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Hutnadel

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Datei:Colleen Moore 2.jpg
Colleen Moore mit Hutnadel, 1920
Datei:Hattnålar av förgyllt stål med guld och granater, 1904 - Hallwylska museet - 110154.tif
Zwei Hutnadeln, um 1904

Hutnadeln werden zum Befestigen großer Damenhüte auf dem Kopf der Trägerin verwendet. Dabei wird die Nadel durch Hut und das frisierte Haar (gegebenenfalls die Perücke) gesteckt. In Deutschland wurden Hutnadeln vor allem in der Zeit von 1890 bis 1925 benutzt, aber auch heutzutage hin und wieder zum Tragen großer Damenhüte.

Gestaltung

Die Länge einer Hutnadel variiert und erreichte normalerweise eine Länge um 20 cm.<ref>britannica.com: Hatpin, abgerufen am 1. April 2011</ref> Es gibt aber auch Beispiele für eine Länge von 35 cm. In den USA soll 1908 ein Gesetz erlassen worden sein, das die Länge der Hutnadeln begrenzte, damit es in der Öffentlichkeit zu keinen Verletzungsgefahren kommt. Auch gab es an unterschiedlichen Orten, z. B. öffentlichen Verkehrsmitteln, die Anweisung die Spitzen von Hutnadeln mit einem Schutz zu versehen, um Verletzungen unbeteiligter Personen zu verhindern.

Das Ende von Hutnadeln kann kunsthandwerklich als Modeaccessoire gestaltet sein. Das Hutnadelende wird aus verschiedensten Materialien gestaltet, wie aus Gold und Silber, Juwelen und Halbedelsteinen, Perlen, Kupfer, Messing, Elfenbein, Schildpatt, Porzellan und Glas. Die Nadel selbst kann aus Stahl bzw. Eisen bestehen.

Geschichte

Im Mittelalter wurde Gebendenadeln für das Gebende verwendet.

In der Zeit von 1890 bis 1925 erreichte der Modetrend, Hutnadeln zu tragen, in Deutschland einen Höhepunkt.<ref>echo-online.de: Sabine Dingeldein: Bischofsheim: „Hutnadel-Ausstellung“ Sammler Reinhard Riesel zeigt, wie die Hutnadel die Jahrhunderte bestimmte vom 23. März 2009, abgerufen am 1. April 2011</ref> Das Aufkommen der Hutnadeln hing damit zusammen, dass 1900 die Frauenkleider schmaler und enger wurden. Zum optischen Ausgleich kamen die wagenradgroßen Prachthüte für Damen auf, die meist reich geschmückt wurden und eine Befestigung mit der Hutnadel erforderten.<ref>Ingrid Loscheck: Reclams Mode- und Kostümlexikon. Stuttgart 1999, S. 311 ff, 143f.; Roswitha Mattausch-Schirmbeck: „Gut be-hütet“. Begleitschrift zur ständigen Ausstellung des Hutmuseums im Museum der Stadt Bad Homburg v.d. Höhe. Bad Homburg 1985, S. 18</ref> Einen einzigartigen Hut zu tragen zeigte damals auch den Wohlstand der Trägerinnen an.

Allerdings war das Tragen von Hutnadeln nicht überall ohne Weiteres erlaubt, weil sich an Hutnadelspitzen andere Personen unabsichtlich stechen konnten. So galten beispielsweise in der Hamburger U-Bahn 1912 Einschränkungen die durch ein Schild mit der Inschrift „Damen mit unverdeckten Hutnadelspitzen sind von der Beförderung ausgeschlossen“ adressiert wurde.

Weitere Verwendung

Hutnadeln fanden zu unterschiedlichen Anlässen Verwendung, die in der Literatur, Film und Malerei dokumentiert sind.

In der Literatur gibt es einige Beispiele für Morde mit der Hutnadel: Beispielsweise in dem Buch Büchse der Pandora von Agatha Christie, einer Sammlung von Kurzgeschichten, wird in der Kurzgeschichte The Sunningdale Mystery eine Person durch einen Hutnadelstich ins Herz ermordet. Auch in der Fernsehserie Der Bulle von Tölz (1996) im Tod am Rosenmontag wird in einem Faschingsball ein Angestellter, der sich als Scheich verkleidet hatte, mit einer Hutnadel erstochen.<ref>episodeworld.com: Der Bulle von Toelz (1996), abgerufen am 1. April 2011</ref>

Am 31. Dezember 1857 wurde Königin Victoria aufgefordert, die Hauptstadt für die Provinz Kanada zu bestimmen; dabei soll sie ihre Hutnadel auf einer Landkarte etwa zur Hälfte zwischen die Städte Toronto und Montreal gesteckt haben, und der nächstliegende Ort sei Ottawa gewesen.<ref>sueddeutsche.de: Verena Wolf: Ottawa. Alles andere als öde!, 1. Februar 2010, abgerufen am 1. April 2010</ref>

Bertha Benz benutzte auf der ersten Fernfahrt 1888, der Bertha Benz Memorial Route, ein benzingetriebenes Gefährt von Mannheim nach Pforzheim. Diese Reise war illegal, da das Gefährt auf polizeiliche Anordnung nicht außerhalb ihres Heimatortes bewegt werden durfte. Als der Benzinmotor Probleme hatte, nahm Bertha Benz eine Hutnadel, um eine verstopfte Benzinleitung durchgängig zu machen.<ref>stuttgarter-nachrichten.de: Andrea Jenewein: Mit Hutnadel und Strumpfband im Benz vom 12. März 2010, abgerufen am 1. April 2011</ref>

Emma Miller, eine engagierte 73-jährige Gewerkschafterin und Suffragette führte eine Gruppe von Frauen und Mädchen während einer großen Demonstration im Generalstreik in Brisbane im australischen Queensland im Jahr 1912 an. Die Frauen wurden von der Polizei bedroht, die mit Bajonetten bewaffnet war. Miller nahm ihre Hutnadel und stach damit auf das Pferd des ranghöchsten Polizeioffiziers William Geoffrey Cahill von Queensland ein, woraufhin dessen Pferd scheute, ihn abwarf und sich Cahill mit der Folge einer späteren Gehbehinderung verletzte.<ref>Pam Young: The Hatpin – A Weapon. Women and the 1912 Brisbane General Strike. In: Hecate. 1988 (englisch).</ref><ref>Pam Young: Proud to be a Rebel. The Life and Times of Emma Miller. University of Queensland Press, 1991. ISBN 0-7022-2374-3 (englisch).</ref>

Weblinks

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Einzelnachweise

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