Hansewerk Natur
| Hansewerk Natur GmbH
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| colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | HanseWerk Natur GmbH Logo.svg | |
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 1998 |
| Sitz | Quickborn, Schleswig-Holstein, |
| Leitung |
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| Mitarbeiterzahl | 211<ref name="Jahresabschluss 2023">HanseWerk Natur GmbH, Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 1.1.2023 zum 31.12.2023, veröffentlicht im Unternehmensregister am 20. Dezember 2024, abgerufen am 15. Januar 2024.</ref> |
| Umsatz | 307,01 Mio. Euro<ref name="Jahresabschluss 2023" /> |
| Branche | Fernwärme |
| Website | www.hansewerk-natur.com |
| Stand: 31. Dezember 2023 | |
Die Hansewerk Natur GmbH ist ein regionaler Wärmeversorger und Energiedienstleister mit Sitz in Quickborn (Schleswig-Holstein). Als 100%ige Tochtergesellschaft der Hansewerk AG konzentriert sich das Unternehmen auf die Bereitstellung von Wärme, Kälte und Dampf sowie die Stromerzeugung aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen. Zudem übernimmt es den technischen Betrieb von Anlagen Dritter und die Verstromung regenerativer Energien.<ref name=":1">Kristin Renger: HanseWerk Natur steckt Energie in digitalen Kundenservice aus dem Home-Office. In: Deutsche Telekom MMS GmbH. 15. April 2021, abgerufen am 23. Mai 2025.</ref><ref name="Jahresabschluss 2023" />
Im Geschäftsjahr 2023 beschäftigte das Unternehmen 211 Mitarbeiter und erzielte einen Umsatz von 307,01 Millionen Euro.<ref name="Jahresabschluss 2023" />
Geschichte
Die Norddeutsche Energieagentur (NEA) wurde 1998 gegründet<ref>Hein Gas übernimmt NEA. In: Die Welt. 28. Dezember 2001.</ref> und entstand aus der Werbestelle für Haus- und Industriegas GmbH, einer Tochtergesellschaft der Hamburger Gaswerke Hein Gas, die am 5. Juli 1927 gegründet wurde.
Nach der Fusion von Hein Gas, Schleswag und HGW HanseGas im Jahr 2003 wurde die NEA im Jahr 2006 in E.ON Hanse AG umbenannt<ref>Eon Hanse AG startet. In: Energie & Management. 15. Juli 2023, abgerufen am 23. Mai 2025.</ref> und erhielt im Oktober 2014 den Namen Hansewerk Natur.<ref>Die Hanse-Familie. In: Kieler Nachrichten. 25. Juli 2018.</ref>
Im Dezember 2024 kündigten die Stadtwerke Kiel eine Zusammenarbeit mit Hansewerk Natur an, um weitere Nahwärmenetze für Kiel und die umliegende Region zu entwickeln.<ref>Daniel Zugehör: Kiel setzt verstärkt auf Nahwärme. In: Zeitung für kommunale Wirtschaft. 4. Dezember 2024, abgerufen am 14. Mai 2025.</ref> Im darauffolgenden Jahr schloss die Stadt Hamburg hat mit Hansewerk Natur eine Kooperationsvereinbarung, um den Ausbau und die Dekarbonisierung bestehender sowie den Aufbau neuer Wärmenetze voranzutreiben.<ref>Hamburg schließt Kooperationsvereinbarungen mit Wärmenetzbetreibern. In: Stadt Hamburg. 18. Dezember 2025, abgerufen am 14. April 2026.</ref><ref>Hamburg plant für die Wärmeversorgung der Zukunft. In: CPM Security Network. 18. Dezember 2025, abgerufen am 14. April 2026.</ref>
Unternehmensstruktur
Hansewerk Natur mit Sitz in Quickborn (Schleswig-Holstein) ist ein 100%iges Tochterunternehmen der Hansewerk AG.<ref name="Jahresabschluss 2023" />
Neben dem Hauptsitz in Quickborn unterhält das Unternehmen sieben Betriebsstätten.<ref name="Jahresabschluss 2023" /> Diese befinden sich in Hamburg, Oldenburg (Holstein), Fockbek, Ribnitz-Damgarten, Tinnum, Wahlstedt und Seevetal.
Regional deckt das Unternehmen im Wesentlichen die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern<ref>Hansewerk-Gruppe kündigt Milliarden-Investitionen bis 2025 an. In: Energie & Management. 1. Juni 2023, abgerufen am 23. Mai 2025.</ref> und den nördlichen Teil Niedersachsens ab.
