datiert.<ref name="lagis" /> Nach 800 wurden, wie auch für andere Orte im Gebiet an der Esse und der Diemel, neue Grundherren in den geschichtlichen Quellen vermerkt. Neben den Herren von Eberschütz, den späteren Grafen von Schöneberg, begegnet man auch den Herren von Hummi.
Um 1200 bestanden zwei Wirtschaftsgemeinschaften von Hümmer Bauern, je nach Zugehörigkeit zu ihrer Herrschaft, die Abgaben und Dienste zu leisten hatten. Im Jahre 1220 war Hümme Teil der Grafschaft Dassel. Adelheid, Tochter des Grafen Ludolf II. von Dassel, heiratete im gleichen Jahr Berthold von Schöneberg.
Nach der Zerstörung der ursprünglich zweigeteilten Ortschaft (Hümme und Haldungen am Mühlenberg) im Jahre 1462 bestellten die Bewohner zunächst von Hofgeismar aus ihre Äcker, bevor die Ortschaft neu aufgebaut wurde. Als erster evangelischer Pfarrer ist 1546 Conrad Lemming bekundet; einige Jahre zuvor war er Barfüßermönch in Hofgeismar. Nach dem Dreißigjährigen Krieg gab es 1654 in Hümme Meierhöfe und Erbländereien, die sich im erblichen Besitz von Bauern befanden.
Hessische Gebietsreform (1970–1977)
Am 31. Dezember 1970 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Hümme im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis in die Stadt Hofgeismar eingemeindet.<ref>Eingliederung von Gemeinden in die Stadt Hofgeismar, Landkreis Hofgeismar vom 7. Januar 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 4, S. 142, Punkt 182 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 6,3 MB]).</ref><ref></ref> Für Hümme, wie für alle durch die Gebietsreform nach Hofgeismar eingegliederten Gemeinden, wurde ein Ortsbezirk eingerichtet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 22 kB) § 4. In: Webauftritt. Stadt Hofgeismar, abgerufen im März 2020.</ref>
Verwaltungsgeschichte im Überblick
Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Hümme angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
- 1013: Hessengau, Grafschaft des Dedico (in pago Hassi in comitatu Dediconis)
- Vor 1220: Im Teil der Grafschaft Dassel, den diese an die Herren von Schönenberg abtraten
- vor 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Amt Trendelburg
- ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Trendelburg
- ab 1654: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Trendelburg
- ab 1806: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Trendelburg
- 1807–1813: Königreich Westphalen, Departement der Fulda, Distrikt Kassel, Kanton Hofgeismar
- ab 1815: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Amt Trendelburg<ref name="KHK1818" />
- ab 1821/22: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Hofgeismar<ref>Verordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August. (kurhess GS 1821) S. 70.</ref><ref group="Anm.">Trennung von Justiz (Justizamt Hofgeismar) und Verwaltung.</ref>
- ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Kassel
- ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Hofgeismar
- ab 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hofgeismar
- ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hofgeismar
- ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hofgeismar
- ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Hofgeismar
- ab 1945: Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hofgeismar
- ab 1946: Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hofgeismar
- ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hofgeismar
- ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hofgeismar, Stadt Hofgeismar<ref group="Anm.">Am 31. Dezember 1970 als Ortsbezirk zur Stadt Hofgeismar.</ref>
- ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Kassel, Stadt Hofgeismar
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Das erste Teilstück des Landgraf-Carl-Kanals auf der Strecke von Karlshafen über Helmarshausen und Trendelburg in Richtung Kassel war 1729 bis Hümme befahrbar. Der Kanal und Reste der Bauten sind am Ortsrand noch sichtbar.
Die ursprünglich gute Verkehrslage an der alten Bremer Poststraße verlor der Ort, als die Straße ab 1730 über Schöneberg führte, offensichtlich, um das neu entstandene Bad Gesundbrunnen bei Hofgeismar anzubinden. Am 30. März 1848 wurde die Carlsbahn, eine Eisenbahnstrecke von Hümme nach Karlshafen, eröffnet. Gleichzeitig ging das 11,5 Kilometer lange Teilstück der Friedrich-Wilhelms-Nordbahn zwischen Hümme und Grebenstein in Betrieb. Ab dem 8. November 1848 war die Strecke von Karlshafen bis Kassel durchgehend befahrbar. Am 28. März 1851 wurde mit der Bahnstrecke Kassel–Warburg die Friedrich-Wilhelms-Nordbahn über Hümme in Richtung Warburg zur Stammstrecke der Königlich-Westfälischen Eisenbahn-Gesellschaft eröffnet. Beide Strecken waren die ersten Eisenbahnstrecken im Kurfürstentum Hessen-Kassel.
1897 erhielt der Bahnhof Hümme ein neues Empfangsgebäude. Dieses Gebäude und das Streckenwärterhaus bei Streckenkilometer 312,70 stehen unter Denkmalschutz.<ref>Bedeutende Relikte der Eisenbahngeschichte in Hofgeismar gesichert. Pressemitteilung des Landesamts für Denkmalpflege, 4. Mai 2012</ref> 2012 wurde bekannt, dass das Bahnhofsgebäude in ein Mehrgenerationenhaus umgebaut werden soll.<ref>Denkmalgeschützter Bahnhof soll umgebaut werden – Hoffnung auf Zuschüsse. In: Hessische/Niedersächsische Allgemeine online, 3. Mai 2012. Abgerufen am 16. Mai 2012</ref>
Als Dorf am Mühlenbach mit bäuerlichen Fachwerkhäusern präsentiert sich der Ort auf alten Ansichten zum Ende des 19. Jahrhunderts. Nach der Eröffnung der Eisenbahnstrecken kamen die Bahnarbeitersiedlung und kleinere Arbeiterhäuser hinzu.
