Gustav Born (Mediziner, 1921)
Gustav Victor Rudolf Born (* 29. Juli 1921 in Göttingen; † 16. April 2018 in London)<ref>Nachruf für Gustav Born, abgerufen am 18. April.</ref><ref>Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina Nationale Akademie der Wissenschaften: Jahrbuch 2018, abgerufen am 8. Juni 2025.</ref> war ein deutsch-britischer Pharmakologe.
Leben
Gustav Born war der Sohn des Physikers und Nobelpreisträgers Max Born und von Hedwig Born geb. Ehrenberg<ref>Born, Hedwig, in: Gudrun Wedel: Autobiographien von Frauen : ein Lexikon. Köln : Böhlau, 2010, S. 112</ref>. Er ging in Göttingen und, nach der Emigration seiner Eltern (1933), in Cambridge und Edinburgh zur Schule. Er studierte Medizin an der Universität Edinburgh und wurde an der Universität Oxford promoviert. Er war 1960 bis 1973 Vandervell Professor für Pharmakologie am Royal College of Surgeons of England und der Universität London und 1973 bis 1978 Sheild Professor für Pharmakologie an der Universität Cambridge und Fellow des Gonville and Caius College. 1978 bis 1986 war er Professor für Pharmakologie am King’s College London. Ab 1989 hatte er eine Forschungsprofessur am William Harvey Research Institute des St Bartholomew’s Hospital Medical College in London.
Born erforschte insbesondere die Pathophysiologie des Blutkreislaufs, insbesondere zu Hämostase, Thrombose und Arteriogenese. Nach ihm ist der sog. Born-Test, ein Verfahren zur Thrombozytenfunktionsmessung, benannt.
1980/1981 war er Gründungspräsident der British Society on Thrombosis and Haemostasis. Von 1979 bis 1981 war er Präsident der International Society for Thrombosis and Haemostasis.
Born war unter anderem Gastprofessor in Paris (Fondation de France, 1982 bis 1984), Tübingen (1963), an der Brown University und der Northwestern University. Er war langjähriger Berater von Pharmafirmen wie der Bayer AG, Merck KGaA, Boehringer Ingelheim und Imperial Chemical Industries. Er war Mitglied des Club of Rome.
Familie
In seiner ersten Ehe mit der Ärztin und Psychoanalytikerin Ann Plowden-Wardlaw hatte Born drei Kinder, darunter den Musiker Max Born (* 1951), der als jugendlicher Laiendarsteller eine Hauptrolle im Film Fellinis Satyricon spielte, und die Tochter Georgina Born (* 1955), Professorin für Soziologie, Anthropologie und Musik in Cambridge und Rockmusikerin. Aus der zweiten Ehe Gustav Borns mit der Ärztin Faith Maurice-Williams stammen zwei weitere Kinder.
Der deutsche Rechtswissenschaftler und Jurist Victor Ehrenberg war sein Großvater mütterlicherseits. Die Sängerin und Schauspielerin Olivia Newton-John (Tochter seiner Schwester Irene Born) war seine Nichte.
Gustav Born schrieb ein Buch über seine Familiengeschichte<ref>Gustav V. R. Born: The Born family in Göttingen and beyond. Termessos Verlag, Göttingen 2002, ISBN 3-938016-05-1.</ref> und (mit Lorie Karnath) ein Kinderbuch über Wissenschaft.<ref>Wohin geht die Sonne, wenn ich schlafe? Antworten auf die Rätsel des Lebens für Amalie. Nymphenburger Verlag, München 2006, ISBN 3-485-01075-8.</ref>
Seine Erinnerungen wurden im Jahre 2017 von der Max und Gustav Born Stiftung für Bildung in Recklinghausen veröffentlicht.
Auszeichnungen und Ehrungen
- 1972: Fellow der Royal Society
- 1979: Ritter des Ordre national du Mérite
- 1979: Albrecht-von-Haller-Medaille der Universität Göttingen
- 1979: Fellow des Royal College of Physicians
- 1979: Ehrenfellow des St. Peter’s College in Oxford<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Prof Gustav Born (1921–2018) ( vom 23. Juni 2018 im Internet Archive), abgerufen am 23. Juni 2018.</ref>
- 1979: Albrecht von Haller-Medaille Göttingen
- 1980: Paul-Morawitz-Preis
- 1981: Ehrenmitglied der New York Academy of Sciences
- 1984: Auenbrugger-Medaille der Universität Graz
- 1987: Royal Medal der Royal Society
- 1990: Robert-Pfleger-Preis
- 1994: Alexander-von-Humboldt-Award
- 2001: Ernst-Jung-Goldmedaille in Medizin
- 2002: Ehrenfellow des Royal College of Surgeons
- 2009: Wellcome-Goldmedaille der British Pharmacological Society
Gustav Born war Ehrendoktor zahlreicher Universitäten, darunter der Universität Bordeaux, der Loyola University in Chicago, der Universität Düsseldorf, der University of Edinburgh, der Katholieke Universiteit Leuven, der Universität London, der Universität München, der Universität Münster, der Universität Paris und der Brown University in Providence.
Gustav Born war korrespondierendes Mitglied der Königlich Belgischen Akademie für Medizin, Mitglied der Leopoldina (1971)<ref>Mitgliedseintrag von Prof. Dr. Gustav V.R. Born (mit Bild) bei der Deutschen Akademie der Naturforscher LeopoldinaVorlage:Abrufdatum</ref> und der Rheinisch-Westfälischen Akademie der Wissenschaften.
2010 wurden das Gustav Born Center of Vascular Research an der Universität Edinburgh und eine Professur daselbst nach ihm benannt, 2026 der von Gerald Dietze und Luis Miletic auf den Aufnahmen des PS2-Teleskopes entdeckte Asteroid ((535530) Gustavborn).<ref>Small-Body Database Lookup: 535530 Gustavborn (2015 BQ26)</ref><ref>WGSBN Bulletin Volume 6, #1 vom 9. Januar 2026, Seite 10 (PDF; englisch)</ref>
Literatur
- Gustav V. R. Born: The Born Family in Göttingen and Beyond. Termessos Verlag, Göttingen 2002, ISBN 3-938016-05-1. (englisch)
- Gustav Viktor Rudolf Born: Erinnerungen, Reminiscences. Max und Gustav Born Stiftung für Bildung, Recklinghausen 2017, ISBN 978-3-00-053715-8.
Weblinks
- Biographie bei Debretts
- Informationen zu und akademischer Stammbaum von Gustav Born bei academictree.org
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Born, Gustav |
| ALTERNATIVNAMEN | Born, Gustav Victor Rudolf (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsch-britischer Pharmakologe |
| GEBURTSDATUM | 29. Juli 1921 |
| GEBURTSORT | Göttingen |
| STERBEDATUM | 16. April 2018 |
| STERBEORT | London |
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- Pharmakologe
- Hochschullehrer (London)
- Hochschullehrer (University of Cambridge)
- Mitglied der Royal Society
- Mitglied der Leopoldina (20. Jahrhundert)
- Mitglied der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste
- Mitglied des Club of Rome
- Träger des französischen Nationalverdienstordens (Ritter)
- Ehrendoktor der Universität Bordeaux
- Ehrendoktor der Brown University
- Ehrendoktor der University of Edinburgh
- Ehrendoktor der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
- Ehrendoktor der Universität Münster
- Person als Namensgeber für einen Asteroiden
- Emigrant aus dem Deutschen Reich zur Zeit des Nationalsozialismus
- Deutscher Emigrant im Vereinigten Königreich
- Deutscher
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- Geboren 1921
- Gestorben 2018
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