Dienstleistungen
Das Unternehmen betreibt rund 120 Nahwärmenetze und Fernwärmenetze<ref>Carlo Jolly: Wie stark durfte Hansewerk Natur die Preise im Wärmenetz erhöhen? In: Schleswig-Holstein Netz. 12. Februar 2025, abgerufen am 16. Mai 2025.</ref><ref>Mehr grüne Fernwärme? In: Nordfriesland Tageblatt. 5. Oktober 2024.</ref> mit einer Länge von rund 850 Kilometern.<ref>Andreas Dey: So klimafreundlich ist die Fernwärme in Hamburg wirklich. In: Hamburger Abendblatt. 24. September 2024, abgerufen am 16. Mai 2025.</ref> In Hamburg versorgt es den Süden, Westen und Osten der Stadt über drei größere Fernwärmenetze.<ref>Fernwärme-Kunden ziehen wegen hoher Preise vor Gericht. In: Norddeutscher Rundfunk. 7. März 2024, abgerufen am 23. Mai 2025.</ref> Die Wärme stammt aus industrieller Abwärme, Großwärmepumpen, Holzpellets, Solarthermie, Blockheizkraftwerken (BHKW), Power-to-Heat-Anlagen und weiteren Heizzentralen.<ref>CO2-Einsparung bei HanseWerk Natur in Osterrönfeld. In: Initiative Mittelstand. 13. November 2019, abgerufen am 23. Mai 2025.</ref><ref name=":0">Effizientere Müllverbrennung verdrängt Gas. In: Energie & Management. 28. Juli 2023, abgerufen am 23. Mai 2025.</ref><ref>Manuel Büchner: Wo Ostholsteiner mit Fernwärme heizen können. In: Lübecker Nachrichten. 28. Mai 2023, abgerufen am 16. Mai 2025.</ref><ref>Johannes Speckner: Hansewerk-Chef Boxberger: „Corona darf nicht den Blick für den Klimaschutz verstellen”. In: Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag. 30. Mai 2020, abgerufen am 16. Mai 2025.</ref> Diese Systeme versorgen Wohnanlagen, öffentliche Einrichtungen und Gewerbebetriebe mit Wärme.<ref>Angelika Hillmer: Wie profitiert Harburg vom Kraftwerks-Aus? In: Hamburger Abendblatt. 26. Juli 2021.</ref><ref>HanseWerk nimmt Elektrokessel in Betrieb, der überschüssigen Windstrom-Strom in Wärme umwandelt. In: Windkraft-Journal. 13. Juli 2020, abgerufen am 23. Mai 2025.</ref> 2021 wurde ein erster Feldtest für ein BHKW mit bis zu 100 % Wasserstoff durchgeführt.<ref>Dierk Jensen: Mit Detailliebe zum Wasserstoff-BHKW. In: BHKW. 3. Februar 2021, abgerufen am 23. Mai 2025.</ref>
Das Unternehmen bietet über Contracting-Modelle nicht nur dezentrale Wärmeversorgung,<ref>Kalte Nahwärme für Stolpe. In: Ostholsteiner Anzeiger. 19. Oktober 2023.</ref><ref>Kostenschock für Vonovia-Mieter. In: Hamburger Abendblatt. 15. Dezember 2023-</ref> sondern auch Dampf, Kälte und Strom aus Kraft-Wärme-Kopplung an.<ref name=":1" /><ref name="Jahresabschluss 2023" />
Es zählt zu den größten Betreibern dezentraler Blockheizkraftwerke in Norddeutschland<ref>HanseWerk Natur GmbH. In: Erneuerbare Energien Hamburg. Abgerufen am 23. Mai 2025.</ref> mit rund 250 Anlagen,<ref>Sechs Mal weniger Energieeinsatz als bei klassischer Nahwärme. In: Windkraft-Journal. 26. März 2022, abgerufen am 16. Mai 2025.</ref> die hauptsächlich mit Erdgas betrieben werden,<ref>HanseWerk Natur startet Feldtest mit Wasserstoff-BHKW. In: GWF-Gas + Energie. 16. November 2020, abgerufen am 23. Mai 2025.</ref> aber auch Biogas,<ref>E.ON Hanse Wärme treibt Biogas-BHKW voran. In: Windkraft-Journal. 4. Januar 2012, abgerufen am 23. Mai 2025.</ref> Bioerdgas,<ref>Heike Hiltrop: Hansewerk Natur erweitert Wahlstedts Blockheizkraftwerk. In: Lübecker Nachrichten. 20. Mai 2019, abgerufen am 23. Mai 2025.</ref> Deponiegas<ref>HanseWerk Natur: Strom und Wärme aus natürlichen Ressorcen. In: Deutscher Presseindex. 1. März 2019, abgerufen am 23. Mai 2025.</ref> oder Klärgas nutzen. Die Leistung dieser Blockheizkraftwerke reicht von 5,5 kWel bis knapp 10.000 kWel.
