Zum Inhalt springen

Höhnstedt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Höhnstedt
Gemeinde Salzatal
Das Ortswappen bitte nur als Dateipfad angeben!
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1380)&title=H%C3%B6hnstedt 51° 30′ N, 11° 44′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1380) 51° 30′ 10″ N, 11° 44′ 15″ O
 {{#coordinates:51,502777777778|11,7375|primary
dim=10000 globe= name=Höhnstedt region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code type=city
  }}
Höhe: 161 m ü. NHN
Fläche: 14,05 km²
Einwohner: ca. 1380 (15. Mai 2022) HW<ref name="EZ2022">Salzatal-Höhnstedt. (Aus 100 Meter-Gitter sowie Geometrien für "Ortslagen" berechnet). In: CityPopulation.de - Population Statistics. Online-Dienst für Statistiken, abgerufen im November 2025.</ref>
Bevölkerungsdichte: 98 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 06198
Vorwahl: 034601
<imagemap>

Bild:Höhnstedt in Salzatal.svg|rahmenlos|268x335px|zentriert|Karte

poly 106 356 114 326 170 313 239 297 234 279 247 284 254 270 264 274 258 264 263 258 271 253 292 243 290 241 310 238 304 228 255 219 226 227 215 205 224 165 232 163 230 144 209 159 187 172 163 171 169 164 141 168 130 119 73 142 40 216 24 223 4 222 8 253 10 259 48 264 33 281 16 282 89 320 75 355 92 356 102 350 109 338 98 355 Beesenstedt poly 468 725 465 715 497 711 499 696 510 693 504 675 516 673 519 668 525 667 523 659 535 652 556 646 556 629 566 631 572 629 554 617 552 617 549 606 541 582 519 593 470 576 459 578 434 581 425 588 425 595 409 604 403 603 391 614 384 625 373 637 391 663 413 700 420 709 411 735 442 734 453 733 436 733 449 734 450 733 465 725 413 733 446 733 462 728 454 737 Bennstedt poly 304 364 326 332 330 333 354 288 377 280 390 271 397 266 405 263 412 257 421 257 438 275 446 271 460 220 434 205 393 222 371 224 339 212 319 220 313 225 311 231 300 236 283 254 267 258 261 263 265 278 250 270 250 277 231 286 239 333 271 327 279 349 284 363 303 364 308 359 315 349 304 367 Fienstedt poly 267 619 273 606 274 572 287 575 282 556 282 556 269 516 263 491 241 483 157 467 164 481 139 483 122 478 127 497 121 498 106 483 69 505 54 500 54 554 68 575 100 585 124 602 132 608 123 623 146 643 157 643 178 621 197 622 218 632 228 615 244 617 249 626 267 631 275 631 Höhnstedt poly 317 220 334 214 366 180 382 169 342 156 304 177 301 177 291 156 254 170 235 165 236 153 218 110 222 70 247 70 241 59 248 33 216 18 160 37 150 53 142 110 129 120 144 164 170 166 164 170 187 169 229 143 227 158 224 166 219 209 227 228 260 222 Kloschwitz poly 550 600 546 576 528 584 523 587 449 566 453 540 454 535 455 509 478 508 518 494 561 548 573 573 599 607 Lieskau poly 450 543 456 508 472 507 524 492 567 484 590 473 574 449 583 449 585 411 598 423 592 395 563 402 550 422 524 407 470 435 442 416 431 410 411 399 411 394 425 373 419 340 426 325 420 299 450 267 428 271 410 261 355 289 334 337 320 333 301 366 307 388 333 396 320 416 322 428 352 434 339 438 359 462 374 462 382 475 420 495 400 500 385 524 381 533 397 544 397 555 406 559 417 565 430 551 449 547 Salzmünde poly 254 486 147 463 164 477 136 486 124 472 123 498 103 476 82 493 63 502 91 488 87 453 104 435 121 414 117 406 112 386 106 341 126 317 169 321 246 289 235 334 269 331 281 368 304 361 307 384 338 404 312 413 318 424 351 437 348 439 320 448 270 451 Schochwitz poly 368 640 409 599 427 595 424 584 429 584 487 574 456 566 442 542 430 551 415 562 396 553 396 541 379 533 402 503 422 496 381 473 373 462 365 463 338 438 310 448 270 448 246 492 265 490 286 560 282 572 301 597 306 619 337 608 332 633 Zappendorf

desc bottom-right

</imagemap>
Lage von Höhnstedt in Salzatal
Das Bild bitte nur als Dateipfad angeben!

Höhnstedt ist ein Ortsteil der Einheitsgemeinde Salzatal im Saalekreis in Sachsen-Anhalt (Deutschland).

Bis zur Neubildung der Einheitsgemeinde Salzatal am 1. Januar 2010<ref>StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010</ref> war Höhnstedt eine selbständige Gemeinde in der Verwaltungsgemeinschaft Westlicher Saalkreis. Letzter Bürgermeister Höhnstedts war Uwe Ringleb.

