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Groß-Eichen

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Groß-Eichen
Gemeinde Mücke
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(931)&title=Gro%C3%9F-Eichen 50° 36′ N, 9° 4′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(931) 50° 35′ 57″ N, 9° 4′ 28″ O
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Höhe: 282 (282–305) m ü. NHN
Fläche: 7,88 km²<ref name="lagis" />
Einwohner: 931 (30. Juni 2022)<ref name="DF">„Daten und Fakten“. In: Internetauftritt. Gemeinde Mücke, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen im Januar 2024. (Daten aus Web-Archiv)</ref>
Bevölkerungsdichte: 118 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 35325
Vorwahl: 06400
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Groß-Eichen ist ein Ortsteil der Gemeinde Mücke im mittelhessischen Vogelsbergkreis.

Ortsgeschichte

Mittelalter

Die älteste bekannte Erwähnung des Ortes erfolgte zwischen 1036 und 1051 unter dem lateinischen Namen „ad quercus“ (bei der Eiche), in einem Kopiar aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Der entsprechende Auszug lautet: „capella quedam in dicitur Ad quercus.“ (eine Kapelle genannt Ad quercus.)<ref>Werich: Hersfelder Urkundenbuch. Band 1. Nr. 98, S. 177.</ref> Vielleicht dasselbe Gotteshaus wird in einer Urkunde von 1326 genannt: „ecclesiam parrochialem in Eychen prope Grunenberg.“<ref>Ludwig Baur: Hessische Urkunden aus dem Großherzoglich Hessischen Haus- und Staatsarchive. Band 1–5. Band 1. Darmstadt 1860–1873. Band 1. Nr. 1330, S. 899.</ref>. Übersetzt: Die Pfarrkirche in Eichen nahe Grünberg. Der Siedlungsname Eichen wird 1356 erstmals differenziert, als „Zuo Grossin Echin in dorfe“ urkundlich erwähnt wird.<ref>StAD, Urkunden Oberhessen, Groß-Eichen.</ref> 1360 heißt es wieder: „czu den Eychen gelegen“.<ref>Ludwig Baur: Hessische Urkunden. Band 1. Nr. 944, S. 630.</ref> 1466 lässt sich „Wenigen-Eichen“ in einer Urkunde finden.<ref>StAD, Urkunden Oberhessen, Klein-Eichen.</ref> „zu wenigeneyhin in dem gerichte obirnomen“. Der Ort liegt bei Groß-Eichen und ist wohl zeitweise wüst gefallen und gehörte ins Gericht Ober-Ohmen. Erst 1563 lässt sich der Name Klein-Eichen urkundlich belegen: „wonhafftig zu Klein-Aychen“<ref>StAD, Urkunden Oberhessen, Klein-Eichen.</ref> Dabei scheint der Ort identisch mi+ Wenigen-Eichen identisch zu sein. Schließlich heißt es in einem Salbuch 1583: „Neichen“.<ref>Eduard Edwin Becker: Die Salbücher des Kreises Alsfeld. Alsfeld 1940. S. 395.</ref>

Die Namensforschung deutet Groß-Eichen als den größeren der Eichen-Orte und nicht als Ort mit den größeren Eichen.<ref>Vgl. insgesamtLutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. Namenbuch. Dissertation. Göppingen 1973. S. 97 f.</ref> Das mhd. Wort „groß“ meint groß an Umfang, dagegen das mhd. „klein“ klein an Umfang, gering, schwach.<ref>Anthony Stanforth: Die Bezeichnungen groß, klein, viel, wenig im Bereich der Germania. Dissertation Marburg 1964. S. 73 f.</ref>

Neuzeit

Die Reformation wurde wohl schon in den Jahren um 1530 eingeführt. Die ersten bekannten Pfarrer in Groß-Eichen waren:

  • 1561–1564 Johannes Vipertus
  • 1584–1612 Konrad Altag. Altag starb 1624.<ref>Wilhelm Diehl, Reformationsbuch der evangelischen Pfarreien des Großherzogthums Hessen. = Hessische Volksbücher 31–36. Friedberg 1917, S. 355.</ref>

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Groß-Eichen:

„Großeneichen (L. Bez. Grünberg) evangel. Pfarrdorf; liegt im Vogelsberg 112 St. von Grünberg, und gehört dem Freiherrn von Riedesel. Man findet 137 Häuser und 773 Einwohner, die außer 3 Katholiken evangelisch sind, sodann 1 Kirche, 3 Mahlmühlen, womit 2 Oelmühlen verbunden sind, und 1 Ziegelhütte. Die Einwohner nähren sich stark mit Flachsspinnerei und Leineweberei, jedoch wird die Weberei meist nur im Winter, und auf mehr als 100 Stühlen, getrieben. – In der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts kommt in einem Orte ad Quercus genannt, eine Kapelle vor, die der Erzbischof Erkanbald von Mainz geweiht hatte. Spätere Umstände verrathen, daß hierunter Großeneichen gemeint sey.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Zum 31. Dezember 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Groß-Eichen im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis in die Gemeinde Mücke eingegliedert.<ref>Gemeindegebietsreform in Hessen; Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 21. Dezember 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 3, S. 84, Punkt 93 Abs. 1. a) (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 6,0 MB]).</ref><ref></ref> Für Groß-Eichen wurde ein Ortsbezirk gebildet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 147 kB) § 6. In: Webauftritt. Gemeinde Mücke, abgerufen im Januar 2024.</ref>

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Groß-Eichen angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>

Gerichte seit 1803

In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für die Provinz Oberhessen wurde das Hofgericht Gießen als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit war für Groß-Eichen das „Patrimonialgericht der Freiherren Riedesel zu Eisenbach“ in Ober-Ohmen zuständig. Nach der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurden die Aufgaben der ersten Instanz 1821 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Land- bzw. Stadtgerichte übertragen. 1821 traten die Freiherren Riedesel zu Eisenbach ihre Recht am Gericht Ober-Ohmen an das Großherzogtum Hessen ab. „Landgericht Grünberg“ war daher von 1822 bis 1879 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht das für Groß-Eichen zuständig war.

Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolge derer die bisherigen großherzoglichen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in „Amtsgericht Grünberg“ und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen.<ref>Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzog von Hessen und bei Rhein (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1879 Nr. 15, S. 197–211 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 17,8 MB]).</ref> Am 1. Juli 1968 erfolgte die Auflösung des Amtsgerichts Grünberg, Groß-Eichen wurde dem Amtsgericht Alsfeld zugelegt.<ref>Zweites Gesetz zur Änderung des Gerichtsorganisationsgesetzes (Ändert GVBl. II 210–16) vom 12. Februar 1968. In: Der Hessische Minister der Justiz (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1968 Nr. 4, S. 41–44, Artikel 1, Abs. 2 a) und Artikel 2, Abs. 4 a) (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 298 kB]).</ref>

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Groß-Eichen 915 Einwohner. Darunter waren 21 (2,3 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 183 Einwohner unter 18 Jahren, 348 zwischen 18 und 49, 195 zwischen 50 und 64 und 192 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 372 Haushalten. Davon waren 102 Singlehaushalte, 105 Paare ohne Kinder und 129 Paare mit Kindern, sowie 33 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 90 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 228 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />

Einwohnerentwicklung

• 1800: 651 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD-1800" />
• 1806: 644 Einwohner, 121 Häuser<ref name="Adr-LG-HD-1806" />
• 1829: 773 Einwohner, 137 Häuser<ref name="GW" />
• 1867: 698 Einwohner, 137 bewohnte Gebäude<ref name="WP">Vorlage:BibOCLC</ref>
• 1875: 712 Einwohner, 143 bewohnte Gebäude<ref name="WP75">Vorlage:BibOCLC</ref>
Groß-Eichen: Einwohnerzahlen von 1800 bis 2022
Jahr  Einwohner
1800
  
651
1806
  
644
1829
  
773
1834
  
789
1840
  
772
1846
  
802
1852
  
675
1858
  
791
1864
  
719
1871
  
721
1875
  
712
1885
  
666
1895
  
717
1905
  
725
1910
  
719
1925
  
700
1939
  
707
1946
  
1.005
1950
  
963
1956
  
913
1961
  
867
1967
  
868
1970
  
883
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2011
  
915
2015
  
890
2022
  
931
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Gemeinde Mücke<ref name="DF" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />

Historische Religionszugehörigkeit

• 1829: 770 evangelische, 3 katholische Einwohner<ref name="GW" />
• 1961: 775 evangelische (= 89,39 %), 71 katholische (= 8,19 %) Einwohner<ref name="lagis" />

Politik

Ortsbeirat

Für Groß-Eichen besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Groß-Eichen) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.<ref name="HS" /> Der Ortsbeirat besteht aus sieben Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 54,57 %. Alle Mitglieder gehören der „Ortsliste Groß-Eichen“ an.<ref>Ortsbeiratswahl Groß-Eichen. In: Votemanager. Gemeinde Mücke, abgerufen im Januar 2024.</ref> Der Ortsbeirat wählte Jennifer Schomber zur Ortsvorsteherin.<ref>Ortsbeirat Groß-Eichen. In: Webauftritt. Gemeinde Mücke, abgerufen im Januar 2024.</ref>

Wirtschaft und Infrastruktur

Datei:Muecke Grosseichen Feldbahn Lok s.png
Feldbahn Lokomotive in Groß-Eichen

Der Ort liegt am Fuße des Vogelsbergs. Durch den Ort führt die Landesstraße 3325. Den Öffentlichen Personennahverkehr stellt die Verkehrsgesellschaft Oberhessen mit der Buslinie VB-76 sicher.

Früher wurde in dem Gebiet Bergbau betrieben. Als Denkmal zeugt davon noch eine alte Lokomotive. Am Ortsrand gibt es einen Campingplatz.

Kultur

2020 begann in einem Fachwerkhaus in der Mitte des Ortes unter dem Titel "Holla-Haus"<ref>Andrea Dechant: Holla – Muttergöttin im alpenländischen Raum, germanische Erd- und Himmelsgöttin, Göttin der Jahreszeiten, Schutz- und Heilungsgöttin. In: artedea - Göttinen-Geschichten. Abgerufen am 26. Dezember 2024.</ref> ein Kunst-Projekt, um das Kultur und Alltagsleben auf dem Land mit regionalen und bundesweiten Impulsen zu beleben<ref>Internetpräsenz des Projekts - Entstehungsgeschichte. Abgerufen am 26. Dezember 2024.</ref>. Die Photoausstellung "Kulturhaus hybrid mit Herz" war 2021 ein Beitrag zum Kultursommer Mittelhessen.<ref>»Hand, Land & Sound« heißt es im Holla-Haus. In: Gießener Allgemeine. 1. September 2021, abgerufen am 26. Dezember 2024.</ref>

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Groß-Eichen, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 4. Mai 2020). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="RB1937"> Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 11,2 MB]). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1800"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 214 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1806"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 259 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="PR"> Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 40 und 80, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020;. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Groß-Eichen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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