Hörbach (Herborn)
Hörbach Stadt Herborn
| ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1311)&title=H%C3%B6rbach 50° 40′ N, 8° 16′ O
{{#coordinates:50,667519444444|8,2721055555556|primary
|
dim=10000 | globe= | name=Hörbach | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
}} |
| Höhe: | 272 (263–327) m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 7,21 km²<ref name="lagis" /> | |||||
| Einwohner: | 1311 (31. Dez. 2024)<ref>Zahlen, Daten, Fakten • Stadt Herborn. Abgerufen am 7. März 2025.</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 182 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. Januar 1977 | |||||
| Postleitzahl: | 35745 | |||||
| Vorwahl: | 02772 | |||||
Hörbach ist ein Stadtteil von Herborn im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis.
Geografische Lage
Hörbach liegt im Rehbachtal westlich der Kernstadt. Nördlich verläuft die Bundesstraße 255. Sie trifft über die Anschlussstelle Herborn-West auf die Bundesautobahn 45.
Geschichte
Ortsgeschichte
Die Gestaltung des Ortsnamens lässt auf eine fränkische Besiedlung schließen. Die Siedlungsspuren lassen jedoch eine Besiedlung durch die Kelten vermuten. In der Gemarkung liegen das jetzt abgebaute Basaltvorkommen des Steinringsbergs und alte Eisenerzgruben, von denen die letzte im Jahr 1934 eingestellt wurde.
Im Jahr 1287 wurden Ober- und Niederhörbach bekanntermaßen erstmals urkundlich erwähnt.<ref name="OG" /> Die Pfarrkirche entstand schon um 1240. Der Turmhelm wurde um 1461 aufgesetzt.
Am 24. April 1893 brach in einer Scheune ein Feuer aus, welches rasch auf die umliegenden Scheunen und Wohnhäuser übergriff. 59 Wohnhäuser und 17 Scheunen wurden ein Opfer der Flammen. Nur 17 Wohnhäuser und die Kirche blieben unversehrt.<ref>Zerstörter Straßenzug in Hörbach nach einem Großbrand, 1893. Historische Bilddokumente aus Hessen. (Stand: 8. März 2011). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).</ref> Noch heute hat sich deshalb in der heimischen Mundart der Satz: „Verloren wie Hörbach ’93!“ erhalten.
Die im Zweiten Weltkrieg an diesem Ort geplante Raketenfüllstation Steinringsberg wurde nicht realisiert.
Im Süden von Hörbach stehen zwei Mühlenanwesen, die „Andreasmühle“ und die „Klaasemühle“, von denen die erste seit dem Mittelalter besteht.
Hessische Gebietsreform (1970–1977)
Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurden am 1. Januar 1977 die bis dahin selbstständige Gemeinde Hörbach, die Stadt Herborn und weitere bis dahin selbstständigen Gemeinden durch das Gesetz zur Neugliederung des Dillkreises, der Landkreise Gießen und Wetzlar und der Stadt Gießen zur neuen Stadt Herborn zusammengeschlossen.<ref>Gesetz zur Neugliederung des Dillkreises, der Landkreise Gießen und Wetzlar und der Stadt Gießen (GVBl. II 330–28) vom 13. Mai 1974. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 17, S. 237 ff., § 21 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 1,2 MB]).</ref><ref></ref> Für den Stadtteil Hörbach wurde, wie für die anderen nach Herborn eingegliederten Gemeinden, ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung eingerichtet.<ref>Hauptsatzung § 5. (PDF; 160 kB) In: Webauftritt. Stadt Herborn, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 12. Februar 2019; abgerufen im Februar 2019.</ref>
Verwaltungsgeschichte im Überblick
Die folgende Liste zeigt die Herrschaftsgebiete und Staaten, in denen Hörbach lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
- vor 1739: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft/Fürstentum Nassau-Dillenburg, Amt Herborn
- ab 1739: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Nassau-Diez, Amt Herborn
- 1806–1813: Großherzogtum Berg, Département Sieg, Arrondissement Dillenburg, Kanton Herborn
- 1813–1815: Fürstentum Nassau-Oranien, Amt Herborn