Klimaschutz
Hansewerk Natur will bis 2030 klimaneutral werden. Dabei steht die Reduktion des Energieverbrauchs an oberster Stelle. Um den Betrieb seiner Energieumwandlungsanlagen nachhaltiger zu gestalten, setzt das Unternehmen zunehmend auf selbst produzierten Strom.<ref>HanseWerk erweitert Angebot für Klimaschutzprodukte massiv und wird selbst bis 2030 klimaneutral. In: Energie-Umwelt-News.de. 27. Mai 2020, abgerufen am 14. Mai 2025.</ref> Seit 2021 wurden insgesamt 41 Photovoltaikanlagen auf Dächern und Containern installiert.<ref>HanseWerk Natur spart 276 Tonnen CO₂ mit PV-Anlagen. In: Im Mittelstand. 4. Mai 2021, abgerufen am 14. Mai 2025.</ref> Darüber hinaus plant Hansewerk Natur, seinen Fuhrpark bis 2025 weitgehend auf E-Autos umzustellen und die Ladeinfrastruktur entsprechend auszubauen.<ref>Sebastian Schaal: Hansewerk Natur will eigene Ladeinfrastruktur ausbauen. In: Electrive. 6. März 2024, abgerufen am 14. Mai 2025.</ref> In den kommenden Jahren wird das Unternehmen seine Heiz- und Blockheizkraftwerke (BHKW) auf grüne Technologien wie Grüngas, Pellets und Wärmepumpen umstellen.
Die Stromproduktion bei HanseWerk Natur erfolgt bereits zu 60 % auf Biogasbasis. Rund 40 % der Wärme wird Stand 2025 auf Basis von Abwärme oder Erneuerbaren Energien erzeugt.<ref>Holzgas-BHKW bringt sinkende Heizkosten für Anwohner in Wahlstedt. In: Windkraft Journal. 11. Januar 2025, abgerufen am 16. Mai 2025.</ref>
Projekte
Luftwärme in Langenhorn
2025 wird in Langenhorn eine Luftwärmepumpe mit 600 kW Leistung in Betrieb genommen. Sie soll 77 Haushalte, eine Schule, Sporthalle und Kindertagesstätte versorgen. Die Pumpe soll ein mit Erdgas betriebenes Blockheizkraftwerk ablösen.<ref>Wärmeversorgung. In: Langenhorn – GLC Energy. Abgerufen am 19. Mai 2025.</ref><ref>Ilse Buchwald: Wird in Langenhorn künftig mit Luftwärme geheizt? In: Husumer Nachrichten. 10. April 2024.</ref>
Wärmepumpe in Schenefeld
Im Mai 2025 installierte Hansewerk Natur auf dem Dach des Stadtzentrums in Schenefeld eine 25 Tonnen schwere Wärmepumpe. Die Pumpe, die eine Leistung von 500 kW erbringt, ersetzt die Erdgaskessel, die bis dahin alleine für die Energiegewinnung im Stadtzentrum eingesetzt worden waren.<ref>Morgana Alienor Pfeifer: Mehr Energie für das Stadtzentrum. In: Schenefelder Tageblatt. 9. Mai 2025.</ref>
Holzgas-Blockheizkraftwerk
Im Mai 2024 weihte das Unternehmen in Wahlstedt im Kreis Segeberg das landesweit erste Holzgas-Blockheizkraftwerk ein, das nicht nur Wärme für die mehr als 1000 angeschlossenen Haushalte, sondern auch Strom produziert. Die verbleibende Holzkohle kann in der Landwirtschaft als Zusatz zu Futtermitteln oder im Straßenbau verwendet werden.<ref>Gregory Dauber: Neuartiges Blockheizkraftwerk in Wahlstedt eingeweiht. In: Norddeutscher Rundfunk. 29. Mai 2024, abgerufen am 14. Mai 2025.</ref><ref>Heike Hiltrop: Wahlstedt: Schleswig-Holsteins erstes Holzgas-Kraftwerk ist am Netz. In: Lübecker Nachrichten. 5. Juni 2024, abgerufen am 16. Mai 2025.</ref>
Energiemix in Kropp