Bevölkerung
Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Hümme 1311 Einwohner. Darunter waren 21 (1,6 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 222 Einwohner unter 18 Jahren, 510 zwischen 18 und 49, 288 zwischen 50 und 64 und 294 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 579 Haushalten. Davon waren 168 Singlehaushalte, 195 Paare ohne Kinder und 150 Paare mit Kindern, sowie 51 Alleinerziehende und 15 Wohngemeinschaften. In 135 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 369 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />
Einwohnerentwicklung
- 1455: 19 Wohnhäuser<ref name="lagis" />
- 1585: 110 Haushaltungen<ref name="lagis" />
| Hümme: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1834 | 891 | |||
| 1840 | 906 | |||
| 1846 | 1.078 | |||
| 1852 | 1.000 | |||
| 1858 | 924 | |||
| 1864 | 927 | |||
| 1871 | 934 | |||
| 1875 | 965 | |||
| 1885 | 968 | |||
| 1895 | 944 | |||
| 1905 | 894 | |||
| 1910 | 916 | |||
| 1925 | 1.000 | |||
| 1939 | 977 | |||
| 1946 | 1.768 | |||
| 1950 | 1.723 | |||
| 1956 | 1.475 | |||
| 1961 | 1.400 | |||
| 1967 | 1.481 | |||
| 1970 | 1.516 | |||
| 1990 | 1.562 | |||
| 2000 | 1.644 | |||
| 2005 | 1.582 | |||
| 2010 | 1.455 | |||
| 2011 | 1.311 | |||
| 2015 | 1.389 | |||
| 2020 | 1.362 | |||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: bis 1970:<ref name="lagis" />; nach 1970: Stadt Hofgeismar<ref>Haushalt 2020. Vorbericht Teil II. (PDF) In: Webauftritt. Stadt Hofgeismar, S. E6, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 17. April 2021; abgerufen im September 2020.</ref><ref name="EW2020" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" /> | ||||
Historische Religionszugehörigkeit
| • 1885: | 954 evangelische (= 98,55 %), 11 katholische (= 1,14 %), 3 jüdische (= 0,31 %) Einwohner<ref name="lagis" /> |
| • 1961: | 1107 evangelische (= 79,07 %), 275 katholische (= 18,64 %) Einwohner<ref name="lagis" /> |
Politik
Für den Stadtteil Hümme besteht ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Er umfasst das Gebiet der ehemaligen Gemeinde Hümme.<ref name="HS" /> Der Ortsbeirat besteht aus neun Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 54,60 %. Dabei wurden gewählt: fünf Mitglieder der SPD und vier Mitglieder der CDU.<ref>Ergebnis der Ortsbeiratswahlen 2021 in Hümme. In: Votemanager. Stadt Hofgeismar, abgerufen im September 2023.</ref> Der Ortsbeirat wählte Ingo Pies (SPD) zum Ortsvorsteher.<ref>Ortsbeirat Hümme. In: Ratsinformationsinformationssystem. Stadt Hofgeismar, abgerufen im September 2023.</ref>
Persönlichkeiten
- Wilhelm Hugues (1905–1971), Bildhauer und Maler, starb in Hümme
- Hartmut Gründler (1930–1977), Umweltschützer, geboren in Hümme
- Mirja Regensburg (* 1975), Schauspielerin und Komikerin, wuchs in Hümme auf
Literatur
- Liesel Kontze: Beiträge zur älteren Geschichte von Hümme. In: Heimatjahrbuch für den Kreis Hofgeismar, Jg. 1959, S. 82 ff.
- Friedrich Bleibaum (Hrsg.): Kreis Hofgeismar (= Handbuch des Heimatbundes für Kurhessen, Waldeck und Oberhessen, Bd. 3). Bernecker, Melsungen 1966, S. 146 ff.
- Hümme – ein Dorf am Mühlenbach. In: Alt-Hofgeismar – Bilder aus einer vergangenen Zeit 1870–1925, herausgegeben und erläutert von Helmut Burmeister und Klaus-Peter Lange, Hofgeismar 1979, S. 48.
Weblinks
- Stadtteil Hümme. In: Webauftritt der Stadt Hofgeismar.
- Hümme. Ortsgeschichte, Infos. In: www.huemme.org. Vereinsgemeinschaft Hümme e. V.
- Hümme, Landkreis Kassel. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
Anmerkungen und Einzelnachweise
Anmerkungen <references group="Anm." />
Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Hümme, Landkreis Kassel. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="KHK1818"> Kur-Hessischer Staats- und Adress-Kalender: 1818. Verlag d. Waisenhauses, Kassel 1818, S. 56 f. (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="EW2020">Zahlen und Fakten. Haupt- und Nebenwohnsitze. In: Webauftritt. Stadt Hofgeismar, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen im Januar 2021. </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 26 und 82, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020. </ref> <ref name="DF"> Stadt Hofgeismar – Zahlen und Fakten. Abgerufen am 15. Mai 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> </references>
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