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Grundherr von Altenthann und Weiherhaus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Grundherr Siebmacher205 - Nürnberg.jpg
Das Wappen der Grundherr

Die Grundherr von Altenthann und Weiherhaus (auch: Grundherr zu Altenthann und Weyerhaus) sind eine der ältesten Patrizierfamilien der Freien Reichsstadt Nürnberg, erstmals urkundlich erwähnt im Jahr 1265. Die Grundherr waren ab 1340, mit kurzen Unterbrechungen, bis zum Ende der reichsstädtischen Zeit im Jahre 1806, im „Inneren Rat“ vertreten und gehörten nach dem „Tanzstatut“ zu den zwanzig alten ratsfähigen Geschlechtern.

Der 1472 erworbene Herrensitz Weiherhaus und der 1765 erworbene Nürnberger Glockenhof sind bis heute im Besitz der 1857 errichteten Familienstiftung.

Geschichte

Der Ursprung der Grundherr ist vermutlich auf eine Reichsministerialenfamilie in der Nürnberger Umgebung zurückzuführen. Sie hatten schon frühen Besitz im Aischgrund. Seit 1340 gehören sie zum Nürnberger Patriziat.

Zu Wohlstand gelangten die Grundherr durch den Fernhandel mit Tüchern aus Flandern (Tournai) und mit Geld- und Darlehensgeschäften für die Wittelsbacher. Im Laufe der Jahrhunderte waren sie an Handelsgeschäften der Mendel und Behaim beteiligt und hatten Geschäftskontakte mit der Stromerschen Handelsgesellschaft und den Rummel.

Der erste Ratsherr der Familie, Heinrich I. Grundherr († 1351), war in erster Ehe mit Gerhaus Lesemeister und in zweiter ab 1319 mit der reichen Erbin Kunigunde Gletzelmann († 1344) verheiratet. Dies ermöglichte ihm den Ankauf von Lehen im Nürnberger Umland. In der Stadt gehörte ihm das Haus zum Goldenen Schild. Er wurde Großbankier der Wittelsbacher und wird in einem Atemzug mit dem reichen Patrizier und Stifter Konrad Groß genannt. Sein Sohn, der Ratsherr Michael I. Grundherr († 1388) stiftete im Gedächtnis an seine Eltern das Grundherr-Fenster in der Sebaldskirche.<ref>Bernhard Peter, Gernot Ramsauer, Alex Hoffmann: Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 1446, Grundherr-Fenster in der Sebaldskirche.</ref>

Später, als viele Patrizierfamilien, nach dem Vorbild des Adels, ihre Familiennamen um Ortsbezeichnungen erweiterten, nannten sich die Grundherr nach ihren 1472 und 1535 erworbenen Landsitzen „von Altenthann und Weiherhaus“. 1547 wurde der Zusatz durch Kaiser Karl V.<ref>FEUCHT – Oliver Heinl 1999, S. 41.</ref> als Adelstitel anerkannt. Nach 1813 wurden sie als Edle in den bayerischen Adel immatrikuliert. Die Herrensitze Weiherhaus bei Feucht und Glockenhof in Nürnberg sind bis heute im Besitz der Grundherr’schen Familienstiftung.

Besitzungen (Auszug)

Datei:Weiherhaus 04.jpg
Herrensitz Weiherhaus bei Feucht
Datei:Herrensitz Glockenhof.jpg
Herrensitz Glockenhof in Nürnberg

Im Besitz der Familie (aktuell der 1857 errichteten Grundherr’schen Familienstiftung) befinden sich:

  • seit 1472 der Herrensitz Weiherhaus bei Feucht
  • seit 1765 der Herrensitz Glockenhof (Glockenhofstraße 47, in Nürnberg)

Ehemalige Besitzungen (Auszug)

Das Nürnberger Stammhaus war seit dem 14. Jahrhundert bis 1501 und von 1610 bis 1853 das „Haus zum goldenen Schild“ (Schildgasse 23)<ref>Abbildung „Haus zum goldenen Schild“ (Schildgasse 23)</ref>, in dem beim Reichstag von November 1355 bis zum Januar 1356 die ersten 23 Artikel der Goldenen Bulle geschrieben wurden.
Weiterhin besaßen sie:

Bekannte Familienmitglieder

Wappen

Datei:Schembartbuch 252v-253r.jpg
Schembartlauf von 1520 mit Wappen Grundherr/Kämmerer/Pömer

In Rot ein goldgekrönter, rotbezungter halber silberner Löwe.

Siehe auch

Literatur

  • Christoph von Imhoff (Hrsg.): Berühmte Nürnberger aus neun Jahrhunderten. 2. ergänzte und erweiterte Auflage. Hofmann, Nürnberg 1989, ISBN 3-87191-088-0.
  • Michael Diefenbacher: Grundherr von Altenthann und Weiherhaus, Patrizierfamilie. In: Michael Diefenbacher, Rudolf Endres (Hrsg.): Stadtlexikon Nürnberg. 2., verbesserte Auflage. W. Tümmels Verlag, Nürnberg 2000, ISBN 3-921590-69-8 (online).

Weblinks

Commons: Grundherr von Altenthann und Weiherhaus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references/>

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