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Großbeeren

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Wappen Deutschlandkarte
Datei:DEU Großbeeren COA.svg
Basisdaten
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city 52° 21′ N, 13° 18′ O keine Zahl: {{Metadaten Einwohnerzahl DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code|12072120}}Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city 52° 21′ N, 13° 18′ O
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Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Teltow-Fläming
Höhe: 42 m ü. NHN
Fläche: Fehler im Ausdruck: Nicht erkanntes Satzzeichen „{“ km²
Einwohner: {{Metadaten Einwohnerzahl DE−Vorlage:Deutsches Bundesland/Code|12072120}} (Fehler: Ungültige Zeitangabe)<ref name="Metadaten Einwohnerzahl DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code">{{Metadaten Einwohnerzahl DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code QUELLE}}</ref>
Bevölkerungsdichte: Fehler im Ausdruck: Nicht erkanntes Satzzeichen „{“ Einwohner je km²
Postleitzahl: 14979
Vorwahl: 033701
Kfz-Kennzeichen: TF, JB, LUK, ZS
Gemeindeschlüssel: 12 0 72 120
Gemeindegliederung: Kernort + 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Rathaus 1
14979 Großbeeren
Website: www.grossbeeren.de
Bürgermeister: Martin Wonneberger (CDU)
Lage der Gemeinde Großbeeren im Landkreis Teltow-Fläming
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Datei:Großbeeren in TF.png|rahmenlos|300x375px|zentriert|Karte

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Vorlage:Check Geschlecht gegen Wikidata

Datei:Großbeeren.JPG
Luftbild von Großbeeren

Großbeeren ist eine amtsfreie Gemeinde im nördlichen Teil des Landkreises Teltow-Fläming (Brandenburg).

Geografie

Die Gemeinde liegt unmittelbar südlich von Berlin im Gebiet des Landkreises Teltow-Fläming.

Gemeindegliederung

Zur Gemeinde Großbeeren gehören neben dem Kernort Großbeeren (mit dem bewohnten Gemeindeteil Neubeeren) folgende Ortsteile:<ref name="Hauptsatzung" />

Hinzu kommt der Wohnplatz Altes Forsthaus.<ref>Großbeeren, Serviceportal Brandenburg, abgerufen am 15. Februar 2026.</ref>

Geschichte

13. Jahrhundert bis 16. Jahrhundert

Großbeeren wurde im Jahr 1271 erstmals als zu Grossen Bern urkundlich erwähnt. Der Ortsname geht zurück auf das Geschlecht der von Berne (von Beeren), die hier vom 14. Jahrhundert bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts herrschten. Daneben war auch das Kloster Spandau bzw. später das Amt Spandau (bis nach 1652) mit einer Pacht von zwei Hufen am Ort beteiligt. Aus dem Jahr 1356 ist die Schreibweise magna berne überliefert. Das Landbuch Karls IV. weist aus dem Jahr 1375 eine Familie Berktzow auf, die zunächst vier, später alle abgabenfreien Hufen bis 1668 besaßen. Insgesamt war die Gemarkung 50 Hufen groß, davon zwei für den Pfarrer, 12 für Wilke von Berne zu seinem Hof. Es gab acht Kötter, einen Krug sowie eine Windmühle. Weiterhin erschienen eine Familie Snitlink mit fünf Hufen, ein Herr Kerstian und Wilke Rode mit je vier Hufen sowie der Altar in Cölln mit sechs und der in Fahrland mit sieben Hufen. 1450 erschien Großenberne in den Urkunden. Der Ort war mittlerweile 52 Hufen groß, zwei davon gehörten weiterhin dem Pfarrer sowie 12 denen von Berne. Weiterhin arbeiteten fünf Kötter im Ort. Der Krug sowie die Mühle bestanden ebenfalls weiterhin. Um 1500 wurde Großbeeren von Mittenwalde aus seelsorgerisch betreut. 1520 gab es erstmals einen Schulzen, der fünf Hufen sowie zwei Melwendorfsche Hufen besaß. Es gab einen Fünfhüfner, einen Vierhüfner sowie vier weitere Bauern, die je eine Melwendorfsche Hufe bearbeiteten; ein Bauer besaß eine halbe Hufe. 1542 erschien in einem Dokument die Schreibweise Grosen Berenth.

