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Ultraleichtfluggelände Sauldorf-Boll

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Ultraleichtfluggelände Sauldorf-Boll
Rudi-Rebholz-Flugplatz
Datei:Aerial image of the Sauldorf-Boll airfield.jpg
Kenndaten
Flugplatztyp Sonderlandeplatz
Koordinaten 47° 57′ 20″ N, 9° 1′ 47″ OKoordinaten: 47° 57′ 20″ N, 9° 1′ 47″ O
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Höhe über MSL 663 m (2.175 ft)
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 5,6 km westlich von Sauldorf
Basisdaten
Eröffnung 1984
Betreiber Deutscher Ultraleicht-Fliegerclub e. V.
Start- und Landebahn
05/23 520 m × 20 m Gras

Das Ultraleichtfluggelände Sauldorf-Boll, seit 2007 auch Rudi-Rebholz-Flugplatz, liegt bei Boll, einem Ortsteil der Gemeinde Sauldorf im baden-württembergischen Landkreis Sigmaringen in Deutschland. Eigentümer und Platzhalter ist Otmar Rebholz.<ref name="NfL_4">Regierungspräsidium Tübingen: Genehmigung des Sonderlandeplatzes für Luftsportgeräte Sauldorf-Boll. In: DFS Deutsche Flugsicherung GmbH (Hrsg.): Nachrichten für Luftfahrer I 135/10. 1. Juli 2010.</ref><ref name="Einweihung"/>

Flugbetrieb

Das Ultraleichtfluggelände besitzt eine Betriebsgenehmigung für motorisierte Luftsportgeräte, Hängegleiter, Ultraleichtsegelflugzeuge und Gleitflugzeuge.<ref name="NfL_4" /> Für Hängegleiter, Ultraleichtsegelflugzeuge und Gleitflugzeuge ist Luftsportgeräteschleppstart als Startart zugelassen.<ref name="NfL_4" /> Das Ultraleichtfluggelände ist mit einer 520 m langen und 20 m breiten Start- und Landebahn aus Gras (Richtung 05/23) ausgestattet.<ref name="NfL_4" /> Es dient dem Verkehr von Luftfahrzeugen durch den Platzhalter. Andere Führer von Luftsportgeräten dürfen es nur nach vorheriger Zustimmung durch den Platzhalter (PPR) benutzen.<ref name="NfL_4" />

Name

Das Gelände ist nach dem Boller Rudi Rebholz benannt, der mit besonderem Nachdruck gegen vielerlei Widerstände und als begeisterter Segelflieger an seinem Heimatort eine entsprechende Fluggenehmigung für ein Gelände durchsetzte, das im unmittelbaren Einflussbereich der militärischen Kontrollzone des Heeresflieger-Flugplatzes von Neuhausen ob Eck lag.<ref name="bs">Bernd Schwarz: "Rudi-Rebholz-Flugplatz" wird eingeweiht. In: Südkurier vom 7. August 2007</ref>

Geschichte

Der Platz erhielt am 16. Juli 1984 seine ursprüngliche Genehmigung mit Rudi Rebholz als Platzhalter. Es besaß zu diesem Zeitpunkt eine Zulassung für Ultraleichtflugzeuge.<ref name="NfL_1">Regierungspräsidium Tübingen: Genehmigung des Landeplatzes Sauldorf-Boll für Ultraleichtflugzeuge. In: DFS Deutsche Flugsicherung GmbH (Hrsg.): Nachrichten für Luftfahrer I - 196/84. 13. September 1984.</ref> Eine Betriebsabsprache mit dem Militärflugplatz war permanent erforderlich.<ref name="bs"/> Seit 1986 ist der in Frankfurt gegründete Deutsche Ultraleicht-Fliegerclub, kurz DULFc e. V., in Boll beheimatet.<ref name="Flugplatztreffen">Bernd Schwarz: Hier ist Abheben erwünscht. In: Südkurier vom 22. Mai 2010</ref> Ursprünglich waren die Flugzeuge in einem Zelt untergebracht, später wurde eine stabile blechverschlagene Stahlhalle errichtet.<ref name="bs"/>

