Hans Piesbergen (Jurist)
Hans Piesbergen (* 15. Juli 1891 in Osterholz (Bremen); † 1970)<ref>Marie Schmidt, Karl-Heinz Garschagen (Hrsg.): Die Sippe der Garschagen. Ein Beitragzu ihrer Geschichte bis zum Jahre 1982. Selbstverlag Garschagen, Haltern 1983, S. 444.</ref> war ein deutscher Verwaltungsjurist.<ref>Sterbejahr nach Kösener Corpslisten 1971, 31, 287</ref>
Leben
Piesbergen war Sohn eines Amtsgerichtsrats.<ref name="Ruck">Michael Ruck: Korpsgeist und Staatsbewußtsein. Beamte im deutschen Südwesten 1928 bis 1972. München 1996, S. 116. Ruck hat zu Piesbergen keine weiteren Personalakten gefunden, ebd. Anmerkung 121</ref> Er studierte Rechtswissenschaft an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und wurde 1910 Mitglied des Corps Hasso-Borussia Freiburg.<ref name="KCL60">Kösener Corpslisten 1960, 31, 287</ref> Er beendete das Studium 1913 mit der ersten Staatsprüfung und begann das Referendariat. Er nahm am ganzen Ersten Weltkrieg teil, so dass er das Referendariat erst 1919 fortsetzen konnte. Ab 1921 war er beim Landratsamt des Obertaunuskreises eingesetzt. Nach Stationen in Berlin, Wiesbaden und Münster wurde er 1930 Landrat des Kreises Fallingbostel in der Provinz Hannover.<ref>Kreis Fallingbostel auf www.territorial.de</ref> Piesbergen gehörte von 1922 bis 1929 der Deutschen Volkspartei an.
Zum 1. Mai 1933 trat er der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 2.624.521).<ref>Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/32451188</ref> Nach der Zerschlagung der Rest-Tschechei wurde er 1939 Ministerialrat im Protektorat Böhmen und Mähren. In der Planung des Überfalls auf Polen war Piesbergen als Leiter der Zivilverwaltung Mähren mit Sitz in Brünn vorgesehen.<ref>Auswärtiges Amt/Politisches Archiv und Historisches Referat: Akten zur deutschen auswärtigen Politik. 1918–1945. Aus dem Archiv des Auswärtigen Amtes. Göttingen u. a. 1950–1995, hier: Serie D. Band VII, Dokument 100, S. 90–91, 17. August 1939 </ref> Ab dem 5. Juni 1940 wurde er als Leiter der Präsidialabteilung beim Reichskommissar für die besetzten niederländischen Gebiete zur rechten Hand des Reichskommissars Arthur Seyß-Inquart.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Verordeningenblad voor bezet Nederland 1940 II (07-06-1940) ( des Vorlage:IconExternal vom 19. April 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref><ref>Fundstücke im Archiv NIOD Instituut voor Oorlogs-, Holocaust- en Genocidestudies </ref> Er wurde am 1. August 1941 zum Regierungspräsidenten der Hohenzollernschen Lande ernannt<ref>Nach dem Taschenbuch für Verwaltungsbeamte von 1943, S. 434, erfolgte die Ernennung zum 1. Juni 1942.</ref>, übte sein Amt in Sigmaringen aber wegen der Verwendung in den Niederlanden nicht aus.<ref name="Ruck"/> Am 30. Januar 1942 folgte ihm Wilhelm Dreher als Regierungspräsident.<ref>Laut Taschenbuch für Verwaltungsbeamte von 1943, S. 434, erfolgte die Ernennung von Dreher erst zum 1. September 1942.</ref>
Piesbergen lebte auf seinem Gutshof Rüenberg in Gronau (Westf.).<ref name="KCL60"/>
Schriften
- Das Reichskartellgericht als Verwaltungsgericht nach der KVO vom 2. November 1923, Wertheim : Bechstein, 1933 Diss. Heidelberg 1931
Literatur
- Bärbel Holtz: Die Protokolle des Preußischen Staatsministeriums. Olms-Weidmann, Hildesheim 2001 (Acta borussica Band 12/II.) ISBN 3-487-12704-0.
Einzelnachweise
<references />
Adolph von Spiegel-Borlinghausen (1850) | Anton von Sallwürk (1850–1851) | Ludwig Viktor von Villers (1851–1852) | Rudolf von Sydow (1853–1859) | Karl Theodor Seydel (1859–1862) | Hermann von Graaf (1862–1864) | Robert von Blumenthal (1864–1874) | Hermann von Graaf (1874–1887) | Adolf Frank von Fürstenwerth (1887–1893) | Franz von Schwartz (1894–1898) | Karl Friedrich von Oertzen (1898–1899) | Franz von Brühl (1899–1919) | Emil Belzer (1919–1926) | Alfons Scherer (1926–1931) | Heinrich Brand (1931–1933) | Carl Simons (1933–1940) | Hermann Darsen (1940–1941) | Hans Piesbergen (1941–1942) | Wilhelm Dreher (1942–1945)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Piesbergen, Hans |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Jurist, Regierungspräsident in Sigmaringen (1941–1942) |
| GEBURTSDATUM | 15. Juli 1891 |
| GEBURTSORT | Osterholz (Bremen) |
| STERBEDATUM | 1970 |
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