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Holsterhausen (Essen)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

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Wappen der Stadt Essen
Wappen der Stadt Essen

Holsterhausen
Stadtteil von Essen

[[Datei:{{#property:p242}}|300px|Lage von Holsterhausen im Stadtbezirk III Essen-West]]
Basisdaten
Fläche Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) km²
Einwohner 26.210 (30. Sep. 2022)
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Eingemeindung 1. Aug. 1901
Räumliche Zuordnung
Postleitzahl {{#property:p281}}
Stadtteilnummer 09
Bezirk Stadtbezirk III Essen-West
Bild
Blick auf Holsterhausen von Süden, unten das Universitätsklinikum
Blick auf Holsterhausen von Süden, unten das Universitätsklinikum

Blick auf Holsterhausen von Süden, unten das Universitätsklinikum

Quelle: Statistik der Stadt Essen

Holsterhausen ist ein Stadtteil der kreisfreien Stadt Essen. Holsterhausen liegt südwestlich der Innenstadt zwischen den Stadtteilen Rüttenscheid, Margarethenhöhe, Frohnhausen, West- und Südviertel. Gemessen an der Einwohnerzahl ist Holsterhausen der viertgrößte Stadtteil Essens.

Geschichte

Der Name geht zurück auf die ehemalige Lage des Stadtteils direkt am Wald, daher „Die am Holze (am Walde) hausten“. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Holsterhausen im Jahre 966, als Kaiser Otto I. den Hof Ehrenzell, den Kern des sogenannten Dreibauerschaftsquartiers, dem Konvent des Stiftes Essen schenkte. Das Dreibauerschaftsquartier bestand aus den drei späteren Essener Stadtteilen Altendorf, Frohnhausen und Holsterhausen und wurde nach der Säkularisation der Munizipalität Borbeck zugeteilt. 1874 wurde die Bürgermeisterei Altendorf gebildet, der Altendorf, Frohnhausen und Holsterhausen angehörten. Ihr Bestehen endete mit der Eingemeindung zur Stadt Essen am 1. August 1901. Durch seine zentrale Lage und die Nähe zu den Krupp-Werken wurde Holsterhausen im Zweiten Weltkrieg so stark zerstört, dass es nach dem Krieg das größte zusammenhängende Wiederaufbaugebiet Westdeutschlands war.

Wappen

Wappen von Holsterhausen
Wappen von Holsterhausen

Blasonierung: „In Rot ein silbernes (weißes) Haus mit schwarzem Fachwerk und Tor; über dem Giebel vorn und hinten je ein goldener (gelber) Stamm mit Stummelästen.“

Das Wappen wurde von Kurt Schweder entworfen und hatte nie offiziellen Charakter. Ende der 1980er Jahre schuf der Heraldiker für alle Essener Stadtteile Wappen. Sie sind inzwischen von der Essener Bevölkerung gut angenommen worden.

Das Wappen ist ein sogenanntes „redendes Wappen“; die Stämme spielen auf den Wohnsitz der „Holzseter“ (Holster-) bzw. Waldarbeiter an. Das Haus steht für die Endung „-hausen“.<ref>Vgl. dazu Johann Rainer Busch: Kurt Schweders Wappen der Essener Stadtteile Essen 2009, S. 60</ref>

Charakter

Holsterhausen ist überwiegend Wohngebiet, an der Peripherie gibt es vereinzelt größere Grünanlagen wie das Mühlbachtal oder Industriegebiete wie das Schederhofviertel im Norden. Aufgrund seiner Lage zwischen dem Essener Zentrum und den äußeren Stadtteilen hat Holsterhausen ein dichtes Straßennetz und ist von mehreren Hauptstraßen durchzogen, die an die durch den Stadtteil verlaufende A 40 angeschlossen sind. Außerdem verkehren in dichtem Takt mehrere Bus-, Stadtbahn- und zwei U-Bahn-Linien im Nahverkehr in Essen. Die Verkehrsbelastung ist dementsprechend hoch. Die Einkaufsstraße des Stadtteils ist die Gemarkenstraße, deren Mittelpunkt die Kirche St. Mariä Empfängnis bildet. Donnerstags findet auf dieser Straße ein Nachmittagsmarkt statt. Die Gemarkenstraße ist seit dem 12. August 2020 als Fahrradstraße ausgebaut und Teil der sogenannten Fahrradstraßenachse A, die die Stadtteile Südviertel bzw. Rüttenscheid, Holsterhausen und Frohnhausen miteinander verbindet.<ref>Fahrradstraßenachsen. Abgerufen am 19. November 2025.</ref>

Als weiterführende Schulen befinden sich in der Bardelebenstraße das geschichtsträchtige katholische Mädchengymnasium B.M.V. und in der Margaretenstraße das Alfred-Krupp-Gymnasium, das 1908 als Realschule errichtet wurde und 1910 den Namen Krupp-Oberrealschule erhielt. Sie war ein Zugeständnis Essens im Eingemeindungsvertrag der Bürgermeisterei Altendorf von 1901. 1937 wurde die Schule in Alfred-Krupp-Schule umbenannt. In dem späteren mathematisch-naturwissenschaftlichen Jungen-Gymnasium sind seit den 1960er-Jahren auch Mädchen zugelassen. In der Böcklinstraße und in der Keplerstraße ist dazu die Städtische Gesamtschule Holsterhausen beheimatet.