Vom Regierungspräsidium Tübingen wurde mit einer leichten Verschiebung der Landerichtungen am 13. September 1994 eine Verlängerung genehmigt.<ref name="NfL_2">Regierungspräsidium Tübingen: Neufassung der Genehmigung des Sonderlandeplatzes Sauldorf-Boll für Ultraleichtflugzeuge. In: DFS Deutsche Flugsicherung GmbH (Hrsg.): Nachrichten für Luftfahrer I - 288/94. 13. Oktober 1994.</ref> Am 20. Juni 2006 wurde die Platzhalterschaft von Rudi Rebholz auf Otmar Rebholz übertragen.<ref name="NfL_3">Regierungspräsidium Tübingen: Änderung der Genehmigung des Sonderlandeplatzes Sauldorf-Boll. In: DFS Deutsche Flugsicherung GmbH (Hrsg.): Nachrichten für Luftfahrer I - 221/06. 17. August 2006.</ref>

Im Rahmen einer Flurneuordnung war es 2002 der Wunsch der Gemeinde Sauldorf sowie der Flurbereinigungsbehörde, die Landerichtungen erneut zu ändern.<ref name="bs"/> Ziel war es, die Gewanne „Mühlacker“ und „Hallmannswiesen“ später für die Dorfentwicklung und Bebauung freizuhalten.<ref name="Flugplatztreffen"/> Dagegen hatten 2007 Bürger des Nachbarorts Bietingen Einspruch vor dem Verwaltungsgericht Sigmaringen eingelegt.<ref>Bernd Schwarz: Ultraleicht am Himmel über Boll. In: Südkurier vom 30. März 2007</ref><ref>Bernd Schwarz: Tauziehen um Flugplatz. In: Südkurier vom 4. April 2009</ref>

2009 ließ der Deutsche Ultraleichtfliegerclub in Zusammenarbeit einen geänderten und verlängerten Pistenverlauf der Start- und Landebahn anlegen. Der Boden des neuen Pistengeländes wurde dabei durch ein Minensuchgerät in Testarbeiten durchgearbeitet<ref>Bernd Schwarz: Test für Minenräumer. In: Südkurier vom 9. Mai 2009</ref> und konnte so durch weiteren Maschineneinsatz besser eingeebnet werden. Danach erfolgte eine spezielle Einsaat.<ref>Bernd Schwarz: Neue Piste für Ultraleichtflieger. In: Südkurier vom 27. März 2010</ref> Nach einer Platzrunde konnte die neue Landebahn am 23. Mai 2010 eingeweiht und in Betrieb genommen werden.<ref name="Einweihung">Bernd Schwarz: Flieger eröffnen ihre neue Landebahn. In: Südkurier vom 27. Mai 2010</ref> Der geänderte Pistenverlauf wurde am 10. Juni 2010 genehmigt. Die Betriebsaufnahme wurde am 14. Juni 2010 gestattet.<ref name="NfL_4" />

Durch die Änderung ergaben sich bestimmte Sicherheitsvorteile, die Landebahn wurde auf 520 Meter verlängert und verläuft im An- und Abflugbereich hindernisfrei. Die Vorteile wiegen die Nachteile auf, die dadurch entstanden sind, dass der Platz von den Flugzeughallen und der bisherigen Infrastruktur des Platzes in nordwestlicher Richtung abgerückt ist.<ref name="Einweihung"/> Die Bahn hat eine Breite von nur 20 Meter, hat aber beidseitig einen Sicherheitsstreifen von 15 Metern.<ref name="Flugplatztreffen"/> Planungen laufen, den bisherigen Tower zu erhöhen oder gleich zu versetzen.<ref name="Einweihung"/>

Traditionell über die Pfingstfeiertage feiert der Deutsche Ultraleichtfliegerclub mit dem Boller Flugplatztreffen einen Tag der offenen Tür.<ref>Bernd Schwarz: Fest auf dem Flugplatz. In: Südkurier vom 10. Mai 2008</ref>

Einrichtungen

Datei:D-BW-SIG-Sauldorf-Boll - UL airfield - Ikarus C42 01.jpg
Ikarus C42 auf der Rollbahn

Neben dem Tower befinden sich noch zwei Hangars auf dem Platz. Die Vereinsmaschine ist ein Ultraleichtflugzeug vom Typ Sky-Ranger und dient der vereinseigenen Flugschule.<ref>Bernd Schwarz: Infotag zum Auftakt. In: Südkurier vom 24. April 2009</ref>

Weblinks

  • Internetauftritt des Deutschen Ultraleichtfliegerclubs Sauldorf-Boll (DULFc e. V.)

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Navigationsleiste Ultraleichtfluggelände (Baden-Württemberg)