Hermann Friedrich Wilhelm von Kemnitz
Hermann Friedrich Wilhelm von Kemnitz (* 8. September 1826 in Magdeburg; † 1. September 1900 in Frankfurt (Oder)) war ein deutscher Jurist sowie Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt (Oder) (1871–1894).
Leben
Seine Eltern waren Gustav Eduard von Kemnitz (1797–1875) und Julie Wilhelmine Guischard (1801–1865). Sein älterer Bruder Gustav von Kemnitz (1824–1885) wurde Gutsbesitzer und mehrfacher Vater und Großvater.
Mit Abschluss des Studiums der Rechte wurde Kemnitz 1853 Syndikus der Stadt Frankfurt (Oder). Er heiratete im gleichen Jahr in Magdeburg Elisabeth Loesener (1830–1897), die aus Magdeburg stammte. Das Ehepaar hatte vier Kinder, den kgl. preuß. Oberstleutnant Gustav Leopold Max (1854–1903), den preuß. Geh. Regierungsrat Alfred (* 1857) sowie die Töchter Therese (* 1863) und Frieda (* 1871).
Nach acht Jahren im Magistrat der Stadt wurde er Bürgermeister. 1871 erfolgte dann die Wahl zum Oberbürgermeister der Stadt. 1882 gelang Kemnitz die Wiederwahl und er konnte seine zweite Amtsperiode antreten, bis er 1894 in den Ruhestand trat. Er ist Ehrenbürger der Stadt. Von 1871 bis 1894 war Kemnitz begründet als Vertreter seiner Stadt Mitglied<ref>Stenographische Berichte über die Verhandlungen der durch die Allerhöchste Verordnung vom 31. Dezember 1876 einberufenen beiden Häuser des Landtages. Herrenhaus. Band 1, Verhandlungen Herrenhaus-Namensverzeichniß Herrenhaus, Verlag der Königlichen Ober-Hofbuchdruckerei (R. L. v. Decker), Berlin 1877, S. XI.</ref> des Preußischen Herrenhauses.
Während seiner Amtszeit entwickelte sich Frankfurt zu einem wichtigen Militärstandort durch den Bau zweier Kasernen (Artilleriekaserne (1876) und Grenadierkaserne (1879)). Weiterhin wurden Straßen der Stadt gepflastert, ein Wasserwerk sowie die Stadtkanalisation, ein Schlachthof und der Neue Friedhof errichtet. 1892 wurde die neue Oderbrücke erbaut.
Kemnitz wurde auf dem Neuen Friedhof beigesetzt. Der Politiker Art(h)ur von Kemnitz war sein Neffe. Ein anderer Neffe war der kgl. preuß. Oberstleutnant Karl Gustav Hans von Kemnitz (1852–1914), der als Oberstleutnant fiel.<ref>Alexis v. Schoenermarck: Helden-Gedenkmappe des Deutschen Adels (1921). Verlag Wilhelm Petri, Stuttgart 1921, S. 151.</ref>
Genealogie
- Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1909. Jahrgang 3, Justus Perthes, Gotha 22. Oktober 1908, S. 417 f.
- Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Alter Adel und Briefadel. 1922. Jahrgang 16, Justus Perthes, Gotha Dezember 1921, S. 473 f.
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
Johann Heinrich Freytag | Friedrich Gottlieb Krüger | Karl Heinrich Endell | Johann Gottlieb Lehmann | Julius Eduard Ludwig Gensichen | Theodor Spilling | Alfred Piper | Friedrich Deetz | Hermann Friedrich Wilhelm von Kemnitz | Paul Adolph | Georg Richter | Paul Trautmann | Hugo Kinne | Martin Albrecht | Gero Friedrich | Victor von Podbielski | Ernst Ruge | Oskar Wegener | Willy Jentsch | Erwin Hinze | Else Noack | Lucie Hein | Wolfgang Klaus | Fritz Krause | Bernhard Wündisch | Wolfgang Denda | Wolfgang Pohl | Martin Patzelt | Martin Wilke | René Wilke | Axel Strasser
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kemnitz, Hermann Friedrich Wilhelm von |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Jurist, Oberbürgermeister von Frankfurt (Oder) (1871–1894) |
| GEBURTSDATUM | 8. September 1826 |
| GEBURTSORT | Magdeburg |
| STERBEDATUM | 1. September 1900 |
| STERBEORT | Frankfurt (Oder) |