17. und 18. Jahrhundert

1608 entstand ein Rittersitz (Gutshaus). 1668 verkaufte die Familie Berktzow ihre Hufen an die von Beeren. Der letzte Gutsherr aus diesem Adelsgeschlecht, Hans Heinrich Arnold von Beeren, starb 1812 und wurde als „Geist von Beeren“ durch Theodor Fontanes Wanderungen durch die Mark Brandenburg bekannt. Die Entwicklung Großbeerens war in den ersten Jahrhunderten wiederholt durch kriegerische Verwüstungen und viele Opfer unter den Einwohnern geprägt. So während des Dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648) und im Siebenjährigen Krieg von 1757 bis 1763, als im Jahre 1760 im Zuge des Vormarsches russischer und österreichischer Truppen in Richtung Berlin die Kirche und zahlreiche Häuser von Großbeeren niedergebrannt wurden.<ref name="Eva Börsch-Supan">Eva Börsch-Supan: Kirchen als „Monumente“ der Befreiungskriege. In: Uwe Michas u. a.: Karl Friedrich Schinkel. Architekt, Maler, Möbelgestalter, Bühnenbildner und Kunstphilosoph (= Die Mark Brandenburg, Band 61). Großer, Berlin 2006, ISBN 3-910134-24-6, S. 17–23, hier S. 19.</ref> Vor dem Dreißigjährigen Krieg gab es im Ort neun Hüfner, neun Kötter mit einem Schmied und einem Müller, einen Hirten, einen Pachtschäfer, ein Paar Hausleute sowie einen Hirtenknecht. Sie bewirtschafteten im Dorf 13 Hufen und im Gut 11 herrschaftliche Hufen. Nach dem Krieg lebten nur noch drei Bauern sowie ein Krüger mit einem Sohn und einem Knecht sowie vier Kötter im Ort. Großbeeren erholte sich jedoch vergleichsweise schnell: Im Jahr 1711 lebten bereits wieder sechs Hufner, sieben Kötter, ein Schmied, ein Hirte, ein Schäfer sowie ein großer und ein kleiner Knecht im Ort. Sie bewirtschafteten 35 Hufe. Aus dem Jahr 1745 sind sieben Bauern, acht Kötter sowie eine Windmühle und ein Krug überliefert. Außerhalb des Ortes gab es ein Müllerhaus. Zum Rittergut wurde die wüste Feldmark Melwendorf erwähnt. 1760 brannte die Dorfkirche ab. 1771 gab es 15 Giebel (=Häuser), einen Schmied, einen Hirten, zwei Paar Hausleute, einen Schäfer sowie einen Knecht. Sie bewirtschafteten weiterhin 35 Hufe und mussten je Hufe 8 Groschen an Abgaben zahlen. 1773 erschien erstmals eine adelige Windmühle.

19. Jahrhundert

Datei:Kirche in Großbeeren von Karl Friedrich Schinkel - panoramio.jpg
Evangelische Kirche von Schinkel

