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Boll (Sauldorf)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Hudelhof)
Boll
Gemeinde Sauldorf
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Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(407)&title=Boll 47° 57′ N, 9° 2′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(407) 47° 57′ 0″ N, 9° 1′ 58″ O
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Höhe: 639 m ü. NHN
Fläche: 7,29 km²
Einwohner: 407 (31. Dez. 2014)[Ohne Beleg]Vorlage:Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland/Wartung/NoEinwQuelle
Eingemeindung: 1. Januar 1974
Eingemeindet nach: Wasser
Postleitzahl: 88605
Vorwahl: 07777
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Boll ist ein Ortsteil der Gemeinde Sauldorf im baden-württembergischen Landkreis Sigmaringen in Deutschland.

Geographie

Geographische Lage

Boll liegt auf 646 m ü. NHN in einem Moränengelände westlich der Ablachniederung und rund 5,6 Kilometer westlich vom Hauptort Sauldorf entfernt. Die Gemarkungsfläche umfasst rund 729 Hektar<ref group="A">Gemarkungsfläche 7.289.570 m²</ref> (Stand: 31. Dezember 2010<ref name="Kommunaldaten">Angaben nach Lothar Goreth, Einwohnermelde- und Standesamt der Gemeinde Sauldorf, vom 11. Januar 2011.</ref>) und grenzt an die beiden Landkreise Konstanz und Tuttlingen.

Im so genannten „Unterdorf“ vereinigen sich der von West nach Ost fließende Krummbach und der von Süd nach Nord fließende Espenbach.

Ortsgliederung

Zu Boll gehören das Dorf Boll, die Höfe Grünfleckerhof (1518, 1522 zum Grienflecken im Madach), Hudelhof, Ilgental, Katzenmaierhof, Kohllöffelhof, Riedhöfe (1183 Riedin, 1185 Riede), Steinbruchhöfe und Untermühle und die Häuser Ziegelhütte.<ref name="Amtliche Beschreibung">Sauldorf in: Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VII: Regierungsbezirk Tübingen. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004807-4. S. 823–827</ref>

Geschichte

Datei:Map of 'County of Nellenburg'.jpg
Boll auf einer Karte der Grafschaft Nellenburg aus dem 18. Jahrhundert

Im Gewann „Schlichten“ befindet sich eine keltische Viereckschanze. Sie wurde 1836 durch den Bietinger Pfarrer Joseph Anton Eitenbenz beschrieben. Er hielt die Anlage mit einer Seitenlänge von 105 bis 123 Meter ursprünglich für die Reste eines römischen Sommerlagers.<ref>Joseph Anton Eitenbenz: Römische Niederlassung bei Meßkirch. Konstanz 1836 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref><ref>Zum Weitersagen! Wussten Sie eigentlich, dass…. In: Südkurier vom 30. November 2011</ref>

Der Ort ist jedoch jüngeren Datums: Der Ortsname deutet auf eine Siedlung der frühmittelalterlichen Ausbauzeit hin. Anfang des 13. Jahrhunderts wurde das Dorf als Bolli und im Jahr 1289 als Bol (Hügel oder Sonderbezirk einer Gemarkung) genannt. Die später im Dorf bestehende Burg Boll ist für die Mitte des 13. Jahrhunderts durch Albert von Bolle (1241–1254) und die Brüder Heinrich und Albert von Bolle (1261) belegt. Da Albert von Bolle 1241 als „advocatus“ bezeichnet wurde, dürfte er Burg und Dorf zu Lehen getragen haben.<ref name="Amtliche Beschreibung"/>

Seit Anfang des 15. Jahrhunderts werden Burg und Dorf als Bestandteil der Herrschaft Hewen und Lehen der Grafen von Lupfen in der Hand der Familie von Heudorf genannt. Von dieser kaufte Graf Froben Ferdinand von Fürstenberg im Jahr 1693 das Schloss und Dorf. Die Hochgerichtsbarkeit gehörte im 18. Jahrhundert Nellenburg, wurde aber auch von Hohenzollern-Sigmaringen beansprucht; dagegen standen die Steuerrechte dem Ritterkanton Hegau zu.<ref name="Amtliche Beschreibung"/>

Fürstenberg gliederte Boll seinem Oberamt Meßkirch an, mit dem es 1806 an Baden fiel. 1807 war Boll Teil des Amtsbezirks Meßkirch Kreis Konstanz, im Landeskommissariatsbezirk Konstanz im Großherzogtum Baden. 1936 gehörte Boll zum Bezirksamt, ab 1939 Landkreis Stockach. Der Landkreis Stockach wurde 1973 im Zuge der Kreisreform des Landes Baden-Württemberg aufgelöst, Boll kam zum Landkreis Sigmaringen.

Im Zuge der Gemeindegebietsreform in Baden-Württemberg kam Boll am 1. Januar 1974 zur neu gebildeten Gemeinde Wasser, die am 25. Juni 1974 in Sauldorf umbenannt wurde.<ref></ref>

Einwohnerentwicklung

Hatte Boll am 6. Juni 1961 noch 415 Einwohner, so waren es am 21. November 2013 exakt 416.<ref name="Kommunaldaten"/>

Religion

Das katholische Patronat gehörte den Herren von Heudorf, durch die es mit Schloss und Dorf an Fürstenberg gelangte. Die Pfarrei wurde später von Schwandorf versorgt. Evangelische Christen gehören Meßkirch an.

Politik

Wappen

Das Wappen der ehemaligen Gemeinde Boll zeigt in gespaltenem Schild vorne in Rot drei schräge Heuliecher übereinander, hinten von Blau und Silber geteilt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Datei:Burg Boll.JPG
Burg Boll: Heute Gasthaus Schwanen

Bauwerke

  • Im Gasthaus Schwanen befinden sich verbaute Reste der Burg Boll, einer spätmittelalterlichen Wasserburg. Das Schloss, ein einfacher dreiteiliger Bau des 16./17. Jahrhunderts, war bereits im 19. Jahrhundert durch landwirtschaftliche Nutzung entstellt.
  • Den geistigen Mittelpunkt des Dorfes bildet die katholische Kirche St. Silvester. Eine Kirche wurde schon Anfang des 13. Jahrhunderts erwähnt, St. Silvester 1494. Der heutige Bau stammt vom Ende des 18. Jahrhunderts, der Turm noch vom Ausgang des Mittelalters.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Auf der Gemarkung befindet sich das Ultraleichtfluggelände Sauldorf-Boll des Ultraleicht-Fliegerclubs Boll.

Bildung

In Boll gab es eine Dorfschule.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter des Ortes

Anmerkung

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Weblinks

Commons: Boll – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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Literatur

  • Thomas Kluger: Sauldorf: mit seinen Ortsteilen Bietingen, Boll, Krumbach, Rast und Wasser im Wandel der Zeit, Geiger-Verlag, Horb am Neckar, 1995, ISBN 3-89570-096-7
  • Kurt-Erich Maier, Johann Schäfer: Sauldorf: Geschichte der Gemeinde Sauldorf und ihrer Ortsteile Bietingen, Boll, Krumbach, Rast, Sauldorf und Wasser, mit besonderer Berücksichtigung des 18. bis 19. Jahrhunderts. Gemeindeverwaltung, 1984

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