Hermann Freiherr von Schade
Hermann Freiherr von Schade (* 3. Oktober 1888 in Münster; † 26. Oktober 1966 in Bielefeld) war ein nationalsozialistischer Funktionär und SS-Führer.
Leben und Wirken
Freiherr von Schade stammte aus dem westfälischen Adelsgeschlecht von Schade und war Sohn des Oberstleutnants Max Freiherr von Schade (1845–1909) und Helene Freifrau von Schade, geborene van Griethuysen (1859–1930). Nach der Erziehung im Kadettenkorps gehörte er seit 1907 dem preußischen Infanterie-Regiment Nr. 13 in Münster an, mit dem er als Offizier, seit 5. Oktober 1916 im Rang eines Hauptmanns, am Ersten Weltkrieg teilnahm. Anschließend war er zunächst als Landwirt und später in der Industrie tätig.<ref name="Personalakte" details="Aufnahmen 10–11.">Vorlage:ArchivquelleOnline</ref>
Er trat am 1. Januar 1932 der NSDAP (Mitgliedsnummer 867.322) bei<ref>Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/36560648.</ref> und wurde am 6. Februar 1932 in die SS (Ausweisnummer 32.214) aufgenommen. Seit dem 3. August 1932 war er hauptberuflich im Führungsstab beim Reichsführer SS tätig. Zunächst erhielt er dort die Stelle eines Adjutanten, wurde am 21. März 1933 Leiter der Organisationsabteilung und am 11. Dezember 1933 Chef der Abteilung II (Personal). Wobei er innerhalb weniger Monate vom SS-Hauptsturmführer (9. November 1932), zum SS-Sturmbannführer (30. Januar 1933) und zum SS-Standartenführer (21. März 1933) aufstieg. Von 1934 bis 1936 war er, seit 30. Januar 1934 im Rang eines SS-Oberführers, als stellvertretender Vorsitzender des SS-Gerichts tätig. Im März 1936 übernahm er die Führung des SS-Abschnitts VII in Königsberg (Ostpreußen), wo er am 13. September 1936 zum SS-Brigadeführer befördert wurde.<ref name="Personalakte" details="Aufnahmen 6, 14, 77, 79 u. 96."/>
Am 1. Oktober 1937 änderte sich sein Dienstunterstellungsverhältnis vom Führungsstab beim Reichsführer SS zum Sicherheitsdienst (SD)-Hauptamt. Im September 1938 wurde er zum Inspekteur der Sicherheitspolizei (SiPo) und des SD mit Sitz in Düsseldorf (Wehrkreis VI) ernannt.<ref name="Personalakte" details="Aufnahmen 6 u. 96."/> Am 10. Juni 1939 schied der SS-Gruppenführer Freiherr von Eberstein aus seinem Amt als SS-Oberabschnittsführer Süd in München aus, und Heinrich Himmler persönlich übergab Freiherr von Schade das Amt.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Wenige Tage später sollte er gelegentlich eines Empfangs in München, bei dem neben Vertretern der Wehrmacht auch eine italienische Delegation anwesend waren, eine angetretene SS-Formation an den Reichskanzler Adolf Hitler melden. Die Art und Weise, wie er dies tat, empfand Hitler als schlampig und beschämend für die SS. Er befahl, Schade aus dem aktiven SS-Dienst zu entfernen, ihm eine Büro-Tätigkeit in einem Rüstungsbetrieb anzuweisen und Freiherr von Eberstein in seinem früheren Amt zu belassen.<ref name="Himmler" details="Tagebucheintrag vom 26. Juni 1939.">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref><ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>
Freiherr von Schade trat noch 1939 seine Stelle bei der Hugo Schneider AG (HASAG) in Thüringen an und übernahm eine Filiale in Meuselwitz. 1940 erhielt er Prokura für das Hauptwerk in Altenburg, wo er seit 1941 als Betriebsführer tätig war und in einer großen Villa in der Wettinerstraße 28 residierte. Er blieb dort bis zum Kriegsende. Hinsichtlich seiner SS-Dienstunterstellung gehörte er in dieser Zeit zunächst wieder zum Führungsstab beim Reichsführer-SS, vom 15. Oktober 1942 bis 15. Juni 1944 zum Führungsstab beim SS-Oberabschnitt Elbe und anschließend zum Führungsstab beim SS-Abschnitt XXVII.<ref name="Personalakte" details="Aufnahmen 69, 71, 73, 107, 109, 115–119, 143."/>
Er wurde von der NSDAP für die Reichstagswahlen am 29. März 1936 und am 10. April 1938 für die Einheitsliste nominiert, zog aber nicht in den Reichstag ein.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref><ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>
Freiherr von Schade musste sich wegen seiner Mitgliedschaft in einer verbrecherischen Organisation nach dem Zweiten Weltkrieg von dem Spruchgericht in Bielefeld verantworten.<ref>Vorlage:Archivquelle</ref>
Er war seit 18. Oktober 1913 mit Erna Wagener (* 17. Juli 1891 in Küstrin) verheiratet, die selbst NSDAP-Mitglied<ref name="Personalakte" details="Aufnahme 6."/> und eine Freundin (Tante Schadi) von Margarete Himmler war.<ref name="Himmler" details="Personenverzeichnis im Anhang."/>
Einzelnachweise
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| NAME | Schade, Hermann Freiherr von
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