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Halbschmarotzer

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(Weitergeleitet von Hemiparasiten)
Datei:Viscum album 2026 G1.jpg
Die Mistel, ein heimischer Halbschmarotzer

Halbschmarotzer (auch Halbparasiten oder Hemiparasiten; griech. hemi = halb) sind Blütenpflanzen (Phytoparasiten), die ihren Wirtspflanzen mit Hilfe spezieller Saugorgane (Haustorien) Wasser und Nährsalze entziehen, so dass sie teils heterotroph und teils autotroph leben. Diese Pflanzen ernähren sich somit nur anteilig parasitär<ref name = Hemiparasiten>Lexikon der Biologie: Hemiparasiten. Spektrum der Wissenschaft, abgerufen am 24. Februar 2025</ref>.

Anders als die Vollschmarotzer (Holoparasiten; griech. holos = ganz), besitzen sie Chlorophyll und betreiben Photosynthese, so dass sie die ihren Wirten entnommenen Stoffe selbständig zu organischen Kohlenstoffverbindungen weiterverarbeiten. Teilweise gewinnen sie ihre Nährstoffe jedoch auch heterotroph. So ist beispielsweise die Mistel nur an das Xylem ihres Wirtes angeschlossen.<ref name = Hemiparasiten/><ref name = Zoo>Ein Halbparasit: die Mistel. Zoo Basel, abgerufen am 24. Februar 2025</ref>

Unterscheidungskriterien

Neben fakultativen Halbschmarotzern, die sich auch ohne Wirtspflanzen fortpflanzen können, gibt es obligate Hemiparasiten, die zur Blüten- und Fruchtbildung unbedingt auf den Anschluss an Wirtspflanzen angewiesen sind.

Im Gegensatz zu Vollschmarotzern sind Halbschmarotzer zumeist wenig wirtsspezifisch. Hemiparasitäre Sommerwurzgewächse zapfen, teilweise sogar gleichzeitig, bei einer Reihe von Wirtsarten Wasser und Nährstoffe ab. Diese können sowohl Rosengewächse sein, Hülsenfrüchtler, als auch Lippenblütengewächse, Korbblütler, Sauergräser oder Süßgräser. Bestimmte Pflanzen, wie beispielsweise Orchideen, werden dagegen streng gemieden. Auch Selbstparasitismus kommt vor.<ref>Hans Christian Weber: Über Wirtspflanzen und Parasitismus einiger mitteleuropäischer Rhinanthoideae (Scrophulariaceae). In: Plant Systematics and Evolution 125 (1976), S. 97–107, {{#invoke:Vorlage:Handle|f|scheme=doi|class=plainlinks|parProblem=Problem|errCat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Parameter:DOI|errClasses=error editoronly|errHide=1|errNS=0 4 10 100}}.</ref><ref>Lytton J. Musselmann & William F. Mann Jr.: Host plants of some Rhinanthoideae (Scrophulariaceae) of eastern North America. In: Plant Systematics and Evolution 127 (1977), S. 45–53, {{#invoke:Vorlage:Handle|f|scheme=doi|class=plainlinks|parProblem=Problem|errCat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Parameter:DOI|errClasses=error editoronly|errHide=1|errNS=0 4 10 100}}.</ref>

Auswirkungen

Datei:Gravity Discovery Centre - Native Christmas Tree.jpg
Nuytsia floribunda, der auch „Australischer Weihnachtsbaum“ genannt wird, wächst zu einem Baum heran.

Die Auswirkungen von Halbschmarotzern auf die mit ihnen zusammen wachsenden Pflanzen sind nicht notwendigerweise negativ.<ref>Malcolm C. Press: Dracula or Robin Hood? A functional role for root hemiparasites in nutrient poor ecosystems. In: Oikos 82 (1998), S. 609–611, {{#invoke:URIutil|{{#ifeq:1|1|linkISSN|targetISSN}}|1600-0706|0}}{{#ifeq:1|0|[!] }}{{#ifeq:0|1

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}}.</ref> So zeigten Untersuchungen in nährstoffarmen, subarktischen Pflanzengemeinschaften, dass Halbschmarotzer in ihren Blättern höhere Stickstoffgehalte hatten als Zwergsträucher, Gräser und krautige Pflanzen. Dadurch werden der Abbau der Blattstreu und der Nährstoffkreislauf beschleunigt.<ref>Helen M. Quested, Malcolm C. Press, Terry V. Callaghan & Hans J. Cornelissen: The hemiparasitic angiosperm Bartsia alpina has the potential to accelerate decomposition in sub-arctic communities. In: Oecologia 130 (2002), S. 88–95 (doi:10.1007/s004420100780).</ref>

Im Fall der Mistel kommt es allerdings vor, dass die Wirtsbäume stark geschädigt werden, falls zu viele Misteln ihm Wasser und Mineralsalzen abzapfen.<ref name = Zoo/> Obwohl die Mistel mitunter sogar für das Absterben von Bäumen sorgt, fördert ihre Anwesenheit die Artenvielfalt. Weißbeerige Misteln reduzieren die Ernten sowohl im Obstbau als auch in der Forstwirtschaft. In Mischwäldern mit einem erhöhten Anteil von Nadelbäumen schwächt die Mistel diese, was dafür sorgt, dass anderen Pflanzen mehr Raum zur Verfügung steht. Das Wurzelwerk und die Baumkrone befallener Bäume sind schwächer ausgeprägt und in den Nadeln werden zudem mehr Nährstoffe eingelagert, was die Qualität des umliegenden Waldbodens erhöht und jungen Sprösslingen so das Wachstum erleichtert.<ref name = NZZ>Die Mistel: O du charismatischer Parasit. Neue Zürcher Zeitung, abgerufen am 24. Februar 2025</ref>

Beispiele

Zu den Sandelholzartigen zählen über 2.500 Parasiten und Halbparasiten, deren unterschiedliche Arten überall auf der Welt vertreten sind.<ref name = NZZ/>

Beispiele aus Europa

Außereuropäische Standorte

Weblinks

Einzelnachweise

<references/>