2024 wurde die Wärmeversorgung in der Gemeinde Kropp umgestellt, sodass Hansewerk Natur die rund 200 angeschlossenen Kunden seitdem nahezu ohne fossile Brennstoffe versorgt. Dies geschieht durch einen Mix aus Biowärme, Holzpellets und Wärmepumpen, die mit grünem Strom betrieben werden. Die Grundlast der Wärmeversorgung wird durch Abwärme einer nahegelegenen Biogas-KWK-Anlage gedeckt. Eine modulare Luft-Wasser-Wärmepumpenanlage mit einer Gesamtleistung von 290 kW deckt den Wärmebedarf bei Außentemperaturen über sechs Grad Celsius. Die Primärenergie für die Wärmepumpen stammt möglichst von einer lokal installierten Photovoltaikanlage. Für die Mittel- und Spitzenlast während der Heizperiode stehen zwei Holzpellets-Kesselanlagen mit jeweils 350 kW zur Verfügung, wobei die Holzpellets regional aus Reststoffen von Sägewerken bezogen werden.<ref>Ron-David Heinen: Grüne Wärme: „Gesamtkosten ändern sich für Kunden nur geringfügig“. In: Energate. 26. April 2024, abgerufen am 23. Mai 2025.</ref>
Kalte Nahwärme in Stolpe
Im Oktober 2023 installierte das Unternehmen im Neubaugebiet Kräuterpark in Stolpe ein kaltes Nahwärmenetz. Im Gegensatz zu herkömmlichen Nahwärmenetzen, die mit Temperaturen zwischen 40 und 95 Grad arbeiten, weist das kalte Nahwärmenetz Vorlauftemperaturen von lediglich 5 bis 13 Grad auf. Hierfür wurden 22 Erdwärmesonden in einer Tiefe von 130 Metern installiert, die als Wärmequelle dienen. In den Wohngebäuden kommen Wärmepumpen zum Einsatz, um die Temperatur auf ein nutzbares Niveau für Fußbodenheizung und Warmwasser anzuheben. Im Sommer können die Wohnräume über die Fußbodenheizung gekühlt werden, wobei die entnommene Wärme ins System zurückgeführt wird. Das Stolper Netz erfordert dabei bis zu sechs Mal weniger Energie als herkömmliche Nahwärmenetze. Durch die Nutzung von Grünstrom wird der CO2-Ausstoß nahezu auf null reduziert. In der Siedlung können so jährlich bis zu 60 Tonnen Kohlendioxid im Vergleich zu einer erdgasbetriebenen Wärmeversorgung eingespart werden.<ref>Ökologische Wärmeversorgung: Stolpe betritt Neuland. In: Kieler Nachrichten. 14. Oktober 2023, abgerufen am 14. Mai 2025.</ref>
Biomasse in Lütjenburg
Im April 2023 kündigte Hansewerk Natur die Umstellung der Nahwärmeversorgung in Lütjenburg, Schleswig-Holstein, von Erdgas auf grüne Nahwärme an. Zu diesem Zweck wurde ein langfristiger Wärmeliefervertrag mit Get2energy abgeschlossen. Zunächst werden Holzpellets verwendet, gefolgt von einem Brennstoff aus regionalem Gras- und Grünschnitt, den sogenannten Biomasse-to-Energy (BtE)-Pellets. Mit dieser Maßnahme soll die Wärmeerzeugung von Hansewerk Natur nachhaltig dekarbonisiert werden und zur Reduzierung der CO2-Emissionen beitragen.<ref>Pilotptojekt: HanseWerk Natur setzt auf BtE-Pellets in Lütjenburg. In: Zeitung für kommunale Wirtschaft. 26. April 2023, abgerufen am 14. Mai 2025.</ref>
Klimaschonendes Wärmequartier Stellinger Linse
Seit 2022 versorgt Hansewerk Natur das Wohnquartier Stellinger Linse der Baugenossenschaft Hamburger Wohnen eG, das rund 1500 Wohneinheiten umfasst, hauptsächlich mit Wärme aus einem Biomethan-Blockheizkraftwerk (BHKW) und Solarthermie-Anlagen. Durch diese umweltfreundliche Maßnahme kann das Unternehmen jährlich über 1200 Tonnen CO2 einsparen, was etwa 75 % weniger ist als bei der vorherigen Wärmeversorgung.<ref>Thorsten Czechanowsky: Biomethan und Solarthermie für Hamburger Wohnquartier. In: Energate. 9. August 2021, abgerufen am 14. Mai 2025.</ref>
Wasserstoff-BHKW
In Hamburg-Othmarschen hatte Hansewerk Natur in den Jahren 2020 und 2021 ein Blockheizkraftwerk umgerüstet, das mit bis zu 100 % grünem Wasserstoff (H2) betrieben werden konnte. Im Rahmen mehrerer Testreihen wurde das BHKW nicht nur mit Erdgas, sondern auch temporär mit grünem Wasserstoff oder einer Mischung beider Brennstoffe betrieben. Dieses Vorhaben war in Deutschland für diese Motorgröße (ein Megawatt) bislang einmalig. Für die Tests wurde aus überschüssiger Windkraft gewonnener Wasserstoff verwendet. In der ersten Testreihe konnte Hansewerk Natur nachweisen, dass ein Betrieb mit 100 % Wasserstoff möglich ist.<ref>Alexander Fuchssteiner: Tiroler Innio liefert Motor für Hamburger Wasserstoff-Blockheizkraftwerk. In: Energate. 17. September 2020, abgerufen am 14. Mai 2025.</ref>
