Hans Arthur von Kemnitz
Hans Art(h)ur Wilhelm Albert von Kemnitz, eigentlich Artur von Kemnitz, (* 17. August 1870 in Charlottenburg; † 1. August 1955 in Freiburg im Breisgau) war ein deutscher Diplomat und Politiker (DVP, später DNVP).
Leben und Wirken
Seine Eltern waren der Oberst z. D. Albert Franz von Kemnitz und Klara Hellwege aus Berlin. Der Großvater Gustav Eduard von Kemnitz war kgl. preußischer Ober-Landesgerichtsrat in Magdeburg, die Großmutter Julie Wilhelmine Guischard war teils hugenottischer Herkunft. Er hatte zwei ältere Brüder, von denen einer vierjährig verstarb.
Art(h)ur von Kemnitz studierte zunächst Rechts- und Staatswissenschaften in Freiburg im Breisgau, Berlin und Leipzig. Er war seit dem Wintersemester 1891/92 Mitglied der Studentenverbindung Canitz-Gesellschaft Leipzig.<ref>Peter Winzen: Friedrich Wilhelm von Loebell (1855–1931). Ein Leben gegen den Strom der Zeit. Böhlau, Wien / Köln / Weimar 2019, S. 36.</ref> Seine militärische Dienstpflicht leistete er 1894 beim 2. Garde-Ulanen-Regiment in Berlin, dem er bis zur Auflösung als Rittmeister der Reserve angehörte. 1894 wurde er Gerichtsreferendar, 1896 Regierungsreferendar und 1900 Regierungsassessor beim Landratsamt Pyritz. 1901 wechselte er in den Diplomatischen Dienst. Er war nacheinander in Rom, Konstantinopel, Peking und Lissabon tätig, bevor er ab 1908 zum Legationsrat befördert und als ständiger Hilfsarbeiter in der Reichskanzlei abgestellt wurde.
Aus Kemnitz' am 16. Februar 1909 zu Dresden geschlossener Ehe mit Laura Marie Antoinette, Freiin von Rosenberg (* 5. Mai 1885), Tochter der Orla von Waldenburg und des Oberst Alexander Freiherr von Rosenberg, ging der Sohn Hans-Henning Albert Alfred von Kemnitz (* 29. Oktober 1910 in Charlottenburg) hervor. Der Militär Leopold von Caprivi (1873–1946), Enkel des gleichnamigen Leopold von Caprivi, und der Fideikommissherr Hans-Detlof von Buggenhagen (1879–1943) auf Schloss Buggenhagen wurden seine Schwäger.<ref>Hans Friedrich von Ehrenkrook, Jürgen von Flotow, Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch der Freiherrlichen Häuser. B (Briefadel). 1954. Band I, Band 7 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Glücksburg/Ostsee 1954, S. 355 f.</ref>
1910 wurde Art(h)ur von Kemnitz als Deutscher Botschafter für das Königreich Spanien nach Madrid entsandt, wo er bis 1913 verblieb. Ab 1913 war er im Auswärtigen Amt in Berlin tätig.
Ab 1914 nahm er als Rittmeister der Reserve am Ersten Weltkrieg teil. Von 1916 bis 1918 vertrat er das Auswärtige Amt als Gesandter bei der von der Obersten Heeresleitung dominierten Verwaltung der Baltischen Lande, insbesondere in Mitau, Riga und Kurland.
Am 12. November 1918 wurde er vom Auswärtigen Amt als deutscher Vertreter nach Litauen geschickt, wo er bis zum August 1919 tätig war. Danach schied er aus dem Diplomatischen Dienst aus und wandte sich der Politik zu.
Bereits 1919 trat er der von Gustav Stresemann gegründeten Deutschen Volkspartei (DVP) bei, für die er ab 1920 dem Berliner Reichstag angehörte. Im Reichstag vertrat Kemnitz, der dem rechten Flügel seiner Partei angehörte, den Wahlkreis 5 (Frankfurt/Oder). Am 7. Juni 1924 wechselte von Kemnitz, dem die politische Haltung der DVP zu weit „links“ war, von der DVP zur Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) über. Für diese gehörte er noch bis 1928 dem Parlament an.
Während der NS-Zeit gehörte von Kemnitz dem Berliner Vorstand der Deutsch-Österreichischen Arbeitsgemeinschaft an. In dieser Eigenschaft schickte er Adolf Hitler im März 1938 anlässlich des Anschlusses von Österreich an das Deutsche Reich ein Glückwunschtelegramm.<ref>Winfried R. Garscha: Die Deutsch-Österreichische Arbeitsgemeinschaft. Kontinuität und Wandel dt. Anschlußpropaganda und Angleichungsbemühungen vor und nach der nationalsozialistischen "Machtergreifung". Erstauflage, In: Veröffentlichungen zur Zeitgeschichte. 4 ; Verlag Geyer, Wien/Salzburg 1984, S. 103.</ref>
Nach dem Zweiten Weltkrieg sah Kemnitz zwei Optionen für einen neuen Staat, der „diesen Namen verdienen soll“: Entweder einen Einheitsstaat „mit weitgehender Dezentralisation, so wie es die Weimarer Republik“ gewesen sei, oder einen Bundesstaat „mit ausreichender Zentralgewalt, so wie es das Deutsche Reich von 1871“ gewesen sei.<ref>Der Morgen. Berlin, Freitag, den 19. Dezember 1947.</ref>
Genealogie
- Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1909. Jahrgang 3, Justus Perthes, Gotha 22. Oktober 1908, S. 417–419.
- Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Alter Adel und Briefadel. 1922. Jahrgang 16, Justus Perthes, Gotha Dezember 1921, S. 473–474.
- Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der D. A. G. Teil B (Briefadel). 1938. Jahrgang 30, Justus Perthes, Gotha Herbst 1937.
Weblinks
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Einzelnachweise
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