Große Knorpelmöhre
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| Große Knorpelmöhre | ||||||||||||
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| Datei:Ammi majus Sturm8.jpg
Große Knorpelmöhre (Ammi majus), Illustration | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Ammi majus | ||||||||||||
| L. |
Die Große Knorpelmöhre<ref name="Rothmaler2-14" /> (Ammi majus)<ref name="FloraWeb" /> ist eine Pflanzenart aus der Gattung Knorpelmöhren (Ammi) innerhalb der Familie der Doldenblütler (Apiaceae).
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Die Große Knorpelmöhre ist eine einjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 100 Zentimetern erreicht.<ref name="Thellung1965" /> Je Pflanzenexemplar ist nur ein Stängel vorhanden, der fein gerillt und im oberen Bereich verzweigt ist.<ref name="Thellung1965" />
Die wechselständig am Stängel angeordneten Laubblätter sind in Blattscheide, -stiel und -spreite gegliedert. Sie sind vielgestaltig.<ref name="Thellung1965" /> Die unteren Laubblätter sind gestielt, die mittleren und oberen sind kürzer gestielt oder auf den schmalen hautrandigen Blattscheiden sitzend.<ref name="Thellung1965" /> Die Blattspreite der unteren Laubblätter ist einfach gefiedert und dreizählig; die der oberen bis doppelt fiederschnittig.<ref name="Thellung1965" /> Die unteren Laubblätter weisen längliche oder lanzettliche, gleichmäßig knorpelig gezähnte Blattabschnitte auf. Die Teilblätter der oberen Laubblätter sind schmal-lanzettlich oder linealisch und grob gezähnt.<ref name="InfoFlora" />
Generative Merkmale
Die Blütezeit reicht in Mitteleuropa von Juni bis Oktober.<ref name="Thellung1965" /> Auf einem langen Blütenstandsschaft befindet sich ein doppeldoldiger Blütenstand. Die 15 bis 30, selten bis zu 60 Doldenstrahlen sind abstehend. Die Hüllblätter sind um einiges kürzer als die Doldenstrahlen und meistens drei- bis fünfteilig mit schmal linealischen, sehr spitzen Zipfeln.<ref name="Thellung1965" /> Die zahlreichen Hüllchenblätter sind lanzettlich-pfriemlich und weiß hautrandig.<ref name="Thellung1965" /> Die Döldchen sind 10- bis 20-blütig; die Blütenstiele sind 4 bis 35 Millimeter lang.<ref name="FloraVascular" /> Die Kronblätter sind weiß, die größeren sind über 1 Millimeter lang.<ref name="Thellung1965" /> Die Griffel sind dünn und überragen im zurückgeschlagenen Zustand das Griffelpolster.<ref name="Thellung1965" />
Die glatte Doppelachäne ist bei einer Länge von 1,5 bis 2,5 Millimetern länglich oder eiförmig mit dünnen Rippen. Sie ist der des Kümmels (Carum carvi) ähnlich und reif rost-braun.<ref name="Thellung1965" />
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22.<ref name="Oberdorfer2001" />
Ökologie
Bei der Großen Knorpelmöhre handelt es sich um einen Therophyten.<ref name="FloraWeb" />
Die Bestäubung erfolgt durch Insekten.<ref name="FloraWeb" />
Vorkommen
Die Große Knorpelmöhre kommt vom Mittelmeerraum bis zur Arabischen Halbinsel und Iran vor. In Europa gibt es Fundortangaben für Portugal, Spanien, Frankreich, Italien, Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Albanien, Griechenland, die Türkei und die Ukraine.<ref name="Euro+Med" /> In Nordeuropa, in Nord- und Südamerika, im östlichen und südlichen Afrika, in Ostasien, Pakistan und in Neuseeland ist Ammi majus ein Neophyt.
Die Große Knorpelmöhre gedeiht in Mitteleuropa in Olivenhainen, Äckern, Brachland und Ruderalstellen in Höhenlagen von 0 bis 1000 Metern. In Mitteleuropa kommt sie besonders in Pflanzengesellschaften des Verbands Sisymbrion vor.<ref name="Oberdorfer2001" /> Bei der Großen Knorpelmöhre handelt es sich in Deutschland um einen unbeständigen Neophyten.<ref name="FloraWeb" /> Auf der Iberischen Halbinsel hat die Große Knorpelmöhre Vorkommen in Höhenlagen von 0 bis 1100 Metern.<ref name="FloraVascular" />
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 5 (sehr warm-kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).<ref name="InfoFlora" />
Taxonomie
Die Erstveröffentlichung von Ammi majus erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, S. 243.
Trivialnamen
Weitere Benennungen für die auch als Heilpflanze eingesetzte, im humoralpathologischen Sinne „heiße und trockene“, Große Knorpelmöhre sind oder waren: Ameos<ref>Vgl. auch Otto Beßler: Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart. Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 156: „Ameos – caucatha, pomum anconicion, ciminum ethiopium“: Ammi majus L. und Carum copticum Benth. (= Ammi copticum L.)</ref> (griechisch ἄμμεως, Genitiv von ἄμμι, ammi<ref>Wouter S. van den Berg (Hrsg.): Eene Middelnederlandsche vertaling van het Antidotarium Nicolaï (Ms. 15624–15641, Kon. Bibl. te Brussel) met den latijnschen tekst der eerste gedrukte uitgave van het Antidotarium Nicolaï. Hrsg. von Sophie J. van den Berg, N. V. Boekhandel en Drukkerij E. J. Brill, Leiden 1917, S. 199 (Ameos).</ref>), Ammei, Ammern und Ammey<ref name="Pritzel-Jessen1882" /> sowie Ammi und Großammei<ref>Otto Zekert (Hrsg.): Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570. Hrsg. vom österreichischen Apothekerverein und der Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie. Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel, Berlin 1938, S. 134.</ref> (früher wurde auch ameos minus und ameos maius unterschieden). Als Ameos kam (neben der einheimischen Großen Knorpelmöhre) wohl auch „Ammi copticum L.“ in Frage.<ref>Gundolf Keil Die „Cirurgia“ Peters von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes (= Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm. Band 2). Stadtarchiv, Ulm 1961 (zugleich Philosophische Dissertation Heidelberg 1960: Peter von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes), S. 351–352 (Ameos).</ref>
Siehe auch
Belege
Literatur
Einzelnachweise
<references> <ref name="FloraWeb"> Ammi majus L., Große Knorpelmöhre. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="InfoFlora"> Ammi majus L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Rothmaler2-14"> </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Pritzel-Jessen1882"> Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, S. 24 eingescannt. </ref> <ref name="Thellung1965"> Albert Thellung: Umbelliferae. S. 1171–1173. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 2. Verlag Carl Hanser, München 1965. </ref> <ref name="FloraVascular"> Datenblatt bei Flora Vascular. </ref> <ref name="Euro+Med"> Ralf Hand (2011+): Apiaceae. Datenblatt Ammi majus In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> </references>
Weblinks
- Vorlage:BIB
- Große Knorpelmöhre. In: BiolFlor, der Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland.
- Datenblatt mit Verbreitung in den Niederlanden und Fotos.
- Knorpelmöhre Datenblatt und Bilder bei Blumen in Schwaben.
- Günther Blaich: Datenblatt mit Fotos.
- Michael Hassler, Bernd Schmitt: Flora von Deutschland - Eine Bilder-Datenbank, Version 2.96.