Guido A. Zäch
Guido Alfons Zäch (* 1. Oktober 1935 in Häggenschwil, Kanton St. Gallen; † 16. Februar 2026;<ref name="nzz-tot">Guido A. Zäch: ein Visionär, der sich fast um sein Lebenswerk brachte, nzz.ch, 16. Februar 2026.</ref> heimatberechtigt in Oberriet) war ein Schweizer Arzt und Politiker (CVP). Auf ihn geht das Konzept der ganzheitlichen Rehabilitation von Querschnittgelähmten zurück.
Biografie
Guido A. Zäch besuchte die Sekundarschule Flade in St. Gallen. Nach der Matura Typ A studierte er an der Universität Freiburg, wo er seither Mitglied der AKV Alemannia und somit des Schweizerischen Studentenvereins war, und schloss schliesslich mit dem medizinischen Staatsexamen an der Universität Basel ab. Danach war Zäch als Assistenz- und Oberarzt am Kantonsspital Basel tätig.
Von 1973 bis 1989 war er Chefarzt des Schweizer Paraplegiker-Zentrums in Basel. Landesweite Bekanntheit erlangte er als Gründer, Chefarzt und Direktor des Schweizer Paraplegiker-Zentrums Nottwil und als Gründer und Präsident der Schweizer Paraplegiker-Stiftung. Auf seine Initiative hin entstand auch die Schweizer Paraplegiker-Vereinigung als Selbsthilfeorganisation der Querschnittgelähmten.
Von 1984 bis 1988 war er im Grossen Rat des Kantons Basel-Stadt und gehörte der Spitalkommission an. Von den Wahlen 1999 bis 2003 war er Nationalrat des Kantons Aargau.
Zäch wohnte in Zofingen, war verheiratet, und hatte sieben Kinder. Er starb am 16. Februar 2026 im Alter von 90 Jahren.<ref name="nzz-tot"/>
Strafverfahren und Verurteilung wegen Veruntreuung
2002 erhob die Basler Staatsanwaltschaft Anklage gegen Zäch wegen Veruntreuung, mit einer Deliktsumme in einer Höhe von mehr als 60 Millionen Franken. Vorgeworfen wurde ihm unter anderem, Vermögen der Schweizerischen Paraplegiker-Stiftung und deren Gönnervereinigung in unrentable Immobilienprojekte investiert zu haben. Darunter waren etwa ein Gasthof in Dornach SO, der aufwändig renoviert werden musste, und die Gründung eines Sporthotels in Grindelwald.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Medienmitteilung: Anklage gegen Dr. Guido A. Zäch.] Staatsanwaltschaft des Kantons Basel, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 17. Februar 2026.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Auch hat er wegen Liquiditätsschwierigkeiten zweckgebundene Geldspenden in Höhe von 100'000 Franken, die auf seinem Privatkonto eingingen, zunächst für private Ausgaben verwendet, und den Betrag erst mehr als zwei Jahre später in die Stiftung eingezahlt. Eine andere Spende in Höhe von 300'000 Franken hatte er innert zwei Monaten verbraucht, und erst nach Auflösung seines Pensionskassenguthabens war es ihm möglich, den Betrag in die vorgesehene Stiftung einzuzahlen.<ref name="urteil_bundesgericht">Bundesgericht, Urteil 6P.183/2006 vom 19. März 2007.</ref> Das Basler Strafgericht verurteilte ihn zunächst zu zwei Jahren Haft; das Basler Appellationsgericht reduzierte die Strafe zu 16 Monaten Gefängnis bedingt. Nach Ansicht des Gerichts entstand eine Schadensumme von 1,4 Millionen Franken.<ref>Peter Knechtli: 16 Monate Gefängnis bedingt für Guido A. Zäch. In: OnlineReports. 24. Oktober 2005, abgerufen am 19. August 2013.</ref> Zäch zog das Urteil mit einer Staatsrechtsbeschwerde und einer Nichtigkeitsbeschwerde ans Bundesgericht weiter, das die Strafe der Vorinstanz bestätigte.<ref>Urteil gegen Guido Zäch ist rechtskräftig. In: NZZ Online. 28. März 2007, abgerufen am 19. August 2013.</ref><ref name="urteil_bundesgericht"/> Die Stiftungsaufsicht im Eidgenössischen Departement des Innern verlangte darauf von der Paraplegiker-Stiftung Erklärungen, wer die Stiftung künftig führen wird und wie der Rest der insgesamt 1,3 Millionen Schweizer Franken zurückerstattet werden soll. Zäch trat daraufhin per 30. September 2007 aus dem Stiftungsrat zurück und wurde zum Ehrenpräsidenten ernannt.<ref>Ehrenpräsident. Ein beharrlicher Pionier. In: Website der Schweizer Paraplegiker-Stiftung.</ref>
Ehrungen
Guido A. Zäch wurde 1988 mit dem Adele-Duttweiler-Preis ausgezeichnet. 1999 erhielt er die Ehrenmedaille der International Medical Society of Paraplegie (IMSOP, heute ISCoS), und im Jahr 1997 verlieh ihm die Universität Freiburg im Üechtland den Ehrendoktortitel Dr. rer. nat. h. c. 2010 wurde er von der Luzerner Regierung mit dem Prunk-Siegel des Kantons Luzern geehrt.<ref>Ansprache anlässlich der Hommage für Guido A. Zäch auf der Website von Guido A. Zäch, 3. September 2010 (PDF).</ref> 2015 verlieh ihm die Gemeinde Nottwil das Ehrenbürgerrecht.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Dr. Guido A. Zäch ist Ehrenbürger von Nottwil. ( vom 16. September 2016 im Internet Archive) In: Website der Gemeinde Nottwil, 26. Oktober 2015, abgerufen am 29. Oktober 2015.</ref>
Literatur
- Trudi von Fellenberg-Bitzi: Guido A. Zäch – ohne Wenn und Aber. Huber, Frauenfeld 2005, ISBN 3-7193-1404-9.
- Balz Theus: gelähmt… Für immer und ewig? …verurteilt. Scalo, Zürich 2005, ISBN 3-03939-029-5.
- Peter Zihlmann: Dr. Guido A. Zäch: Wohltäter oder Täter? Orell Füssli, Zürich 2007, ISBN 978-3-280-06096-4.
- Patrick Zehnder: Guido Zäch. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
Weblinks
- Guido A. Zäch auf der Website der Bundesversammlung
- Website von Guido A. Zäch
- Guido A. Zäch auf der Website der Schweizer Paraplegiker-Stiftung
- Guido A. Zäch (1935–2026). In: paraplegie.ch, 16. Februar 2026.
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Zäch, Guido A. |
| ALTERNATIVNAMEN | Zäch, Guido Alfons |
| KURZBESCHREIBUNG | Schweizer Arzt und Politiker (CVP) |
| GEBURTSDATUM | 1. Oktober 1935 |
| GEBURTSORT | Häggenschwil, Kanton St. Gallen, Schweiz |
| STERBEDATUM | 16. Februar 2026 |
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