1801 lebten und arbeiteten sechs Ganzbauern sowie sechs Ganzkötter im Ort. Es gab zehn Einlieger, eine Schmiede, einen Krug sowie eine Windmühle. Der Förster bewirtschaftete 1500 Morgen Holz. Hinzu kam das Gut mit dem Vorwerk Neubeeren. Zusammen ergab dies 35 Bauernhufe sowie 24 Lehnhufe mit 20 Feuerstellen (=Wohnhäuser). Von historischer Bedeutung ist die nach dem Ort benannte Schlacht bei Großbeeren am 23. August 1813, in der die preußisch-russischen Koalitionstruppen unter General Bülow die französischen Truppen und ihre sächsischen Verbündeten schlugen und damit Berlin vor der Besetzung durch Napoleon bewahrten. Nach dem Ende des Krieges erbaute die Kirchengemeinde in den Jahren 1818 bis 1820 eine neue Dorfkirche. Ein neu aufgestelltes Denkmal erinnerte an die siegreiche Schlacht. 1824 übernahm eine Familie Mumme den Ort, hielt ihn aber nur bis 1827. Danach erschien ein Besitzer v. Beyer, der bis 1838 Eigentümer von Großbeeren war. 1840 gab es im Ort 29 Wohnhäuser. 1849 wechselte die Gerichtsbarkeit vom Patrimonal- und Kammergericht zum Kreisgericht Berlin. Im Jahr 1858 lebten im Dorf und Rittergut insgesamt 17 Hof- und Gutseigentümer sowie ein Pächter mit 32 Knechten und Mägden. Dazu kamen 32 Tagelöhner, sechs nebengewerbliche Landwirte mit sieben Knechten und Mägden. Es gab 73 Arbeiter, sechs Bediente und insgesamt 24 Besitzungen. Eine umfasste 3500 Morgen, elf weitere zusammen 1335 Morgen in der Größenordnung von 30 bis 300 Morgen. Hinzu kamen zwölf Besitzungen in einer Größe zwischen 5 und 30 Morgen, die zusammen 179 Morgen bewirtschafteten. Es gab einen Schlächtermeister mit einem Gesellen und einem Lehrling, einen Schuhmachermeister mit einem Gesellen, zwei Schneidermeister mit einem Gesellen, drei Zimmergesellen, ein Stellmachermeister, drei Maurergesellen, ein Grobschmiedemeister, einen Kaufmann, einen Krüger sowie acht Arme. Im Jahr 1860 wurden insgesamt 1476 Morgen bewirtschaftet, darunter 1107 Morgen Acker, 169 Morgen Wiese, 70 Morgen Wald, 60 Morgen Weide sowie 35 Morgen Gartenland. Die Gehöfte nahmen 35 Morgen Fläche ein. Es bestanden zwei öffentliche sowie 64 Wirtschafts- und 40 Wohngebäude. Hinzu kamen im Rittergut 15 Wirtschafts- sowie acht Wohngebäude. Bis 1864 übernahm die Familie Briesen die Herrschaft über Dorf und Gut. 1879 wechselte die Gerichtsbarkeit erneut und lag bis 1906 beim Amtsgericht Berlin II. Die Stadt Berlin kaufte 1881 das Gut Großbeeren und legte in den Folgejahren auf dessen Flächen Rieselfelder an, die bis zum Ende des 20. Jahrhunderts in Betrieb waren.

20. und 21. Jahrhundert

Datei:Grossbeeren Gedenkstaette.jpg
Gedenkstätte für das Arbeitslager

1900 gab es im Ort 124 Häuser, hinzu kamen neun Häuser im Rittergut. 1906 wechselte die Gerichtsbarkeit zum Amtsgericht Berlin-Lichterfelde und blieb dort bis 1945. 1913 entstand ein Gedenkturm für die Schlacht von Großbeeren. 1928 wurde das Rittergut mit dem Dorf zur Gemeinde vereinigt. 1939 bestand ein großer land- und forstwirtschaftlicher Betrieb, der mehr als 100 Hektar bewirtschaftete. Zwei Betriebe bearbeiteten eine Fläche von 20 bis 100 Hektar, weitere 14 Betriebe eine Fläche von 10 bis 20 Hektar sowie 13 Betriebe mit fünf bis 10 Hektar. Weitere 38 Betriebe hatten lediglich 0,5 bis 5 Hektar zur Verfügung.

In der Zeit des Dritten Reiches errichtete die Gestapo im September 1942 ein „Arbeitserziehungslager“ für Gegner des Nationalsozialismus und Zwangsarbeiter, welches bis April 1945 etwa 45.000 Häftlinge durchliefen. Der wohl prominenteste Insasse war von März bis August 1943 der Arbeitersportler Werner Seelenbinder. Wegen mangelhafter Ernährung, durch Misshandlung, Erschöpfung oder infolge unmenschlicher Zwangsarbeit fanden hier mindestens 1.197 Gefangene den Tod, darunter 340 aus der Sowjetunion, 334 aus Polen, 182 aus Frankreich, 99 aus der Tschechoslowakei, 40 aus Belgien und 97 Deutsche. Ihnen allen ist eine internationale Mahn- und Gedenkstätte in der Nähe der Bülow-Pyramide gewidmet.