Geografie

Höhnstedt liegt etwa 5 km westlich der Stadtgrenze von Halle (Saale). Der Ort befindet sich am südlichen Rand eines Plateaus mit fruchtbarem Lössboden, welches etwa 60 bis 80 Meter über der Eislebener Senke liegt, in einer Talmulde. Südlich fließt der Wellbach in einem entlang einer geologischen Störung eingeschnittenen Tal. In der westlichen Hälfte des Dorfes liegt der Gänseberg (173,8 Meter) als flache Erhebung.

Geschichte

Archäologische Funde aus dem Neolithikum und der mittleren bis späteren Bronzezeit belegen eine prähistorische Besiedlung des Raumes Höhnstedt.<ref name="werte"/> So wurde ein Steinkistengrab der Glockenbecherkultur und zwei Gräberfelder der Helmsdorfer Gruppe gefunden.

In der Gemarkung stehen „Vier Steine“, die als Rest einer mittelalterlichen Gerichtsstätte interpretiert werden. Sie sollen auch als Nagelstein genutzt worden sein.<ref name="mansfeld">Erich Neuß, Dietrich Zühlke (Hrsg.): Mansfelder Land. Seite 151.</ref> Höhnstedt wird der frühmittelalterlichen Siedlungsperiode zugeordnet. Er wurde 1121 erstmals urkundlich als Hoenstede (1325 Honstete) erwähnt und lag im Archidiakonatsbezirk Eisleben des Bistums Halberstadt. Der Name leitet sich vom althochdeutschen hōh für hoch beziehungsweise hōhī für Höhe ab und beschreibt eine hochgelegene Siedlung.

Das Haufendorf Höhnstedt war im Mittelalter eine der einwohnerreichsten Siedlungen des Gebietes. Die nach dem Ort benannte Adelsfamilie Hohnstedt besaß das lokale Rittergut. Im Jahr 1320 kam Höhnstedt an die Grafschaft Mansfeld und wurde dem Amt Seeburg im Distrikt Schraplau unterstellt.<ref name="werte"/><ref>Beschreibung des Herzogtums Magdeburg und der Grafschaft Mansfeld magdeburgischen Anteils, S. 476</ref> 1400 bestanden drei Kirchen oder Kapellen im Ort.<ref name="werte"/>

Das Rittergut Höhnstedt, welches nördlich des Ortskerns lag, bewirtschaftete im 18. Jahrhundert 132 Hektar. Dazu kamen sieben Vollspänner, acht Halbspänner und 65 Kossaten. Insgesamt hatte die Gemarkung 765 Hektar fruchtbares Ackerland und 52 Hektar Weinberge. Der Weinbau hatte eine Blütezeit zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert. Bereits in einer Urkunde Ottos II. war 973 in einer Urkunde Weinbau in der Region beschrieben worden.<ref name="werte"/> Im Jahr 1583 wurden im Dorf 93 Haushalte gezählt, woraus sich eine ungefähre Einwohnerzahl von 465 ergibt. 1734 wurde Höhnstedt als eines der besten und größten Dörfer der Grafschaft Mansfeld beschrieben.<ref name="mansfeld"/>

Im Zuge der Teilung der Grafschaft Mansfeld kam Höhnstedt mit dem Amt Seeburg zum preußischen Herzogtum Magdeburg. Mit dem Frieden von Tilsit wurde der Ort im Jahr 1807 dem Königreich Westphalen angegliedert und dem Distrikt Halle im Departement der Saale zugeordnet. Er kam zum Kanton Seeburg.<ref>Das Saale-Departement. Abgerufen am 12. März 2019.</ref> Nach der Niederlage Napoleons und dem Ende des Königreichs Westphalen befreiten die verbündeten Gegner Napoleons Anfang Oktober 1813 das Gebiet. Bei der politischen Neuordnung nach dem Wiener Kongress 1815 wurde Höhnstedt im Jahr 1816 dem Regierungsbezirk Merseburg der preußischen Provinz Sachsen angeschlossen und dem Mansfelder Seekreis angegliedert.<ref>Der Landkreis Mansfelder Seekreis im Gemeindeverzeichnis 1900. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 19. Dezember 2024; abgerufen am 25. September 2025.</ref>

1880 erwarb ein Rittmeister Wendenburg das Rittergut Höhnstedt, am Anfang des 20. Jahrhunderts Carl Wentzel aus Teutschenthal. Nachdem der Weinbau in der Region zwischenzeitlich vollständig zum Erliegen gekommen war, wurde er ab den 1920er Jahren wieder etabliert. Nach 1945 entstanden nach der Enteignung des Ritterguts im Nordosten ausgedehnte Stallanlagen der LPG „Rotes Banner“ Höhnstedt.<ref name="werte">Gerd Villwock, Haik Thomas Porada (Hrsg.): Das untere Saaletal, Seite 258 bis 260.</ref> Die LPG erbrachte mit 2300 Milchkühen in fünf Ställen ein Fünftel der Milchproduktion des Landkreises.<ref name="mansfeld"/>