Das Blockheizkraftwerk versorgt heute 30 Wohngebäude, eine Sporteinrichtung, eine Kindertagesstätte sowie das Freizeitzentrum Othmarschen Park mit Nahwärme. Der gleichzeitig erzeugte Strom wird genutzt, um zwei Wallboxen für Elektroautos im örtlichen Parkhaus zu betreiben, und zusätzlich in das Stromnetz eingespeist.
Pellet-Kessel Schönberg
Im Jahr 2019 hat Hansewerk Natur die Energiezentrale in Schönberg (Schleswig-Holstein) saniert. Anstelle von Heizöl werden nun umweltfreundliche Holzpellets zur Wärmeversorgung des örtlichen Wärmenetzes eingesetzt. Nach der ersten Heizperiode konnte das Unternehmen eine CO2-Einsparung von 750 Tonnen verzeichnen.<ref>Klimaschutz: HanseWerk Natur spart mehr als 750 Tonnen CO2 ein. In: Energie-Umwelt-News. 21. März 2021, abgerufen am 14. Mai 2025.</ref> Für die Sanierung der Energiezentrale in Schönberg und den Umstieg auf umweltfreundliche Holzpellets wurde Hansewerk Natur im Jahr 2022 mit dem Umweltpreis der Wirtschaft ausgezeichnet. Diese Auszeichnung würdigt das Engagement des Unternehmens für nachhaltige Energiemaßnahmen und die Reduzierung von CO2-Emissionen.<ref>Umweltpreis für die Energiezentrale Schönberg der HanseWerk Natur. In: Energie-Experten.org. 2025, abgerufen am 14. Mai 2025.</ref>
„Virtuelles Kraftwerk“ für Regelenergie
Im Mai 2016 bündelte das Unternehmen 70 seiner Blockheizkraftwerke in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zu einem so genannten „virtuellen Kraftwerk“. Dies dient der Netzstabilität, da es schwankende Strommengen aus der regenerativen Erzeugung (Wind, Sonne) ausgleichen kann.<ref>HanseWerk Natur erweitert sein virtuelles Kraftwerk mit BHKW. In: Windkraft-Journal. 27. Mai 2016, abgerufen am 14. Mai 2025.</ref> Abhängig von der Netzsituation werden die Blockheizkraftwerke in ihrer Leistung hoch- oder heruntergefahren. So können sie zusammen zusätzliche Energie liefern oder die Stromlieferung reduzieren (Regelenergie). Die Wärmeversorgung der angeschlossenen Haushalte ist durch die Wärmenetze und Wärmespeicher sichergestellt.<ref>E.ON Hanse Wärme plant Virtuelles Kraftwerk mit 35 BHKW in Schleswig-Holstein. In: Windkraft-Journal. 6. Juni 2014, abgerufen am 14. Mai 2025.</ref>
Blockheizkraftwerke
In Hamburg-Wandsbek, Hamburg-Stellingen,<ref>Biomethan und Solarthermie für Hamburger Wohnquartier. In: Energate. 9. August 2021.</ref> Hamburg-Wilhelmsburg und im schleswig-holsteinischen Stapelfeld<ref>Hansewerk startet viertes Hamburger Hocheffizienz-BHKW. In: Zeitung für kommunale Wirtschaft. 8. Februar 2018, abgerufen am 14. Mai 2025.</ref> werden vier Blockheizkraftwerke mit einem Gesamtwirkungsgrad nahe 100 % betrieben.<ref>HanseWerk Natur erweitert sein virtuelles Kraftwerk mit BHKW. In: Contect Crew Neue Energie. 12. Februar 2018, abgerufen am 14. Mai 2025.</ref> Durch die parallele Erzeugung von Strom und Wärme in einem Arbeitsgang erreichen Blockheizkraftwerke bereits hohe Gesamtwirkungsgrade (elektrischer + thermischer Wirkungsgrad). Durch den Einsatz einer Groß-Wärmepumpe zur Wärmerückgewinnung kann der Gesamtwirkungsgrad bei den Anlagen in Wandsbek, Stellingen, Wilhelmsburg und Stapelfeld auf rund 100 % gesteigert werden.