Am 23. April 1945 wurde Großbeeren von der Roten Armee besetzt und gehörte vom Ende des Zweiten Weltkrieges bis 1949 zum Territorium der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands, dann zur DDR. In dieser Zeit wurden 51 Hektar Land enteignet und auf Alt- und Neubauern verteilt; es wurde ein Volkseigenes Gut gegründet. 1950 wurden Kleinbeeren sowie die Wohnplätze Neubeeren, Reichsbahnsiedlung, Umspannwerk, Forelle, Suchowski, Am Bahnhof sowie Rathenow-Siedlung eingemeindet. Bis zur Neugliederung der DDR in Bezirke im Jahr 1952 lag Großbeeren im Gebiet des Kreises Teltow im Land Brandenburg, fortan bis 1990 im neu geschaffenen Kreis Zossen des Bezirkes Potsdam. 1956 entstand der VEB Fahrzeugwerke Großbeeren, der über 86 Beschäftigte verfügte. 1960 entstand eine LPG vom Typ I, die 1961 bereits 30 Mitglieder hatte und 171 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche bewirtschafteten. Die nur wenige Kilometer nördlich von Großbeeren verlaufende Grenze zwischen der DDR und West-Berlin rückte Großbeeren nach dem Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961 in eine geographische Randlage. Das nach der Abriegelung von West-Berlin direkt am Grenzzaun gelegene Gut Osdorf wurde 1968 – bis auf eine Scheune – abgerissen. Die Einwohner wurden zwangsumgesiedelt. 1970 wurde die LPG aufgelöst und die Flächen dem Lehr- und Versuchsgut Großbeeren übergeben. 1973 gründeten sich ein VEB Gerätebau, eine Kooperative Abteilung Pflanzenproduktion und eine PGH Rundfunk und Fernsehen. Außerdem gab es einen staatlichen Forstwirtschaftsbetrieb und eine Revierförsterei. Wenige Jahre vor dem Fall der Mauer wurde ein zusätzlicher Autobahnzubringer vom Berliner Ring und ein Grenzübergang Großbeeren für den Transitverkehr von und nach West-Berlin geplant, der jedoch durch die Wiedervereinigung 1990 nicht mehr gebaut wurde. Seit 1993 gehört Großbeeren zum neuen Landkreis Teltow-Fläming. Mit der Auflösung des Amtes Ludwigsfelde-Land Ende 2001 erlangte Großbeeren den Status einer amtsfreien Gemeinde.

Eingemeindungen

  • Kleinbeeren 1. Juli 1950<ref>Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 1. Januar 1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt</ref>
  • Osdorf<ref name="Leder">Jens Leder: Die Geschichte von Osdorf. Download als DOC-Datei unter natur-land-forum.de/projekte/Historia%20Ostorpis.doc</ref> 31. Dezember 1999,<ref name="Heinersdorf" /><ref>StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999</ref> 2000 in Heinersdorf umbenannt
  • Diedersdorf 31. Dezember 2001<ref>Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2001. StBA.</ref>

Bevölkerungsentwicklung

Jahr Einwohner
1875 0902
1890 1.560
1910 1.984
1925 1.978
1933 1.971
1939 2.686
Jahr Einwohner
1946 2.459
1950 3.138
1964 2.791
1971 2.694
1981 2.592
1985 2.615
Jahr Einwohner
1990 2.442
1995 2.857
2000 5.288
2005 7.034
2010 7.466
2015 8.398
Jahr Einwohner
2020 8.804
2021 8.891
2022 9.404
2023 9.483
2024 9.344

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)<ref>Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Teltow-Fläming (PDF) S. 18–21</ref><ref>Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2017 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7</ref><ref>Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember)</ref>, ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Die starken Veränderungen in den Jahren 1950, 2000 und 2005 ergaben sich durch Eingemeindungen.

Politik

Die Gemeindevertretung von Großbeeren besteht aus 18 Gemeindevertretern und dem hauptamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 64,7 % zu folgendem Ergebnis:<ref>Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024</ref>

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil
2019<ref>Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019</ref>
Sitze
2019
Stimmenanteil
2024
Sitze
2024
CDU 19,3 % 4 32,8 % 6
Unser Großbeeren – Deine Stimme (UGDS) 15,5 % 3
SPD 19,1 % 3 12,6 % 2
Wir für Großbeeren (WfG) 20,5 % 4 12,1 % 2
Bündnis 90/Die Grünen 18,6 % 3 09,6 % 2
FDP 13,6 % 2 07,3 % 1
Einzelbewerberin Annette Gatzky 05,9 % 1
Die Linke 05,8 % 1 02,8 % 1
Einzelbewerber Detlev Siegmann 01,3 %
Einzelbewerber Jan Bartoszek 03,0 % 1
Insgesamt 100 % 18 100 % 18

