Heizkraftwerk Köln-Merkenich
| Heizkraftwerk Köln-Merkenich | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Lage
| ||||||
|
| ||||||
| Koordinaten | 51° 1′ 4″ N, 6° 57′ 51″ O
{{#coordinates:51,017899|6,964045|primary
|
dim=1000 | globe= | name=Heizkraftwerk Köln-Merkenich | region=DE-NW | type=building
}} |
| Land | Deutschland | |||||
| Gewässer | Rhein (Nasskühlturm) | |||||
| Daten
| ||||||
| Brennstoff | ehemals Schweröl und Braunkohle; heute:
| |||||
| Leistung | ca. 220 MW (elektrisch) und ca. 285 MW (thermisch)<ref name="kraftwerke-online"> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kraftwerke der GEW RheinEnergie AG auf www.kraftwerke-online.de ( vom 27. Dezember 2004 im Internet Archive)</ref> | |||||
| Betreiber | RheinEnergie | |||||
| Betriebsaufnahme | 1958<ref name="RE Umwelterklärung 2005"> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Umwelterklärung 2005 der RheinEnergie AG für den Standort Köln-Merkenich ( des Vorlage:IconExternal vom 21. November 2008 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF)</ref> | |||||
| Website | www.rheinenergie.com | |||||
Das Heizkraftwerk Köln-Merkenich ist ein Heizkraftwerk der RheinEnergie im Kölner Stadtteil Merkenich.
Das Werk ist der zentrale Erzeuger von Fernwärme für den Kölner Norden; über das sogenannte Nordnetz mit einer Länge von 75 km werden die Stadtteile Bocklemünd, Chorweiler und Merkenich mit Heizwärme versorgt.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Wärme aus Kölns größter Zentralheizung auf www.rheinenergie.com ( vom 4. Januar 2010 im Internet Archive)</ref> Neben privaten Verbrauchern werden auch Gewerbe- und Industriebetriebe mit Wärme, Prozessdampf und Deionat versorgt, insbesondere die Werke von Ford<ref>Energieagentur NRW (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Juli 2022. Suche im Internet Archive )</ref>, Deutsche Infineum GmbH<ref>Umwelterklärung 2014 der HKW Köln-Merkenich und Köln-Niehl. RheinEnergie AG, abgerufen am 29. August 2016.</ref> und Vinnolit GmbH & Co. KG in Köln-Niehl.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Heizkraftwerk Merkenich auf www.ecoschool.de ( vom 3. März 2016 im Internet Archive)</ref> Die in Kraft-Wärme-Kopplung erzeugte elektrische Energie wird in das Stromnetz eingespeist.<ref name="RE Umwelterklärung 2005" />
Am Standort des Heizkraftwerkes befinden sich drei Kamine – der höchste (außer Betrieb) ist mit seiner Höhe von 250 m nach dem Fernsehturm Colonius das zweithöchste Bauwerk in Köln (deutlich vor dem Kölner Dom) und eines der 100 höchsten Bauwerke Deutschlands.
Am Standort Merkenich waren 2005 etwa 75 Mitarbeiter der RheinEnergie beschäftigt, die sich um Anlagenbetrieb (im Schichtdienst) und Instandhaltung kümmern.<ref name="RE Umwelterklärung 2005" />
Das Kraftwerk kann besichtigt werden.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />„Besichtigungen“auf www.rheinenergie.com ( vom 8. Februar 2013 im Internet Archive)</ref>
Geschichte
Das Werk wurde ab 1956 errichtet und 1958 mit zwei Kesseln in Betrieb genommen. Hintergrund war damals die Belieferung von benachbarten Industriebetrieben (Esso AG) mit Dampf.
Im Jahr 1961 wurde im Kölner Stadtrat der Beschluss gefasst, den Kölner Norden mit Fernwärme aus Merkenich zu versorgen. 1962 konnten die ersten Haushalte beliefert werden.
Bis 1969 wurde die Anlage um drei Kessel erweitert und der Ausbau des Fernwärmenetzes Neustadt vorangetrieben. Ursprünglich waren alle fünf Blöcke des Werkes mit Schweröl befeuert. Das Werk wurde daher unmittelbar am gleichzeitig erbauten „Ölhafen“ Niehl II platziert.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Umwelterklärung der Standorte Köln-Merkenich und Köln-Niehl ( vom 4. März 2016 im Internet Archive)</ref>
In den Jahren 1985–89 wurde die Anlage zur Anpassung an die verschärften Umweltbestimmungen erstmals umfassend modernisiert: Die Blöcke 4 und 5 wurden auf Erdgas/Leichtöl umgestellt und mit Stickoxid-armen Low-NOx-Brennern ausgerüstet. Die Blöcke 1–3 wurden außer Betrieb genommen und 1990 durch den neuen Kessel 6 ersetzt, in dem rheinische Braunkohle in einer zirkulierenden Wirbelschichtfeuerung eingesetzt wurde.