Im Süden Holsterhausens liegt das Universitätsklinikum Essen (vormals Städtische Krankenanstalten). Trotz der dichten Bebauung gibt es in Holsterhausen einige Grünflächen, wie ein Teil des Haumannparks im Justizviertel und einige Kinderspielplätze. Zudem grenzt Holsterhausen im Süden direkt an den Grugapark. An die industrielle Zeit von Krupp erinnern noch heute Teile ehemaliger Arbeitersiedlungen, wie der Alfredshof, die entsprechend den Bedürfnissen heutiger Bewohner modernisiert wurden, ohne aber ihren Charakter zu verlieren. Vor dem Zweiten Weltkrieg gab es im nördlichen Holsterhausen die Arbeiterkolonie Schederhof an der heutigen Schederhofstraße, von der keine Überreste vorhanden sind. Heute gibt es hier Handel und Kleingewerbe, darunter auch das Mitte 2020 geschlossene Druckhaus der Funke Mediengruppe. Diese verkaufte das 28.000 Quadratmeter große Areal 2021 samt Gebäude an eine Immobilien-Holding, die unter Vermietung die Gebäude neuer Nutzung zuführt.<ref>Oberbürgermeister besichtigte ehemaliges FUNKE-Druckhaus; In: Pressemeldung der Stadt Essen vom 3. Februar 2026</ref>

Bis 2019 befand sich auf dem Hinterhof des Hauses Gemarkenstraße 18 Deutschlands älteste existierende Tankstelle.<ref>Sie hat noch heute Fans: Die älteste Tankstelle Deutschlands stand in Essen. 16. Oktober 2023, abgerufen am 19. November 2025.</ref>

Am 9. Januar 1964 wurde das Jugendzentrum Essen (JZE) an der Papestraße eröffnet. Für vier Millionen DM gebaut, war es damals ein Geschenk der Stadt Essen an die Jugend. Am 1. Juni 2011 wurde das Zentrum geschlossen und im April 2014 abgerissen.<ref>Markus Grenz: Abriss des Jugendzentrums Essen zum 50. Geburtstag. 28. Januar 2014, abgerufen am 8. Juni 2024.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />WAZ Mediengruppe: Große Abschieds-Feier für das schließende Jugendzentrum Essen; 15. Mai 2011 (Memento vom 31. Dezember 2015 im Internet Archive)</ref>

Trivia

Holsterhausen wurde in dem U.S.-amerikanischen Dokumentationsfilm "Germany - A Family of the Industrial Ruhr" der McGraw-Hill Book Company aus dem Jahre 1958 abgelichtet.<ref>McGraw-Hill Book Company: Germany: A Family of the Industrial Ruhr (1958). Abgerufen am 26. Oktober 2019.</ref> Der Dokumentationsfilm schildert den Alltag der Familie Müller in Essen. Die Familie lebt vermutlich am Hartmannplatz. Neben Aufnahmen von alltäglichen Besorgungen, wie dem Lebensmitteleinkauf in einem Geschäft von Albrecht auf der Gemarkenstr., der Straßenbahn an der Haltestelle Rubensstr., oder dem Schulbesuch in der Keplerschule, ist auch der sonntägliche Kirchgang der Familie zur Kirche St. Mariä Empfängnis zu sehen. Einzelne Aufnahmen legen nahe, dass die Dreharbeiten im November 1957 erfolgten.

Bevölkerung

Am 31. März 2025 lebten 26.545 Einwohner in Holsterhausen.<ref>Bevölkerungszahlen der Stadtteile</ref>

Strukturdaten der Bevölkerung in Holsterhausen (Stand: 31. März 2025):

Söhne und Töchter

  • Henry Wickenburg (1819–1905), geboren in Holsterhausen als Johannes Henricus Wickenburg, wanderte 1847 in die USA aus. Nach ihm ist die Stadt Wickenburg in Arizona benannt
  • Walter Sartorius (1875–1937), Architekt
  • Paul Vogt (1926–2017), Kunsthistoriker

Persönlichkeiten

  • Wilhelm Grote (1923–2003), Neurochirurg, Hochschullehrer und Direktor am Klinikum Essen, lebte in Essen-Holsterhausen.
  • Karl-Friedrich Schlegel (1924–1996), Orthopäde, Hochschullehrer und Verbandsfunktionär, lebte in Essen-Holsterhausen

Literatur

  • Karl-Josef Gierlichs/Ludger Kruthoff/Claudia Rademacher-Gottwald: Pfarrkirche St. Ignatius, Essen-Holsterhausen. Fink Verlag, Lindenberg 2003, ISBN 978-3-89870-097-9.
  • Norbert Küpper: Holsterhausen. Menschen und ihre Geschichten. Klartext Verlag, Essen 2011, ISBN 978-3-8375-0659-4.
  • Norbert Küpper/Klaus Lindemann: Mein Holsterhausen. Zeit und Raum eines Essener Stadtteils. Klartext Verlag, Essen 2010, ISBN 978-3-8375-0166-7.

Weblinks

Commons: Holsterhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Siehe auch

Einzelnachweise

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