Durch den Wechsel eines Gemeindevertreters von der Wählergruppe WfG zur CDU wuchs im März 2025 deren Fraktion auf 7 Sitze an.<ref>Zuwachs bei der CDU: Thomas Thiel kommt. In: cdu-grossbeeren.de. Abgerufen am 8. Juli 2025.</ref>

Bürgermeister

Borstel wurde in der Bürgermeisterstichwahl am 28. Januar 2018 mit 52,2 % der gültigen Stimmen gewählt.<ref>Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl am 28. Januar 2018</ref> Im Januar 2025 wurde ein Bürgerentscheid über die Abwahl Borstels eingeleitet, der jedoch scheiterte.<ref>Kein Abwahlbegehren gegen Bürgermeister Borstel: Initiative bekommt nicht genug Unterschriften zusammen. In: Märkische Allgemeine. 1. Juli 2025, abgerufen am 8. Juli 2025.</ref> Durch die Gemeindevertretung wurde am 14. März 2025 die Durchführung eines Bürgerentscheids über die Abwahl des Bürgermeisters beschlossen. Borstel verzichtete auf ein Bürgervotum und akzeptierte die Abwahl.<ref>Großbeeren: Bürgermeister Borstel abgewählt. In: rbb. 20. März 2025, abgerufen am 10. Juli 2025.</ref>

Wonneberger wurde am 6. Juli 2025 mit 59,9 % der gültigen Stimmen zu seinem Nachfolger gewählt.<ref>Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 6. Juli 2025</ref> Seine Amtszeit beträgt acht Jahre.<ref>Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 74</ref>

Wappen

[[Datei:{{#property:p94}}|100px|links|Wappen von Großbeeren]] Blasonierung: „Geteilt von Silber und Blau; oben rechts ein abgeschnittener grüner Eichenzweig mit Früchten und links ein silbern-bordiertes schwarzes Eisernes Kreuz, unten ein rot-bewehrter, auffliegender, nach ausgestreuten goldenen Beeren schnappender silberner Schwan.“<ref name="Wappen">Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg</ref>

Das Wappen wurde am 20. Dezember 1999 durch das Ministerium des Innern genehmigt.

Flagge

Die Flagge ist Grün – Weiß – Grün (1:2:1) gestreift und mittig mit dem Gemeindewappen belegt.

Gemeindepartnerschaft

Partnergemeinde von Großbeeren ist seit dem 4. Juli 2003 der Ort Lewin Kłodzki in Polen.