1998–2000 wurde als Ersatz für den Kessel 5 eine GuD-Anlage erbaut. Nach deren Inbetriebnahme wurde der Kessel 5 der Altanlage 2004 stillgelegt. Damit war auch die Außerbetriebnahme des 250-Meter-Schornsteins verbunden. Die Dampfturbinen der „Sammelschienenanlage“ blieben in Betrieb und wurden vom oben genannten Wirbelschichtkessel versorgt.
2010 wurde die „Sammelschienenanlage“ getrennt. Kessel 4 wurde mit der Turbine 2 zusammengelegt und nennt sich nun Block 4. Kessel 6 wurde umfassend modernisiert und bildete mit der neu errichteten Turbine 6 den Block 6. Die alte Turbine 3 wurde im Frühjahr 2010 stillgelegt.<ref name="RE Umwelterklärung 2005" />
Bis heute werden die Anlagen am Standort des HKW Merkenich nahezu ausschließlich in Kraft-Wärme-Kopplung betrieben, was zu einer besonders hohen Brennstoffausnutzung von bis zu 80 Prozent beiträgt.
2025 wurde die Verfeuerung von Braunkohle eingestellt. Die Versorgung mit Wärme und Elektrizität soll die bestehende GuD-Anlage übernehmen. Ob zusätzlich zu der für 2029 geplanten Klärschlammverbrennungsanlage eine Großwärmepumpe errichtet wird, soll geprüft werden.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig „Feuer aus!“ für die Braunkohle im Heizkraftwerk Merkenich.] In: www.rheinenergie.com. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 15. April 2025.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Bereits 2023 wurde die Anlage bei der 7. Ausschreibung zum Ausstieg aus der Kohleverstromung bezuschlagt. Folglich wäre die Stilllegung spätestens im März 2026 erfolgt.<ref>Ergebnisse der letzten Ausschreibung zum Kohleausstieg. Bundesnetzagentur, 25. August 2023, abgerufen am 15. April 2025.</ref>
Aufbau und Technische Daten
- Ehemalige Altanlage Kessel 1–3 (Inbetriebnahme 1958–1963, Stilllegung 1986)
- Kessel 4 (Inbetriebnahme 1964):
- Feuerung: Erdgas
- Dampfleistung: 150 t/h bei 520 °C/120 bar
- Kessel 6 (Inbetriebnahme 1990, Stilllegung 2025):
- Feuerung: Zirkulierende Wirbelschichtfeuerung
- Brennstoffe: Braunkohlegranulat (Rheinisches Braunkohlerevier) mit Genehmigung zur Mitverbrennung von Tiermehl<ref name="RE Umwelterklärung 2005" /> (Tiermehl wurde seit 2008 nicht mehr verfeuert). Anfahrfeuerung mit Erdgas.
- Dampfleistung: 291 t/h bei 520 °C/120 bar
- Dampfturbinenturbosätze mit der elektrischen Leistung:
- Turbine 1: 5,3 MW (Inbetriebnahme 1959, Stilllegung 2007)
- Turbine 2: 23,5 MW (Inbetriebnahme 1962)
- Turbine 3: 58,3 MW (Inbetriebnahme 1965, Stilllegung 2010)
- Turbine 4: 100,0 MW (Inbetriebnahme 1969, Stilllegung 2004)
- Turbine 6: ca. 82 MW im Kondensationsbetrieb (Inbetriebnahme 2010)
GuD-Anlage
- Inbetriebnahmejahr: 2000
- Gas-und-Dampf-Kombikraftwerk in Einwellen-Anordnung
- Gasturbine: General Electric, Typ MS6101FA, Brennstoff Erdgas, elektrische Leistung ca. 72 MW
- Dampfturbine: ca. 38 MW (elektrisch)
- Abhitzekessel mit Fernwärmeheizfläche ohne Zusatzfeuerung
- Auskopplung von Heizdampf als Prozessdampf und zur Fernwärmeversorgung
- Heizreservekessel: Leistung ca. 80 t/h Prozessdampf zur Absicherung der Prozessdampf- und Fernwärmeversorgung.<ref name="kraftwerke-online" />
Kritik
Die Bürgerinitiative „Tschö RheinEnergie“ kritisiert, dass die Verbrennung von Braunkohle zu einem wesentlich höheren Ausstoß an Schadstoffen und CO2-Emissionen führt als die Nutzung von Erdgas.<ref>Tschoe Rheinenergie. Abgerufen am 4. Juli 2022.</ref>
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Archivlinks 2018-04
- Wikipedia:Weblink offline
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Parameter:Datum
- Kraftwerk im Rheinischen Braunkohlerevier
- Gas- oder Ölkraftwerk in Nordrhein-Westfalen
- Bauwerk in Köln
- Merkenich
- Erbaut in den 1950er Jahren
- Kraftwerk am Rhein
- Gas- oder Ölkraftwerk in Europa