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Haus Allee 18 (Heilbronn)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Gebäude Ballettschule Münch Heilbronn Allee.jpg
Das Gebäude Allee 18 in Heilbronn, Aufnahme von 2007

Das Haus Allee 18, auch Villa Hauck genannt, war das einzige Wohnhaus an der Allee in Heilbronn, das nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wiederhergestellt wurde, und das letzte Bauzeugnis der Vorkriegsbebauung der Allee.<ref>Kilian Krauth: Was der Krieg von Heilbronn übrig ließ. In: Heilbronner Stimme. 4. Dezember 2009 (bei stimme.de [abgerufen am 10. Dezember 2009]).</ref> Der Bau zeigte noch eine historische Fassade und Portal mit figürlicher Bauplastik.

Beschreibung

Geschichte

Datei:Heilbronn, Haus Allee 18 (Villa Ludwig Hauck), 2011, Bild 8.jpg
Aufnahme von 2011
Datei:Heilbronn, Haus Allee 18 (Villa Ludwig Hauck), 2011, Loch auf der Nordseite, Ausschnitt a.jpg
Ruine beim Abbruch 2011
Datei:HN-ex-allee18-2012.JPG
Baulücke am ehemaligen Standort des Gebäudes, März 2012
Datei:HN-allee-volksbank-2015.JPG
Volksbank Heilbronn mit Erweiterungsbau am Platz der ehemaligen Villa Hauck, Mai 2015

Das Haus wurde 1910 für den Rotarier-Präsidenten und parteilosen Gemeinderat Ludwig Hauck (1870–1939) erbaut. Hauck leitete die Zigarrenfabrik Reiner, stand dem Reichsverband Deutscher Zigarrenhersteller vor und war bis 1933 Präsident der Handelskammer Heilbronn.<ref name="Villa Hauck_HNer Stimme_2.11.2011"/> Bei dem Luftangriff auf Heilbronn am 4. Dezember 1944 wurde der Bau beschädigt und später wiederaufgebaut. 1950 war das Haus im Besitz von Werner Hauck. Im Haus befanden sich der Modesalon von Hans Bergdoll und das Schuhhaus Siller, im ersten Stock war die Filiale der Südwestbank und im zweiten Stock wohnte deren Direktor Georg Schweikart. Der dritte Stock war ebenfalls vermietet.<ref>Stadt Heilbronn (Hrsg.): Adressbuch der Stadt Heilbronn 1950, Heilbronn 1950.</ref> 1961 waren im Erdgeschoss Ausstellungs- und Beratungsräume der Bausparkasse Schwäbisch Hall und das Blumengeschäft Krüger. Im ersten Stock war die Bezirksgeschäftsstelle der DAK, im zweiten Obergeschoss hatte der Zahnarzt Eugen Prescher seine Praxis. Außerdem waren noch zwei Wohnungen vermietet.<ref>Stadt Heilbronn (Hrsg.): Adressbuch der Stadt Heilbronn 1961, Heilbronn 1961.</ref> 1967 wurde das Haus „neu gerichtet“ und modernisiert. Es beherbergte danach weiterhin das Blumengeschäft,<ref name="Reitmann33">Roland Reitmann: Die Allee in Heilbronn. Funktionswandel einer Straße. Stadtarchiv Heilbronn, Heilbronn 1971, S. 33 (Kleine Schriftenreihe des Archivs der Stadt Heilbronn. Band 2).</ref> die Büros der Bauspar- und der Krankenkasse sowie die Zahnarztpraxis. Der hintere Teil des Hauses diente weiterhin Wohnzwecken.<ref name="Reitmann33"/> Seit 1971 war die Ballettschule Münch im Haus Allee 18 ansässig,<ref>Faszination des Balletts. In: Heilbronner Stimme. 16. Juli 2002.</ref> 2008 befand sich zudem ein Brautmodengeschäft im Haus.<ref name="Fritze">Heiko Fritze: Volksbank kauft an der Allee zu. In: Heilbronner Stimme. 25. Januar 2008 (bei stimme.de [abgerufen am 1. Juni 2009]).</ref> Bis zum Verkauf an die benachbarte Volksbank Heilbronn (Allee 20) gehörte das Haus einer Erbengemeinschaft.<ref name="Fritze" /> Im Zuge eines Neubaus wurde die Villa Hauck Anfang November 2011 abgebrochen.<ref name="Villa Hauck_HNer Stimme_2.11.2011">Kilian Krauth: Letzter Bauzeuge der alten Allee fällt. In: Heilbronner Stimme. 2. November 2011 (bei stimme.de [abgerufen am 2. November 2011]).</ref><ref>Kilian Krauth: Volksbank macht an Allee Weg für Neubau frei. In: Heilbronner Stimme. 7. September 2011 (bei stimme.de [abgerufen am 7. September 2011]).</ref><ref>Hauck-Villa an Heilbronner Allee wird abgerissen. In: Heilbronner Stimme. 31. Oktober 2011 (bei stimme.de [abgerufen am 2. November 2011]).</ref>

Kunstgeschichtliche Bedeutung und Rezeption

Die Architektur zählte zum „späten Barockstil des französischen Sonnenkönigs Ludwig XIV“.<ref name="Villa Hauck_HNer Stimme_2.11.2011"/> Nach dem Luftangriff wurde der beschädigte Bau im Stil des Klassizismus wiederaufgebaut. Die Villa galt als „der letzte bauliche Zeuge der historischen Allee“.<ref name="Villa Hauck_HNer Stimme_2.11.2011"/> Die Entwürfe stammten von dem Architekten Adolf Braunwald,<ref name="Villa Hauck_HNer Stimme_2.11.2011"/><ref name="Krauth"> Kilian Krauth: Letzter Bauzeuge der Prachtmeile hat es in sich. In: Heilbronner Stimme. 7. April 2008 (bei stimme.de [abgerufen am 1. Juni 2009]).</ref> der neben Wohnhäusern (Happelstraße 57 und Rosskampfstraße 4) auch Villen für den Kaufmann Rudolf Fuchs und Ludwig Hauck baute. Sein bekanntestes Werk in Heilbronn war das Liederkranzhaus.<ref>Bernhard Lattner mit Texten von Joachim Hennze: Stille Zeitzeugen. 500 Jahre Heilbronner Architektur. Edition Lattner, Heilbronn 2005, ISBN 3-9807729-6-9. S. 117.</ref>

Überlegungen der Volksbank, das nicht unter Denkmalschutz stehende Haus mittelfristig abzureißen, riefen den Widerspruch Heilbronner Bürger hervor, die den Verlust „des letzten Zeugen der alten Allee“ fürchteten. Die Volksbank sagte daraufhin zu, mittels eines Architektenwettbewerbs zu „überprüfen, was erhaltenswert ist“ und städtebauliche Aspekte zu berücksichtigen.<ref name="Krauth" /> Kilian Krauth beschreibt in „Protest erfolglos“ wie sehr die Villa Gegenstand von Auseinandersetzungen zwischen Heilbronnern Bürgern und dem Regierungspräsidium Stuttgart sowie dem baden-württembergischen Landesamt für Denkmalpflege war. Das Resultat der Untersuchungen ergab schließlich, dass es sich weder um ein Kulturdenkmal handele, noch ein öffentliches Interesse an der Erhaltung der Villa gegeben sei:

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Einzelnachweise

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Weblinks

Commons: Allee 18 (Heilbronn) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 49° 8′ 28″ N, 9° 13′ 21,1″ O

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