Im Zuge der ersten Kreisreform in der DDR wurde Höhnstedt am 15. Juni 1950 in den Saalkreis umgegliedert. Mit der zweiten Kreisreform 1952 kam Höhnstedt in den neu zugeschnittenen Saalkreis im Bezirk Halle, der 2007 im Saalekreis aufging. Bis zur Neubildung der Einheitsgemeinde Salzatal am 1. Januar 2010 war Höhnstedt eine selbständige Gemeinde in der Verwaltungsgemeinschaft Westlicher Saalkreis.<ref>Höhnstedt im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum</ref> Ortsbürgermeister der Ortschaft Höhnstedt ist Michael Scheffler.<ref>Ortschaft Höhnstedt. In: gemeinde-salzatal.de. Abgerufen am 12. März 2019.</ref>

Wappen

Das älteste Gemeindesiegel stammt aus dem Jahr 1747. Es stellt einen Bauern dar, der in der rechten Hand drei Kornähren und in der linken Hand eine Weintraube hält. Zu seinem rechten Fuß sind Umrisse zu sehen, die vielleicht Felsen oder Säcke darstellen.

Das Wappen, das am 7. November 1997 durch das Regierungspräsidium Halle genehmigt wurde zeigt: „In Grün ein stehender goldener Winzer mit Kopfbedeckung, in der rechten Hand drei aufrechte goldene Ähren am Halm, in der linken eine gestielte hängende goldene Weintraube haltend.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Datei:St. Lucia und Ottilie Höhnstedt.jpg
Kirche St. Lucia und Ottilie

Die evangelische Kirche St. Lucia und Ottilie wurde in den Jahren 1820 bis 1831 bzw. 1830 bis 1832 im Stil der Neugotik erbaut. Der kreuzförmige Grundriss mit angrenzendem Westturm entstand nach Plänen des halleschen Stadtbaumeisters Johann Justus Peter Schulze, dem Erbauer des Schauspielhauses in Halle (1836/37). Die Ausstattung der Kirche ist einheitlich klassizistisch.<ref>Kirche St. Lucia und Ottilie einschl. Innenaufnahmen</ref>

Regelmäßige Veranstaltungen

Im September findet alljährlich das örtliche Winzerfest statt.

Vereine

Vereine im Ort sind der Höhnstedter Carnevalsclub Blau Gold (HCC), der SV Höhnstedt, Biks Höhnstedt, der Weinbauverein Höhnstedt, Junior Campus Höhnstedt, der Feuerwehrverein Höhnstedt und der Schützenverein Höhnstedt 1998.<ref>Schützenverein Höhnstedt 1998 e. V. Abgerufen am 22. September 2017.</ref> Ebenso gibt es den Kleingartenverein Am Wellbach e. V.<ref>Gemeinde Salzatal: Vereine in Höhnstedt. Abgerufen am 3. November 2021.</ref>

Wirtschaft und Infrastruktur

Weinanbau

Der Höhnstedter Weinbaubereich (Großlage) gehört zum Bereich Mansfelder Seen und damit zum nördlichsten Weinanbaugebiet Deutschlands, dem Weinbaugebiet Saale-Unstrut.<ref>Karte des Bereiches Mansfelder See. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 9. Februar 2016; abgerufen am 12. März 2019.</ref>

Schon in einer Urkunde Ottos II. (22. Oktober 973), die einen Tauschvertrag zwischen dem Erzbistum Magdeburg und einer Abtei in Fulda besiegelt, werden in der Region vineis, also Weinberge oder -gärten, erwähnt. Später entstand eine Vielzahl von Weinbauhütten, die das Bild der Weinberge prägen. Auf fast 70 Hektar wurde 2017 Wein in Höhnstedt angebaut. Es existieren etwa 160 Weinberghütten.<ref name="werte"/> Im Jahr 2003 wurde die Weinstraße Mansfelder Seen (ZappendorfUnterrißdorf) gegründet, die auf einer Länge von 21 km an 24 Sehenswürdigkeiten entlangführt.<ref>Weinstraße Mansfelder Seen - Startseite. In: weinstrasse-mansfelder-seen.de. Abgerufen am 12. März 2019.</ref>

Verkehrsanbindung

Höhnstedt liegt etwa 2 Kilometer nördlich der Bundesstraße 80, die Halle (Saale) mit Eisleben verbindet. Etwa 5 Kilometer östlich verläuft die Bundesautobahn 143.

Persönlichkeiten

Literatur

Weblinks

Commons: Höhnstedt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende

Vorlage:Hinweisbaustein