Eurogate
Das Unternehmen öffnete seine Wärmenetze für Geschäftspartner, welche die Möglichkeit haben, klimafreundliche Energie einzuspeisen, zu speichern und bei Bedarf wieder abzurufen.<ref name=":2" /> Es wurden mehrere Projekte umgesetzt, zum Beispiel mit dem Hafenbetreiber Eurogate im Juli 2012. Hansewerk Natur ermöglicht es Eurogate, überschüssige Wärme in sein Wärmenetz einzuspeisen. Dadurch kann Hansewerk Natur diese Wärme an seine Kunden weiterleiten und die eigene Produktionsmenge reduzieren. Wenn Eurogate zusätzlich Wärme benötigt, kann es diese bei Bedarf aus dem Netz zurückholen.<ref>Martin Kopp: E.ON Hanse übernimmt Wärme an heißen Tagen. In: Die Welt. 31. Juli 2012, abgerufen am 14. Mai 2025.</ref>
Multifunktionsspeicher Karlshöhe
2011 nahm das Unternehmen den Multifunktionsspeicher in Hamburg-Bramfeld in Betrieb. Dieser ermöglichte die Speicherung von solarthermischer Wärme aus der Solarsiedlung sowie Wärme aus der Müllverbrennungsanlage in Stapelfeld und Blockheizkraftwerken. Zudem konnten weitere solarthermische Anlagen ins Netz integriert werden, wobei eine Mindestgröße von 100 Quadratmetern Voraussetzung war.<ref>Umnutzung einer der ersten saisonalen Wärmespeicher in Hamburg-Bramfeld zum Multifunktionsspeicher. In: Saisonspeicher. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 30. Juni 2012; abgerufen am 14. Mai 2025.</ref><ref>Hans-Jörg Munke: Hamburgs größte Thermoskanne. In: Hamburger Abendblatt. 26. November 2011, abgerufen am 14. Mai 2025.</ref> Anfang 2016 wurden die technischen Grundlagen für diese Einspeisung in einem Pilotprojekt an einer Solarthermieanlage in Hamburg-Wandsbek getestet, um zukünftige Angebote für Solaranlagenbetreiber zu entwickeln.<ref>Energiekooperation mit der Freien und Hansestadt Hamburg: E.ON Hanse startet Pilotprojekt zur Einspeisung von Sonnenenergie ins Wärmenetz. In: Hamburger Wochenblatt. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 4. März 2016; abgerufen am 14. Mai 2025.</ref>
Energiekonzept für Hamburg
Im Rahmen der zwischen der Hansewerk AG (damals E.ON Hanse AG) und der Freien und Hansestadt Hamburg geschlossenen Kooperationsvereinbarung Energiekonzept für Hamburg, die auf der Landespressekonferenz am 29. November 2011 präsentiert wurde, übernahm Hansewerk Natur bis 2013 umfangreiche Aufgaben.<ref name=":2">Energiekonzept für Hamburg – Kooperationsvereinbarung zur zukunftsorientierten Gas- und Wärmeversorgung. In: Unser Hamburg – Unser Netz e.V. 2014, abgerufen am 14. Mai 2025.</ref> Dazu gehörten unter anderem der Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung, der Ausbau bzw. die Verdichtung der Wärmenetze sowie der Speicherkapazitäten, die Öffnung der Wärmenetze für Geschäftspartner und die verstärkte Einkopplung industrieller Abwärme.<ref>Kurzanalyse: Drittzugang bei Wärmenetzen. In: Umweltbundesamt Hamburg. 2022, abgerufen am 14. Mai 2025.</ref>
Einzelnachweise
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