- ab 1816: Herzogtum Nassau<ref group="Anm.">Das Herzogtum Nassau war von 1815 bis 1866 Mitglied des Deutschen Bundes. Ein Staatenbund ehemaliger Territorien des Heiligen Römischen Reichs. Er gilt als Vorläufer des Deutschen Reichs.</ref>, Amt Herborn
- ab 1849: Herzogtum Nassau, Kreisamt Herborn<ref group="Anm.">Abtrennung der Justiz (Justizamt Herborn) bis 1854.</ref>
- ab 1854: Herzogtum Nassau, Amt Herborn
- ab 1867: Norddeutscher Bund<ref group="Anm.">Der Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs.</ref>, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis<ref group="Anm.">Endgültige Trennung zwischen Justiz (Amtsgericht Herborn) und Verwaltung.</ref>
- ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis
- ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis
- ab 1932: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Dillenburg
- ab 1933: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis
- ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Dillkreis
- ab 1945: Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis
- ab 1946: Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis
- ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis
- ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Dillkreis
- ab 1970: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Dillkreis
- ab 1977: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Lahn-Dill-Kreis, Stadt Herborn<ref group="Anm.">Am 1. Januar 1977 als Ortsbezirk zur Stadt Herborn.</ref>
- ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Lahn-Dill-Kreis, Stadt Herborn
Bevölkerung
Einwohnerentwicklung
| Hörbach: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1834 | 310 | |||
| 1840 | 317 | |||
| 1846 | 335 | |||
| 1852 | 363 | |||
| 1858 | 365 | |||
| 1864 | 386 | |||
| 1871 | 372 | |||
| 1875 | 363 | |||
| 1885 | 428 | |||
| 1895 | 475 | |||
| 1905 | 545 | |||
| 1910 | 571 | |||
| 1925 | 642 | |||
| 1939 | 742 | |||
| 1946 | 932 | |||
| 1950 | 969 | |||
| 1956 | 1.006 | |||
| 1961 | 1.106 | |||
| 1967 | 1.180 | |||
| 1970 | 1.247 | |||
| 1983 | ? | |||
| 1997 | 1.344 | |||
| 1999 | 1.348 | |||
| 2003 | 1.352 | |||
| 2008 | 1.345 | |||
| 2011 | 1.365 | |||
| 2014 | 1.366 | |||
| 2018 | 1.349 | |||
| 2020 | 1.319 | |||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: nach 1970 Stadt Herborn: Einwohnerzahlen<ref name="EWarchiv" />; Zensus 2011<ref name="Z2011">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,0 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020.</ref> | ||||
Religionszugehörigkeit
| • 1885: | 426 evangelische (= 99,53 %), zwei katholische (= 0,47 %) Einwohner<ref name="lagis" /> |
| • 1961: | 1001 evangelische (= 90,51 %) und 100 katholische (= 9,04 %) Einwohner<ref name="lagis" /> |
Politik
Für Hörbach gibt es einen Ortsbeirat mit einem Ortsvorsteher. Der Ortsbeirat besteht aus acht Mitgliedern. Nach den Kommunalwahlen in Hessen 2021 ist Andreas Theis Ortsvorsteher.<ref>Ortsbeirat Hörbach im Internetauftritt der Stadt Herborn, abgerufen am 28. Juli 2021.</ref>
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Hörbach bildet mit Hirschberg und Guntersdorf eine evangelische Kirchengemeinde.
Kulturdenkmäler
Siehe Liste der Kulturdenkmäler in Hörbach.
Infrastruktur
Den öffentlichen Personennahverkehr stellen die RMV Buslinien 501, 502 und 505 sicher.
Weblinks
- Stadtteil Hörbach. In: Internetauftritt. Stadt Herborn
- Hörbach, Lahn-Dill-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
- Vorlage:HessBib
Anmerkungen und Einzelnachweise
Anmerkungen <references group="Anm." />
Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Hörbach, Lahn-Dill-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="OG"> Stadtteil Hörbach. In: Webauftritt. Stadt Herborn, abgerufen im Januar 2021. </ref> <ref name="EWarchiv"> Einwohnerzahlen der Stadt Herborn im Webarchiv: 1997, 1999; 2003; 2008–2014; 2018–2020 </ref> </references>
Amdorf | Burg | Guntersdorf | Hirschberg | Hörbach | Merkenbach | Schönbach | Seelbach | Uckersdorf