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Schwandorf (Neuhausen)

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Schwandorf
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Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(850)&title=Schwandorf 47° 57′ N, 9° 0′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(850) 47° 57′ 4″ N, 8° 59′ 45″ O
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Höhe: 666 m ü. NHN
Einwohner: 850 (2022)[Ohne Beleg]Vorlage:Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland/Wartung/NoEinwQuelle
Eingemeindung: 1. Januar 1973
Postleitzahl: 78579
Vorwahl: 07777
Datei:Karte Neuhausen ob Eck Ortsteil Schwandorf.png
Karte
Schwandorf innerhalb der Gemeinde Neuhausen ob Eck
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Schwandorf ist ein Ortsteil von Neuhausen ob Eck und hat rund 850 Einwohner.

Geographie

Geographische Lage

Schwandorf liegt auf der Hochfläche der Hegaualb auf der westlichen Schwäbischen Alb.

Ortsgliederung

Schwandorf besteht aus den vier Dörfern Oberschwandorf, Unterschwandorf, Volkertsweiler und Holzach.<ref name="Schwandorf">Hermann-Peter Steinmüller (hps): Schwandorfer Geschichte wird lebendig. In: Südkurier vom 29. Dezember 2010</ref>

Schutzgebiet

In Schwandorf ist seit 2017 das NaturschutzgebietFeuchtwiesen Schwandorf“ ausgewiesen.

Geschichte

Holzach, der heute kleinste Ortsteil der Gemeinde Neuhausen ob Eck<ref>Herbert Dreher: Sie laden zum Fest in Holzach. In: Südkurier vom 23. Juni 2010</ref>, wurde 785 anlässlich einer Schenkung an das Kloster St. Gallen als Hoolzaim urkundlich erwähnt; später wurde der Ort Holzheim und dann im fürstenbergischen Urkundenbuch 1480 erstmals Holzach genannt.<ref name="Holzach">Herbert Dreher: Ortsgeschichte. In: Südkurier vom 23. Juni 2010</ref>

Schwandorf selbst wurde 1145 erwähnt und gehörte damals zur Landgrafschaft Nellenburg. In einer Abhandlung über die Landgrafschaft Nellenburg wird einer ihrer neun Kameralorte Madach genannt, welcher Oberschwandorf, Unterschwandorf, Holzach und Volkertsweiler umfasste und mit diesen gegen Ende des 12. Jahrhunderts zu Nellenburg gekommen war.<ref name="Holzach"/>

1465 wurde Schwandorf österreichisch. Die soziale Lage des Madacher Amts in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, in dem die vier Dörfer zusammengefasst waren, war nicht besonders gut, österreichische Beamte des Jahres 1785 und badische Beamte von 1851 berichteten von Armut. Arbeitsplätze gab es weder in der Landwirtschaft noch war der Industriebereich so weit fortgeschritten, dass er hätte Menschen in Lohn und Brot stellen können. Für die zahlreichen Handwerker, die sich damals in Schwandorf niedergelassen hatten, gab es entsprechend wenige Auftraggeber. Mitte des 19. Jahrhunderts gab es in Schwandorf 14 Leinweber, acht Schuhmacher, vier Schneider, vier Wagner und fünf Schreiner.<ref name="Schwandorf"/>

Die Gemeinde Schwandorf war bis 1806 Bestandteil der habsburgischen Grafschaft Nellenburg.<ref name="Herrschaft">Alfred Th. Heim: Leben mit geistlichen und weltlichen Herren. In: Südkurier vom 27. August 2005</ref> Nach der von Napoleon erzwungenen Gebietsreform fiel Schwandorf für die kurze Zeit von 1806 bis 1810 an Württemberg.<ref name="Schwandorf"/> Danach kam es im Grenzvertrag zwischen Württemberg und Baden an Baden, wurde aber nicht dem Amtsbezirk Meßkirch, sondern dem Amtsbezirk Stockach zugeteilt. Keine Änderung ergaben sich bei der neuen Aufteilung der staatlichen Zuständigkeiten für Neuhausen ob Eck, das bereits seit 1481 zu Württemberg gehörte.<ref name="Herrschaft" /> Fortan trennte neben der Konfession die badisch-württembergische Grenze, die bis zur Gründung des Deutschen Reiches 1871 eine Staatsgrenze war, Schwandorf von Neuhausen.<ref name="Schwandorf"/>