Sehenswürdigkeiten

Datei:Grossbeeren Turm S.jpg
Gedenkturm für die Schlacht bei Großbeeren
Datei:Kleinbeeren church.jpg
Kirche in Kleinbeeren
  • Evangelische Kirche von Großbeeren, im Ortskern gelegen, nach einem Entwurf Karl Friedrich Schinkels von 1818 bis 1820 im neugotischen Stil als Ersatz für die 1760 zerstörte Kirche gebaut.<ref name="Eva Börsch-Supan" /> Schinkel hatte zuvor das 1817 auf dem Kirchhof von Großbeeren errichtete Denkmal für die Gefallenen der Schlacht von Großbeeren entworfen: einen gusseisernen Obelisk auf einem Steinsockel.<ref>Eva Börsch-Supan: Kirchen als „Monumente“ der Befreiungskriege. In: Uwe Michas u. a.: Karl Friedrich Schinkel. Architekt, Maler, Möbelgestalter, Bühnenbildner und Kunstphilosoph (= Die Mark Brandenburg, Band 61). Großer, Berlin 2006, S. 17–23, hier S. 20.</ref> Im Jahre 2011 wurde die Kirche umfassend saniert.
  • Gedenkturm mit einer Ausstellungshalle im Sockel, 32 Meter hoch, am 23. August 1913 zum 100. Jahrestag der Schlacht bei Großbeeren eingeweiht. Er trägt folgende Inschrift: „Hier wurde am 23. August 1813 die französische Armee von den preußischen Truppen unter General von Bülow geschlagen. Der Sieg bewahrte Berlin vor drohender französischer Besetzung.“ Bereits 1817 war an der Dorfkirche ein Obelisk zum Gedenken aufgestellt und im Jahre 1906 von der Stadt Berlin auf einem ehemaligen Windmühlenhügel eine Pyramide aus Findlingen aufgetürmt worden, die den Namen Bülow-Pyramide trägt.
  • Dorfkirche Großbeeren, entstand vermutlich in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts aus Feldsteinen. Diese wurden zu einem späteren Zeitpunkt verputzt. In den Jahren 1710 und 1712 errichtete die Kirchengemeinde den Dachturm aus Fachwerk und vergrößerte den südlichen Logenanbau. Im Innern stehen unter anderem eine Kanzel und eine Fünte aus dem Ende des 19. Jahrhunderts.
  • Gutshaus Diedersdorf aus dem 18. Jahrhundert, jetzt als Hotel und Restaurant genutzt
  • Dorfkirche Kleinbeeren, stammt ursprünglich aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, nach teilweiser Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg wieder aufgebaut
  • Gutshaus Kleinbeeren, das Hauptgebäude wurde um 1600 im Renaissancestil errichtet und nach jahrzehntelangem Verfall durch die Architekten Eilers BDA 2015/2016 als Mehrfamilienhaus wiederaufgebaut<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />eilersarchitekten.de (Memento des Vorlage:IconExternal vom 18. September 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.eilersarchitekten.de</ref><ref>maz-online.de</ref>
Datei:2023 Denkmalpfad.jpg
Standrohr am Denkmalpfad in Großbeeren
  • Die stillgelegte Rieselfeldanlage in Großbeeren ist ein Zeugnis der Berliner Stadt- und Technikgeschichte. Der Denkmalpfad am Technikdenkmal Rieselfeld Großbeeren zeigt auf einem rund zwei Kilometer langen Rundweg die Geschichte und Funktionsweise der ehemaligen Berliner Rieselfeldanlage. Sieben Stationen erklären das Rieselfeldsystem vom historischen Standrohr bis zum Abzugsgraben. Heute sind die Flächen wertvoller Lebensraum für seltene Arten. Der Pfad entstand in Zusammenarbeit der Berliner Stadtgüter GmbH, der Gemeinde Großbeeren und dem Landschaftspflegeverein Mittelbrandenburg e. V.<ref>Berliner Stadtgüter GmbH: Denkmalpfad Großbeeren. Abgerufen am 11. September 2025.</ref>

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Natur


Teile des Landschaftsschutzgebiets Diedersdorfer Heide und Großbeerener Graben gehören zur Gemeinde.

Wirtschaft und Infrastruktur

Von erheblicher Bedeutung für die Versorgung Berlins ist das 1998 erbaute und 2005 erweiterte Güterverkehrszentrum-Berlin Süd Großbeeren. Sein Terminal für den kombinierten Verkehr besteht aus einem Containerumschlagsbahnhof mit Portalkran, einer Zufahrt für Containerlastzüge und einem Container-Servicecenter. Betreiber ist die Deutsche Umschlaggesellschaft Schiene-Straße. Des Weiteren verfügt das GVZ über eigene öffentliche Gleise, die von der IPG Infrastruktur- und Projektentwicklungsgesellschaft betrieben werden. Im GVZ betreibt die Schienenbaufirma Spitzke SE ein Verwaltungszentrum mit Gleisanschluss und Wagenpark für die Neubau- und Instandsetzungsarbeiten der Schienenwege in Berlin und Brandenburg.

Neben der Discount-Einzelhandelskette Aldi-Nord mit einer Regionalniederlassung und einem großflächigen Zentrallager sind auch die Firmen REWE und Lidl mit ihren Logistikzentren vertreten. Im Jahr 2017 eröffnete der britische Online-Versandhändler ASOS sein erstes deutsches Logistikzentrum in Großbeeren. Die Rieck Logistik-Gruppe ist ebenfalls in der Gemeinde ansässig.

Verkehr

Großbeeren liegt östlich der zur Schnellstraße ausgebauten Bundesstraße B 101 und ist damit direkt an den Süden Berlins und die Bundesautobahn A 10 (südlicher Berliner Ring) mit der Anschlussstelle Ludwigsfelde-Ost angebunden. Vor ihrem Ausbau führte die Bundesstraße direkt durch den Ort. Die Landesstraßen L 40 zwischen Potsdam und Königs Wusterhausen und L 76 zwischen Teltow und Mahlow durchqueren die Gemeinde in West-Ost-Richtung.

Der Bahnhof Großbeeren liegt an der Bahnstrecke Berlin–Halle. Hier halten im aktuellen Fahrplanjahr stündlich die Züge der Regional-Express-Linie RE 3 Stralsund / Schwedt (Oder)Angermünde – Berlin – LudwigsfeldeJüterbog, alle zwei Stunden weiter bis Lutherstadt Wittenberg. Der Bahnhof mit P+R-Platz liegt westlich des Ortes und ist mit der Erneuerung der Bahnstrecke Berlin–Halle im Jahr 2006 wieder in Betrieb genommen worden.

Durch das Gemeindegebiet verläuft auch der Berliner Außenring der Eisenbahn. Hier lag der Bahnhof Genshagener Heide auf der Grenze der Gemeinde. Von dort bestanden Zugverbindungen zum damaligen Flughafen Berlin-Schönefeld und Potsdam Hbf. Der Bahnhof wurde im Dezember 2012 geschlossen und durch den Haltepunkt Struveshof auf Ludwigsfelder Stadtgebiet ersetzt.<ref>Fahrplanwechsel im VBB am 9. Dezember 2012. In: vbb.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 30. November 2012; abgerufen am 2. April 2013.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.vbb.de</ref>

Öffentliche Einrichtungen

Im Süden des Orts liegen das Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau Großbeeren/Erfurt e. V. (IGZ) und das Referat für Gartenbau des brandenburgischen Landesamts für Verbraucherschutz, Landwirtschaft und Flurordnung. Beide betreiben ausgedehnte Gewächshaus- und Freilandfelder. Bereits im Jahr 1925 wurden durch die damalige Lehr- und Forschungsanstalt für Gartenbau (LuFA) in Berlin-Dahlem Moorversuchsfelder angelegt. Daraus entstand 1936 das Institut für Gemüsebau. Das IGZ ist Nachfolger des früheren Instituts für Gemüseproduktion der Akademie für Landwirtschaftswissenschaften der DDR, das an einer Verbesserung des Anbaus und der Lagerung von Tomaten, Gurken, Karotten und Kohl forschte.

Am 21. März 2013 wurde mit der Justizvollzugsanstalt Heidering auf Großbeerener Gemeindegebiet die modernste Haftanstalt des Landes Berlin mit 647 Haftplätzen eröffnet.<ref>Neues Berliner Männergefängnis Heidering wird eröffnet. In: berlin.de. Abgerufen am 2. April 2013.</ref>

Bildung

Großbeeren ist Sitz der Lehranstalt für Gartenbau und Floristik Großbeeren e. V. (LAGF). Die Überbetriebliche Ausbildungsstätte für Gärtner und Landschaftsgärtner ging 1998 aus der 1993 gegründeten Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau und Floristik Großbeeren/Werder e. V. (LVAG) hervor. Seit August 2007 wurde sie aus Mitteln des Bundesinstituts für Berufsbildung sowie der Länder Brandenburg und Berlin stark ausgebaut. Zum Neubau gehören drei neue Werkstätten, ein Lehr-, ein Versuchsgewächshaus und ein Mehrzweckgebäude mit Internat.

Persönlichkeiten

Literatur

  • Historischer Führer, Stätten und Denkmale der Geschichte in den Bezirken Potsdam, Frankfurt (Oder). Urania-Verlag, Leipzig / Berlin / Jena 1987, ISBN 3-332-00089-6
  • Theodor Fontane: Wanderungen durch die Mark Brandenburg, Vierter Teil: Spreeland. Aufbau-Verlag, Berlin / Weimar 1979
  • Lieselott Enders: Historisches Ortslexikon für Brandenburg: Teltow (= Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Band 4). Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1976.

Weblinks

Commons: Großbeeren – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="Hauptsatzung"> Hauptsatzung der Gemeinde Großbeeren vom 28. Juni 2016. (PDF; 5,3 MB) </ref> </references>

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