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Bundesautobahn 143

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Vorlage:Infobox hochrangige Straße

Die Bundesautobahn 143 (Abkürzung: BAB 143 oder A 143) ist eine Autobahn in Sachsen-Anhalt und soll künftig der Westumfahrung von Halle dienen. Sie soll, nach Fertigstellung, die Autobahnen 14 und 38 verbinden und ist Teil der sogenannten Mitteldeutschen Schleife. Bisher ist der südliche Teil zwischen der A 38 südlich von Halle und der B 80 westlich von Halle bei Bennstedt unter Verkehr. Der nördlich anschließende Abschnitt bis zur A 14 im Norden von Halle ist inzwischen im Bau, Vorlage:Zukunft nachdem der Trassenbau bei Brachwitz und Salzmünde aufgrund von Verstößen gegen das Naturschutzrecht zunächst untersagt worden war. Nach einem neuen Planfeststellungsbeschluss 2019 erfolgte der Baustart für diesen Abschnitt am 3. Dezember 2019. Die Fertigstellung dieses Abschnitts und der Autobahn 143 ist für Ende 2028Vorlage:Zukunft geplant.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref name=":2">Vorlage:Internetquelle</ref><ref name=":3">Vorlage:Internetquelle</ref><ref name=":1">Vorlage:Internetquelle</ref>

Bauvorhaben

Nach der Wende wurde die A 143 als eines der Verkehrsprojekte Deutsche Einheit festgelegt. Im Bundesverkehrswegeplan 1992 wurde die Autobahn als vordringlicher Bedarf eingestuft.

Vorgesehen ist ein vierstreifiger Neubau zuzüglich Standstreifen mit einem Regelquerschnitt von 29,5 Metern auf der gesamten Länge.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Stand der Realisierung

Datei:A143 A38 aerial.jpg
Beginn der A 143 am Dreieck Halle-Süd

Der südliche Teil zwischen dem Autobahndreieck Halle-Süd und der Anschlussstelle (AS) Halle-Neustadt ist seit 2003 (Dreieck Halle-Süd bis AS Holleben)<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> bzw. 2004 (AS Holleben-AS Halle Neustadt)<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> freigegeben.

Gegen den Bau des nördlichen Teilstücks bis zum Autobahndreieck Halle-Nord, welches das Saaletal durchqueren soll, reichte der NABU Halle 2005 Klage ein, da die betroffene Porphyrkuppenlandschaft durch das europäische Naturschutzrecht insbesondere als Fauna-Flora-Habitat geschützt sei.

Das Bundesverwaltungsgericht untersagte 2007 zunächst den Weiterbau des nördlichen Abschnitts der A 143,<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> da er gegen EU-Recht zu Fauna-Flora-Habitat-Gebieten verstoße. 2008 wurde von der DEGES ein artenschutzrechtlicher Fachbeitrag als Ergänzung zum Planfeststellungsverfahren erstellt. Das ergänzende Planfeststellungsverfahren wurde im September 2009 eingeleitet<ref>DEGES: Report 2010 / 2011 (PDF; 11,3 MB), Dezember 2010.</ref> und die zugehörigen Planfeststellungsunterlagen im Oktober 2009 veröffentlicht. Der NABU Halle hat Einwendungen gegen die Wiederaufnahme der Bauarbeiten eingelegt.

Vom 26. bis 29. September 2016 fand ein Erörterungstermin des Landesverwaltungsamtes statt,<ref>Vorlage:Literatur</ref> bei dem vorgebrachte Einwendungen weitgehend abgewiesen wurden. Im April 2018 wurde ein weiterer Planfeststellungsbeschluss veröffentlicht.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Der Naturschutzbund NABU Halle gab am 24. Mai 2018 bekannt, nicht erneut vor dem Bundesverwaltungsgericht gegen den Weiterbau zu klagen, obwohl er die Autobahn nach wie vor ablehnt.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Die Bürgerinitiative Saaletal und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder unterstützten kurz darauf die Klage eines Unternehmers gegen den aktuellen Planfeststellungsbeschluss, mit dem Ziel, den Bau vor dem Bundesverwaltungsgericht endgültig zu stoppen.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Das Hauptverfahren gegen den Planfeststellungsbeschluss wurde am 12. Juni 2019 entschieden.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Die Klage wurde abgewiesen.<ref>Pressemitteilung Bundesverwaltungsgericht, 12. Juni 2019</ref> Baubeginn war der 3. Dezember 2019.<ref>Vorlage:Cite web</ref>

Die Saalebrücke bei Salzmünde wird mit 1175 m Länge das komplizierteste Bauwerk. Für den fehlenden Streckenabschnitt waren ursprünglich Kosten von 80 Millionen Euro veranschlagt, die sich bis zum Jahr 2019 auf 350 Millionen Euro erhöhten.<ref>Staatssekretär im Landesverkehrsministerium Sachsen-Anhalt Andreas Schröder (CDU) in einer "Mitgliederversammlung der CDU über den Planungsstand der A 143" am 18. November 2010 in Halle/Dölau.</ref> Die geplante Bauzeit für den 12 km langen nördlichen Bauabschnitt sollte etwa 5 bis 6 Jahre betragen.<ref name="mdr.de">Vorlage:Internetquelle</ref> Die ursprünglich veranschlagten Baukosten des gesamten nördlichen Bauabschnitts erhöhten sich bis 2024 auf 725 Millionen Euro<ref name=":3" /> und bis 2025 auf etwa 1175 Millionen Euro.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Kritik von Umweltschützern

Die Klage von Anwohnerinitiativen und dem NABU Halle vor dem Bundesverwaltungsgericht thematisierte insbesondere die durch die Autobahn stark bedrohte Hallesche Porphyrkuppenlandschaft und die Muschelkalkhänge bei Lieskau, die unter dem besonderen Schutz der Europäischen Union stehen.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Vom NABU Halle und in einer nicht eingereichten Petition „Wissenschaftler und Künstler für den Erhalt des unteren Saaletals“<ref name="Pet1999">Vorlage:Literatur</ref> wurden an Stelle der Realisierung der A 143 zwei Alternativen vorgeschlagen, zum einen die Bundesstraße 180 zwischen Eisleben und Aschersleben und zum anderen der Bau einer Südumfahrung der Bundesstraße 80 für Halle. Eine solche Umgehungsstraße kann jedoch von der Stadt Halle nicht finanziert werden.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Mit den Geldern, die für die A 143 bereitstehen, sei laut NABU eine Umgehungsstraße bequem finanzierbar.<ref name="Pet1999" />

Ein weiterer Kritikpunkt der Umweltschützer ist, dass innerstädtischer Verkehr nicht auf eine stadtferne Autobahn verlagert und die A 143 keinen großen Beitrag zur Verkehrsentlastung der Stadt Halle leisten könne.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Datei:Ostermarsch im Mai 2011 in Brachwitz.jpg
Demonstranten im Mai 2011 in Brachwitz
Datei:Neubau A143 Lärmschutztunnel Salzmünde April 2024.jpg
Bauarbeiten im Bereich Salzmünde (April 2024)
Datei:Neubau a143 Saaletal April-2024.jpg
Bauarbeiten an der Saaletalbrücke (April 2024)

Im Juni 2011 hat sich im Anschluss an einen ersten Ostermarsch<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> die Bürgerinitiative Saaletal gegründet, mit dem Ziel, die „Natur und Kulturlandschaft vor der Zerschneidung durch die Autobahn zu bewahren“. In der Nacht vom 4. auf den 5. Juni 2021 drangen vermummte<ref>Bekennervideo 00:00-00:15, 00:41-00:53</ref> Mitglieder des laut Bundesamt für Verfassungsschutz linksextremistisch beeinflussten Bündnisses<ref name="bfvs">Vorlage:Internetquelle</ref> Ende Gelände in die Baustelle der Anschlussstelle der BAB 143 an die L 159 ein und brachten an einem Baukran ein Transparent für eine „klimagerechte Verkehrswende“ an.

Standpunkt der Befürworter

Die damalige Oberbürgermeisterin von Halle, Dagmar Szabados, übergab der Landesregierung im Februar 2012 rund 5000 Unterschriften für den Weiterbau der Autobahn.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Unter anderem fordert auch der Handwerkstag Sachsen-Anhalt die schnelle Fertigstellung der A 143, da ohne sie weiterer wirtschaftlicher und ökologischer Schaden entstehe.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Der damalige Verkehrsminister Thomas Webel führte als Argument für den nötigen Weiterbau unter anderem die Sperrung der A 14 im Juni 2012 an, bei der es mehrere Tage zu Staus mit stundenlanger Verzögerung kam. Weitere Punkte seien die Entlastung im überregionalen Verkehr sowie die existentielle Bedeutung für die Wirtschaft der Region. Die derzeitigen Transporte über die B 80 und die Saalequerung seien teilweise mit erheblichen Umwegen, zusätzlicher Zeit und Mehrkosten verbunden.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Der damalige Saalekreis-Landrat Frank Bannert sah die Notwendigkeit der Westumfahrung nicht nur für Halle, sondern auch für die Wirtschaft des Saalekreises sowie die beiden Chemiestandorte Schkopau und Leuna. Laut Halles Stadtsprecher Drago Bock leide Halle massiv unter dem Durchgangsverkehr.<ref name=":0">Vorlage:Internetquelle</ref>

Im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt im Frühjahr 2016 plakatierte die CDU A 143 JETZT – GEGEN DIE KLAGEFLUT DER BLOCKIERER. Der NABU Halle sprach von „Parolen“, die gegen ihn gerichtet seien, obwohl er mit der Klage lediglich achtgebe, „dass die bestehenden Gesetze eingehalten werden“.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Weblinks

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Einzelnachweise

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