1936 wurde das Amt Meßkirch aufgelöst und Schwandorf als selbstständige Gemeinde dem Oberamt Stockach angegliedert. Daraus entstand 1939 der Landkreis Stockach. Holzachs letzter Stabhalter, dessen Siegel archiviert ist, hat seine Funktion im Jahr 1936 verloren. Die vier bisher eigenständigen Ortsteile wurden danach zur Gesamtgemeinde Schwandorf zusammengefasst.<ref name="Holzach"/>

Im Zuge der Verwaltungsreform erfolgte am 1. Januar 1973 die Eingemeindung von Schwandorf nach Neuhausen ob Eck.<ref></ref>

Einwohnerentwicklung

Datei:Unterschwandorf.JPG
Unterschwandorf, Südansicht

Schwandorf erfuhr eine rasche Bevölkerungsentwicklung:

Jahr 1708 1785 1863 1961 1970
Einwohner<ref name="Schwandorf"/> 400 496 1240 728 801

Religion

Im Gegensatz zu den württembergischen Neuhausenern, die sich zum Protestantismus bekannten, waren die österreichischen Schwandorfer katholisch.<ref name="Schwandorf"/>

Politik

Ortsvorsteher

Der Ortsvorsteher ist Karl-Otto Horn (Stand 2025).<ref>www.neuhausen-ob-eck.de</ref>

Wappen

[[Datei:{{#property:p94}}|100px|links|Wappen von Schwandorf]] Blasonierung: „Unter goldenem (gelbem) Schildhaupt, darin eine liegende blaue Hirschstange, in Silber (Weiß) ein durchgehendes rotes Kreuz.“
Wappenbegründung: Die Hirschstange entstammt dem Wappen der Grafschaft Nellenburg, zu der das Dorf bis 1805 gehörte. Das rote Kreuz erinnert an die Zugehörigkeit zum Bistum Konstanz.<ref>Geschichte der Gemeinde Neuhausen ob Eck</ref>

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Datei:St. Ullrich Oberschwandorf.JPG
St. Ullrich in Oberschwandorf
Datei:Kapelle Unterschwandorf.JPG
Kapelle in Unterschwandorf

Vereine

Schwandorf hat insgesamt 14 Vereine.

Regelmäßige Veranstaltungen

Die Dorffasnet in Schwandorf ist durch die Narrenfigur der Schwandorfer Burghexen inhaltlich an die Historie angelegt, ähnlich wie der Neckname „Österreicher“, mit dem die Worndorfer Schwandorf belegen. Grund ist die geschichtliche Zugehörigkeit Schwandorfs vor 1806 zu Vorderösterreich.<ref>Alfred Th. Heim: Von Wasserfürsten, Schilpen und Hornasen. In: Südkurier vom 13. Juni 2003</ref>

Bauwerke

  • Die Pfarrkirche St. Ulrich in Oberschwandorf wurden 1275 erstmals urkundlich erwähnt.
  • Die Friedhofskapelle von Holzach wurde um das Jahr 1000 erbaut und ist „Unserer lieben Frau zu Holzen“ geweiht. Holzach zählte im Jahr 1275 als eine von 49 Pfarreien zum Kloster Reichenau.<ref name="Holzach"/>
  • Auf der Gemarkung liegt die Burgreste Schwandorf.
  • Ein alter Prozessionsweg führt von Oberschwandorf über Unterschwandorf nach Holzach.<ref>Flurprozession. In: Südkurier vom 15. Mai 2010</ref>

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Albert Mueller (1884–1963), Grafiker und Maler
  • Franz Xaver Mülherr (1889–1955), Schulrat und Wehrmachtsoffizier mit Zivilcourage, dem ein Kapitel 'La grande colère de Franz Mulherr' in Christian Bernadacs Buch Le Train de la mort gewidmet ist.<ref>Christian Bernadac: Le Train de la mort. Paris: Editions France-Empire, [1970] und Genève, [Switzerland]: Editions Famot, ©1976.</ref>

Literatur

  • Heinrich Heidegger mit Beiträgen von Eberhard Dobler, Karl Oberle und Beate Fischer-Gog: Schwandorf. Beiträge zur Geschichte von Schwandorf. Hrsg.: Verein für Geschichte des Hegaus. 1972.
  • Hans-Joachim Schuster, Horst-Dieter Freiherr von Enzberg, Hans-Georg Stritzel, Heinrich Bastuck, Walter Renner, Johannes Steppacher, Beate Fischer-Gog, Marianne Binder und Günter Binder: Schwandorfer Geschichte. 2009.
  • Hans-Georg Stritzel: Ortssippenbuch Schwandorf (= Badische Ortssippenbücher (1650–1945). Band 143). Neuhausen ob Eck 2010.

Weblinks

Commons: Schwandorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />